Kiew – Tag 1/21

Weil ich während der kommenden drei Wochen in Kiew wahrscheinlich so viele Eindrücke sammeln werde, dass der daraus entstehen sollende Artikel sowieso zu lang für die meisten Leser wird, veröffentliche ich in der Zwischenzeit schon mal jeden Tag ein Foto aus der ukrainischen Hauptstadt. Praktisch so wie Instagraph oder wie das heißt, was die jungen Leute heutzutage machen.

Ich beginne mit dem Ausblick aus der Wohnung, auf die ich mitsamt zwei süßen Katzen aufpasse.

Wenn man abends ankommt, kann es ziemlich düster sein um diese Jahreszeit.

Hochhäuser im Nebel

Ich wohne ganz im Westen der Stadt, etwa 10 km vom Zentrum entfernt, aber durch die U-Bahn hervorragend angebunden. Ziemlich viele Hochhäuser, aber dazwischen stehen doch immer mal wieder ein paar schnucklige historische Gebäude oder Kirchen herum.

Aber wenn dann die Sonne scheint, bemerkt man die Vorzüge sowjetischer Stadtplanung: Egal wohin ich aus der Wohnung im 19. Stock blicke, überall wurden Grünflächen, Parks und Alleen hingebaut. Das ist auch viel sinnvoller als jedem Spießbürger einen Garten zu verkaufen, so das Land künstlich zu verknappen und zu verteuern, und es im Endeffekt 99% der Zeit brachliegen zu lassen. Hier hingegen kann das ganze Volk im nahen Grünen spazieren gehen, joggen, Schach spielen, Klimmzüge machen, Hunde ausführen und Eichkätzchen füttern.

Blick von Wohnung auf Kirche

Und jetzt ist Dezember, wo die meisten Bäume kahl sind. Man stelle sich dies in den freundlicheren Jahreszeiten vor!

Falls Ihr Kiew kennt, freue ich mich über Anregungen. Falls nicht, freue ich mich über Fragen.

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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
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5 Antworten zu Kiew – Tag 1/21

  1. Obwohl ich sicher bin, dass an der Verknappung der Landfläche mitnichten der spießbürgerliche Privatgarten Schuld trägt, ist eine großzügige Stadtbegrünung andererseits eine gute Sache. Bin gespannt auf weitere Eindrücke.

    • Andreas Moser schreibt:

      Wenn man noch bedenkt, dass jeder Spießbürger zwei Autostellplätze braucht, wohingegen in Sowjetstädten einfach alle paar Minuten der Bus, die Tram oder die Metro kommt, glaube ich schon, dass diese unterschiedlichen Gesellschaftsmodelle zu unterschiedlichem Landverbrauch führen. Wenn Land dem Markt entzogen wird, dann kann man einfach politisch entscheiden, was man will (zB viele Parks). Wenn Land käuflich gemacht wird, will jeder so viel wie möglich für sich zusammenraffen und einzäunen, kann es dann aber nicht nützen, weil erjeden Tag arbeiten muss, um die Hypothek zu bezahlen. Letztendlich wird nur die Bank davon reich.

    • Ich verstehe deinen Einwand, finde deine Argumentation trotzdem verkürzt. Allerdings wird mir das in schriftlicher Auseinandersetzung zu aufwendig, lassen wir es einfach bei der Meinungsverschiedenheit.

    • Andreas Moser schreibt:

      Wenn man einen Gedankengang hat, der für einen Kommentar zu aufwendig ist, muss man einen eigenen Blogpost daraus machen, denke ich mir immer. Und so habe ich eine Liste mit 527 Posts, die ich noch zu schreiben haben. Viele der zugrundeliegenden Diskussionen dürften sich schon lange erledigt haben.

  2. Pingback: Kyiv – Day 1/21 | The Happy Hermit

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