Deeskalationshund

Auf meinen Reisen gehe ich gerne auf Demonstrationen. Wenn ich die Forderungen unterstützenswert finde, dann sowieso. Aber auch wenn nicht, sind Proteste oder gar Revolutionen ein hervorragender Ort, um etwas über die Dynamik in dem jeweiligen Land zu lernen. Wenn Proteste und Gegenproteste aufeinander treffen, kann man sich gleich ein Bild von zwei Seiten machen.

Zudem bieten Demonstrationen die Gelegenheit, zu beobachten, wie die Staatsgewalt mit den Bürgern umgeht: brutal oder höflich, militaristisch oder zivil, respektvoll oder kriminalisierend. Deutschland steht im Vergleich nicht einmal so gut da. Hier werden oft viel zu früh schwere Geschütze aufgefahren und die Polizisten treten in kämpferischer Montur auf. Wenn dann noch beissende Hunde losgelassen werden, fragt man sich schon, ob das Thema „Deeskalation“ auf der Polizeischule vielleicht zu kurz kam.

Ganz anders in Bolivien: Dort hat die Polizei auch Hunde, aber die beissen niemanden. Ganz im Gegenteil, die Polizei bringt Hunde mit zu hitzigen Demonstrationen, damit beide Konfliktparteien vom Streit über Neuwahlen oder die Abholzung des Regenwalds abgelenkt werden und nur mehr vereint ausrufen: „Ach, guck mal den süßen Hund an!“ Der Hund lässt sich dann streicheln, füttern und fotografieren. Und schon ist wieder Friede auf den Straßen.

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Die Funktion des Sensenmannes wurde mir allerdings nicht klar.

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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