Hotels in Moldawien

Du weißt, Du bist in einem Hotel in Moldawien, wenn Du im Korridor Elektroingenieurwesen studieren kannst,

hotel wiring

das Bett wie im Haus Deiner Großmutter in den 1950er Jahren aussieht (bequem, aber ein bißchen kurz),

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und die Türen mit 2-Literflaschen Bier offengehalten werden.

hotel beer

Aber um fair zu sein, mir gefiel Chișinău. Die Stadt ist ziemlich grün, mit schönen und großen Parks, in denen die Leute Geige spielen und am Abend tanzen. Die Stadtplanung ist großzügig, und es ist ein Vergnügen, einfach ziellos umherzulaufen. Ich sollte wohl auch mal die Fotos von Chișinăus schöner Seite publizieren.

Im Übrigen mag ich so altmodische Hotels lieber als die modernen, die überall auf der Welt gleich aussehen.

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Es geht voran in Ägypten

Zumindest statistisch:

Anfang 2011 gab es 42 Gefängnisse in Ägypten. Heute sind es 64. Allein seit dem Amtsantritt von Sisi wurden 17 neue Gefängnisse gebaut. Es gibt über 60.000 politische Häftlinge. Mehr als die Hälfte aller Gefängnisinsassen im Land wurde aus politischen Gründen verurteilt.

(Quelle: SWR2)

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Dafür lobte die deutsche Bundeskanzlerin Ägypten diesen Monat als „Stabilitätsanker“. Zudem unterstützt Deutschland die Militärdiktatur mit einem Kredit von 500 Millionen Euro allein in diesem Jahr.

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Das Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen

Das ist nur etwas für meine Völkerrechtskollegen.

Frage: Wann schafft es das Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen mal auf die Titelseite der Tageszeitung?

Antwort: Wenn es einen nichtigen Streit zwischen Bolivien und Chile über die Flagge vor dem bolivianischen Konsulat in Antofagasta gibt.

Vienna Convention headline

Deswegen spricht jetzt das ganze Land über Art. 29 des Wiener Übereinkommens von 1963. Für morgen erwarte ich Proteste vor der chilenischen Botschaft, sowie die Einbeziehung des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen in den Lehrplan an den Schulen.

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat schon einen großen Zeitsprung gemacht. Er twitterte “von der Invasion (1879) bis zur Demütigung (2017)”, womit er sich auf den Salpeterkrieg bezog, der dem ganzen Streit zugrunde liegt.

(Read this page in Englisch.)

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Warum früh aufstehen?

Weil man dann solche Blicke vom Illimani erhascht:

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Fotografiert während der Wanderung zum Chacaltaya in Bolivien. 

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„Produkte aus den USA“

In Tiraspol in Transnistrien, dem letzten Überbleibsel der Sowjetunion, gilt das fast so viel wie „Made in Germany“.

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Der Flughafen von El Alto in Bolivien

Ein Flug nach La Paz in Bolivien mit dem welthöchsten internationalen Flughafen (4061 m) in El Alto ist eine schöne Erfahrung, vor allem wenn man gefährlich nahe am Illimani vorbeigleitet.

Flughäfen in derartiger Höhe sind so selten, dass Flugzeughersteller aus aller Welt ihre neuen Modelle nach Bolivien zum Testen schicken.

Aber ich war mehr beeindruckt von den antiquarischen Modellen, die neben der Startbahn standen.

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Falls Ihr diesen alten Flugzeugen nichts mehr zutraut, habt Ihr Euch getäuscht, wie James Bond in Ein Quantum Trost demonstriert.

(Read this page in English.)

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Fußball in Südamerika

Fußball ist in Südamerika wichtig. Wann immer es ein bisschen weniger Verkehrschaos gibt, weiß ich, dass gerade ein Fußballspiel übertragen wird. Am Ende der Partie gibt es dann aber Feuerwerke und noch mehr hupende Autos als sonst schon.

Und das nicht nur zu Weltmeisterschaften, sondern auch zur Copa América, der Amerika-Meisterschaft der Nationalmannschaften (so etwas wie die EM), und für Vereine zur Copa Libertadores, CONCACAF Champions League, Copa SudamericanRecopa Sudamericana, Copa Aldao, Campeonato Sudamericana de Campeones, Supercopa und Copa Master Supercopa Libertadores (so etwas wie die Champions League, aber ein Vielfaches davon). Aufgrund der Vielzahl der Wettbewerbe findet jeden Tag ein Spiel statt. Wenn ein Verein wo ausscheidet, ist das nicht weiter schlimm, weil er sich nächste Woche für einen anderen Wettbewerb qualifizieren wird.

Denn zusätzlich zu den internationalen gibt es natürlich noch regionale, nationale, binationale und multinationale Wettbewerbe wie das Tournier der Mannschaften aus den Südanden oder die Relegation der drittplatzierten Mannschaften im nordöstlichen Quadranten des Amazonas. Plus Schul-, Universitäts-, Gewerkschafts-, Polizei-, Armee-, Marine-, Luftwaffe-, Zoll-, Kirchen-, Kindergarten-, Bergarbeiter- und Busfahrermeisterschaften, jeweils natürlich auf lokaler, regionaler, nationaler, binationaler, multinationaler und internationaler Ebene. In verschiedenen Altersgruppen. Zu verdoppeln für Männer und Frauen.

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Aussicht: hervorragend. Rasenqualität: naja.

Noch komplizierter wird das Ganze dadurch, dass an vielen Universitäten oder in Unternehmen, teilweise aber auch auf lokaler Ebene verschiedene Klubs bestehen, die sich durch die politische Orientierung unterscheiden. Nehmen wir z.B. die Mannschaft der Soziologiestudenten der Universität von Buenos Aires im dritten Semester, die die gegenwärtige Regierung unterstützt. Diese hat Turniere zu bestehen gegen (a) die regierungskritischen, (b) liberalen, (c) sozialistischen und (d) anarchistischen Mannschaften des gleichen Semesters der gleichen Fakultät der gleichen Universität, (e) die Mannschaften anderer Semester der gleichen Fakultät der gleichen Universität, (f) die Mannschaften gleicher Semsester aber anderer Fakultäten der gleichen Universität, (g) die Mannschaften der soziologischen Fakultäten anderer Universitäten in Buenos Aires, wobei es verschiedene Wettbewerbe für (h) staatliche (i) und für private Universitäten gibt, (j) deren Sieger am Ende natürlich ebenfalls aufeinander treffen, wonach das Prozedere auf (k) Bezirksebene, (l) Landesebene, (m) binationaler, (n) multinationaler, (o) und internationaler Ebene wiederholt wird.

Für Viertsemester besteht ein komplett unabhängiger Turnierkalender, also muss dieser ganze Prozess innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen sein. Da man von Buenos Aires bis Bogotá eine Woche im Bus sitzt, kommt man kaum zum Studieren oder Arbeiten. Insbesondere wegen der politischen Rivalität ist das Gewinnen noch wichtiger als es sowieso schon wäre, also trainieren die Mannschaften jeden Morgen und Abend im Park oder auf dem Dach eines Hochhauses. Wenn ich auf die nachteilige Wirkung für wirtschaftliche und akademische Produktivität hinweise, wird mir entgegnet, dass Deutschland doch auch gleichzeitig Fußball- und Exportweltmeister sei.

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Nach drei Stunden Wanderung im Nationalpark Tunari: ein Fußballfeld.

Aber nicht nur die Spieler, auch die Fans opfern ihr ganzes Leben. In Cochabamba in Bolivien hatte ich einen Mitbewohner, der Fan von CA River Plate aus Argentinien ist. Er fährt ständig über den Kontinent, um die Spiele der von ihm bewunderten Mannschaft zu sehen. Wenn das nicht klappt, verfolgt er die Spiele natürlich im Fernsehen. Letzte Woche traf ich ihn in La Paz, und er erzählte mir von einem Freund aus Uruguay, dessen Mannschaft sich zum ersten Mal für einen dieser vielen internationalen Wettbewerbe qualifiziert hatte. Um sich die Reisen und Eintrittskarten zu leisten, verkaufte dieser Freund sein Haus. Frau und Kinder mussten zu den Großeltern ziehen.

Es gibt sogar Organspendezirkel unter den Fans eines Clubs. Wenn also ein Fan von LDU Quito eine Niere braucht, ist die Chance groß, dass er eine von einem Fankollegen bekommt. Der Spender würde sich aber niemals für einen Fan von CD Clan Juvenil aufschneiden lassen, selbst wenn es sich dabei um seinen Bruder handelte.

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Ein Fußballfeld im Schilf des Titicaca-See. Die Spieler kommen mit Ruderbooten.

Das alles wäre lustig, wenn nicht meine treuen Leser schon lange einen meiner gewohnten Schwenks zum Ernsten erwarteten. Mich stimmt es traurig, wenn ich Millionen von Kindern sehe, die nachmittags auf der Straße oder im Park kicken, und alle davon träumen, Nationalspieler zu werden oder von Bayern München oder Inter Mailand gekauft zu werden. Das wird in den seltensten Fällen klappen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist wesentlich geringer als akademisch erfolgreich zu werden, wenn die Jugendlichen die unnützen Fußballnachmittage in der Bibliothek verbrächten. Mit der Fokussierung auf Bildung hätte man das eigene Leben wesentlich mehr in der Hand als mit der Hoffnung auf Entdeckung durch einen durch die Favela reisenden Agenten. Aber der Starkult um die Spieler, die ständige Medienpräsenz des Fußballs, die Überbewertung des Sports und die Unterbewertung von Juristen und Historikern bietet falsche Anreize.

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In Salvador de Bahia, Brasilien.

Zuletzt plädiere ich dafür, mal eine Weltmeisterschaft in Bolivien auszutragen. Das Stadion in La Paz liegt auf 3637 m, da könnten die Flachlandmannschaften sehen, wo der Hammer hängt. Hier gewann Bolivien sogar schon gegen Brasilien (2:0) und Argentinien (6:1). Europäische Mannschaften trauen sich erst gar nicht, anzureisen.

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Das bisher höchste Fußballtor sah ich auf dem Chacaltaya, auf 5200 m.

(Read this article in English.)

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