Wahl-O-Mat Europawahl 2014

Wie vor jeder Wahl spiele ich auch vor der Europawahl 2014 mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung herum.

Manchmal werde ich in meinen politischen Sympathien oder meinen bisherigen Wahlentscheidungen bestärkt, manchmal kommt Überraschendes zustande, was mich zumindest dazu bewegt, mir andere als die gewohnten Parteien mal näher anzusehen. Letzteres ist ohne 5%-Hürde ja noch verlockender.

Aber diesmal hat der Wahl-O-Mat gar nichts mit meinen europapolitischen Überzeugungen anfangen können. Für überzeugte Euro- und Europabefürworter, die für Freihandel aber gegen Wirtschaftswachstum, gegen Atomenergie aber für Militäreinsätze sind, gibt es anscheinend keine passende Partei.

Wahl-O-Mat Europawahl 2014

Den Vorschlag des Wahl-O-Maten, selbst zu kandidieren, halte ich für 2014 für etwas kurzfristig. Zudem lebe ich zur Zeit in Italien, wo ich die anti-deutsche Wahlkampfstimmung mit meiner Kandidatur nicht noch unbedingt anheizen muß.

Aber vielleicht komme ich ja 2019 dazu.

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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10 Antworten zu Wahl-O-Mat Europawahl 2014

  1. American Viewer schreibt:

    Für überzeugte Euro- und Europabefürworter, die für Freihandel aber gegen Wirtschaftswachstum, gegen Atomenergie aber für Militäreinsätze sind, gibt es anscheinend keine passende Partei.

    So eine Partei gibt es doch in DL. Die Grünen.

    aber gegen Wirtschaftswachstum

    Diese Haltung habe ich noch nie verstanden. Man muss schon sehr reich und sehr behütet sein, um gegen Wirtschaftswachstum zu sein.

    • Andreas Moser schreibt:

      Ja, für die Grünen habe ich dann bei der Europawahl auch gestimmt.

      Deutschland ist sehr reich und sehr behütet. Deshalb brauchen wir kein Wachstum mehr. Das Wachstum brauchen Indien, Somalia und Tunesien.

      • American Viewer schreibt:

        Handel ist keine Einbahnstraße. Die Wirtschaften sind direkt miteinander verflochten. Die Weltwirtschaft wächst gemeinsam oder sie schrumpft gemeinsam. Das sind ganz simple wirtschaftliche Basics, die in vielen Ländern leider viel zu wenig vermittelt werden.

      • Andreas Moser schreibt:

        Auch unter rege miteinander handelnden Staaten/Volkswirtschaften kann es sehr divergierende Wachstumsraten geben. Selbst innerhalb eines Währungsraums. Ja, selbst innerhalb eines Staates.

  2. American Viewer schreibt:

    Natürlich kann es divergierende Wachstumsraten geben. Aber nicht dauerhaft. Es ist immer nett vorzugeben, man wolle, dass es Menschen in Indien, Somalia und Tunesien besser geht. Aber dann kann man nicht gegen Wirtschaftswachstum sein.

    • Andreas Moser schreibt:

      Nachdem Somalia in 50 Jahren nicht vom deutschen Wachstum profitiert hat (außer vielleicht während der Tage der Landshut-Entführung), wäre es doch mal einen Versuch wert, die Prioritäten zu ändern.

      • American Viewer schreibt:

        Am Beispiel Somalia kann man die Wachstumsfrage nicht beantworten. Von daher macht dieses Beispiel keinen Sinn. Dass Somalia nicht vom Aufschwung präsentiert, liegt am jahrzehntelangen Bürgerkrieg dort. End of story.

        Ich habe deine Äußerungen so verstanden, dass die erste, westliche Welt aufhören soll zu wachsen, damit nun die zweite und dritte Welt endlich wachsen kann. Das ist die typisch grüne Position und diese Position ist ein Widerspruch in sich. Staaten wie die BRICS wachsen nur, wenn auch die erste Welt weiter wächst und gedeiht. Das wurde in der aktuellen Krise noch einmal deutlich.

      • Andreas Moser schreibt:

        Meine Position ist nicht, daß Wachstum verhindert werden soll. Das fände ich eine viel zu starke Einschränkung persönlicher Freiheiten. Wer meint, jeden Tag wachsen zu müssen, soll wachsen. Meine Position ist, daß Wachstum in schon „satten“ Ländern keine Priorität einnehmen soll, sondern daß Umweltschutz, Frieden, Bildung, Lebensqualität Prioritäten sein sollten. Wenn Deutschland z.B. nicht mehr wächst, sind wir ja nicht arm. Dann verdienen wir halt nächstes Jahr ds Gleiche wie dieses Jahr, aber es geht uns dieses Jahr doch nicht schlecht.

  3. American Viewer schreibt:

    Dann verdienen wir halt nächstes Jahr ds Gleiche wie dieses Jahr, aber es geht uns dieses Jahr doch nicht schlecht.

    Oder ehrlicher formuliert: „Dann verdiene ich eben das Gleiche wie dieses Jahr, mir doch egal, ich verdiene mehr als genug.“

    Das ist natürlich eine Haltung, die man sich leisten können muss. Und viele Grünenwähler und andere Konservative können sich das in der Tat leisten. Nur die Menschen, die aufsteigen wollen, die nimmt man damit natürlich nicht mit. Man zementiert nur geschickt die Verhältnisse gegenüber allen Ärmeren, Berufseinsteigern und Einwanderern.

    Im Ergebnis heißt das: „Sollen doch Sergej und seine Söhne ewig am Fließband arbeiten und Aische und ihre Töchter können ruhig für immer putzen, wir machen jetzt Nullwachstum hier in Deutschland!“

    Was an dieser Haltung links oder grün oder nachhaltig oder fair oder fortschrittlich sein soll, habe ich nie verstanden. Aber es ist natürlich immer praktisch, wenn man Rezession und Stagnation dem Wähler als Fortschritt verkaufen kann.

    • Andreas Moser schreibt:

      Da ich meinen Job als Rechtsanwalt aufgegeben habe, um als Vagabund zu leben, ist ja jetzt ein Rechtsanwaltsjob frei, den jemand anders übernehmen kann. Ich spreche nicht von der Besserverdienendenwarte, sondern aus der Sicht von jemandem, für den es Wichtigeres gibt als Einkommen oder Vermögen. Das muß nicht jeder so sehen, aber zu meinen politischen Ideen leisten meine eigenen Lebenserfahrungen natürlich einen wesentlichen Beitrag, den ich dann gerne in die Diskussion einbringe und der demokratischen Abstimmung stelle.

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