Immer wenn jemand Menschen aus anderen Zeiten, Regionen, Generationen oder Kulturen weniger zutraut als sich selbst, denke ich an diese mindestens 30.000 Jahre alten Malereien.

Immer wenn jemand Menschen aus anderen Zeiten, Regionen, Generationen oder Kulturen weniger zutraut als sich selbst, denke ich an diese mindestens 30.000 Jahre alten Malereien.

Oft wird den Menschen aus anderen Zeitaltern, Speziell aus der Steinzeit und aus dem Altertum, auch der Sinn für Humor und für zweckfreies Handeln abgesprochen. Nicht alles was aus jenen Zeiten noch überdauert hat braucht gleich ein Fruchtbarkeitsritual oder ein Kultobjekt zu sein. Möglicherweise sind diese netten Pferdchen und die kämpfenden Nashörner ganz einfach ein Comic.
Vor allem, weil die Leute früher möglicherweise mehr Zeit für Zerstreuung und Muße hatten.
Wer von der Landwirtschaft lebt, hat monatelang nichts zu tun, außer sich über Regen zu freuen. Wer von der Jagd lebt, kann sich eine Woche an einem Wildschwein satt essen. Und ab der Einführung des Christentums war jeder dritte Tag ein Feiertag.
Da war viel Leerlauf und Zeit für Entertainment.
Na ja, Termine gab es wirklich weniger, aber ganz so musisch ging es wohl nicht zu. Schließlich musste man das Getreide, bevor man drauf gekommen war, dass man es auch anbauen könnte, mühsam zusammensammeln und mahlen, so schnell ist ein Wildschwein auch nicht erlegt und außerdem musste die Höhle auch mal ausgefegt werden. Ich glaube nicht, dass es besonders idyllisch war, sonst wären die Menschen dabei geblieben und hätten nix Neues erfunden.
schönen Gruß,
Maria
Ich glaube, diese Erfinder waren so Wichtigtuer, die nicht einfach still auf dem Sofa sitzen konnten. 😉
Wir haben alle dieselben Wurzeln und das ist nachgewiesen.
Dieser ganze Blödsinn über irgendwelche vermeintlichen Hochkulturen und vermeintlich primitive Menschen und Epochen geht mir ehrlich nur auf den Wecker.
Selber bin ich ein wenig interessiert am Mittelalter, welches ja auch immer als dunkle Zeit definiert wird zwischen Antike und Renaissance/Humanismus. Meine Chefin ist ja sogar in der Steinzeit unterwegs;-)
Menschen haben m.E. immer die Fähigkeiten, die sie brauchen, um zu überleben. Das Beschäftigen mit anderen DIngen als dem Lebenserhalt ist wie erwähnt auch eine Zeitfrage und da waren ältere Menschengruppen ganz sicher besser dran als wir, weil die nur so viel Energie in´s Überleben gesteckt haben wie nötig.
Geändert hat sich erst mit dem Wandel zur Vorratshaltung und wenn man vergleicht, wieviel Zeit wir eigentlich nur mit dem Erzeugen von Überschüssen verplempern und ansonsten freie Zeit im Wortsinne totschlagen, weil viele ständig die Idiotenlaterne vor´m Schädel haben oder sich darüber die Waffel mit für sie selber meist unbedeutenden Banalitäten zerbrechen, anstatt zwar äußerlich scheinbar nix zu tun, aber im Untätigen ihren Synapsen etwas Muße zu gönnen, die dann wieder Kunst etcpp. erzeugt, dann fliegt einem echt manchmal der Kitt aus der Brille.
Es gibt übrigens ein schönes Buch zu diesem Thema, welches sich zwar mehr auf Musik bezieht, aber genau dieses Problem gut anreisst:
https://www.buecher.de/shop/home/artikeldetails/A1001138489
Liebe Grüße nach Chemnitz
Ich beschäftige mich viel zu selten mit so weit zurückliegenden Epochen, so dass ich darüber lange Zeit nie richtig nachgedacht habe. (Aber man hat halt keine Kapazität für alles).
Etwas die Augen geöffnet hat mir diese BBC-Radiosendung über Höhlenmalerien:
https://www.bbc.co.uk/programmes/m000mqn7
(„In Our Time“ ist überhaupt eines der besten Programme im Radio. Aus den bisher über tausend Folgen findest du sicher auch einige übers Mittelalter.)
Was mich dabei am meisten ärgert: die primitiven Höhlenmenschen konnten sehr, sehr viel besser malen als ich. … und hatten nicht einmal ein Youtube-Tutorial!
Hahaha! 😀
Du hast recht. Ich würde das auch nicht hinbekommen. Nicht einmal auf Papier, mit richtigen Stiften, was eigentlich viel leichter sein sollte als mit Kohlestücken auf einer unebenen Felswand.
Das sehe ich auch so. 🙂