Vor hundert Jahren passte die Weltgeschichte in einen einzigen Satz – Februar 1922: Tag des Schachtelsatzes

Es tut mir leid für diejenigen, die den Februar aus irgendwelchen, wahrscheinlich sogar persönlichen Gründen, wie einem Geburtstag, Todestag oder was sonst Euch zu feiern beliebt, positiv konnotieren, aber objektiv ist der Februar der schrecklichste aller Monate im Jahreslauf, weil man spätestens jetzt einsehen muss, dass all die zur Winterzeitenwende gemachten Vorsätze sehr schnell und schnöde erkaltet und erloschen sind, wie wenn jemand aus Trotz gegen die Nichtinbetriebnahme von unnötigen Pipelines auch alle anderen Gashähne zugedreht hätte, wobei man sich zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels wahrscheinlich freuen würde, wenn es bei dieser Trotzreaktion geblieben wäre, anstatt ein unschuldiges Nachbarland zu bombardieren und zu überfallen, und man einem weiteren mediokren und im Großen und Ganzen oder, vielleicht passender, im Kleinen und Gemeinen vergeudeten Lebensjahr gegenübersteht, und außerdem, wie ich aus eigener, persönlicher und direkter Anschauung und Erfahrung anfügen kann, da ich diese Zeilen, wie es dem ungehemmten Schreibfluss am zuträglichsten ist, auf einem internetfreien Hügel über dem Taubertal zu Papier bringe, der Februar auch deshalb scheiße ist, weil er zumindest nördlich des 45. Breitengrades, wo sich, wie ich bei einem auf Deutsch verfassten Text seit dem Wegfall des Kolonialreiches, dessen Wiedererlangung Art. 119 des Versailler Vertrags einen Riegel vorschiebt, ausgehen kann, der Großteil der Leserschaft konzentriert, mit Scheißwetter aufwartet, was die durchaus berechtigten Gründe dafür gewesen sein mögen, dass es in Frankreich sogar eine zumindest diesbezüglich langfristig nicht sehr erfolgreiche Revolution gab, um diesen vermaledeiten Monat abzuschaffen,

und weshalb die relative Kürze des Februars von vielen als Segen angesehen werden mag, wobei ich persönlich in diesem Punkt widersprechen muss, denn ein kürzerer Monat bedeutet für einen die Monatsfrist für seine allmonatliche Reihe „Vor hundert Jahren …“ regelmäßig ausschöpfenden Autor am Ende eben jenes Monats weniger Zeit und mehr Stress, weshalb ich mich, und das soll eine Ausnahme bleiben, zu der Rationalisierungsmaßnahme entschieden habe, die auf den Februar 1922 rekurrierende Folge meiner sich erstaunlicher Beliebtheit erfreuenden Geschichtsreihe mit der alljährlichen Hommage nicht auf Katalonien, sondern auf den am 25. Februar und damit heute begangenen Tag des Schachtelsatzes zu kombinieren, obwohl dieser kaum schon hundert Jahre auf dem Buckel haben dürfte, denn zu jener Zeit hatten die Zeitungen noch Platz und die Leserinnen und Leser noch Geduld sowie sprachlichen Anspruch, und sowohl die schreibenden als auch die lesenden Beteiligten an der Publizistik erfreuten sich des über das schnöde Berichten von Tatsachen hinausgehenden Sprachspiels, für das gerade unsere schöne Sprache wie keine zweite geschaffen ist, obwohl, um so kurz, dass es nicht einmal für eine Parataxe reicht, zum deutschen Kolonialismus zurückzukehren, die damaligen deutschen und deutschsprachigen Kolonialherren, bei denen die Kolonialfrauen ausnahmsweise auszulassen weniger antifeministisch als vielmehr historisch korrekt intendiert ist, zwar dachten, dass am deutschen Wesen die Welt genesen solle, die deutsche Sprache dabei jedoch eher als Hindernis, denn als nützliches Instrument sahen, weshalb die Hypotaxe in der Weimarer Republik kaum eines gesonderten Feiertages für wert und würdig befunden worden sein dürfte, um damit die zwei sprichwörtlichen Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, was sich zwar brutal aber doch weniger brutal als die englische Entsprechung dieses Ausdrucks anhört, in der anstatt und anstelle der Insekten zwei Singvögel zu Tode kommen, was eine geniale Überleitung zum australischen Krieg gegen die Emus wäre, der jedoch, unpassend für diese Reihe, nicht vor 100, sondern vor 90 Jahren stattfand,

so dass ich gezwungen bin, jene Idee um, wenn ich richtig gerechnet habe, zehn Jahre aufzuschieben, zu hoffen, dass ich mich dann noch daran erinnern werde sowie dass Ihr mich dann noch lesend beehren werdet, und aus der reichhaltigen Palette historischer Ereignisse ein zeitlich passenderes zu wählen, wobei ich, wenn heute schon der Tag des ehrlichen Bloggens ist, die Leserinnen und Leser an dem Prozess der Themenfindung und -entwicklung teilhaben lassen könnte, der, wie sollte es anders sein, mit einer Kreuz-und-Quer-Recherche durch Geschichtsatlanten, Bücher über die Zwischenkriegszeit, wie z.B. „Die Besiegten“ von Robert Gerwarth, das hiermit nicht nur genannt, sondern auch empfohlen sei, weil es zum einen geographisch über die bekannte Westfrontgeschichte und zeitlich über das allgemein als das Ende des Ersten Weltkriegs betrachtete Jahr 1918 hinausgeht und damit ganz auf der Linie dieser kleinen, wenn auch nicht immer kurzen Reihe liegt, deren roter Faden, falls ein solcher in diesem Satzknäuel überhaupt auszumachen sein sollte, darin besteht, auf Vorgeschichte(n), Nachgeschichte(n) und die langen Entwicklungslinien einzugehen, sowie, außerhalb des universitären Rahmens darf man das wohl zugeben, die in den meisten Haushalten die schrankwandfüllende Enzyklopädie, leider jedoch nicht die jetzt leer, dumm und dämlich im Zimmer stehende Schrankwand abgelöst habende Wikipedia beginnt,

was in manchen Monaten, darunter, wie ich mit einem erschreckten Blick auf den Themenkalender festelle, der kommende Monat März 1922, so viele spannende Themen offenbart, dass die Qual in der Wahl liegt, in manchen Monaten nur ein paar halbseidene Ideen aufflackern, aber den findigen Blogger in keinem Monat mit leeren Händen dastehen lässt, insbesondere wenn, wie diesen Monat auch noch zwei brauch- und verwertbare Vorschläge aus der Leserschaft kommen, wobei sich der Autor einerseits fragt, warum Leserinnen und Leser nur Vorschläge, anstatt gleich ausformulierte Artikel liefern, andererseits schon ahnt, dass er durch seine Art des Formulierens Menschen abschreckt, die sich, so etwas soll es ja geben, auch wenn es mir persönlich unverständlich ist, verständlich und vielleicht sogar kurz, knapp und bündig auszudrücken präferieren, obwohl solche Artikel möglicherweise lieber und vor allem vollständiger gelesen werden würden als beispielsweise der vorliegende, weshalb ich diese kleine Vorrede endlich beenden bzw. angesichts dessen, was mir dafür noch alles vorgeschwebt hat und ist, brutal abbrechen und sogleich in das erste aus der Leserschaft vorgeschlagene Thema einsteigen werde,

das da in der allseits, so vermute ich zumindest, beliebten Luftschifffahrt besteht, denn im Februar 1922 stürzte, dagegen hilft anscheinend auch keine Popularität, das Luftschiff „Roma“ ab und brannte aus, wobei ich mich nicht dafür verbürgen möchte, dass die Reihenfolge nicht andersherum war, es sich also entzündete und dann abstürzte, was das Ende zwar nicht der Luftschifffahrt, das erst 15 Jahre später durch die Hindenburg-Explosion im Jahre 1937 herbeigeführt werden sollte, aber der Wasserstoffluftschifffahrt und die Hinwendung zur Heliumluftschifffahrt einläutete, wobei ich dieses Ereignis, auch diesbezüglich noch dem mitgedacht habenden Leservorschlag folgend, für eine Überleitung zu Umberto Nobile nutzen würde, der die „Roma“ konstruiert hatte und dessen Leben eine wirklich tolle Folge mit Luftschiffexpeditionen zum Nordpol abgäbe, von denen die erste ganz gut, die zweite weniger gut verlief, womit, so funktioniert das Schreib-Business, auf letzterer der Fokus läge, weil diese 1928 schon wieder zu einem Absturz führte, und zwar im Ewigen Eis, wie man das mittlerweile rasant schmelzende Eis damals nannte, mit Eisbären, waghalsigen Rettungsmissionen, politischer Einmischung durch Mussolini, dem wir vielleicht im Oktober 1922 anlässlich seiner Herummarschiererei durch Italien wieder begegnen werden, Abstürzen der Rettungsflugzeuge, dabei dem Tod des zumindest dem Namen nach bekannten Roald Amundsen, Rettung durch einen sowjetischen Eisbrecher, was in dem ältesten komplett erhaltenen deutschsprachigen Hörspiel für die Nachwelt überliefert wurde, anschließend Rücktritt als italienischer General, Auswanderung in die Sowjetunion und weiterer Abenteuer, die sich bei so einem Leben erwarten lassen, und die wie perfekt für unsere kleine Serie geeignet wären,

wobei ich nicht den zweiten ebenso guten Leservorschlag verschweigen möchte, der die Unabhängigkeit Ägyptens von Großbritanniens und die Gründung des ägyptischen Königreichs zum Inhalt hatte, wovon ich natürlich, obwohl der Kanalbau in dieser Reihe schon einmal und auf dem Blog sogar mit Ägyptenbezug zum Zug gekommen ist, elegant zum Suez-Kanal und anschließend zur Suez-Krise von 1956/57 übergeleitet hätte, weil es dabei ja wieder um das Verhältnis zwischen Ägypten und Großbritannien beziehungsweise, wie der Staat vollständig heißt, dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland ging, aber auch Ägypten bleibt für dieses Jahr auf der Liste, denn im November 1922 wurde das Grab von Tutanchamun entdeckt, der angeblich ein ägyptischer König war, was etwas verwundert, wenn man gerade geschrieben bzw. in Eurem Fall gelesen hat, dass Ägypten erst Anfang 1922 zum Königreich wurde, und am Ende jenes anscheinend ereignisreichen Jahres der König schon Pyramiden gebaut hatte, gestorben war und einbalsamiert wurde, um anschließend all jene zu verfluchen, die seine Totenruhe stören, weshalb ich mir wohl besser noch einmal überlege, ob ich dieses heikle Thema anfassen will, und hiermit der Aufruf an mutige Ägyptologinnen und Ägyptologen ergeht, sich dieses Themas anzunehmen,

was wahrscheinlich beides bessere Themen wären als das hundertjährige Jubiläum der Verfassung Lettlands, die damit die älteste noch gültige Verfassung in Ost- und Mitteleuropa ist, oder die Gründung des Ständigen Internationalen Gerichtshofes, was zwar für mich als Jurist interessant, aber, auch wenn es mir manchmal, wie zum Beispiel bei den Hohenzollern oder den Reichsbürgern, gelingt, rechtshistorische Themen amüsant aufzubereiten, ein etwas sperriges Thema wäre, so ich es nicht brandaktuell dazu nutzen würde, um auf ein paar Grundsätze des Völkerrechts und der Geschichte Osteuropas, deren Staaten eben nicht 1991 aus einem luftleeren Raum entstanden, zu verweisen, die denen, die russische Angriffskriege zu verteidigen oder rechtfertigen zu versuchen, anscheinend nicht geläufig, wahrscheinlich aber auch egal sind,

wobei mir zum Thema Osteuropa das litauisch-polnische Kuddelmuddel im Frühjahr 1922 einfällt, das mit vorgeblich vom polnischen Staat unabhängigen Aufständischen in Litauen, zu deren „Schutz“ dann Polen eingreifen „musste“, mit blitzschnell erklärten „Republiken“, deren Unabhängigkeit vom Nachbarland sofort anerkannt wurde, mit Marionettenstaaten, Militärdiktaturen und aus dem Hut gezauberten Referenden erstaunliche Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen aufweist, und den weiteren Vorteil hätte, dass ich Litauen ein bisschen kenne, weil ich mal ein Jahr in Vilnius gewohnt habe, und zu diesem Anlass, so ich denn rechtzeitig Zeit gehabt hätte, wieder in dieses hübsche kleine Land reisen hätte können, was man ja sowieso viel öfter machen sollte, bevor diese unschuldigen Staaten der Reihe nach aufhören zu existieren, wie wenn der Molotow-Ribbentrop-Pakt noch immer in Kraft wäre, und ich außerdem darauf hinweisen könnte, dass Kaunas dieses Jahr eine der Europäischen Kulturhauptstädte ist, die alle drei, also neben Kaunas in Litauen auch Esch-sur-Alzette in Luxemburg und Novi Sad in Serbien, denn auch EU-Beitrittskandidaten dürfen, anders als das Vereinigte Königreich oder die mit einem ambivalenten Verhältnis zur EU gesegnete Schweiz, bei den Europäischen Kulturhauptstädten mitmachen, egal in welch weiter und unrealistischer Ferne ihr Beitritt liegt und wie sehr Novak Djokovic dagegen anstänkert, autostöppelnd mit einem Besuch zu beehren eine der noch unkonkreten Reiseideen für dieses Frühjahr ist, auf die beziehungsweise deren schriftliche Verarbeitung ich dann meine gefürchteten historischen Exkurse verschiebe,

womit als letztes Thema das mir liebste, weil komplizierteste, abstruseste und die meisten Jahrhunderte umspannende Thema verbliebe, denn im Februar 1922 wurde nach dem Tod von Papst Benedikt XV., dem numerischen Vorgänger des aktuellen Ex-Papstes, der abtreten musste, nachdem ich seine Verwicklungen in die dubiose Heilig-Geist-Bruderschaft investigiert und offengelegt hatte, zum Rücktritt gezwungen worden war, in Rom Papst Pius XI. und in Konstantinopel Patriarch Meletios IV. gewählt, den Ihr vielleicht besser als Meletios II. kennt, denn als solcher waltete er, nachdem er als Patriarch von Konstantinopel abgesetzt wurde, als Patriarch von Alexandria, obwohl er insgeheim Freimaurer, Anglikaner und gescheiterter Erzbischof von Zypern war,

woraus ich mir frech und keck die Erlaubnis ableiten würde, tief in die eigentlich unergründlichen Tiefen der Theologie ein- und hinabzusteigen, und mindestens die annähernd tausend Jahre bis zum Morgenländischen Schisma, der Kirchenspaltung zwischen Katholischer Kirche und Orthodoxer Kirche, das, und das Namenswirrwarr verdeutlicht das Schisma ganz gut, auf Lateinisch „Schisma Graecorum“, also Griechisches Schisma, und auf Griechisch „Σχίσμα Λατίνων“, also Lateinisches Schisma heißt, jedoch auch als Großes Schisma bekannt ist, was insofern schon vor dem Eintauchen in die eigentliche Materie zur Verwirrung führt, weil auch das Abendländische Schisma als Großes Schisma bekannt ist, so dass die Frage erlaubt sein muss, ob ein Schisma überhaupt ein solches wäre, wenn es nicht mindestens groß ist, zurückzugehen,

wobei natürlich darauf hinzuweisen wäre, dass sich die Katholische Kirche nach diesem Schisma erneut mehrfach abendländisch, protestantisch, calvinistisch, lutheranisch, anglikanisch und so weiter gespalten hat, und sich die Orthodoxe Kirche noch viel mehrfacher und babylonisch-byzantinischer in russisch-orthodox, rumänisch-orthodox, griechisch-orthodox, das nicht mit dem Griechisch-Katholischen und das wiederum nicht mit dem Römisch-Katholischen zu verwechseln ist, ukrainisch-orthodox, montenegrinisch-orthodox, albanisch-orthodox, japanisch-orthodox und so weiter, darunter, je nachdem ob man sie als autokephal oder nur als autonom betrachtet, auch amerikanisch-orthodox, gespalten hat,

was, insbesondere wenn ich dabei, was zum Verständnis eigentlich zwangsnotwendig und unabdingbar ist, auf den Vierten Kreuzzug, auf das Konzil von Nicäa und insbesondere die allen aufrechten Christinnen und Christen, so sie den gegen sie gerichteten Vierten Kreuzzug überlebt haben, wohlbekannten christologischen, origenistischen, konstantinischen, neuplatonischen, arianischen und ganz besonders die trinitarischen und subordinatianischen Fragen eingehe, und erkläre, wie die Wiederverwertbarkeit von Weihnachtsbäumen zu dem bei den orthodoxen Glaubensbrüdern-, -schwestern und -kindern um zwei Wochen verspätet scheinenden Kalender geführt hat, eine Komplexität annähme, in der ich einerseits aufginge, mich aber andererseits verlöre, weshalb ich stattdessen hoffe, dass sich Umberto Eco dieses Themas bereits in einem Roman angenommen hat, der irgendwann in einer Schublade seiner Bibliothek auftauchen und alle Fragen zufriedenstellend, gelehrt und humorvoll klären wird, so dass ich hier und jetzt endlich, denn sowohl Autor als auch Leserschaft sind geschafft, erschlafft und ohne Saft und Kraft, dem Punkt, einem, ohne dass es dessen Schuld wäre, heute bisher vernachlässigten Satzzeichen, zu seinem Recht verhelfen kann, nicht ohne jedoch vorher zur Beruhigung der Leserschaft zu versichern, dass die kommenden Folgen dieser Geschichtsreihe wieder ohne besondere linguistische, syntaktische oder andere kreative Mätzchen auskommen werden.

Links:

  • Alle Folgen aus der Reihe „Vor hundert Jahren …“.
  • Mehr Geschichte.
  • Vorherige den jeweiligen Tag des Schachtelsatzes feiernde kurze Sätze findet Ihr hier, hier und hier.
  • Diejenigen Leser, die sich diese Reihe als Podcast gewünscht haben, was nie und nimmer passieren wird, schon weil ich weder technisch versiert, interessiert oder ausgestattet bin, aber auch weil mir die Befassung mit eben jener Teufelstechnik die Zeit rauben würde, die ich lieber in die Recherche und ins Schreiben stecke, haben hoffentlich gemerkt, dass das keine so gute Idee ist. Wer Schachtelsätze lieber hören als lesen will, der soll sich Thomas Manns „Joseph und seine Brüder“ vorlesen lassen.
  • Für diejenigen, die weder katholisch, noch orthodox, sondern statistisch interessiert sind: Der Satz besteht aus 2180 Wörtern. Gebt mir doch bitte Bescheid, wie weit Ihr gekommen seid!

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
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15 Antworten zu Vor hundert Jahren passte die Weltgeschichte in einen einzigen Satz – Februar 1922: Tag des Schachtelsatzes

  1. festus schreibt:

    Ich bin durch. Aber es war mühsam. Kleist habe ich schon im Deutschunterricht noch weniger gemocht als Deutschunterricht an sich.

    • Andreas Moser schreibt:

      Es ist auch zum Schreiben mühsam.
      Ich bin jetzt richtig fertig, brauche einen Drink, eine Zigarre und eigentlich eine Pizza, bin dafür aber derzeit in einem zu kleinen Dorf, als dass so spät am Abend, selbst wenn es der Abend des Freitags ist, diese italienische Rundspeise noch irgendwo oder irgendwie verfügbar wäre.

  2. sinnlosreisen schreibt:

    Respekt, ich hatte am Ende Atemnot 😂😂

  3. Pingback: Vor hundert Jahren … | Der reisende Reporter

  4. Andreas Moser schreibt:

    Eine Leserin meinte, und ob das als Kompliment, Kritik, neutral oder sonstwie gemeint war, bleibt im Dunkeln, mein Stil erinnere sie an diesen Politiker:

  5. Siewurdengelesen schreibt:

    Aha!

    Zum Glück waren die Bilder dazwischen;-)

    Und was machen wir jetzt mit dem ganzen Schlamassel außer dieser in einen Satz gepackten Reihe von Ereignissen der Weltgeschichte? Denn Umberto Eco wird da schätzungsweise keinen feinsinnigen und mit viel hintergründiger Ironie versehenen Wälzer mehr abliefern können.

    Mir fällt es nach wie vor schwer beim Versuch des unvoreingenommenen Bewertens in diese mediale Hysterie einzustimmen. Insofern ist bei Scholz´ Abwarten noch etwas halbwegs Vernünftiges heraus gekommen. Dabei einer Seite mehr zu „vertrauen“ als der anderen, ist m.E. falsch, weil überall Propaganda im Spiel ist. Selenskyj macht dabei als Präsident eine erstklassige Arbeit und lässt sich zum Glück nicht in irgendwelche Schubladen einer der beiden Seiten pressen, aus der er dann nicht mehr heraus kommt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängerinnen und Vorgängern ist er ein wirklicher Präsident der meisten Ukrainer, während Putins Rückhalt bei den Russen verschwunden ist außer bei den Verfechtern des „starken Mannes“. Aber diese Bilder kennen wir hier auch zur Genüge und die Folgen für die Menschen haben bei dieser Denke noch nie gestört.

    Was jetzt unter welchem Einfluß ausser dem Geltendmachen russischen Machtanspruchs wirklich dazu getrieben hat, diesen Krieg zu beginnen, werden wir vermutlich nie erfahren. Persönlich hätte ich wie andernorts erwähnt nicht gedacht, dass er überhaupt und wenn doch, dann so schnell angreift statt der ständig verunsichernden Drohkulisse russischerseits.

    Es ist halt das erste Mal, dass so ein Krieg zum Aufteilen der Welt im eigenen Sinne nicht von einem Verbündeten des Westens erfolgt und sollte es tatsächlich zu einer Art Burgfrieden unter russischer Fuchtel in der Ukraine kommen, dann wird das nicht von ewiger Dauer sein.

    Die Ukraine ist dabei selbstredend ein ganz anderes Kaliber als Afghanistan oder andere Stellvertreterkriege der jüngeren Vergangenheit, weil hier eben zwei große Machtblöcke seit ??? erstmals direkt aufeinanderstoßen, nachdem sich das bisher so „unter dem Radar“ in der Ostukraine abgespielt hat.

    Das Liefern von Waffen und das so spontane Aufrüsten der Bundeswehr sehe ich dabei äußerst skeptisch. Es ist kaum abzuschätzen, was damit verhindert wird. Aber sicher ist jetzt schon, dass viel Geld davon versickert ohne Nutzen.

    Eine der bereits von früher aus DDR-Zeiten existenten Ironien ist dabei, dass die damaligen beiden deutschen Staaten nur Aufmarschgebiet waren und den Vormarsch der jeweils angreifenden Seite um einen Faktor X verzögern sollten, bis „echte“ Armeen in Größenordnung da sind. Das ist bis heute m.E. nicht anders, wobei die Debatte momentan und zum Glück nicht darum geführt wird bei einem konventionellen Krieg NATO/Russland. Diesen Umstand ändern die jetzt genehmigten Mehrausgaben m.E. nicht wirklich und das erneute Spiel mit Atomwaffen ist angesichts der anderen „zivilen“ Probleme der Menschheit erst recht keine Option.

    Da setze ich auf lange Sicht wie z.B. beim Vietnamkrieg, der Friedensbewegung u.ä. darauf, dass weltweit und trotz der Repressionen auch in Russland die Proteste gegen diesen ohnehin unpopulären Krieg so laut werden, dass es zu einem Abzug der russischen Truppen kommt. Nur ist das eben eine Zeitfrage.

    Eine weitere Ironie mit gewissen Parallelen zur Vorwendezeit ist abseits der plakativen Themen das Verbieten von RT und Sputnik, nachdem dort Gorbatschow erstmals von Glasnost und Perestroika gesprochen hat. Da war der große Bruder bei den alten Betonköpfen draußen.

    Diejenigen werden sich ihre Informationen trotzdem auch von dort holen, die das wirklich wollen. Verbote bringen da jedenfalls gar nichts und wer da unvoreingenommen das dort Gebotene mit Fakten oder gar einer Wahrheit gleich setzt, sieht sich nur bestätigt, wie man das bei Querdenkern und Co. ebenfalls feststellen kann.

    Sorry bereits jetzt für das tl;dr meiner etwas über und doch unvollständigen 2ct;-)

    • Andreas Moser schreibt:

      Ja, mit den Bildern und den Absätzen wird das Projekt zumindest ein bisschen lesefreundlicher. Aber dennoch werde ich es auf diesen einen Tag im Jahr beschränken, weil es, wie ich gemerkt zu haben mir einbilde, keinen großen Markt für solche Sätze gibt.

      Ob in einer Diktatur eine Friedensbewegung schon einmal einen Krieg beendet hat, weiß ich nicht. Die Anti-Vietnam-Proteste hatten den Vorteil, dass sie Glaubwürdigkeit durch Ex-Soldaten hatten und dass in den USA immer mal wieder Wahlen anstehen. Und dennoch hat der Krieg 10 Jahre gedauert.

      Und es geht ja hier nicht darum, „einer Seite zu vertrauen“, wie wenn es ein Streit unter zwei gleicherseits zum Streiten aufgelegten Streithanseln wäre. Russland hat die Ukraine überfallen, nicht zum ersten Mal. Russland leugnet das ja nicht einmal. Putin hat den Angriff ausdrücklich angekündigt.
      Da gibt es echt nichts zu deuteln.

  6. Siewurdengelesen schreibt:

    „Ob in einer Diktatur eine Friedensbewegung schon einmal einen Krieg beendet hat, weiß ich nicht.“

    Vielleicht ist das hier dann das erste Mal und Putins Versuch sich ein Denkmal zu setzen, auch der Anfang vom Ende seiner Ära. Schnelle Lösungen gibt es in solchen Fällen so oder so eher selten und gerade die Soldaten könnten hier auch ein Faktor sein. In Afghanistan hat´s auch bei allen Besatzern eine Weile gebraucht, bis ein zunehmend unpopulärer Krieg eingedampft wurde, in dem nicht einmal mehr für einen falschen Ehrbegriff etwas zu holen war.

    Genauso erschreckend wie der russische Überfall ist für mich jedenfalls, wie dieser Krieg sofort in jeder Hinsicht genutzt wird, um völlig sinnlos aufzurüsten und so nebenbei noch im Energiesektor in alte Muster zu verfallen und das im Namen der „Vernunft“. Denn mit den beiden Seiten meine ich Russland und NATO/USA/EU.

    Für Dinge, die wie von Beginn der Pandemie an der Allgemeinheit geholfen hätten, wurden nicht mal so mit einem Fingerschnippen Milliarden locker gemacht.

    Aber vielleicht findet sich in 100 Jahren auch jemand wie Dich, der nicht mehr der jetzigen Hysterie und Propaganda aufsitzt und mit entsprechender Distanz die gesellschaftlichen Wurzeln dieses aggressiven Auftretens Russlands untersuchen und darstellen kann.

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