Kiew – Tag 18/21 – Friseur

Wenn ich erzähle, dass ich länger in ein Land fahre, dessen Sprache ich nicht verstehe, kommt oft die entsetzte Frage: „Aber was machst du dann, wenn du zum Arzt musst?“

Na, dann gehe ich zum Arzt, ganz einfach. Oder in die Poliklinik, wenn es dringend erscheint. Sprechen muss man da nicht viel, weil Ärzte die Symptome selbst erkennen und sicher alles schon hundertmal gesehen haben. Einfach zeigen, wo es zieht oder drückt, und schon wird einem geholfen.

Nein, die wirkliche Horrorvorstellung des Reisenden ist ein Friseurbesuch ohne Verständigungsmöglichkeiten. Aber heute musste es sein, und ich ging in eine dieser Friseurbuden, die am Straßenrand stehen. Denn, liebe Leser, je schäbiger etwas aussieht, umso günstiger kommt Ihr davon. (Das gilt übrigens auch bei den Polikliniken.)

Friseur

Die Friseurin fragte während des Schneidens immer wieder „normalni?“ und ich sagte jedes Mal „da, da“, denn etwas Besonderes wollte ich gar nicht. Und was hätte ich auch sonst sagen können? Die Haare wurden dann zwar kürzer als gewünscht, aber gar nicht schlecht. Für 80 Hryvnas, also 3 Euro, kann man sich so ein Experiment schon mal gönnen.

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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
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4 Antworten zu Kiew – Tag 18/21 – Friseur

  1. annaoekermann schreibt:

    Die Haare wachsen schnell nach😉 einen schönen Aufenthalt und ein gutes Neues Jahr ! Hast du schon etwas typisch ukrainisches in einem Lokal draußen gegessen ?

  2. Dagmar schreibt:

    Sehr schön geschrieben, das Problem der Frisur wäre mir beim Thema Sprachbarriere als letztes gekommen.
    Aber die mir wohlbekannte Frage beantworte ich mittlerweile immer mit: es gibt doch google Translator. Damit bin ich auch in Kiew auf der Suche nach dem korrekten Verkehrsmittel samt Zahlart wunderbar klar gekommen.
    Vom estnischen Abschlepper gabs Pralinen (vielleicht hab ich da doch was falsch herum verstanden).
    Wie mutig von DIr, das Selbstexperiment einzugehen und auf jeden Fall abenteuerlicher. Vielleicht lasse ich den Translator das nächste Mal aus.

    • Andreas Moser schreibt:

      Das mit den Pralinen ist aber eine coole Geschichte! Fast so wie wenn Google Translator absichtlich Fehlübersetzungen einbaut, um Menschen in überraschende Situationen zu bringen. 😉

      Ich hab’s leider nicht so mit der Technik, deshalb habe ich allenfalls ein Wörterbuch dabei oder schreibe mir vorher ein paar Vokabeln auf. Und wenn es um Preise oder Wegbeschreibungen geht, funktionieren Block und Stift auch prima.

      Ich werde diesen Sommer wieder in Kiew sein und überlege mir, dann endlich mal einen Russischkurs zu machen. Denn manchmal fühle ich mich schon ziemlich doof oder finde es schade, wenn ich gar nichts verstehe oder mitteilen kann.

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