Ich gehe wieder auf Kreuzfahrt

Für meine unmittelbar bevorstehende Rückkehr nach Europa habe ich, ganz im Einklang mit meiner romantischen und altmodischen Grundeinstellung, dem Dampfschiff den Vorzug gegenüber der neumodischen Erfindung des Düsenstrahlflugzeugs gegeben.

So werde ich also zwei Wochen durch die Karibik und über den Atlantik tuckern. Los geht es in Cartagena in Kolumbien am 11. Mai 2017 mit geplanten Aufenthalten in

  • Sint Maarten,
  • vielleicht sogar einem Spaziergang nach Saint Martin, das hoffentlich auch nach der Wahl in Frankreich noch Teil der Europäischen Union sein wird,
  • Antigua und
  • Madeira

bevor ich am 25. Mai 2017 in Lissabon ankomme.

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Mit 550 Euro ist die Reise ein wenig teurer als ein Flug, aber dafür ist das Essen für zwei Wochen inbegriffen und man hat mehr Platz, Komfort und Abenteuer. Einmal kann ich mir das gönnen, vor allem weil meine kommenden Reisen lange Spaziergänge durch Europa sein werden, die mich praktisch gar nichts kosten.

Wie bei meiner letzten Kreuzfahrt freue ich mich schon auf zwei Wochen ohne Internet. Das bedeutet aber, dass Ihr mir bis zum 10. Mai 2017 Bescheid geben müsst, wenn Ihr eine Postkarte von einer karibischen Insel wollt. Angesichts von Eisbergen, Stürmen und Piraten könnte das die letzte Chance sein. Aber selbst wenn ich überlebe, wird die Reise ziemlich rau:

Wenn Euch schon schlecht wird nachdem Ihr so etwas drei Minuten lang anseht, stellt Euch mal vor, wie es ist, das zwei Wochen lang auszuhalten – Tag und Nacht.

(Read this announcement in English.)

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Rumänien gemalt von David Croitor

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Ja, Rumänien sieht tatsächlich so romantisch aus. In allen Jahreszeiten.

(Alle Bilder – und viele mehr – finden sich auf der Website von David Croitor.)

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Das Nazi-Taxi in Bolivien

Kürzlich habe ich darüber geschrieben, wie sich Fußballmannschaften in Südamerika auch durch ihre politische Ausrichtung unterscheiden. Anscheinend gibt es das gleiche bei Taxis.

Dieser Moto-Taxi-Fahrer in Villa Tunari in Bolivien trug seine Einstellung so sichtbar auf dem Helm, dass es mir ein Leichtes war, einen anderen Fahrer zu wählen.

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Ein eher hässlicher Kontrast zu dem Taxifahrer in Santa Cruz, dessen Vater ein jüdischer Flüchtling aus Deutschland war.

(Read this in English.)

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Dokumentation über Tim und Struppi

Für Fans von Tim und Struppi eine sehr interessante Dokumentation:

Ich habe viel Neues daraus erfahren, u.a. über

  • Hergés Anfänge bei einer Pfadfinderzeitschrift,
  • seinen ersten Job bei einer streng katholischen und nationalistischen Zeitung, die die politische Linie für die Frühwerke über die Sowjetunion und den Kongo vorgab,
  • den phänomenalen Erfolg unmittelbar nach Erscheinen der Comics (die Zeitung musste die Wochenendauflage verdreifachen),
  • die realen Vorbilder für die Figuren in den Comics,

Und schon habe ich wieder Lust auf die Bücher bekommen.

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Deutschland 1945-1949

Diese beiden Filme zeigen – in teilweise grausamen Bildern – wie die Alliierten unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs über Deutschland dachten. Sie sahen, meiner Meinung nach zurecht, eine Kontinuität des deutschen Militarismus und der Aggression von Preußen über das Kaiserreich bis zum Dritten Reich.

Die Lehre daraus war konsequenterweise, dass mit der bedingungslosen Kapitulation die Millionen Nazis nicht plötzlich friedliebende Demokraten geworden waren und dass man den Deutschen auch weiterhin nicht trauen könne.

Warum hat sich das nach 1945 so schnell geändert?

Dafür können wir dem Kalten Krieg danken.

Ohne die Teilung Europas wäre es gut möglich, dass diese beiden Filme und nicht der Marshall-Plan den Ton für die Behandlung Deutschlands durch den Rest der Welt in den Nachkriegsjahrzehnten angegeben hätten.

(Read this in English.)

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Tagesnotizen 13

  1. Stimmt es die Landesverfassungsgerichte eigentlich traurig, dass jeder nur nach Karlsruhe strebt?
  2. VW beißt sich wahrscheinlich in den Arsch beim Gedanken daran, dass die Betrügereien bezüglich erhöhter Abgaswerte im letzten Jahr der Obama-Regierung aufflogen. Die Trump-Regierung würde das wohl lockerer sehen, nicht nur weil der Präsident selbst Erfahrung mit Betrugsvorwürfen hat.
  3. Und wer denkt, dass die US-Justiz hier überreagiert, z.B. mit Festnahmen von VW-Managern, dem sei gesagt, dass VW mit außerordentlicher krimineller Energie die Behörden und Verbraucher bewusst und planmäßig täuschte und belog. Die VW-Ingenieure wussten von Anfang an, dass die Dieselmotoren nicht den Abgasnormen entsprechen würden, aber anstatt die Motoren zu verbessern entwickelten sie immer ausgeklügeltere Vertuschungsmethoden. Auf Nachfragen logen sie, und als es brenzlig wurde, wurden Beweise vernichtet. Ich habe als Übersetzer an dem Vergleich zwischen dem US-Justizministerium und der Volkswagen AG gearbeitet, und es las sich streckenweise wie ein Artikel über die Mafia.
  4. In meinem Artikel über das Österreichische Hospiz in Jerusalem erwähnte ich Max Reisch, der dort mal Rast machte. Als ich mehr über ihn und insbesondere seine Motorradreise nach Indien in den 1930ern las, wurde ich immer neugieriger. route_indien
  5. Deshalb vielen Dank an den Verlag Tyrolia für die Übersendung der Biographie von Max Reisch und an den Verlag Ennsthaler für die Neuausgabe von Max Reischs „Indien – Lockende Ferne“.
  6. Ich werde die Bücher diesen Sommer lesen und im Blog besprechen. Mein Vater, der zur Zeit die Bücherpakete für mich in Empfang nimmt, hat letzteres fast am gleichen Tag ausgelesen, was als Empfehlung zu verstehen ist.
  7. Vor 102 Jahren lautete die Fragestellung im Abitur an deutschen Gymnasien „Wann dürfen wir von einem heiligen Krieg sprechen?“ Hier ein paar der Anworten.
  8. Mit etwas Übertreibung könnte man übrigens auch sagen, dass der Dschihad ein Meister aus Deutschland ist, aber dazu schreibe ich mal einen gesonderten Artikel.
  9. Wo genau liegt die Grenze zwischen dem Nahen, Mittleren und Fernen Osten?
  10. Noch mehr Unglaubliches von dem Offizier aus Nr. 10 der letzten Tagesnotizen: Er war schon seit Jahren als rechtsextrem und fremdenfeindlich aufgefallen. Das störte bei der Bundeswehr anscheinend niemanden.
  11. Aber auch das FBI hat Probleme mit dem Personal. Es geht um Daniela Greene, eine aus der Tschechoslowakei stammende und in Deutschland aufgewachsene Übersetzerin, die auf Denis Cuspert, einen aus Deutschland stammenden ISIS-Terroristen in Syrien angesetzt war. Im Jahr 2014 nahm Frau Greene Urlaub, angeblich um ihre Eltern in München zu besuchen. Tatsächlich flog sie in die Türkei, schlich über die Grenze nach Syrien, begab sich in das von ISIS kontrollierte Gebiet und – jetzt wird’s romantisch – heiratete dort Herrn Cuspert, nachdem sie ihm offenbart hatte, dass er vom FBI beobachtet wurde. 
  12. Eines Tages werden die meisten Menschen vielleicht die Idee des Tötens von Tieren, um sie zu verzehren, für offensichtlich moralisch falsch, vielleicht sogar für eklig halten.
  13. In Georgien könnte das allerdings etwas länger dauern. Dort wurden Gäste eines veganen Restaurants von einem Mob mit Würsten und Fleisch beworfen.
  14. Noch in den 1990ern dachte übrigens meine Oma, dass ich sterben würde, wenn ich kein Fleisch mehr esse. Mein Gegenargument von den zig Millionen Indern, die niemals Fleisch essen und auch alt werden, zog nicht, denn, so meine Oma: „Du bist kein Inder.“
  15. Trotzdem habe ich sie überlebt. Diskussion gewonnen.
  16. Meine Reiseplanung geht nicht über die nächsten zwei Monate hinaus. Keine Ahnung, was danach kommen wird.
  17. Mazedonien wird immer interessanter. Vielleicht ziehe ich nach meiner Rückkehr nach Europa dorthin.

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Himmelstreppe

stairway to heaven

Fotografiert in Capo Milazzo, Sizilien.

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