Zugegeben, bei der eigentlichen Befreiung Italiens von den Nazis und den Faschisten im Zweiten Weltkrieg war ich nicht mit der Kamera dabei. Aber gestern, am 25. April, wurde der 69. Jahrestag der Befreiung gefeiert.
Die Befreiung Italiens geschah natürlich nicht an einem bestimmten Tag, sondern zog sich fast zwei Jahre hin. Am 10. Juli 1943 landeten die alliierten Truppen auf Sizilien und kämpften sich dann mühsam und unter Verlusten nach Norden voran. Der 25. April wurde als Feiertag auserwählt, weil am 25. April 1945 die Städte Milan und Turin in Norditalien befreit wurden.
Ich war bei der offiziellen Zeremonie in Bari, bei der ein Kranz niedergelegt wurde, um der getöteten Partisanen zu gedenken. Je mehr man über die Partisanen liest, desto mehr erkennt man, daß sie wesentlich mehr Kreativität in ihrer Würdigung verdient hätten, als in dem jedes Jahr wiederkehrenden Kranz mit Schleife zum Ausdruck kommt.
Es waren nur ein paar Dutzend Menschen anwesend, davon die Hälfte Soldaten und Reporter, die wohl keine andere Wahl hatten. Ein „Komitee für die Verteidigung und die Verwirklichung der italienischen Verfassung“ verteilte Flugblätter mit komplizierten Schaubildern zur Wahlrechtsreform.
Dann wurde es aber doch noch feierlich. Michele Emiliano, der Bürgermeister von Bari, stimmte die Partisanen-Hymne Bella Ciao an, und der kleine Menschenauflauf stimmte ein in das melancholische, schöne Lied.
Gut, wenn man einen Bürgermeister hat, der singen kann. Die anwesenden Soldaten waren hingegen überwiegend nicht geneigt, in ein Lied einzustimmen, das außerhalb der regulären Streitkräfte kämpfende Partisanen würdigt. Auf dem Weg nach Hause habe ich mich mal wieder gefragt, wieso es fast überall in Europa eine kämpfende Widerstandsbewegung gegen die Nazis gab, nur nicht in Deutschland.

















