Was wollen die Vertriebenen(verbände) eigentlich?

Zugegeben, die Vertreibung der Deutschen aus der osteuropäischen Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg, der Verlust von Hab und Gut, die Bedrohung und Verletzung von Leib und Leben waren Unrecht.

Dennoch fällt es mir schwer, die aus Osteuropa vertriebenen Deutschen gleichermaßen als Opfer anzuerkennen wie andere Gruppen, die im Zeitraum des Zweiten Weltkrieges und der Folgejahre zu Opfern staatlicher Verfolgung wurden. Und das liegt nicht nur daran, dass Menschen mit einem Verständnis (oder zumindest einem Interesse) für die Zusammenhänge der Geschichte an der Einbeziehung der Frage nach Ursache und Wirkung nicht vorbeikommen. Sondern es liegt ganz besonders auch daran, dass die Vertriebenen(verbände) noch immer aktiv Geschichtsrevisionismus betreiben und die Aktivitäten der Nazis zu relativieren versuchen.

Dabei habe ich vor dem Hintergrund des weiteren Verlaufs des 20. Jahrhunderts noch nie verstanden, weshalb die Vertriebenen so grundsätzlich gegen ihre Vertreibung klagen, womit ich wie gesagt das individuell erlittene Unheil nicht minimalisieren möchte: Ohne diese Vertreibung hätten sie 50 Jahre in kommunistischen Staaten wie Polen oder der Tschechoslowakei leben müssen, ohne politische Freiheit, in einem erbärmlichen, planwirtschaftlichen, deprimierenden System. “Dank” der Vertreibung konnten die Vertriebenen in Westdeutschland am Wirtschaftswunder teilnehmen und politische wie persönliche Freiheiten genießen.

Ob irgendeiner der Vertriebenenfunktionäre im Nachhinein betrachtet wirklich lieber in der Tschechoslowakei oder in Polen geblieben wäre? Wohl kaum.

„Mami, Papi, wieso verlassen wir das kommunistische Paradies?“

(Dieser Artikel erschien auch im Freitag.)

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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6 Antworten zu Was wollen die Vertriebenen(verbände) eigentlich?

  1. UBasser schreibt:

    @Andreas Moser,
    so unprofessionell und BRD-konform dieser Text geschrieben ist, zeugt eigentlich nur davon, dass Sie bereits eines der vielen verloren Schafe, die der Umerziehung (festgehalten in den Jaltaverträgen) bereits zum Opfer gefallen sind. Leider!

    Wie alt sind Sie, dass Sie darüber urteilen können, wer ein Opfer in der Vergangenheit war und wer nicht! Ich habe meine Kindheit, Jugend, die Gründung einer Familie in der Zeit gehabt, als es noch DDR und BRD gab. Es ist einfach falsch zu behaupten, dass sich diese Systeme unterscheiden: Kapitalismus und Sozialismus. Es sind 2 Seiten EINER Münze! Warum wird denn Planwirtschaft heute verteufelt? Haben Sie sich eigentlich schon einmal darüber Gedanken gemacht? Oder plabbern Sie nur das nach, was im Fernsehen kommt? Wer hat denn eine gute und perfekte Planwirtschaft zuerst umgesetzt? Stellen Sie sich die Planwirtschaft unter den heutigen Bedingungen einmal vor!

    Das was heute Demokratie sein soll, nannte man vor ein paar Jahren noch Feudalismus!
    Aber, um auf das Thema zurück zu kommen: Was ist Recht und was ist Unrecht? Spätestens seit der 1. Weltkrieg ist das Recht der deutschen Völker verschwunden. Angefangen bei der Weimarer Republik bis hin zur BRD. Alles nur künstliche Konstrukte ohne Mitwirkung der Völker!

    Über die Ursachen hier zu schreiben, würde vermutlich den Rahmen des Blogs sprengen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Kommen Sie nach Moskau, wir fahren gemeinsam nach Pudolsk, dem staatlichen und militärischen Archiv. Hier liegen TONNENWEISE deutsche Original-Dokumente von vor dem ersten Weltkrieg bis die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Es kostest nichts, diese Dokumente zu lesen. Ihnen wird aber sehr schnell klar werden, welchen Lügen und Märchen Sie aufgesessen sind! In diesem Archiv finden Sie die Gründe der Kriege, der Politik während der Kriege, und die brisanten Unterlagen aller sogenannter „Vernichtungslager“ im damaligen Einzugsbereich der „Roten Armee“. Es lassen sich aber auch Akten einsehen, die Anfang der 60iger Jahre zur sogenannten „Kubakrise“ geführt haben – diese sind allerdings in russischer Sprache. Aber auch hier werden Sie den WAHREN Grund erkennen. Geheimakten sind daher geheim, weil sie objektiv sind und auf reiner Wahrheit basieren. Wie könnte man sonst als Staat handeln, wenn man sich selbst belügt. Man muss hier die Ursache und die Wirkung kennen. Daher gibt es die Geheimakten. Kaum eine wird davon nicht die Wahrheit darstellen.
    Und wie verhält es sich mit den konfiszierten deutschen Akten, Unterlagen und Aufzeichnungen? Wenn Sie die wahren Umstände der damaligen Ereignisse kennen, fügen sich alle diese Dokumente zu einem Bild zusammen.

    Was würde passieren, wenn Sie dort für 14 Tage recherchieren? Ihr gesamtes Weltbild wird in sich zusammen brechen…aber es wird sich sehr schnell wieder aufrichten, weil Sie die Wahrheit kennen.

    Nach solch einer Recherche werden Sie auch sehr schnell erkennen, wer die wahren Opfer der vergangenen Kriege waren und noch sind! Ihr Wissen, aber auch meines von vor Jahren würde ich so beschreiben: Nehmen Sie ein Tuch (1 m x 2 m) schneiden Sie nun einen knappen Zentimeter in Querrichtung ab – Dieses kleine Band, was Sie nun in den Händen halten, ist Ihr (und war auch mein!) Wissen über die Vergangenheit, den Rest (also die weiteren 199cm) müssen Sie selbst lernen und verstehen!

    Das Problem, welches wir heute haben, ist das Unwissen. Es läßt uns aus der Vergangenheit nichts wahres erkennen! Klar, Holocaust… Frage: was ist das eigentlich?
    Ich gebe Ihnen nur einen guten Tipp: Machen Sie sich über alles schlau! Lernen Sie! Revolutionen kann man immer machen, man muss aber den Weg danach kennen! Ohne Ziel – und es war bisher immer so! – verpufft jede Revolution nach ein paar Jahrzehnten!

    Es liegt in Ihrem eigenen Interesse an die WAHRE Vergangenheit unseres Landes zu kommen, Sie werden dann nicht mehr solche unprofessionellen Fragen stellen: „Könnten die Vertrieben mal erklären, was sie denn eigentlich wollen“
    Es gibt Recht und Unrecht, es gibt sogar Völkerrecht und geregeltes Kriegsrecht. Wenn Sie sich schlau gemacht haben, und vielleicht kann ein klein wenig mein Blog „Morbus Ignorantia“ beitragen – werden Sie im Groben erkennen, wer im Unrecht und wer im Recht ist. Dann können Sie sich selbst Ihre gestellte Frage beantworten.

    Tipps zur Wahrheitsfindung:
    – Auswärtige Amter alle Kriegsparteien vom 1. und 2. WK (also Alliierte und Achsenmächte)
    – militärische Staatsarchive vor allem in Pudolsk, aber auch London (mit Ausnahme der Hessakte!)
    – Biblotheken mit alten (vor 1930) Beständen. politischer Abhandlungen
    – Verträge gegen, für und um Deutschland (hier werden oft viele Fragen beantwortet)
    und alles, was belegbar und nachvollziehbar ist!
    LG

  2. Sarah Klinger schreibt:

    Nun, diese Frage: „Können die Vertriebenen mal erklären, was sie denn eigentlich wollen“, wurde auch im eibicht.blog gestellt. Mann, diese unendlichen Mosereien!! Rolf Josef Eibicht gab da gestern eine Antwort – in Form eines Hauptbeitrages, weil Moser daselbst (im Kommentar zu Ulla Langs Offenen Brief an Joachim Gauck) ebenso diese Frage stellte. Titel: Anmerkungen zu @ Andreas Moser: „Was wollen denn die Vertriebenen eigentlich?“ (Dabei sollte auch die Forsetzung des Beitrages im Kommentar Nr. 1 beachtet werden!!)
    Nachzulesen hier: http://www.eibicht.blog.de

  3. andreas kuck schreibt:

    interessanter und langer text von u basser.
    da ich aber in naechster zeit nicht wieder nach moskau komme, geschweige denn meine tage in irgendwelchen archiven verbringen werde, waere es nett gewesen, wenn basser uns etwas von seinem in diesen archiven und in seiner „lernphase“ erworbenen wissen mitgeteilt haette.
    so hoert sich der text nach verschwoerungstheorien und unausgegorenem quatsch an. holocaust… was ist das eigentlich (text basser) , nachtigall ich hoer dir trapsen.
    auch wenn moser etwas abgehoben ist und sich selber toll findet, mit seienem aufsatz ueber die vertriebenen hat er ja recht. wir werden die geschichte nicht zurueckdrehen (koennen und wollen), und sollten die freiheit (reisefreiheit, gedankenfreiheit……) in europa geniessen. jeder der in den osten moechte kann dies tun. ohne krieg.

  4. Corinna schreibt:

    Ich habe von Völkerrecht, Kriegsrecht etc. keine Ahnung und auch keine Lust, mich damit zu beschäftigen. Vielleicht genügt auch schon eine Portion gesunder Menschenverstand, um sich eine Meinung zu bilden.

    Also ich finde das Vertriebenwerden an sich schon tragisch und kann auch nachvollziehen, dass sich Vertriebene als Opfer sehen. Vor allem für Menschen mit sehr starken Wurzeln, die sich nicht so schnell an einem anderen Ort heimisch fühlen, muss es schrecklich sein, entwurzelt zu werden und fast nichts ins neue Leben mitehmen zu können, woran das Herz eventuell hängt.

    Meine Großeltern haben sich allerdings nie darüber beschwert und den Status als Verlierer eines Krieges akzeptiert, obwohl auch sie irgendwann mal schauen wollten, was aus ihren einstigen Heimatorten geworden war.

    Ich finde, es verbietet schon die Menschlichkeit, an dem Besitzverhältnissen rütteln zu wollen, denn die Menschen, die jetzt dort leben, haben sich dort auch ein Leben geschaffen. Sie daraus vertreiben zu wollen, wäre absurd.

    Zu Deinem letzten Absatz: Was machen die Vertriebenen, die es nur bis nach Ostdeutschland geschafft haben? Da war wohl eher nix mit „Wirtschaftswunder genießen“. 😉

  5. Scholz schreibt:

    Ist dem Schreiber mit seinem Halbwissen eventuell schon einmal zu der Erkenntnis gelangt, dass es den Sudetendeutschen nicht selbst überlassen war, zu bestimmen, wohin die Reise geht!
    Nur zur Info: Es wurde auch in die SBZ deportiert!
    Davon abgesehen, geht es den Vertriebenen garantiert am Arsch vorbei, ob ausgerechnet Sie, mit Ihrem dürftigen Wissen, der Meinung sind, den Opfern Anerkennung zukommen lassen zu müssen.

  6. Richard Belzer schreibt:

    Also die Vertriebenen, die es überlebt haben, die zufällig nach Westdeutschland kamen, und die dann noch Zeit und Kraft hatten die Früchte des Wirtschaftswunders zu genießen, denken wohl trotzdem mit Wehmut an die ermordeten Brüder, an die vergewaltigten Schwestern, an die enteigneten Eltern. Sie wären ja sonst peinliche Ignoranten.

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