Meine nächste Reise: Sucre und Potosí

Diese Woche reise ich endlich nach Sucre, der Stadt in Bolivien, in die ich eigentlich ziehen wollte (obwohl ich mich jetzt in  Cochabamba richtig heimisch fühle). Hoffentlich werde ich von den berühmten weißen Fassaden der eigentlichen bolivianischen Hauptstadt nicht zu sehr geblendet.

sucre.jpg

Und hoffentlich bleibt noch genug Zeit, um außerhalb der Stadt auf den Inkastraßen zu wandern, um Dinosaurierspuren zu entdecken, um einige der traditionellen Dörfer in der Gegend zu besuchen und um den Cerro Obispo zu besteigen.

Quilla-Quilla-to-Cerro-Obispo

Weiter geht es mit dem Zug von Sucre nach Potosí. Lustigerweise wissen die meisten Bewohner Sucres nicht, dass diese Zugverbindung existiert. Seit ich diesen Reiseplan bekannt gegeben habe, sagen mir meine bolivianischen Freunde immer wieder: „Dort gibt es keinen Zug.“ Aber ich bin mir ziemlich sicher, denn ich habe in einem Buch davon gelesen (ok, das Buch war möglicherweise aus dem vorletzten Jahrhundert) und habe sogar ein Foto gefunden:

Tren_Sucre_Potosi_1931.JPG

Wie dem auch sei, nächste Woche werden wir erfahren, ob der berühmte Zug noch fährt oder nicht.

Potosí: Schon seit ich das Buch “1493” gelesen habe, wollte ich diese Stadt besuchen. Nicht viele Menschen außerhalb Südamerikas kennen sie, aber Potosí war einst – gleichzeitig – die höchstgelegene größere Stadt der Welt (auf 4.090 m), die reichste Stadt der Welt, die größte Stadt in Nord- und Südamerika und die brutalste Stadt der Welt. Und all das lag an einem Berg, dem Cerro Rico, der mit genug Silber gefüllt war, um das spanische Weltreich und die spanischen Kriege in Europa zu finanzieren.

Cerro-Rico

Der große Silberboom ist vorbei, die Stadt ist nicht mehr der Motor der Weltwirtschaft, aber der Bergbau geht weiter. Dass nach 470 Jahren des Abbaus noch immer Silber (und Zinnerz) gefunden wird, gibt eine Ahnung von der Größe der Vorkommen. Und der Abbau ist genauso schwer und gefährlich wie vor 400 Jahren. Vielleicht sogar gefährlicher, weil so viele Schächte in den Berg getrieben wurden, dass er irgendwann in sich zusammensacken wird.

Es ist naheliegend, dass ich sowohl den Berg besteigen (4.782 m, was ein neuer Höhenrekord für mich wäre) als auch in die Minen gehen will. Irgendwie will es noch nicht ganz in meinen Kopf, dass ich gleichzeitig so hoch wie nie zuvor (der Cerro Rico ist auf Mont-Blanc-Niveau) und tief in einer pechschwarzen Mine sein kann. Bolivien, das Land der verrrückten Rekorde.

Wenn Ihr eine Postkarte wollt, gebt Bescheid. Sicherheitshalber werde ich sie verschicken bevor ich in die Mine gehe.

(Read this announcement in English.)

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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Eine Antwort zu Meine nächste Reise: Sucre und Potosí

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