Gute Nachrichten für die FDP

Endlich mal wieder gute Nachrichten für die FDP.

FDP im Aufwind BUNTE

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Humberstone, Geisterstadt in der Wüste

Wenn man einen Namen wie Humberstone auf der Landkarte von Südamerika entdeckt, ist das Interesse schon geweckt. Als ich den Busfahrer deshalb bat, dort mitten in der Atacama-Wüste anzuhalten, sah er mich an, wie wenn er mich dem sicheren Tod durch Verdursten und Aasgeier auslieferte. Er wusste, was ich nicht ahnen konnte: Humberstone war zwar eine Stadt, aber niemand lebte mehr dort. „Auf einen Toten mehr oder weniger kommt es nicht an“, mag er sich gedacht haben, aber er wünschte mir „suerte“ – viel Glück.

„Wasser wäre nützlicher gewesen als Glück“, kam mir in den Sinn, während ich durch den von der Sonne ausgebleichten Sand schlurfte, am Horizont immer mal wieder einen Tornado erblickend, der – was auch sonst – Sand aufwirbelte.

Windhose

Aasgeier sah ich keine, aber ich wusste, wenn ich erschöpft zusammenbrechen würde, kämen bald die Schlangen und Skorpione. Ein frischer Mensch wäre in der trockensten Wüste der Welt ein seltenes Festmahl, von dem sich auch die satteste Schlange noch eine Scheibe abschneiden wollen würde.

Es war so heiß, dass meine Haut durch die Hemdsärmel versengte. Nur mein Hut bewahrte die Haare davor, Feuer zu fangen. Aus Jim Knopf kennt Ihr das Phänomen der Fata Morgana, aber ich sah noch nicht einmal eine luftgespiegelte Stadt. Mein Überlebenswille wurde nur mehr aufrecht erhalten von der Vorstellung einer Stadt mit grünen Parks, kühlen Drinks und einer gut ausgestatteten Bibliothek. Auf der Landkarte war sogar ein Schwimmbad verzeichnet.

Aber was hilft eine Landkarte, wenn man keine Orientierungspunkte hat? Ein gutes Abenteuer erkennt man daran, dass man sich währenddessen mindestens einmal denkt „so eine blöde Idee!“ Dieser Punkt war schon erreicht, als ich mir wieder mal den Sand aus den Augen strich und ein Blechungetüm erblickte. Eine Lokomotive!

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Das war ein gutes Zeichen, denn wo eine Lokomotive ist, ist auch Leben. Wo eine Lokomotive ist, gibt es einen Fahrplan, einen Bahnhof und einen Cola-Automaten. Ich war gerettet!

Dachte ich. Bis ich mich umsah und erkannte, dass der „Bahnhof“ ziemlich verlassen war. Selbst die Schienenstränge hatte jemand abgebaut oder gestohlen. Nur die Holzschwellen waren zurückgeblieben und wiesen den Weg.

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Aber praktischerweise war neben den Schienen ein riesiger Erdwall. Wenn man sich verlaufen hat, sollte man immer den höchsten Punkt ansteuern, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ich rutschte zwar immer wieder ab, aber die allerletzte Hürde vor dem, was aussah wie der Rand eines Kraters, war sogar mit einer hilfreichen Treppe versehen.

Treppe.JPG

Und dann sah ich Humberstone.

Die Stadt, wegen der ich so weit marschiert war.

Eine Oase in der Wüste.

Ein Quell des Lebens im Meer des Todes.

Zivilisation und Sicherheit.

Überblick1Überblick2Überblick3Überblick4

Voller Vorfreude auf die damit verbundenen Annehmlichkeiten rannte ich die andere Seite des Hügels hinab, erspähte schon im Laufen einen Pavillon in der Mitte des Platzes und freute mich auf Eis und kalte Getränke.

Pavillon1

Bis ich davorstand und merkte, dass er nicht in Betrieb war. Erst da dämmerte es mir langsam: Alles war so verblichen, versandet und verlassen, dass es schon lange nicht mehr in Betrieb gewesen sein konnte.

Pavillon2

Die ganze Stadt sah so aus, wie wenn die Bewohner eines Tages die Flucht ergriffen hätten und niemand mehr zurückgekehrt wäre. Es war ruhig. Kein Laut, kein Rufen, kein Auto, kein Hund, keine Maschinen, keine Musik. Totenstille. Grabesruhe. Ewiger Frieden.

Mit einer Ausnahme: Durch den pfeifenden Wind vernahm ich ein Quietschen. Regelmäßig, etwa alle drei Sekunden. Die Quelle dieses metallischen, unangenehmen Geräuschs schien um die Ecke zu liegen. Falls es ein Mensch war, wollte ich ihn nicht verschrecken, so dass ich bewusst hustete, bevor ich um das Gebäude bog – und sah nur mehr ein schwarzes Wesen (keine Ahnung, ob Mann, Frau, Kind oder Monster) davonhuschen.

Eine Kinderschaukel hatte die Geräusche verursacht und pendelte noch ein wenig hin und her. Sehr spukig.

Schaukel

Aber jetzt war mein Interesse geweckt. Entweder war die unbekannte Person auch ein Landstreicher gewesen, oder die verbliebenen Einwohner von Humberstone wollten keinen Kontakt. Vielleicht waren sie verseucht? Opfer von Menschenversuchen? Ich hatte schon die Industrieanlagen und Hochöfen gesehen, aber bisher noch keine Anhaltspunkte darauf gefunden, was hier einst abgebaut oder hergestellt wurde.

Dem musste ich auf den Grund gehen.

Ich sah mich also um in Maschinenhallen,

stieg, wo die Tür verschlossen war, durchs brüchige Dach,

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sah mehr Dampfloks als in einem Eisenbahnmuseum,

fand heraus, dass deutsche Unternehmen schon immer Exportweltmeister gewesen waren,

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stieg in Gruben

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und auf Türme,

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verschaffte mir einen Gesamtüberblick

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und stellte fachmännisch fest: Humberstone muss ein Salpeterwerk gewesen sein. „Klar! Nicht umsonst heißt Natriumnitrat (NaNO3) auch Chile-Salpeter“, fiel mir ein, wie einem halt so Dinge aus dem Chemieunterricht vor 25 Jahren wieder ins Gedächtnis kommen. Das zugrundeliegende Mineral Nitronatrit ist der Rest des Vogelkots Guano, dessen organische Anteile verwittert sind. Die Vogelkacke ist einiges wert; genug Grund für Chile, Peru und Bolivien eine Krieg – den sogenannten Salpeterkrieg – um diesen Wüstenstreifen zu führen, den Chile gewann.

Zugegeben: Das mit dem Chemieunterricht ist gelogen. Nur aufgrund der auf dem Gelände aufgestellten hilfreichen und detailverliebt bemalten Tafeln konnte ich zumindest ansatzweise herausbekommen, was der Zweck von Humberstone gewesen war.

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Richtig kapiert habe ich es bis heute nicht. Ich bin einfach mehr Sozialwissenschaftler als Naturwissenschaftler. Deshalb entfernte ich mich von den noch stinkenden Schloten und ging zurück in die Stadt, um mir anzusehen, wie die Arbeiter des Salpeterwerks so lebten.

Um es vorwegzunehmen: Den bis zu 3500 Menschen, die in Humberstone lebten, ging es ganz gut.

Die Häuschen für die Arbeiter und ihre Familien waren geräumig und gemütlich

und verfügten über einen Vorgarten,

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der anscheinend sogar Obst und Gemüse produzierte.

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Nur die ledigen Arbeiter mussten in Baracken wohnen,

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hatten dafür aber die – mittlerweile leider ausgetrocknete – Bar gleich gegenüber.

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Der Stadtplaner hatte mitgedacht. Überhaupt vermittelte Humberstone das Gefühl einer schnuckeligen Kleinstadt, in der man Theater, Schwimmbad, Kirche, Schule und Krankenhaus leicht zu Fuß erreichen konnte, aber die emmissionsverursachenden Betriebsstätten etwas abseits (auf dem Stadtplan links oben) lagen.

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Für den Weg zur Arbeit und zurück gab es natürlich eine Eisenbahn.

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Ich wartete eine Weile auf die Abfahrt des Zuges, aber es tat sich nichts. Irgendwann musste ich einsehen, dass Humberstone eine Geisterstadt war. Seit 1872 war die Salpetermine in Betrieb, ab 1934 wurde sie unter den Namen des Firmengründers James Thomas Humberstone ausgebaut. Die meisten jetzt noch stehenden Gebäude stammen aus jener Zeit, obwohl es schon seit den 1930ern abwärts ging mit dem Salpetergeschäft. Grund dafür war die Erfindung der Ammoniak-Synthese, die den Salpeter als Düngemittel überflüssig machte. 1960 wurden das Werk und die Stadt geschlossen. Alle Gebäude, die Ihr auf den Fotos seht, sind also bereits seit mehr als 50 Jahren nicht mehr bewohnt. Überall anders auf der Welt wären die Holzhäuser schon lange überwuchert und verfault, aber die Trockenheit der Atacama-Wüste bewahrt die Geisterstadt in dem Zustand, an dem der letzte Zug die Arbeiter und ihre Familien in die Arbeitslosigkeit fuhr.

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Ebenfalls unberührt seit 1960 war die Turmuhr, die deshalb auf Vorder- und Rückseite unterschiedliche, aber stets gleichbleibende Zeiten angab. Die Zeiger dachten sich irgendwann „schaut uns sowieso keiner zu“ und schliefen friedlich ein.

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Als sich noch Arbeiter und Schulkinder nach dieser Uhr richten mussten, wäre so etwas nicht passiert.

Ja, in Humberstone gab es eine Schule. Auch in von Unternehmen errichteten Arbeitersiedlungen verlangte das chilenische Gesetz ab 1920 die Errichtung einer Grundschule, wenn dort mehr als 20 Kinder im schulpflichtigen Alter lebten. Zu Höchstzeiten (1942) lernten und spielten in dieser Schule 463 Kinder unter der Aufsicht von 8 Lehrern.

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Nach der Schule ging es ins Schwimmbad, ein wahrer Luxus in der Wüste.

Schwimmbad1Schwimmbad2Schwimmbad3

Ich kann mir vorstellen, dass die Existenz eines Schwimmbads sowohl das Gewinnen von Arbeitern als auch das Gewinnen der Zustimmung deren Kinder zum Umzug der Familie erleichterte. Wenn Papa die Kinder dank des Schwimmbads erst einmal auf seiner Seite hatte, konnte Mama nicht mehr viel einwenden.

Aber auch für die Damen gab es etwas zur Unterhaltung und Zerstreuung: einen Tennisplatz,

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der dank künstlicher Beleuchtung sogar nachts bespielt werden konnte,

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und ein Theater und Lichtspielhaus.

Theater1Theater2

Das Theatergebäude ist typisch für den Baustil in Humberstone. Holz, klare Kanten und rechtwinklige Ecken, fast Würfelform, Flachdächer, die Innenräume hoch und oft mit erhöhten Dachluken für den Lichteinfall.

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Ist das Art Deco? Auf jeden Fall muss es in den 1930er Jahren der letzte Schrei gewesen sein, denn es verströmt jetzt noch den Geist der Moderne.

Selbst bei der Kirche ist die Neigung des Daches nur ganz leicht angedeutet.

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Auf dem Altar lag noch der Notizzettel des Priesters.

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Apropos Jesus: Ihr kennt die Geschichte, in der er Wasser zu Wein verwandelt? Bei mir geht es umgekehrt, und ich muss leider etwas Wasser in den Wein gießen.

Wenn man jetzt durch die Ruinen von Humberstone läuft, kann man sich leicht ausmalen, wie die Arbeiterkinder mit den Ingenieurskindern im Schwimmbad planschen, während sich die Frauen ein sozialkritisches Theaterstück ansehen und der Vater beim Nitratabbau glücklich strahlt, weil er mit seiner Hände Arbeit der Familie ein idyllisches Leben, dem Unternehmen Wohlstand und der Republik Fortschritt verschafft.

So war es nicht. Zumindest nicht immer.

Seit 1872 funktionierte diese Mine unter dem Namen La Palma und war eine „company town“ wie man sie aus den Büchern John Steinbecks kennt. Alle Geschäfte und Wohnungen gehörtem dem Minenbesitzer, und die Arbeiter wurden nicht in Geld sondern in Gutscheinen bezahlt, die sie nur in den firmeneigenen Läden einlösen konnten, wo aufgrund der Monopolstellung die Preise oft wucherisch überhöht waren. Arbeiter konnten so nirgendwo anders einkaufen, geschweige denn etwas ansparen. Die Unternehmen hatten einen firmeneigenen Sicherheitsdienst, der die Funktion der Polizei ausübte. Bei Misshandlungen durch Vorgesetzte, gefährlichen Arbeitsbedingungen oder verspäteter Lohnzahlung brauchte man sich so gar nicht erst beschweren.

Im Dezember 1907 brach ein Generalstreik in der gesamten Provinz aus. Die wichtigsten Forderungen waren die Zahlung des Lohns in Geld, das Eichen der Waagen in den Läden des Unternehmens, Sicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, insbesondere von Verbrennungen, und das kostenfreie Zurverfügungstellen eines Lokals, in dem die Arbeiter selbst eine Abendschule organisieren wollten.

Das ging den Unternehmern zu weit. Der chilenische Staat berief sich auf die Tarifautonomie und hielt sich heraus, bis nach ein paar Wochen klar wurde, dass die Streikenden nicht zur Arbeit zurückkehren würden, sondern mit mehr als 10.000 Menschen, darunter ihre Frauen und Kindern, im Schulhof der Santa-Maria-Schule in Iquique campierten. Die gängige Lösung bei Arbeitskämpfen zu jener Zeit (nicht nur in Südamerika) war der Einsatz des Militärs. Drei Tage vor Weihnachten 1907 kam es zur brutalen Niederschlagung des Streiks mit einem Massaker an den Arbeitern samt Familien. Etwa 2.000 Menschen wurden erschossen.

Es sollte noch eine Generation dauern, bis die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Salpeterstädten verbessert wurden.

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Aber dafür gab es den Chile-Salpeter auch für deutsche Bauern „wesentlich billiger“

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und als Deutschland zahlungsunfähig war, sogar „im Austausch gegen deutsche Waren“.

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Praktische Hinweise:

  • Die beiden ehemaligen Minenstädte Humberstone und Santa Laura sind jetzt UNESCO-Weltkulturerbe und Museen.
  • Humberstone liegt etwa 50 km östlich von Iquique direkt an der Autobahn, die ganz Chile vertikal durchzieht. Es ist ausgeschildert und mit Auto oder Bus bequem zu erreichen. Auch die Rück- oder Weiterfahrt ist kein Problem. Ich stellte mich an die Bushaltestelle Richtung Iquique und wartete höchstens 15 Minuten auf einen Minibus.
  • Der Eintritt für Erwachsene kostet 3000 Pesos, also 4 Euro.
  • Ich habe fast den ganzen Tag in Humberstone verbracht. Es gab noch wesentlich mehr Gebäude als ich hier abgelichtet habe, und es wird wirklich nicht so schnell langweilig. Da die Gebäude alle offen sind, findet man auch immer einen schattigen Platz zum Ausruhen.
  • Aber es gibt nichts zu Trinken, was in der Hitze eine Pein ist. Nehmt ein paar Liter Wasser und einen Hut gegen die Sonne mit!
  • In Santa Laura gibt es wesentlich weniger zu sehen. Wer nur Zeit für eine Salpeterstadt hat, sollte sich lieber Humberstone widmen.
  • Obwohl das Areal jetzt ein Museum ist, habe ich nach Lösen des Tickets am Eingang keinen einzigen Wächter oder Aufseher gesehen. Man kann sich vollkommen frei bewegen und tatsächlich überall herumklettern. Toll!

(Read this article in English.)

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Keine Selfies von der Osterinsel

Wenn Menschen fünf Stunden auf eine 3.700 km vom Festland entfernte Insel fliegen, dann wollen sie auch Fotos davon. Unmengen an Fotos. Vor jeder Steinfigur stolzierten die Touristen in den unmöglichsten Posen auf und ab und fotografierten sich mit auf Skistöcken montierten Kameras.

Ich mache so etwas nicht. Schließlich habe ich ein Gedächtnis, um mich daran zu erinnern, wo ich schon war.

Nur nach der Umrundung des Kraters von Rano Kau war ich anscheinend so erschöpft, dass ich meine Füße nicht rechtzeitig aus dem Foto ziehen konnte.

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Und in Tongariki spazierte ich gedankenverloren in mein eigenes Bild.

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Das war’s auch schon mit den Fotos von mir selbst nach einer Woche auf der Osterinsel. Wahrscheinlich war ich der einzige Besucher, der ohne Grinsend-vor-einer-Statue-Foto wieder wegflog. Dafür sah ich mehr von der Insel; dazu bald mehr in einem ausführlichen Bericht.

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Rumänien gemalt von David Croitor

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Ja, Rumänien sieht tatsächlich so romantisch aus. In allen Jahreszeiten.

(Alle Bilder – und viele mehr – finden sich auf der Website von David Croitor.)

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Das Nazi-Taxi in Bolivien

Kürzlich habe ich darüber geschrieben, wie sich Fußballmannschaften in Südamerika auch durch ihre politische Ausrichtung unterscheiden. Anscheinend gibt es das gleiche bei Taxis.

Dieser Moto-Taxi-Fahrer in Villa Tunari in Bolivien trug seine Einstellung so sichtbar auf dem Helm, dass es mir ein Leichtes war, einen anderen Fahrer zu wählen.

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Ein eher hässlicher Kontrast zu dem Taxifahrer in Santa Cruz, dessen Vater ein jüdischer Flüchtling aus Deutschland war.

(Read this in English.)

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Dokumentation über Tim und Struppi

Für Fans von Tim und Struppi eine sehr interessante Dokumentation:

Ich habe viel Neues daraus erfahren, u.a. über

  • Hergés Anfänge bei einer Pfadfinderzeitschrift,
  • seinen ersten Job bei einer streng katholischen und nationalistischen Zeitung, die die politische Linie für die Frühwerke über die Sowjetunion und den Kongo vorgab,
  • den phänomenalen Erfolg unmittelbar nach Erscheinen der Comics (die Zeitung musste die Wochenendauflage verdreifachen),
  • die realen Vorbilder für die Figuren in den Comics,

Und schon habe ich wieder Lust auf die Bücher bekommen.

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Ich gehe wieder auf Kreuzfahrt

Für meine unmittelbar bevorstehende Rückkehr nach Europa habe ich, ganz im Einklang mit meiner romantischen und altmodischen Grundeinstellung, dem Dampfschiff den Vorzug gegenüber der neumodischen Erfindung des Düsenstrahlflugzeugs gegeben.

So werde ich also zwei Wochen durch die Karibik und über den Atlantik tuckern. Los geht es in Cartagena in Kolumbien am 11. Mai 2017 mit geplanten Aufenthalten in

  • Sint Maarten,
  • vielleicht sogar einem Spaziergang nach Saint Martin, das hoffentlich auch nach der Wahl in Frankreich noch Teil der Europäischen Union sein wird,
  • Antigua und
  • Madeira

bevor ich am 25. Mai 2017 in Lissabon ankomme.

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Mit 550 Euro ist die Reise ein wenig teurer als ein Flug, aber dafür ist das Essen für zwei Wochen inbegriffen und man hat mehr Platz, Komfort und Abenteuer. Einmal kann ich mir das gönnen, vor allem weil meine kommenden Reisen lange Spaziergänge durch Europa sein werden, die mich praktisch gar nichts kosten.

Wie bei meiner letzten Kreuzfahrt freue ich mich schon auf zwei Wochen ohne Internet. Das bedeutet aber, dass Ihr mir bis zum 10. Mai 2017 Bescheid geben müsst, wenn Ihr eine Postkarte von einer karibischen Insel wollt. Angesichts von Eisbergen, Stürmen und Piraten könnte das die letzte Chance sein. Aber selbst wenn ich überlebe, wird die Reise ziemlich rau:

Wenn Euch schon schlecht wird nachdem Ihr so etwas drei Minuten lang anseht, stellt Euch mal vor, wie es ist, das zwei Wochen lang auszuhalten – Tag und Nacht.

(Read this announcement in English.)

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