Ist das nicht ironisch? (# 3)

Als ich meine neue Ironie-Reihe startete, hatte ich schon den auf Erfahrung gründenden Verdacht, daß allein die Kommentare der Leser genug Material für das regelmäßige Erscheinen dieser elektronischen Kolumne beisteuern würden. Und tatsächlich, nur einen Tag nach dem Beginn der Serie ist es schon so weit. Die Blogosphäre enttäuscht nicht.

Mein Beitrag über Rassismus in der Bundespolizei wurde, dankenswerterweise sogar mit einem Verweis auf meinen Blog, von Alis Afrika-Blog aufgegriffen. Der dortige Autor stimmt mit meiner Kritik am Bundespolizeipräsidenten, am racial profiling und an der pauschalen Vorverurteilung von Asylbewerbern überein.

Aber dann holt der Autor aus zum nicht minder vorurteilsbehafteten und pauschalen Rundumschlag wie der vorher noch (zurecht) kritisierte Präsident der Bundespolizei:

Man kann also im gleichen Artikel rassistische Vorurteile gegen Schwarze verurteilen und dann, ohne Luft zu holen, Vorurteile gegen vermutete Weiße drucken. Hier ist nur die Ironie köstlich, alles andere nicht. Komisch übrigens, daß ich selbst ziemlich weiß bin und mir trotzdem erkennbar Gedanken gemacht habe.

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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2 Antworten zu Ist das nicht ironisch? (# 3)

  1. Ali Schwarzer schreibt:

    Aus meinem Kommentar geht m.E. klar hervor, dass ich lediglich annehme, dass die beiden privilegierte Weiße sind, die sich keine Gedanken über die Sache machen müssen. Der Vorteil als Mitglied einer Mehrheitsgesellschaft besteht ja gerade darin, dass man seinen Status als normal ansehen kann und die Gründe hierfür nicht hinterfragen muss.

    In meinem Kommentar steht jedoch nicht zu lesen, dass sich Weiße grundsätzlich keine Gedanken machen würden. Anders wären die infrage gestellten Machtstrukturen unserer Gesellschaft gar nicht zu ändern, wenn sich Mehrheitsdeutsche darüber keine Gedanken machten.

    Überdies hier kann von rassistischen Vorurteilen gar nicht die Rede sein, denn der „Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“

  2. Pingback: Interne Vorschriften eindeutig, Rassismus gibt’s nicht – Alis Afrika-Blog

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