Vor hundert Jahren rief ein baltischer Baron nur ungern ein Königreich in der Mongolei aus – März 1921: Roman von Ungern-Sternberg

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Mit der fulminanten Auftaktfolge zu dieser historischen Reihe wollte ich darauf hinweisen, dass der Erste Weltkrieg weder mit dem Waffenstillstand, noch mit dem Friedensvertrag zu Ende war. Allerorten wurde weiter geschossen, gekämpft, erobert, besetzt und befreit. Die Nachwirkungen des Großen Krieges werden uns noch für viele Folgen beschäftigen. Vor genau hundert Jahren, im März 1921, besetzten z.B. französische und belgische Truppen Duisburg und Düsseldorf, der polnisch-russische Krieg wurde durch den Rigaer Frieden beigelegt, und Kaiser Karl I. von Österreich-Ungarn versuchte sich zurück an die Macht zu putschen.

Alles interessante Themen, aber wir gehen heute weit in den Osten, dorthin, wo nicht nur die Nachwehen des Ersten Weltkriegs, sondern auch der russischen Oktoberrevolution toben. Und wie sie toben!

Ihr kennt das aus Doktor Schiwago, aber anders als vermutet, geht das Gemetzel nicht auf den Streit zwischen Tonya und Lara zurück. Russland, das den Ersten Weltkrieg zwar nicht unbedingt gewonnen, auf jeden Fall aber nicht verloren hatte, und mit einer, eigentlich sogar zwei Revolutionen beschenkt worden war, schaffte es irgendwie nicht, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Stattdessen schloss sich unmittelbar an die Oktoberrevolution 1917 der Russische Bürgerkrieg an, der sich noch quälende fünf Jahre hinzog. Länger als der Weltkrieg gedauert hatte. Und komplizierter.

Ganz stark vereinfachend und nicht eingehend auf die Heterogenität der Kampfparteien, die militärische Einmischung von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA, Japan, dem Osmanischen Reich sowie den sich nach Sibirien verlaufen habenden tschechoslowakischen Legionen, die nationalen Unabhängigkeitsbewegungen in Finnland, in Estland, in Lettland, in Litauen, in der Ukraine, in Abchasien, in Bessarabien und in der Volksrepublik Tannu-Tuwa, sowie auf die wechselnden Allianzen, war es so: Es gab die Roten und die Weißen. Die Roten waren die Bolschewisten. Die Weißen waren alle, die gegen die Roten waren, also Monarchisten, Demokraten, Nationalisten und gemäßigte Sozialisten.

Alles klar?

Ein Tipp fürs Geschichtsstudium: Besucht niemals, niemals die Vorlesung über den Russischen Bürgerkrieg! Das ist wie ein vierdimensionales Labyrinth mit spiegelverkehrten Wurmlöchern. Ihr findet da nicht mehr raus.

Um uns nicht zu verzetteln, was auf diesem Blog eine ständige Gefahr darstellt, gehen wir vom großen Ganzen ins ganz Kleine. Wir nehmen uns nur eine Person vor und folgen ihr ein paar Jahre durch den Russischen Bürgerkrieg und ein paar hundert Kilometer durch die Steppe. Na gut, es sind ein paar tausend Kilometer, denn Russland ist groß.

Diese eine Person ist, nein, nicht Doktor Schiwago. Es ist ein deutschbaltischer Baron, also ein Angehöriger jener deutschsprachigen Oberschicht in Estland und Lettland, die als Nachfahren der Kreuzritter die Esten und Letten knechteten. Roman Nikolai Maximilian Feodorowitsch von Ungern-Sternberg war sein Name. (Die Geschichte der Deutschbalten böte Stoff für hundert Exkurse, aber darüber schreibe ich, wenn ich mal wieder im Baltikum bin.) Weil die Deutschbalten gerne Leute schindeten, wurden sie vom russischen Zaren liebend gerne für die Verwaltung oder das Militär rekrutiert.

Auch Roman zog es, weil er nichts Vernünftiges gelernt hat, in die Armee. Er kämpfte im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05, übrigens dem ersten Krieg, den ein europäischer Staat gegen einen außereuropäischen Staat verlor. Danach bummelte er ein bisschen rum, diente bei einem Kosakenregiment in Transbaikalien, betrank sich zu oft, kündigte, ritt mit dem Pferd in die Mongolei, lernte dort mangels richtiger Aufgaben Mongolisch und las sich in tibetanische, hinduistische und buddhistische Lehren ein. Er kehrte rechtzeitig nach Estland zurück, um beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 mit der russischen Armee in Ostpreußen einzufallen. (Volkszugehörigkeit war zur Zeit der Vielvölkerreiche noch nicht so wichtig, und auch an anderen Fronten kämpften Deutsche gegen Deutsche. Jeder für seinen Kaiser oder Zaren, die dafür sicher dankbar waren.)

Und als der Weltkrieg aus war, war da diese blöde Revolution, die dem Baron so gar nicht ins Konzept passte. Zum einen weil er als Adliger treu zum Zaren stand. Zum anderen, weil die Esten nun unabhängig waren und sich gegen die deutschen Ausbeuter auflehnten.

Roman von Ungern-Sternberg schlug sich auf die Seite der Weißen, keine Frage. Die Treue zum Zaren war zwar ein fragwürdiges Konzept geworden, nachdem der Zar samt Familie ermordet worden war. Aber mit dem Bolschewismus, wo Barone genauso viel verdienen sollen wie Busfahrer, konnte sich der Adlige keinesfalls anfreunden. Außerdem war er sauer, dass ihm das Revolutionsvolk den Herrensitz angezündet hatte und er in eine Plattenbauwohnung ziehen sollte.

Was macht ein Kavallerieoffizier, wenn ihm alles auf den Keks geht? Klar: Er nimmt ein Pferd und reitet nach Osten. Er überfiel Züge, unter dem Vorwand, so den Nachschub für die Bolschewiken abzuschneiden. Er überfiel fahrende Händler, um ihnen „Zoll“ abzuknöpfen. Und bald war er wieder in Transbaikalien, wo er eine Asiatische Kavalleriedivision aufbaute. Es meldeten sich Mongolen, Burjaten, Kirgisen, Mandschuren, Tibeter, Kasachen, Ewenken, Uiguren, Barguten.

Bei all den Übeln, die fortan von diesem Mann ausgingen, weiß man gar nicht, wo man beginnen soll. War der Russische Bürgerkrieg bis dahin schon äußerst brutal, so legte Ungern-Sternberg noch eine Schippe drauf und wurde zum furchterregendsten Feldherr der Weißen. Mit blutrünstiger Brutalität ermordete er Gegner, vermeintliche Gegner, Gefangene, eigene Soldaten, Zivilisten, und vor allem Juden. Bei Juden gab er kein Pardon, die wurden gejagt, bis auch das letzte Kind erschlagen war.

Irgendwann hatte das mit dem Russischen Bürgerkrieg, der für die Weißen aussichtslos steht, gar nichts mehr zu tun. Unsympath-Sternberg lebte einfach nur mehr seinen hasserfüllten Antisemitismus aus. Er benahm sich wie ein Warlord mit einer Privatarmee.

Weil uns das zu brutal wird, wechseln wir ein bisschen den Schauplatz und ziehen gen Süden, in die Mongolei. Die liegt grob zwischen Russland und China und war zum Zeitpunkt unserer Geschichte schon seit 200 Jahren eine chinesische Provinz. Aber China hatte ein bisschen innenpolitische Probleme (ein Virus, Produktionsengpässe beim I-Phone oder Ärger mit den Studenten in Hongkong, was weiß ich), und die mongolischen Fürsten dachten: „Wenn sich so Pipifax-Staaten wie Litauen oder die Tschechoslowakei unabhängig machen, dann können wir das auch.“ (Die Mongolei ist, auch wenn Ihr sie bisher übersehen habt, ziemlich groß.)

Nun muss man wissen, dass die Mongolen hauptsächlich Buddhisten sind und daher einen Chef-Lama haben, der Bogdo Gegen heißt. Das ist der Titel, nicht der Name. So wie beim Dalai Lama, der den gleichen Job bei den Tibetern innehat. Genau, das ist der Typ, der immer grundlos grinst, harmlose Kalendersprüche abgibt und null komma null für sein Volk erreicht.

Die Mongolen kannten die Chinesen, wie gesagt, schon seit 200 Jahren und wussten: „Mit Grinsen kommen wir nicht weit.“ Stattdessen wählten sie den achten Bogdo Gegen zum Bogdo Khan, also dem Herrscher der sich damit für unabhängig erklärt habenden Mongolei. Die Mongolen nahmen Kontakt zum russichen Zaren auf (das war vor seiner Ermordung, logisch) und erhielten einen fetten Kredit, den sie in einen Winterpalast investierten, der noch heute in Ulan Bator steht.

Dort beteten sie für die Unabhängigkeit.

Als das nichts half und auch noch der russische Sponsor abgeknallt wurde, schickten die Mongolenfürsten verzweifelte Bitt- und Bettelbriefe in die Welt. (So wie heute die Prinzen aus Nigeria.) Zweihundert Briefe, dreihundert Briefe, vierhundert Briefe. Alle mit pompösem Siegel, geschrieben mit Kamelblut und ausgeliefert von mongolischen Adlern. Sehr beeindruckend.

Aber niemand konnte die Briefe lesen. Denn niemand verstand Mongolisch.

Halt! Ihr erinnert Euch an die Jugendzeit des Barons, als er Buddhismus und Mongolisch studierte? Ständig wurde er dafür verspottet, was er sich mit so fernöstlichem Tamtam abgebe, anstatt etwas Solides wie Bauingenieurwesen oder Multimedia-Marketing zu studieren, aber nun besiegelte es das Schicksal. Sein Schicksal und das der Mongolen: Baron Roman von Ungern-Sternberg erhielt einen dieser Briefe, rief seine Vielvölkerkavallerie zusammen, sagte dem (eh schon hoffnungslosen) Kampf gegen die Bolschewisten adieu und ritt im August 1920 Richtung Mongolei. Natürlich nicht, ohne unterwegs noch alles kurz und klein zu schlagen.

Dummerweise war seit dem Absenden des Briefes einige Zeit verflogen, die in der Mongolei nicht so ereignislos verstrichen ist, wie überhebliche Westler sich vorstellen, dass dort die Zeit verstreicht. 1919 hatten chinesische Truppen wieder die Kontrolle über die Mongolei erlangt und 1920 den Bogdo Khan abgesetzt. Dessen ungeachtet fasste Ungern-Sternberg während des langen Ritts den Plan, alle mittelasiatischen Völker (Tibeter, Burjaten, Uiguren, Mongolen, Kirgisen u.s.w.) zu einem „Großmongolischen Reich“ zu vereinen, das für immer und auf alle Zeiten das monarchistische Bollwerk gegen Europa sowie das zivilisatorische Bollwerk gegen China sein sollte. Baron von Ungern-Sternberg kämpfte nominell noch immer für den toten Zaren, aber eigentlich sah er sich schon selbst als den neuen Dschingis Khan.

Im Oktober 1920 kam die Asiatische Kavalleriedivision in Urga (heute Ulan Bator und noch immer die Hauptstadt der Mongolei) an, wurde zweimal von den zahlenmäßig überlegenen Chinesen geschlagen, bis Roman von Ungern-Sternberg feststellte: „Wenn uns die Chinesen überlegen sind, muss ich so lange überlegen, bis wir überlegen sind.“ Er überlegte also ein paar Monate, wobei er sich die Zeit gewohnheitsgemäß mit dem Plündern von Dörfern und Klöstern vertrieb. Im Februar 1921 schließlich erinnerte er sich an eine Kriegslist Dschingis Khans: Auf den Hügeln rings um Urga ließ er Feuer entfachen, um ein großes Heer vorzutäuschen. Die Chinesen warfen seiner Kavallerie daher nicht die volle Verteidigungsmacht entgegen, und die Kavalleristen ritten in die Stadt ein, wo sie den Bogdo Khan befreiten und die chinesischen Truppen in die Flucht schlugen. (Um die Wiederholung solch eines Fiaskos zu vermeiden hat China seither die Große Mauer gebaut und Drohnen entwickelt.)

Bogdo Khan und Roman von Ungern-Sternberg stritten sich in der Folge darum, wer nun der wichtigere Macker ist. Der Mongolensturm war dem Baron nämlich zu Kopf gestiegen, und er sah sich mittlerweile als Reinkarnation von Dschingis Khan. Auch das mit dem Großmongolischen Reich schmeckte dem Bogdo Khan eigentlich nicht, die Mongolei allein war ihm groß genug. Schließlich einigten sich die beiden darauf, dass von Ungern-Sternberg den Bogdo Khan im März 1921, und damit vor genau 100 Jahren, als Herrscher des neu ausgerufenen Königreichs Mongolei einsetzt. Im Gegenzug erkannte der neue König den Baron als Staatsgründer, als Heldengeneral und als Inkarnation der tibetischen Schutzgottheit Jamsarang, einer besonders zornigen Gottheit, an.

Das mit dem Zorn passte bekanntlich. Und auch im Innenverhältnis stellte der Baron klar, dass er der eigentliche Chef und der König nur das Aushängeschild sei. Er ließ Listen von allen Juden anfertigen, die in der Mongolei leben. Viele von ihnen waren während des Russischen Bürgerkriegs in die vermeintliche Sicherheit des Fernen Ostens geflohen. Aber nun zog Baron von Ungern-Sternberg mit antisemitischer Besessenheit von Haus zu Haus, um auch in der Mongolei das Judentum auszurotten. Selbst die bekanntlich äußerst fanatischen deutschen Besatzer kamen 20 Jahre später nicht so weit nach Osten.

Und zwar nur aus einem Grund nicht: Weil Roman von Ungern-Sternberg bereits tot war. Sonst hätte er selbstverständlich mit der Wehrmacht paktiert, um gegen Juden und Bolschewisten, seine liebsten Feinde, zu kämpfen. Davor bewahrt hat uns letztendlich eine Rebellion seiner eigenen Leute, als der Baron davon schwadronierte, dass man eigentlich als nächstes nach Tibet ziehen müsse. Das war dann doch zu weit und beschwerlich (damals ging noch kein Zug nach Lhasa), und die Jungs nahmen ihren Anführer fest und übergaben ihn den Bolschewisten.

Der Prozess war einer der sprichwörtlich kurzen, wahrscheinlich aus Mangel an Juristen. Genervt von den antisemitischen Tiraden des Barons („den Bolschewismus haben die Hebräer schon vor 3000 Jahren in Babylon erfunden“), schlug der Richter vor, ob man ihn vielleicht einfach erschießen solle. Im Vergleich zu anderen Hinrichtungsarten war das ein ziemliches Zugeständnis. (Merkt Euch das, falls Ihr mal in ähnlicher Situation seid.)

„Nur ungern“, entgegnete Roman von Ungern-Sternberg, aber das Wortspiel verstarb ebenso im Kugelhagel der Kalaschnikows wie der deutsche Dschingis Khan.

Die Mongolei blieb übrigens unabhängig. Heute gibt es noch immer Stimmen, die Baron von Ungern-Sternberg als Staatsgründer verehren. Viel wichtiger ist aber die Frage, wo der Baron seinen sagenhaften Goldschatz vergraben hat. Deshalb wird in der Mongolei überall gegraben und gebuddelt.

Gar nicht so tief graben muss man, um auch in der Mongolei Leute zu finden, deren Faszination für Geschichte, für den deutschen Baron und für alles, was Deutschland seither in die weite Welt exportiert hat, von jeglicher historischen Einordnung ungetrübt ist.

So viel zu den Hakenkreuz-Apologeten, die immer behaupten: „Also, im Buddhismus hat das ja eine gaaaanz andere Bedeutung.“

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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
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20 Antworten zu Vor hundert Jahren rief ein baltischer Baron nur ungern ein Königreich in der Mongolei aus – März 1921: Roman von Ungern-Sternberg

  1. Pingback: Vor hundert Jahren … | Der reisende Reporter

  2. Michael Müller schreibt:

    Toll geschrieben! Aber „den sich nach Sibirien verlaufen habenden tschechoslowakischen Soldaten“ ist eine nette Untertreibung dafür dass Herbst 1918 ganz Sibirien (bzw. der wichtige Teil, die gesamte Transsib-Strecke) tschechoslowakisch besetzt war…
    Heim kamen sie dann über USA.

    Und der gute Mischa Kalaschnikow lag damals noch in den Windeln. Die Hinrichtung des deutschen Adligen hat eventuell stilecht ein deutscher Genosse erledigt.
    („… Still da, ihr Redner!
    Du hast das Wort,
    rede, Genosse Mauser! …“)

    • Andreas Moser schreibt:

      Das mit Kalaschnikow war mir natürlich bewusst. Aber für eine Alliteration muss ich den Zeitstrahl manchmal etwas zurechtbiegen.

      Und die Tschechoslowakei lag ja eigentlich auch noch in den Windeln.

    • Michael Müller schreibt:

      Eventuell war das ja auch die Motivation für die Gründung?

      So nach dem Motto „Wenn wir schon eine gemeinsame Armee haben, gründen wir halt auch einen gemeinsamen Staat!“

      Nicht zu vergessen eine Reiche Armee …. Das ganze Zarengold (das muss in jeder Geschichte aus der Epoche auftauchen!) War ja längere Zeit Eigentum der Legion …. ähm ach nee, hast ja auch Jura studiert ….. Also war ja mal quasi im Besitz der Legion …..
      In Prag wurde kurz vor CoVid ein Museum der Tschechoslowakischen Legionen eröffnet, das steht auf meiner ToDo-Liste, wenn ich wieder mal dort bin.
      https://muzeumlegii.cz/

    • Andreas Moser schreibt:

      Oh, das Zarengold, wie konnte ich das vergessen?
      Das erklärt das Goldschürfen in der Mongolei noch mehr!

      Danke für den Tipp mit dem Museum!
      Das werde ich mir auch gerne ansehen. Endlich mal ein Museum, wo fast jede Information neu für mich sein wird.
      (Gut, das wäre beim Deutschen Häkelmuseum ebenso, aber irgendwie finde ich die Tschechoslowakischen Legionen interessanter.)

    • Michael Müller schreibt:

      Was mich daran so wirklich fasziniert, ist die logistische Meisterleistung, mit einem Heer von 60.000 Mann einfach mal so rund um die Welt zu ziehen um nach Hause zu kommen…..

      Und die Antwort auf die Frage, was das Leben eines Putschisten-Admirals wert ist. 30 Waggons Kohle.

  3. Andreas Moser schreibt:

    Ein Leser hat eben gefragt, ob diese Geschichte wahr ist.
    Na, aber hallo!
    In der Reihe „Vor hundert Jahren …“ stelle ich immer wahre Ereignisse und ihre Verbindungen zur Gegenwart dar. (Okay, die Datierung der Chinesischen Mauer habe ich vielleicht etwas freizügig verortet.)

  4. Gremlov schreibt:

    Für Interessierte: Palmer, James : Der blutige weiße Baron, Frankfurt a.M, 2010.
    Kurzweilig zu lesen, allerdings durchaus kritisierbar. Kann man machen.
    Fun Fact: Der Autor James Palmer ist der Sohn von Robert dem 80er Rockstar.

  5. tinderness schreibt:

    Ich fand den Inhalt interessant, wiewohl mich der schnoddrige Stil angesichts der Toten und Ermordeten nun doch sehr gestört hat.

    • Andreas Moser schreibt:

      Dummerweise hatte ich letzten Monat versprochen, dass es diesen Monat lustig werden würde.
      Und eine gewisse Dissonanz zwischen Inhalt und Ton ist mein Markenzeichen.

      Aber es wird in dieser Reihe, obwohl wir uns in unmittelbarer Folge des Ersten Weltkriegs befinden, nicht immer brutal zugehen.
      Der Putschversuch von Kaiser Karl I. wäre ziemlich unblutig gewesen, aber da werde ich mich lieber dem zweiten Putschversuch im Oktober 1921 widmen.
      Andere Alternativthemen, die ich für März 1921 angedacht hatte, waren neben den angesprochenen die erste Frauenolympiade in Monte Carlo oder die Schach-WM auf Kuba. Da hätte man auch schöne lange Entwicklungslinien bis zum Jetzt ziehen können. Aber die Sternberg-Story war einfach zu verrückt, und über die Mongolei hatte ich bisher auch noch nichts im Blog.

  6. Pingback: A Hundred Years Ago, a German Baron from the Baltics established a Kingdom in Mongolia – March 1921: Roman von Ungern-Sternberg | The Happy Hermit

  7. der fiedel schreibt:

    1921 mit einer Waffe erschossen, die erst 1947 gebaut wurde? Ob die da am Ende wegen der Zeitmaschine rumbuddeln?
    Die Tsagan Chas Jungs sind eigentlich direkt bekennende Hitler-Fanbois, weil die seine Identitätspolitik irgendwie am überzeugendsten finden.
    Viel zu melden haben die ja da nicht, allerdings gibt es da grade so eine erfühlte „Ostpreußen-Situation“, weil China in der inneren Mongolei den dortigen Mongolen das Mongolisch austreiben will, was für ein paar kleine Tropfen auf ihre Mühle sorgt.
    Die Konstruktion einer ununterbrochenen Linie scheint mir wackelig, auf alles was nach Hitler oder Khanaten gerochen hat, haben die Russen 70 Jahre lang recht unerbittlich draufgedroschen. Jünger als 1990 ist da kaum was. Ice Top oder Amraa sind da eher die Wurzeln als Mr.Ungern.
    Ich würde das insofern eher als recht bewußten „kulturellen Re-Import“ klassifizieren, als jetzt eine bestehende Tradition seit 1920. Mit Adolf hat man halt auch einen etwas prominenteren Russophoben an der Hand als mit dem obskuren zugewanderten und gescheiterten Napoleon da.

  8. Anonymous schreibt:

    Interessant, dass Du gerade jetzt über von Ungern-Sternberg schreibst. Ich hatte den Namen zwar gehört, ohne etwas Bestimmtes damit assoziieren zu können, aber gerade vor kurzem ist er mir in dem Buch von Sylvain Tesson und sein Marsch von Sibirien nach Indien begegnet. In dem Teil, der sich mit der Durchquerung der Mongolei beschäftigt, widmet er ihm einen längeren Abschnitt. Er untermauert auch, was Du schreibst, nämlich dass viele Mongolen dem „verrückten Baron“ eine große Verehrung entgegenbringen.

    • Andreas Moser schreibt:

      Fast bin ich froh, das aus fachkundigem Mund bestätigt zu bekommen, denn mein Eindruck oder eher meine Behauptung war, entgegen meiner üblichen Arbeitsweise, ohne jeglichen persönlichen Eindruck vor Ort zustande gekommen.

      Ich fiebere einer Übersetzung von „L’axe du loup“ entgegen! Und irgendwann muss mich doch mal mein eigener Weg in diese Gefilde führen, allerdings nichts zu Fuß wie bei Sylvain Tesson.

  9. Pingback: Vor hundert Jahren nahm ein armenischer Student das Recht in die eigene Hand – März 1921: Operation Nemesis | Der reisende Reporter

  10. Kasia schreibt:

    Das mit den Hakenkreuz tragenden Mongolen ist ein unerwarteter Anblick, wenn man sich mit der Geschichte nicht näher beschäftigt hat. Da zieht es einem die Eingeweide zusammen. Man fragt sich unwillkürlich, ob die Leute Geschichte, Sinn und Symbolik richtig einordnen können – und fürchtet sich vor der Antwort. Na ja, die Mongolei hat an sich schon eine recht blutige Geschichte, und dies wäre nicht das einzige Beispiel, wo wütende Feldherren von der Geschichte zu Helden erkoren wurden…

    Wäre die Geschichte wohl anders verlaufen, hätte die Nanny dem zweijährigen Klein-Roman einfach mal während seiner vielen trotzigen Wutanfälle einen kräftigen Klaps auf den Hintern gegeben hätte…?

    • Andreas Moser schreibt:

      Ich hätte jedenfalls eines gewisse Scheu, das mit den mongolischen Neonazis zu diskutieren, vor allem wenn mir gleich mehrere von ihnen begegnen.

      Andererseits, für eine gute Geschichte muss man manchmal Risiken eingehen…

    • Kasia schreibt:

      Dann, auf dem Headerbild als Eyecatcher das eigene Gesicht in grün-blau-lila, dazu der Clickbait: „Zehn Dinge, über die ihr niemals mit einem Mongolen reden solltet…“ 🙂

    • Andreas Moser schreibt:

      Geniales Blog-Marketing!

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