Es war schon eine nette Geste, dass mich in meiner Wohnung in La Paz ein Fußabstreifer auf Deutsch empfing.

Aber die Schreibweise zeigte mir, dass – wahrscheinlich in einer Fabrik in China – selbst Fußabstreifer schlecht gefälscht werden.
AKTUALISIERUNG: Friedrich Hartmann hat mich darauf hingewisen, dass „Willkomen“ die richtige Schreibweise auf Plattdeutsch ist. Da es in Bolivien eine große Gemeinde von Mennoniten gibt, die Plattdeutsch sprechen, liegt das als Erklärung nahe.
Bitte verzeiht also den bolivianischen Austauschstudenten oder Touristen, wenn sie ein etwas altertümliches Deutsch sprechen. Sie haben es so von ihren deutschstämmigen Nachbarn gelernt. Wenn ich diese Sprache in Bolivien höre, bemerke ich zwar eine gewisse Verwandtschaft zu dem Deutsch, das ich spreche, aber ich verstehe kaum etwas. Es ist in etwa so, wie Niederländisch oder Afrikaans zu hören. Man merkt, dass man mehr verstehen sollte, aber zumindest in der gesprochenen Sprache klappt es nicht.
Hier ein Beispiel für Plattdeutsch:
Am Bahnhof in San José de Chiquitos traf ich mal eine Mennonitenfamilie, und unser Deutsch war so unterschiedlich, dass wir uns auf Spanisch unterhalten mussten. Die umstehenden Bolivianer fanden es extrem belustigend, dass zwei Deutsche miteinander auf Spanisch radebrechten.
Links:
- Mehr Berichte aus Bolivien.
- Mehr für die Linguisten.
- Einen etwas intensiveren Austausch mit den Mennoniten erlebte ich ein paar Jahre später in Kanada.