Warum nerven die Hohenzollern noch immer? Und waren sie nun Nazis oder nicht?

Für regelmäßige Leser der Klatschpresse ist es nichts Neues. Der Rest von uns wurde hingegen völlig überrascht, als vor ein paar Jahren die Hohenzollern wieder auf die Bühne traten. „Sind die nicht schon alle tot?“ rieb man sich verwundert die Augen. Leider nein, musste die Republik zur Kenntnis nehmen.

Wie die meisten Untoten, die über ihr eigentliches Ablaufdatum hinaus durch die Weltgeschichte geistern, sind auch die Hohenzollern eher lästig, nervig und blutsaugend. Nur dass sie jetzt, wahrscheinlich gelangweilt von den verursachten Weltkriegen, Völkermorden und Hungersnöten, nicht mehr nach schnödem Menschenblut, sondern nach Gold, Schlössern und anderen Schätzen lechzen.

Bevor wir in die verkorkste Materie einsteigen, sollte ich fairerweise sagen, dass es hierzu auch einen Podcast gibt. Wer nicht lesen will, muss also hören. Der Kollege Ralf Grabuschnig vom Déjà-vu-Geschichte-Podcast hat mich – nach der beliebten Reichsbürger-Folge schon zum zweiten und hoffentlich nicht zum letzten Mal – als Gast eingeladen. Es gab sogar Käsekrainer. Zu meinem Entsetzen musste ich (links) feststellen, dass Ralf (rechts) ein Kaiserbild (mitte) in seinem Palast hängen hat.

Wie immer bei so einem unorganisierten Typen wie mir, weichen jedoch Hörspiel und Textfassung ziemlich voneinander ab, so dass sich der Konsum beiderlei Medien durchaus lohnt.

Solche Sofa-Fotos können übrigens sehr verhängnisvoll werden, wenn die Hohenzollern-Familie beim Sportschaugucken von einem Fotografen überrascht wird. Aber dazu später mehr …

Warum zum Henker reden wir mehr als 100 Jahre nach dem Sturz der Monarchie noch immer über die Hohenzollern?

„Zum Henker“ ist ein gutes Stichwort.

Die kurze Antwort: Weil die deutsche Revolution 1918/19 eine Wischi-Waschi-Revolution war. Und das, obwohl Russland 1917 eigentlich vorgemacht hatte, wie eine richtige Revolution abzulaufen hat.

So wie wir dich kennen, gibt es auch eine Langfassung. [vorsorgliches Gähnen]

Aber klar!

Und keine Sorge: Ich beschränke mich auf die wesentlichen Punkte.

Also, die deutsche Revolution von 1918/19 überwand zwar die Monarchie und beglückte Deutschland mit Demokratie, Republik, allgemeinem Wahlrecht und so. Aber im Revolutionsfreudentaumel wurde übersehen, dass politische Veränderungen ihre Ziele kaum zu erreichen vermögen, solange die der alten Machtstruktur zugrundeliegenden wirtschaftlichen Verhältnisse nicht ebenfalls reformiert werden. (Merkt Euch das für zukünftige Revolutionen! Und für die anstehenden Koalitionsverhandlungen.)

Die Österreicher haben die Kaiser und Fürsten nach der Revolution weitgehend enteignet. So mutig waren die Deutschen nicht. Wie überhaupt die ganze Weimarer Republik ein billiger Abklatsch der höchstspannenden österreichischen Zwischenkriegszeit war.

In Deutschland wurde jeglicher Gedanke an Enteignung vom Verfassungsschutz als „linksextrem“ eingestuft, verboten und sicherheitshalber niedergeschossen. Und genau deshalb haben die Großgrundbesitzer noch immer Hunderte an Wohnungen und Ihr zahlt zu viel Miete! (Übrigens kein neues Problem.)

Der Verfassungsschutz sieht sich auch 100 Jahre später Monarchie und Militarismus verpflichtet, wie das Auftreten des damaligen Präsidenten des Thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Helmut Roewer, bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Von Rechts droht keine Gefahr“ zeigt. Das war übrigens, während er die Rechtsterroristen vom NSU finanzierte.

Das ist interessant, aber du schweifst ab.

Entschuldigung!

Also: Am Beginn der Weimarer Republik gab es gewissermaßen eine Übereinkunft zwischen der jungen Demokratie und dem alten, diskreditierten Preußendeutschland. Die Hohenzollern und die anderen Fürstenhäuser verzichteten auf den Thron, verzogen sich am besten ins Ausland, wie z.B. Kaiser Wilhelm II. nach Doorn in den Niederlanden und versicherten, in keinen Talkshows aufzutreten und dort gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Spanischen Grippe zu wettern.

Für den geräusch- und kampflosen Thronverzicht wurden die Hohenzollern belohnt. Einerseits materiell, indem sie einen Großteil ihrer Schlösser und Ländereien und Raubkunstsammlungen behalten, ja diese, soweit es sich um bewegliche Güter handelte, sogar ins Exil mitnehmen oder bei Geldnot versteigern durften. Wenn dem Kaiser das Geld ausging, rief er in Preußen an, jammerte ein bisschen rum, und der Finanzminister ging zum Western Union im Späti. Allein im Jahr 1919 flossen 66 Millionen Reichsmark an die Hohenzollern.

Aber auch geschichtspolitisch wurden die Hohenzollern belohnt, indem die Weimarer Republik auf eine dezidiert antimonarchistische Erinnerungskultur verzichtete. Wie man das eben so macht in Deutschland: Schwamm drüber, in die Hände spucken, Trümmer wegräumen, Bruttosozialprodukt steigern. (Das mit den Trümmerfrauen ist übrigens nur ein Mythos, eine Wunscherzählung.)

Und es gab niemanden, der fand, dass die Kaiser- und Königsfamilien da ein bisschen billig weggekommen wären?

Doch. Es gab sogar einen Volksentscheid zur entschädigungslosen Fürstenenteignung. 1926 war das, initiiert von der Linken, die damals noch KPD hieß, und unterstützt von der SPD, aber auch von Wählern bis weit ins bürgerlich-konservative Lager hinein. (Die Grünen enthielten sich. Sie befürchteten, dass brachliegendes Junkerland in emsiger Bauernhand zu mehr Nitraten im Grundwasser führen würde. Außerdem hofften sie, mit den Adeligen über einen Einstieg in die ökologische Landwirtschaft verhandeln zu können [„Green New Deal“]. Aber das war naiv.)

96% der Wählerinnen und Wähler stimmten für die Enteignung der deutschen Adelshäuser. Das sollte reichen, könnte man meinen. Aber Reichspräsident Paul von Hindenburg, der Ersatzkaiser, stufte das Volksbegehren als verfassungsändernd ein, womit es nicht nur die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, sondern auch ein Quorum von 50% der Wahlberechtigten benötigt hätte. (Während der gesamten Weimarer Republik gab es keinen erfolgreichen Volksentscheid auf Reichsebene. Nicht einmal das Volksbegehren gegen SUVs in deutschen Innenstädten von 1928.)

Aber 96% Zustimmung, das ist doch ein politischer Auftrag. Die Diskussion ist sicher nicht einfach so verstummt?

Genau. Und um das Thema vom Tisch zu bekommen, wurde verhandelt. In Hinterzimmern und vollkommen undurchsichtig. Ausnahmsweise kann ich mich hier kurz fassen und auf Kapitel 125 dieses Artikels verweisen, in dem ich den Aushandlungsprozess anhand des bayerisch-wittelsbacher Beispiels erläutere. Das Deutsche Reich hielt sich nämlich zurück und ließ die Länder mit ihren ehemaligen Landesherren verhandeln. 26 separate Verträge zur Vermögensauseinandersetzung waren die Folge.

Natürlich ist jeder Vertrag im einzelnen unterschiedlich, aber im Wesentlichen verlief es so: Die Fürsten, Könige und Kaiser behielten den Großteil ihrer Ländereien, insbesondere jene, die Ertrag abwarfen, also Felder, Wiesen und Wälder sowie Vergnügungsparks (siehe das Beispiel Neuschwanstein unter dem obigen Link). Der Staat bekam Schlösser, Burgen und Parks, also Objekte, die man hegen und pflegen und sanieren musste. Museen, Kunstsammlungen und Archive wurden oft in neue Stiftungen überführt, bei denen sich die Adelsfamilien teilweise noch erhebliche Mitspracherechte sichern konnten.

Kurz gesagt: Dafür, dass die Hohenzollern einen Weltkrieg vom Zaun gebrochen und den deutschen Karren in den Dreck gefahren hatten, wurde ihnen ganz schön der Arsch gepudert.

Das heißt, den Hohenzollern geht es auch heute noch ziemlich gut?

Das würde ich meinen. So wohnen sie z.B. auf Burg Hohenzollern.

Und das ist nur eine ihrer vielen Burgen und Schlösser.

Und warum, um endlich zur aktuellen Diskussion zu kommen, stellen die Hohenzollern dann Ansprüche auf weitere Burgen, Schlösser, Gemälde und so weiter?

Weil der kleine Prinz Nimmersatt den Hals nicht voll bekommt.

„Nur eine Burg, wie soll man denn da angemessen wohnen?? Ich habe vier Kinder!“

Das ist Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, aktueller Hohenzollernhäuptling, Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. und damit Prätendent auf den Thron. „Wenn Deutschland mich nicht als Kaiser will, dann soll es wenigstens finanziell bluten“, hält der sympathische junge Mann die Familientradition aufrecht.

Okay, wenn dieser Königsknilch absahnen will, ist das seine Sache. Dafür hat er ja BWL studiert. Aber wieso verhandelt der deutsche Staat ernsthaft mit ihm, anstatt zu erklären, dass die Monarchie aus und vorbei ist?

Vorsicht, jetzt wird es kurz juristisch.

Also, wir waren stehengeblieben in den 1920er Jahren. Die deutschen Länder und die Adelshäuser hatten sich über die Aufteilung des fürstlichen Vermögens geeignet. Dann kamen bekanntlich die Nazis, Zweiter Weltkrieg, deutsche Niederlage und deutsche Teilung. Zu der Rolle, die die Hohenzollern dabei spielten, kommen wir noch. Aber weil das hier ein juristischer Abschnitt ist, bleiben wir mal systematisch und bei der Eigentumsfrage.

Relevant ist hier die sowjetisch besetzte Zone, die spätere DDR. Die Adeligen und der Verfassungsschutz waren geflohen, nach Westen, nach Argentinien und nach Syrien. Die Sowjets sahen riesige Ländereien, dachten sich, dass das nicht mit rechten Dingen zuginge, und enteigneten das allermeiste Fürstenland. Inklusive Schlösser. Schwuppdiwupp. Ganz ohne Volksabstimmung oder so. Daraus wurden im Rahmen der Bodenreform die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, woher heute Eure Milch und Rindersteaks kommen.

Bodenreform auf dem königlichen Rittergut Helfenberg (bei Dresden)

Ab 1949, mit Gründung der DDR, wurde auch noch ein bisschen enteignet. Dem einstigen Großgrundbesitzer war es wahrscheinlich egal, wer ihm das Lehen wegnahm, aber juristisch macht das einen großen Unterschied. Denn – unverhofft kommt oft – 1990 haben sich die beiden deutschen Staaten wieder vereinigt. Im Rahmen des Einigungsprozesses kam auch die Frage auf den Tisch, was man mit den einst enteigneten Ländereien in Ostdeutschland machen sollte.

Und da kamen die unterschiedlichen Enteignungszeiträume zum Tragen: Für Enteignungen nach 1949, also denen durch die DDR, wurde grundsätzlich die Rückerstattung, ersatzweise die Entschädigung, festgeschrieben. Für die zwischen 1945 und 1949 durch die sowjetische Besatzungsmacht durchgeführten (flächenmäßig umfangreicheren) Enteignungen hingegen sollte gelten: „Tja, Pech gehabt. Da kann man nichts mehr machen.“ Das ergab durchaus Sinn. Denn warum sollte ein deutscher Staat, egal welcher der beiden, für Handlungen eines dritten Staates (der Sowjetunion) einstehen? Außerdem wollte die DDR-Regierung der deutschen Wiedervereinigung nicht zustimmen, wenn die Ergebnisse der Bodenreform angetastet würden. Auch die Sowjetunion erklärte mehrfach, dass ihre Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung von der Nichtantastung der Bodenreform abhänge.

Aber das heißt, dass die Enteignungen durch die Sowjetunion nicht rückgängig gemacht werden, oder? Damit wäre das Thema erledigt, und die Hohenzollern hätten keinen Anspruch auf Schlösser, Ländereien oder Entschädigung für Güter in Ostdeutschland.

Gut aufgepasst!

Aber so einfach lassen sich königlich-kaiserliche Kapitalisten nicht abspeisen. Ab 1991 merkten auch die Hohenzollern, dass Deutschland wiedervereinigt war, wobei sie sehr enttäuscht waren, dass das Elsass, Königsberg, Danzig, Dänemark, das Memelgebiet und Kurland nicht von dieser Wiedervereinigung umfasst waren.

Die Hohenzollern traten mit drei Vorschlägen an die Bundesregierung heran:

Erstens, ob es nun nicht an der Zeit sei, in Deutschland wieder die Monarchie zu etablieren. Der damalige Klanchef, Louis Ferdinand Prinz von Preußen, schmiss sich an Helmut Kohl ran (hier bei einem symbolischen Begräbnis der Demokratie) und war maßlos enttäuscht als Kohl erklärte: „Du, mit dem Richard [von Weizsäcker] haben wir doch praktisch schon einen König.“

Zweitens verlangten sie einen Einmarsch nach Polen, um ehemalige deutsche Ostgebiete zu „befreien“.

Drittens schlugen die Hohenzollern und andere Adelige vor, den Einigungsvertrag in die Tonne zu treten, da man die DDR und die Sowjetunion schließlich besiegt habe. Jetzt könne die BRD machen, was sie wolle, und sie wolle ja wohl ihre Prinzen, Fürsten und Herzöge reich beschenken.

Die waren ja vollkommen realitätsfremd!

Schon immer. Aber wenn jemand drei dreiste Forderungen stellt, wird das Gegenüber die am wenigsten dreisteste erfüllen, um Ruhe vor dem Querulanten zu bekommen. (Ehrlich, probiert das mal beim nächsten Vorstellungsgespräch!) Helmut Kohl war Historiker und Pazifist, wollte also weder Monarchie noch Krieg. Grundstücke und Geld waren für ihn nur „Bimbes“, die allenfalls den Weg der Weltgeschichte pflastern, aber keine eigenständige Bedeutung haben.

Also beschloss der erste gesamtdeutsche Bundestag 1994 das „Gesetz über die Entschädigung nach dem Gesetz zur Regelung offener Vermögensfragen und über staatliche Ausgleichsleistungen für Enteignungen auf besatzungsrechtlicher oder besatzungshoheitlicher Grundlage“ (Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz EALG).

Dieses Gesetz von 1994 sieht das Gegenteil dessen vor, was im Einigungsvertrag vereinbart wurde, nämlich die Entschädigung der von der Sowjetunion durchgeführten Enteignungen durch den bundesdeutschen Steuerzahler.

Das heißt, die Hohenzollern haben rechtlich fundierte Ansprüche, so gierig und maßlos sie uns auch erscheinen mögen?

So einfach ist es nicht. Denn jetzt kommen endlich die Nazis ins Spiel.

Juhu! (Also nicht wegen der Nazis, sondern weil es jetzt spannend wird.)

In § 1 Absatz 4 des Ausgleichsleistungsgesetzes wurde nämlich eine sogenannte Unwürdigkeitsklausel versteckt:

Leistungen nach diesem Gesetz werden nicht gewährt, wenn der nach den Absätzen 1 und 2 Berechtigte oder derjenige, von dem er seine Rechte ableitet, oder das enteignete Unternehmen gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßen, in schwerwiegendem Maße seine Stellung zum eigenen Vorteil oder zum Nachteil anderer missbraucht oder dem nationalsozialistischen oder dem kommunistischen System in der sowjetisch besetzten Zone oder in der Deutschen Demokratischen Republik erheblichen Vorschub geleistet hat.

Oh. Lass mich raten: Das mit dem Kommunismus stellt bei den Adelshäusern kein Problem dar?

Nein, unter den Fürsten befand sich kein Roter Baron. Nur ein Weißer Baron, aber das ist eine andere Geschichte.

Bei den Hohenzollern findet man aber natürlich Verstöße gegen die Grundsätze der Menschlichkeit, vom deutschen Kolonialismus bis zu den Kriegsverbrechen im Ersten Weltkrieg. Deswegen hatte Kaiser Wilhelm II. Angst, vor Gericht gestellt zu werden, und beantragte Asyl in den Niederlanden. Und deshalb wurden die Leipziger Prozesse, die Kriegsverbrecherprozesse nach dem Ersten Weltkrieg, nie so ein Spektakel wie die Nürnberger Prozesse.

Warte mal. Bedeutet das, dass der aktuelle Prinz Nimmersatt keine Schlösser und Millionenzahlungen erhalten soll, nur weil seine Großeltern sich daneben benommen haben? Dafür kann er doch gar nichts. Das erscheint mir unfair.

Etwas nicht zu bekommen, weil die Großeltern Verbrecher waren, erscheint mir wesentlich fairer als etwas zu bekommen, nur weil seine Großeltern deine Großeltern ausgebeutet und unterdrückt haben. Es ist ja nicht so, wie wenn die Hohenzollern sich irgendetwas eigenhändig erarbeitet hätten. Das waren Raubritter.

Außerdem funktionieren so nun einmal Eigentum und Erbrecht. Du profitierst davon, wenn deine Vorfahren brutal und geizig waren oder einfach nur Glück hatten. Und du leidest darunter, dass sie arm waren oder Pech hatten. Wenn dein Opa den Hof beim Pokern verzockt hat, bist du eben heute kein Großgrundbesitzer und musst Miete zahlen an den Enkel dessen, der damals beim Pokern geschummelt hat. Das Ganze reden sich die Leute dann schön mit Begriffen wie „Leistungsgesellschaft“ oder „freie Marktwirtschaft“. Alles Mumpitz!

Wenn das mit den Verstößen gegen die Grundsätze der Menschlichkeit so klar ist, warum diskutieren wir dann noch darüber, ob die Hohenzollern Nazis waren oder nicht?

Weil das höhere Einschaltquoten als Kaiserreich und Kolonialismus garantiert.

Und weil wir damit nicht ganz so viele Generationen zurückgehen müssen. Denn Kaiserreich und Kolonialismus endeten ja 1918 mit Kaiser Wilhelm II., wohingegen wir bei der Nazi-Paktiererei die nachfolgende Generation unter die Lupe nehmen können.

Und? Haben die Hohenzollern nun „dem nationalsozialistischen System erheblich Vorschub geleistet“, wie die gesetzliche Formulierung lautet?

Hm. Schwierige Frage.

Wenn ich anfange zu erzählen, komme ich immer vom Hundertsten ins Tausendste, also lasse ich besser zuerst die Fotos sprechen.

August Wilhelm als Wahlkampfredner für die NSDAP im Februar 1932
Kronprinz Wilhelm bei einem Abendessen des NSKK, einer paramilitärischen Unterorganisation der NSDAP
Kronprinz Wilhelm nimmt im Oktober 1933 eine Parade der SA in Breslau ab

Naja, was sollten sie machen, die armen Prinzen? In der Öffentlichkeit mussten sie vielleicht das Hakenkreuz tragen. Das war doch damals Diktatur.

Auch schon vor 1933? Und du meinst, den Hohenzollern-Prinzen wäre irgendetwas zugestoßen, wenn sie im neutralen Anzug aus dem Haus gegangen wären? Und außerdem: Warum hängen die Prinzen prominent auf Veranstaltungen von NSDAP, NSKK und SA herum?

Hm, das schaut tatsächlich nicht gut aus. Aber vielleicht waren sie nur einfache Mitläufer? Wie Millionen von Deutsche?

Klar, deshalb auch die öffentlichen Auftritte mit Hermann Göring, Ernst Röhm, Joseph Goebbels und Adolf Hitler.

Oh. Was war da los? Und warum guckte Hitler so hocherfreut, den Kronprinzen zu sehen?

Das war der 21. März 1933, der als „Tag von Potsdam“ in die Geschichte einging. Dort zelebrierten die Nationalsozialisten kurz nach der Machtübernahme, die Verbindung der preußischen Tradition des Kaiserreichs mit dem Neuen des Nationalsozialismus. In der Potsdamer Garnisonkirche. Mit viel Pomp und Gloria. Mit Repräsentanten des alten Reichs, von Reichspräsident Paul von Hindenburg bis eben zum Kronprinzen der Hohenzollern, die den Anspruch auf den deutschen Thron keinesfalls aufgegeben hatten. Und mit Hitler ausnahmsweise mal ganz in zivil.

Ihr kennt den „Tag von Potsdam“ vor allem wegen dieses Fotos:

Halt, ich meinte natürlich dieses Foto:

Aber die Ähnlichkeit dürfte kein Zufall sein. Schließlich ist Björn Höcke Geschichtslehrer und Thomas Kemmerich prahlte im Wahlkampf mit seiner Geschichtskenntnis. Das ist das ewige deutsche Dilemma: Die „bürgerliche Mitte“, die aus Angst vor einem Tempolimit oder einer Vermögenssteuer lieber mit den Nazis paktiert. Ich will Euch nicht beunruhigen, aber diese Gefahr ist noch nicht ausgestanden.

Eine Sache verwirrt mich: Du hast gesagt, die Hohenzollern erhoben noch immer einen Anspruch auf den Thron. Wieso dann die Zusammenarbeit mit den Nazis?

Kaiser Wilhelm II. selbst, der noch bis 1941 lebte, aber auch seine zweite Frau und seine Nachkommen, waren besessen von der Wiederherstellung des deutschen Kaiserreichs. Das war ihr Ziel, und dem ordneten sie alles unter.

Bei Sozialdemokraten und Kommunisten stießen sie damit natürlich auf taube Ohren, aber ansonsten versuchten die Hohenzollern, sich bei jedem anzubiedern, von dem sie glaubten, er brächte sie zurück auf den Thron und in den Palast. Das waren hauptsächlich Frontkämpfervereinigungen wie der Stahlhelm, Monarchistenvereine, nationalkonservative Parteien und ab Ende der 1920er Jahre zunehmend die NSDAP.

Aber es war doch klar, dass Hitler neben sich keinen Kaiser dulden würde.

Im Nachhinein erscheint immer alles klar. Aber damals stand den Hohenzollern ein anderes Modell vor Augen, nämlich Italien, mit dem Nebeneinander eines faschistischen Führers und eines Königs. Benito Mussolini, seit 1922 Ministerpräsident und innerhalb von wenigen Jahren Diktator, regierte formell unter dem König Viktor Emanuel III.

Wobei die Hohenzollern so machtversessen waren, dass sie sich sogar zur Teilnahme an Wahlen herabließen.

Was? Die Hohenzollern stellen sich einer Wahl? Das gab es doch seit dem Heiligen Römischen Reich nicht mehr. (Und selbst da gewannen die Hohenzollern niemals auch nur einen Blumentopf.)

Ja, zweimal sogar.

1932 stand die Wahl des Reichspräsidenten an. Hitler kandidierte gegen Hindenburg und Thälmann. Kronprinz Wilhelm, der Sohn Kaiser Wilhelms II. bot nun Hitler einen Deal an: Er, der Kronprinz, würde anstelle Hitlers kandidieren (und die Wahl ganz sicher gewinnen, nicht zuletzt weil er sich sicher war, auch Hindenburg zum Verzicht auf die Kandidatur gegen den Thronfolger überzeugen zu können). Im Gegenzug würde der Hohenzollernprinz dann Hitler zum Reichskanzler ernennen. Wie gesagt, italienisches Modell, nur eben in kleinen Schritten zur Wiedereinführung der Monarchie.

Und Hitler sagte ab?

Hitler sagte zu.

Warum wurde dann nichts daraus?

Weil Kaiser Wilhelm II. seinem Sohn die Kandidatur verbot.

Nicht wegen der Zusammenarbeit mit Hitler, die störte den Kaiser überhaupt nicht, sondern weil der Kronprinz als gewählter Reichspräsident einen Eid auf die republikanische Verfassung ablegen hätte müssen. „Wir Hohenzollern hassen die Demokratie und die Republik“, bläute er seinem Sohn ein, und diese Warnung wird seither auf Familienfeiern der Hohenzollern alljährlich erneuert, während man das Blut von Leibeigenen trinkt und das Grundgesetz den Flammen übergibt. Aber nur die Taschenbuchausgabe, die man kostenlos bei der Bundeszentrale für Politische Bildung bestellen kann, denn die Hohenzollern haben keine Mark zu verschenken.

Der Sohn gehorchte, sprach aber eine ausdrückliche Wahlempfehlung für Hitler aus. Auch er selbst werde für Hitler stimmen, tat er landauf, landab kund.

Der Kronprinz trat in die SA ein, hielt Reden auf Massenkundgebungen der NSDAP und schrieb pro-nationalsozialistische Artikel für in- und ausländische Zeitungen. Nicht nur auf Parteiveranstaltungen und bei öffentlichen Auftritten lief er in Uniform und mit Hakenkreuzbinde herum, sondern auch zuhause setzte er sich – und seine Söhne Hubertus und Friedrich – bewusst in die Pose der Hohenzollern, die dem NS-Staat zur Verfügung standen.

Das sind also keine unangenehmen Schnappschüsse wie bei Prinz Harry. Das war alles Teil eines Pakts, in dem die Hohenzollern der NSDAP Stimmen aus dem „bürgerlichen“ Lager brachten, denn wenn – so das Kalkül – sogar die edlen Prinzen bei den Nazis mitmachten, dann konnten diese ja nicht so schlimm sein. Außerdem waren die Hohenzollern äußerst aktiv in der internationalen Presse, insbesondere um zu beschwichtigen als die ersten Meldungen über Konzentrationslager auftauchten. Sie wetterten dann gegen die „antideutsche Propaganda“, bezeugten, dass Herr Hitler ein ganz feiner Herr sei, und dass außerdem die Juden, Sozialisten und Kommunisten irgendwie selbst an etwaiger Verfolgung schuld seien, weil sie hinter der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg und hinter der Weltwirtschaftskrise steckten.

Auch Kaiser Wilhelm II. radikalisierte sich zusehends, sah überall die jüdische Weltverschwörung und forderte „die Ausrottung des verhassten Stamm Juda“. „Ich glaube, das Beste wäre Gas“, schrieb er dazu 1927, ein Vorschlag, der bekanntlich dankbar aufgegriffen wurde. Mit jedem Sieg im Blitzkrieg schickte der alte Kaiser Glückwunschtelegramme an Hitler, verbunden mit der Hoffnung, „dass die Juden ihre unheilvollen Positionen in allen Ländern verlieren, die sie seit Jahrhunderten zur Feindlichkeit getrieben haben“. Die Herren Hohenzollern standen hinter dem Holocaust.

Krass. Wenn ich aus so einer Familie stammte, würde ich mich schämen. Entweder würde ich ganz ruhig sein oder mich entschuldigen (wie es der Enkel des italienischen Faschistenkönigs tat). Keinesfalls würde ich fett auf die Pauke hauen und zusätzliche Schlösser, Parks, Gemäldesammlungen und Millionen fordern.

Tja, das ist eben der Unterschied zwischen moralischen Menschen und Prügelprinzen. (Der bekannteste dieser Mehrfachstraftäter ist übrigens auch ein Urenkel von Kaiser Wilhelm II.)

Wo wir schon bei Alliterationen sind, die prolligen Prinzen sind übrigens auch ziemlich produktive Prozesshansel. Prinz Nimmersatt, der aktuelle Hohenzollernchef, hat die Position nur inne, weil sich Dutzende von Familienmitgliedern in jahrzehntelangen Rechtsstreiten bekriegten, sich gegenseitig aufgrund angeblich nicht standesgemäßer Ehen enterbten und mehrfach das Bundesverfassungsgericht nervten, das den hohen Herren (Frauen können bei ihnen eh nichts erben) 2004 schließlich klar machen musste, dass wir nicht mehr in einer Monarchie leben und dass man heiraten darf, wen man will.

Wen dieses ekelhafte Gezänk interessiert, der kann hier die Kurzzusammenfassung lesen. Jedenfalls ist es ziemlich gewagt von dem kleinen Prinzen, sich jetzt so hinzustellen, wie wenn er die ganze Familie vertrete. Da rappelt es nämlich noch gewaltig in der innerfamiliären, intriganten und inzestuösen Krisenkiste.

Tolle Alliterationen! Aber du hattest vorhin neben Kronprinz Wilhelm noch ein weiteres Beispiel der Kollaboration mit den Nazis versprochen.

Ach ja, stimmt. Und auch dabei ging es um eine Wahl.

August Wilhelm, der vierte Sohn des Kaisers, hatte früh Verbindungen zur NSDAP und trat 1930 in die Partei sowie ein Jahr später in die SA ein. Im Wahlkampf 1932 trat er mehrfach als Redner bei Großveranstaltungen auf, und zwar explizit als Hohenzollern-Prinz, der sich wie alle Volksgenossen hinter Hitler einreiht.

Dass er voll bei der Sache war, sieht man nicht nur an seinen Autogrammkarten.

August Wilhelm war 1932 sogar Spitzenkandidat der NSDAP bei den Wahlen zum Preußischen Landtag, später Reichstagsabgeordneter für die NSDAP. Aber Reden und Agitieren allein reichten ihm nicht, schließlich war er bei der SA. Im September 1933 beteiligte er sich an der Ermordung eines Gestapo-Gefangenen.

Mit solchen Vorfahren, wie glauben die Hohenzollern da, dass sie mit ihren Forderungen durchkommen?

Durch heimlich still und leises Verhandeln. Und dabei geht es nicht nur um Schlösser und Sammlungen und Geld. Es geht auch um die deutsche Geschichte.

Die Hohenzollern dachten, dass die Zeit für sie spielt. Die Glorifizierung von Preußen ist in Mode. Die Deutschen lechzen nach der „guten alten Zeit“ vor dem Dritten Reich, am besten vor dem Ersten Weltkrieg, als man noch alle Kriege gewann, gegen Frankreich, gegen Dänemark, gegen Napoleon, gegen die Römer, und wahrscheinlich hätte die Bundeswehr damals sogar in Afghanistan gesiegt. Wer nationale Größe verspüren will, wer stolz sein will auf sein Land, weil er sonst nichts hat, was zum Stolz taugt, der freut sich über eine Königsfamilie, über Schlösser, über Prunk und Glanz und Macht und Größe. Auch wenn er selbst überhaupt nichts davon hat, sondern beim Besuch von Burg Hohenzollern 45 Euro für die Familienkarte blechen muss.

Auf dieser Linie wollte man sich irgendwie einigen. Heimlich, still und leise. Es war nur ein Zufall, dass die Verhandlungen zwischen den Hohenzollern und den ostdeutschen Bundesländern publik wurden. Aber auf das Licht der Öffentlichkeit sind die Fürsten der Finsternis in ihren Vampirschlössern gar nicht scharf.

Tja, zu spät, oder? Irgendwie ist es dann doch öffentlich geworden.

Aber seither klagen die Hohenzollern jeden kurz und klein, der ihnen in den Weg kommt, egal ob Journalisten, Historiker, Wissenschaftler, Verlage und sogar Parteien und Bundesländer. Die Prinzen wollen das Geld der Steuerzahler, aber ohne öffentliche Debatte. Der Historikerverband hat versucht, eine Übersicht über all die rechtlichen Schritte zu erstellen, kommt aber kaum noch hinterher.

Wahrscheinlich ist das so eine Kompensationshandlung der jungen Prinzen. Kann man ja verstehen. Die Opas konnten noch Millionen Männer in den sinnlosen Tod schicken, und jetzt muss man sich sogar Kritik anhören, wenn man illegal Bären abknallt. Wie viele Leute mit zu viel Geld, kauft man sich dann eben Anwälte, um im Volk Furcht und Terror zu säen. Massenabmahnungen statt Massenmord.

Deshalb folgender Ratschlag: Druckt diesen Artikel aus, bevor er verboten wird. E-mailt ihn an Eure Freunde, bevor er verboten wird. Teilt ihn auf Facebook und Twitter, bevor er verboten wird. Klebt ihn an die Litfaßsäulen, bevor er verboten wird (und bevor die Litfaßsäulen wegen ihres allgemeinen revolutionären Potentials verboten werden).

Und denkt immer daran: Wir sind das Volk! Wir sind der Souverän!

Links:

  • Auf diesem Blog gibt es noch viel mehr Geschichte.
  • Eine gute Einführung und Übersicht in diesen fast uferlosen Komplex, einschließlich einer Auflistung etlicher Klagen und Abmahnungen der Hohenzollern, findet Ihr beim Historikerverband.
  • Die vier Gutachten von Historikern, die Jan Böhmermann dankenswerterweise öffentlich gemacht hat.
  • Die Anhörung der Historiker im Kulturausschuss des Bundestages.
  • Zu dem Thema gibt es Unmengen an Literatur. Nur zwei Beispiele: „Der Kaiser und das ‚Dritte Reich'“, das vom Museum Haus Doorn herausgegeben wurde und auch die Restitutionsansprüche der Hohenzollern auf das Schloss in den Niederlanden anspricht. (Ja, die Hohenzollern sind grenzüberschreitend unersättlich.) Und ganz aktuell „Die Hohenzollern und die Nazis“ von Stephan Malinowski.
  • Wenn Ihr etwas gelernt (oder zumindest gelacht) habt, freue ich mich über eine Spende für diesen kleinen Blog. Jeder Taler hilft beim Kapf gegen die Geschichtsverfälschung.
  • Und vergesst nicht, dass Ihr noch den Podcast von Ralf Grabuschnig und mir anhören wolltet.

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
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5 Antworten zu Warum nerven die Hohenzollern noch immer? Und waren sie nun Nazis oder nicht?

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  3. Ostsache schreibt:

    Bilder haben eine Macht. Bilder verdecken auch die Realität. Wer zurückdenkt, Familienalben studiert oder ganz einfach Tageszeitungen aus den 1930er Jahren aufschlägt, wird rasch festsellen, dass ganz Deutschland uniformiert war. In unserer Schule machten wir einmal eine Umfrage: „War Dein Großvater bei der SA? Ja. Deiner? Ja auch, Und Deiner? Auch. Meiner? Zu jung. Eurer? Na klar.“ Jeder Haushalt musste bei entsprechenden Anlässen beflaggen. Und jedes deutsche Mädchen, jeder jeder deutsche Junge, jeder Beamte, jede öffentliche Angestellte sollte/musste bei wenigstens einer NS-Organisation dabei sein (musste nicht immer die NSDAP-Mitgliedschaft sein). Wer sich Farbfilme anschaut, wird feststellen, dass ein bedeutender Teil der männlichen Bevölkerung entsprechend uniformiert war. Der Hitlergruß? War Norm. Deshalb ist es eine krasse Verzerrung des Geschichtsbildes, wenn man die Hohenzollern auf so simplifizierende Weise dämonisiert. Wer hat keinen in der Familie, der nicht eine stramme Uniform anhatte oder entsprechend propagandistisch tätig war? Wenn man die Hohenzollern samt und sonders dafür ächten will, müsste man es wohl mit jeder deutschen Familie ganz undifferenziert so machen. Eine derartige Geschichtsbetrachtung wie sie hier praktiziert wird, übersieht die Möglichkeiten, seinen freien Willen umzusetzen. Wer den Hitlergruß nicht zeigte hatte mindestens mit beruflichen Nachteilen zu rechnen und wer das Uniformierungsgebot missachtete, musste schon sehr gut argumentieren können … Die Hohenzollern hätte man im NS-Staat gar nicht ans Rednerpult lassen, wenn sie nicht zu entsprechenden Zugeständnissen bereit gewesen wären. Der Artikel stammt von einer Person, die die Funktionsweise einer Diktatur in ihrem Kern nicht begriffen hat. Das wesentliche Kennzeichen einer Diktatur sind nicht Terror und Überwochung, es ist der erzwungene Konformismus. Würde sich der Autor des Artikels in Nordkorea anders verhalten?

    • Andreas Moser schreibt:

      Klar. Wer hat keinen in der Familie, der mit Hitler, Göring u.s.w. posiert, SA-Paraden abnimmt und die Weltpresse ins Wohnzimmer einlädt und dort sich und seine Söhne in Nazi-Uniformen präsentiert?
      Wer hat keinen in der Familie, der Spitzenkandidat der NSDAP bei den Preußischen Landtagswahlen und Abgeordneter für die NSDAP war? (VOR Etablierung der Diktatur, wohlgemerkt.)

      Die Hohenzollern gar als Opfer einer Diktatur hinzustellen, die sie sich herbeigewünscht hatten, das ist schon dreist. Natürlich hätten sie sich all den Regeln entziehen können. Erstens waren sie die Hohenzollern, zweitens hätten sie gar nicht nach Deutschland zurückkehren müssen, sondern hätten im niederländischen oder sonstigen Exil bleiben können. Aber nein, sie gingen lieber auf Propaganda-Touren in die Welt. Ganz freiwillig.

  4. Erwin schreibt:

    „Erstens waren sie die Hohenzollern, zweitens hätten sie gar nicht nach Deutschland zurückkehren müssen, sondern hätten im niederländischen oder sonstigen Exil bleiben können. Aber nein, sie gingen lieber auf Propaganda-Touren in die Welt. Ganz freiwillig.“ Ihnen ist aber schon klar, dass in Deutschland zeitweise eine autoritäre Parallellösung angestrebt wurde ohne Hitler? Die Demokratie war 1930 am Ende und niemand hatte mehr Vertrauen in sie.

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