Auf dem kleinen Friedhof bei der Kapelle für Johannes den Täufer außer- und oberhalb von Kremnické Bane in der Slowakei fand ich – auf der Suche nach dem geographischen Mittelpunkt Europas – dieses Kreuz, das die Grabstätte des Knoblauch-Ede markiert.

Was sich liest wie ein Spitzname, löst sich auf, wenn man weiß, dass im Ungarischen der Vor- immer nach dem Familiennamen steht. Deswegen heißt er auf Ungarisch natürlich nicht Vor-, sondern Nachname („utónév“).
Der Rest der Inschrift informiert uns, dass Herr Knoblauch Bahnhofsvorsteher war und am 3. Mai 1885 verstarb.
Dieses ungarischsprachige Grabkreuz für einen deutsch- und wahrscheinlich mehrsprachigen Verstorbenen auf einem Friedhof in der heutigen Slowakei gewährt einen kleinen Einblick in das multikulturelle Leben in Österreich-Ungarn.
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Grabsteinaufschrift in meiner Heimat: „Der im Grabe nebenan, machte mich zum Bettelmann!“
Das würde zu diesem Friedhof in Rumänien passen, auf dem jede Grabinschrift aus einem mehr oder weniger lustigen Gedicht besteht:
„Meghalt“ statt „Weghalt“ — auf ungarisch „verstorben“
Ahh, das erklärt einiges!
Gut, dass ich so multilinguale Leser habe, vielen Dank!
In Polen ist es auch so, dass der Nachname vor dem Vornamen kommt. Muss so ein osteuropäisches Ding sein.
Mir tun die Leute leid, die sowohl einen Vor- wie einen Familiennamen haben, der international unbekannt ist, und dann wegen der ‚falschen‘ Reihenfolge auf ihren Visitenkarten überall auf der Welt falsch angesprochen werden. 😦
Mir passiert das zum Glück nur selten.
Nur manchmal verlesen mich Leute und glauben, „Moses“ sei mein Vorname.
Ist mir vor allem im Bible Belt passiert, Kentucky und so.
Moses, das gefällt mir 🙂