Schusswaffe im Flugzeug

Heute mal ein praktischer Tip für vielfliegende Geheimagenten.

Immer wieder hastet man sich nach erfolgreich beendeter Mission erschöpft zum Flughafen und bucht zur Verwirrung der Verfolger einen Flug nach Slowenien und einen nach Slawonien. Bei der Gepäckaufgabe wird einem die Liste verbotener Gegenstände vor die Nase gehalten, die auf keinen Fall in ein Flugzeug dürfen: Plutonium, Sprengstoff, Mineralwasser, das nicht im überteuerten Flughafenbereich erstanden wurde, und – oh Schreck – Schusswaffen.

Rein aus Reflex ist man ehrlich und gibt zu, eine Pistole dabeizuhaben. „Tur mir leid“, sagt der Aeroput-Angestellte dann ungerührt und unflexibel, „Schusswaffen sind an Bord verboten.“ Wohin also mit der Wumme? Nur selten sind die Toilettenspülungen ausreichend stark, um eine Beretta hinunterzuspülen (die Toiletten am Flughafen Mehrabad sind die ungeeignetsten, kann ich Euch sagen), und nicht an allen Flughäfen gibt es praktische Topfpflanzen zum Vergraben des ansonsten so nützlichen, aber plötzlich umständlich gewordenen Agentenwerkzeugs. Man denkt kurz daran, sich den Weg freizuschießen, erinnert sich aber gerade noch rechtzeitig, dass das Töten Unschuldiger verboten ist. Steht irgendwo im Arbeitsvertrag, glaube ich.

Und so endete die Flucht vieler geschätzter Kollegen, die ihren Flug verpassten und dafür von Idi Amins Schergen eine verpasst bekamen.

„Und das alles wegen irgendeiner Verordnung aus Brüssel“ rufen die, die immer „Brüssel“ für alles verantwortlich machen, weil sie die EU-Kommission, das EU-Parlament, den Europarat, den Europäischen Gerichtshof und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht auseinander halten können.

Aber nein, daran kann es nicht liegen. Denn in Tschechien (nicht Tschetschenien, also mitten in der EU) gibt es eine Fluggesellschaft, die kein Problem mit bewaffneten Passagieren hat. Als ich bei dem mir bis dahin unbekannten Travel Service nach den Gepäckgebühren suchte, fiel mein Blick auf dieses einmalige Angebot:

Waffe im Fugzeug.JPG

59 Euro sind zwar happig, aber andererseits bekommt man für die gleiche Gebühr nur ein Kind oder ein lebendes Tier, beide bekanntermaßen weit nervigere Reisegenossen. Da der Aggregatszustand beim Tier hervorgehoben wird, gehe ich übrigens davon aus, dass man Kadaver kostenfrei in den Koffer packen kann. Auch das ziemlich kulant.

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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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