Eine Postkarte aus Schiras

Vor der Schah-Tscheragh-Moschee hält mich ein Wächter auf: “Sind Sie Muslim?”

Wahrheitsgemäß verneine ich.

“Ich bedaure, mein Herr, aber heute ist nur für Muslime geöffnet”, erklärt er unter Verweis auf das Aschura-Fest. Hilfsbereit fügt er hinzu, dass morgen für alle geöffnet sei.

Doch heute ist mein letzter Tag in Schiras, früh am nächsten Morgen geht der Flug nach Teheran. Schade, die Moschee mit einem Mosaik aus Millionen Spiegelscherben soll eine der schönsten im Iran sein.

Der Wächter gibt mir den Rat, doch einfach in zehn Minuten wieder zu kommen. Verdutzt wandere ich um den Block. Hat er dann etwa seine Mittagspause?

Nein, er ist noch da. Mit breitem Grinsen fragt er: “Und, sind Sie jetzt Muslim?”

Ich lächle anerkennend über seiner Raffinesse und antworte: “Allahu akbar.“

Mit einer einladenden Handbewegung bittet er mich in die Moschee.

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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
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4 Antworten zu Eine Postkarte aus Schiras

  1. Fritz Friedl schreibt:

    Sehr schön!
    Netter Wächter!
    Alles Gute für 2021!

  2. Gott ist groß, mit Glück auch seine Diener 😉

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