Diplomatischer Durchbruch auf der Krim

Nach Wochen der gestörten Kommunikation zwischen den Großmächten und nachdem die Welt gefährlich nahe an den Dritten Weltkrieg Zweiten Kalten Krieg gerückt war, einigten sich die internationalen Vermittler am Sonntagabend auf einer überraschend einberufenen Krim-Konferenz über das weitere Vorgehen.

Yalta_summit_1945_with_Churchill,_Roosevelt,_Stalin(Click here to read this announcement in English.)

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Polignano a Mare

Nur eine kurze Zugfahrt südlich von Bari liegt der Ort Polignano a Mare, auf steilen Klippen erbaut, so eng wie möglich ans Meer gedrängt, wie wenn die Häuser den besten Blick erhaschen wollten, und mit mindestens einer besonders schönen Bucht. Enge Gassen und weiß getünchte Häuser schaffen eine ruhige Atmosphäre, aber ich fühlte mich mehr zu den Klippen hingezogen, wo die starken Wellen gegen den Fels schlugen und das salzige Wasser meterhoch in die Luft spritzte.

Polignano a Mare bay

Polignano a Mare bay 2

Polignano a Mare bay 3

Polignano a Mare

wave splashing Polignano a Mare

Polignano a Mare ist nicht nur ein schöner Ort, sondern der dortige Jahreszyklus wird auch von einer Reihe von Festivals bestimmt: Drachenfliegen, Feuerwerk, Umzüge, Essen und Klippenspringen.

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Video-Blog: Autobombe in Bari

Das passiert immer, egal wohin ich ziehe. Sobald ich mich eingelebt habe (was bei mir nicht lange dauert), legt es schon wieder jemand darauf an, mich loszuwerden. Vor ein paar Minuten ist vor meinem Haus in Bari, Italien eine Autobombe explodiert. Zum Glück war es Mittagszeit, wenn fast ganz Italien schläft. Soweit ich das überblicke, gibt es keine Todesopfer.

Hier der Blick aus meinem Fenster:

Das bringt die neuen Anweisungen von Al-Qaida in Erinnerung, in denen die Terrororganisation unter anderem zum Anzünden von geparkten Autos aufruft.

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Anti-Deutscher Wahlkampf in Italien

Endlich weiß ich jetzt auch, wie es sich anfühlt, zu einer Gruppe von Ausländern zu gehören, auf deren Kosten Wahlkampf gemacht wird. Es fühlt sich komisch an. Trotz des Bewußtseins, nicht persönlich gemeint zu sein, fühle ich mich immer betroffen, wenn ich in Italien an diesen Plakaten vorbeilaufe:

Europei non tedeschi

„Europäer nicht Deutsche“, mit diesem Slogan wirbt die Partei Italia dei Valori („Italien der Werte“) um Stimmen bei der Europawahl 2014. Dabei ist das eigentlich keine rechte, grundsätzlich fremdenfeindliche Partei (von denen es in Italien auch ein paar gibt), sondern einer eher linksliberale Partei, gegründet von Antonio Di Pietro, einem der bekanntesten Staatsanwälte Italiens, der als junger Mann selbst zwei Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat. Italia dei Valori stellt derzeit 7 der 73 italienischen Europaabgeordneten, ist also keine irrelevante Splitterpartei.

Als in Italien lebender Deutscher fühle ich mich unwohl angesichts dieser Plakate. Irgendwie ist es ein blödes Gefühl, im städtischen Park zu sitzen, sich mit Italienern zu unterhalten und ihnen zu sagen, daß ich aus Deutschland bin (was ich angesichts meines Akzents im Italienischen nicht verbergen kann), wenn an der Plakatwand hinter uns anti-deutsche Sprüche den politischen Diskurs vergiften.

Wenn eine Partei solch einen Slogan wählt, geht sie davon aus, daß es tatsächlich anti-deutsche Ressentiments gibt. Jetzt bin ich verunsichert, ob unter all den Italienern, die mir gegenüber freundlich auftreten, auch welche sind, die mich vielleicht am liebsten deportieren würden. Bisher habe ich es schon manchmal zu spüren bekommen, daß ich für eine wirtschaftliche Krise oder für Entscheidungen der Europäischen Zentralbank verantwortlich gemacht werde, nur weil ich aus Deutschland stamme. „Geh doch zurück nach Deutschland“ ist ein Satz, der manchmal fällt, was in einem vereinten Europa nicht nur besonders anachronistisch ist, sondern in meinem speziellen Fall, wo ich seit 5 Jahren nicht mehr in Deutschland lebe, noch deplatzierter wirkt als gegenüber deutschen Touristen. Letztere müssen sich aber keine Sorgen machen, denn bis zum Beginn der Haupturlaubssaison sind die Europawahlplakate ja schon wieder weg.

(Mittlerweile gibt es eine Reaktion des Parteivorsitzenden von Italia dei Valori auf meinen Artikel. – This article is also available in English.)

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Ja zum Verzichtsumweltschutz, aber bitte richtig!

Über die von der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks angestoßene Debatte, ob das Tragen von Pullovern in den Antwortmix auf steigende Energiepreise bei sinkenden Öl- und Gasvorkommen aufzunehmen ist, könnte ich aus meinem winterlichen Domizil in Süditalien einfach überlegen schmunzeln. (Obwohl viele Italiener hier auch bei 20 Grad in schweren Wintermänteln herumlaufen.) Stattdessen ärgere ich mich gleich doppelt:

  • Zum einen darüber, dass das Tragen eines Pullovers in der Wohnung von manchen schon als menschenunwürdige Zumutung gesehen wird.
  • Zum anderen über die Umweltministerin, die das Ausmaß der umwelt- und energiepolitischen Herausforderungen auf die Frage reduziert, ob ein deutsches Wohnzimmer auf 20 oder auf 22 Grad zu heizen ist.

Die Wahrheit ist Folgende:

  • Wenn die Erde dadurch zerstört wird, dass wir täglich über unsere Verhältnisse leben und Raubbau am Planeten betreiben, dann wird eine Umkehr nicht zu schaffen sein, ohne dass wir auf Dinge oder Aktivitäten verzichten, an die wir uns gewöhnt haben. Umwelt- und Klimaschutz unter Beibehaltung unserer aktuellen Verbrauchsgewohnheiten ist eine Alibi-Veranstaltung, die das Problem allenfalls auf die nächste Generation verschiebt. Ohne Verzicht geht es nicht. Die Kunst besteht darin, den Verzicht so zu gestalten, dass er zu keiner Einbuße an Lebensqualität, vielleicht sogar zu einem Mehr davon führt.
  • Dabei reicht es aber nicht aus, den häuslichen Thermostat zwei Grad niedriger zu stellen, solange alles andere beim alten bleibt. Drastischere Schritte sind notwendig: komplett aufs Auto verzichten, auf Produkte verzichten, die um den halben Globus geschifft werden müssen, auf Flugreisen verzichten, von zuhause arbeiten anstatt jeden Tag 50 km zu pendeln, auf Wirtschaftswachstum verzichten, auf Fleisch verzichten.
"Wir retten damit den Planeten, meine Kleine."
„Wir retten damit den Planeten, meine Kleine.“

Einen Pullover zu tragen, während man die Kiwis aus Neuseeland isst oder die nächste Flugreise bucht, ist so eine typisch deutsche Lösung: halb-halb, klein-klein, wischi-waschi. Probleme verschieben, aussitzen, faule Kompromisse schließen und alles andere vertagen.

Es gibt durchaus Argumente gegen eine Änderung unserer Lebensweise (wer sagt, dass wir Verpflichtungen für die nachkommenden Generationen oder für Bewohner absaufender Inseln haben?), aber es gibt eben auch Argumente dafür (ethisch, moralisch, ökologisch, wirtschaftlich, für manche auch religiös). Seit der Krimkrise könnte das Sparen von Öl und Gas sogar einen geopolitischen Aspekt erhalten („Frieren für den Frieden“ schlage ich als Slogan für den nächsten Winter ohne russisches Gas vor). Aber diese Grundsatzdiskussion muss öffentlich und mit aller Schärfe und Deutlichkeit der gegensätzlichen philosophischen Positionen ausgetragen werden, anstatt die Frage auf einen Pullover zu reduzieren und nach zwei Tagen Aufregung so weiterzumachen (und weiter zu verbrauchen) wie bisher.

(Dieser Kommentar wurde auch auf CARTA veröffentlicht.)

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Ich ziehe nach Bari

Nach sechs Monaten in Sizilien ist mir diese Insel ans Herz gewachsen. Sie hat mich überrascht mit ihrer Vielseitigkeit, den faszinierenden Landschaften, schönen Städten, interessanten Inseln, dem besten Essen und aufrichtig freundlichen und humorvollen Menschen. Ich habe mich sofort zuhause gefühlt.

Aber es ist an der Zeit, weiter zu ziehen.

Bari on Italy mapIch bleibe noch für den Rest des Jahres in Italien, aber ziehe aufs Festland (oder „den Kontinent“, wie manche hier sagen) um. Nächste Woche ziehe ich nach Bari, der Hauptstadt von Apulien.

In diesem Teil Italiens war ich noch nie, und ich freue mich darauf, den Süden, die Regionen Apulien, Basilikata, Kalabrien, Kampanien und die Adria-Küste zu erkunden. Daß Bari einen Fährhafen mit Verbindungen auf den Balkan aufweist, läßt in mir die Hoffnung gedeihen, daß ich endlich mal nach Montenegro und Albanien komme.

Warum fiel die Entscheidung gerade auf Bari?

Ein einfacher Grund. Zufällig stieß ich auf dieses Video und war beeindruckt davon, wie fröhlich die Stadt und ihre Bewohner sind:

“Mit solchen Menschen um mich herum werde ich jeden Tag guter Stimmung sein,“ dachte ich mir, und schon war die Entscheidung gefallen. Ich bin ein Schnellentscheider. – Erst später fand ich heraus, daß dieses Lied „We are happy“ in fast allen Städten der Welt zu einem Video verarbeitet worden ist. Tja, was Musik und solche Sachen angeht, war ich noch nie auf dem Laufenden.

Seither bin ich von Italienern vor dem schrecklichen Dialekt gewarnt worden, der in Bari gesprochen wird. Manche haben Bari sogar als „häßlichste Stadt Italiens“ bezeichnet. Wir werden sehen. Bleiben Sie an Bord und verfolgen Sie meine Erlebnisse!

UPDATE:

Was für eine schöne Stadt! Ich bin in Bari angekommen und wohne ganz in der Nähe zur romantischen Altstadt mit ihren beeindruckenden Kirchen und der Burg. Das Meer ist ganz nah, und es gibt eine Reihe von entspannenden Parks. Die Stadt und ihre Bewohner sind lebhaft und freundlich.

Was den örtlichen Dialekt anbelangt, bin ich manchmal noch nicht ganz sicher ob jemand Italienisch im Bari-Dialekt oder Arabisch spricht.

(To the English version of this article.)

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Territoriale Integrität? Es gibt Wichtigeres.

Demokratie und Selbstbestimmung sind toll. Niemand sollte aber glauben, daß ein auf die Schnelle aus dem Hut gezaubertes Referendum mit eingeschränkten Auswahlmöglichkeiten ohne vorherige intensive öffentliche Diskussion der zur Abstimmung stehenden Frage ein gelungenes Beispiel für direkte Demokratie darstellt. Ebensowenig ist es für das Selbstbestimmungsrecht einer Bevölkerung förderlich, wenn solch eine Abstimmung während der militärischen Besatzung durch einen nicht für demokratische Prozesse bekannten Nachbarstaat durchgeführt wird.

Das Referendum auf der Krim am 16. März 2014 mit einer Zustimmung, wie sie selbst die CSU bei den gleichzeitig in Bayern stattfindenden Kommunalwahlen nur in ganz wenigen Gemeinden in Niederbayern erzielen konnte, war also ein noch schlechterer Witz, als die Witze, die sich die Matrosen in der Kneipe in Sewastopol beim Wodka erzählen. Über diesen Witz lacht nur einer – Putin -, aber der Rest der Welt muß entscheiden, wie er darauf reagiert.

Westliche Reaktionen auf die Krimkrise kommen sehr schnell auf den Aspekt der territorialen Integrität zu sprechen. Dieses Wortungetüm bedeutet, daß ein Land nicht auseinandergerissen, filetiert, zerstückelt oder anderweitig geteilt werden darf. Staaten sind keine Pizza, die man beliebig teilen kann. Mit dem Argument der Unverletzlichkeit der territorialen Integrität der Ukraine setzt der Westen aber auf das schwächste Argument überhaupt.

Wieso soll es ein hehres internationales Prinzip darstellen, daß das Territorium eines Landes nicht schrumpfen oder wachsen darf? Viel entscheidender ist doch, wie es den Menschen in diesem Territorium geht: wenn Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Prosperität herrschen, sollte es sekundär sein, welche Fahne vor dem Rathaus weht. In der EU haben wir das eigentlich kapiert, weshalb niemand mehr um Elsaß-Lothringen oder um Triest Kriege führt.

"Tut mit leid. Ich wollte damit keinen Krieg auslösen!"

„Tut mit leid. Ich wollte damit keinen Krieg auslösen!“

Auch ich hätte mir gewünscht, daß die Krim bei der Ukraine verleibt. Aber nicht weil das die aktuelle (und wenn man die Geschichte kennt: ziemlich willkürliche) Grenzziehung war, sondern weil ich glaube, daß es für die Bewohner der Halbinsel besser ist, in einem Land mit einer demokratischen, europäischen Perspektive zu leben als in einem autoritären Mafia- oder Rambo-Staat. (Außerdem, aber das ist eher ein egoistisches Motiv, finde ich es gut, ein russischsprachiges Gebiet in einem visumsfrei zu bereisenden Land zu haben, weil ich dort mal gerne für ein paar Monate Russisch lernen würde.)

Aus der deutschen Geschichte wissen wir, daß ein Land nicht unbedingt zu einem schlechteren Land wird, wenn es schrumpft. Und seit 1990 wissen wir, daß Gebietsteilungen nicht unumkehrbar sind. „Auf die Größe kommt es nicht an,“ wie wir Männer in anderen Zusammenhängen beteuern.

Man muß nicht mehr als 25 Jahre zurückgehen, um zu erkennen, daß einige der jetzigen EU-Mitgliedstaaten aus „Verletzungen der territorialen Integrität“ damals noch existierender Staaten entstanden sind. Als Slowenien 1991 seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärte, obwohl es vorher nie als eigenständiger Staat existiert hatte, beharrten wir nicht auf der territorialen Integrität Jugoslawiens. Ebensowenig beharrten wir auf der territorialen Integrität der Sowjetunion als sich Litauen, Lettland und Estland unabhängig erklärten.

Zu jeder Zeit der Weltgeschichte haben sich Grenzen verändert. Wieso sollte dieser Prozess gerade vor dem 16. März 2014 ein für allemal abgeschlossen sein?

Mir scheint, daß dieses Beharren auf starren Grenzen dem Wunsch entspricht, die Welt überschaubar zu halten. Das ist sie aber nicht. Diese Vereinfachung ist nicht nur intellektuell unzufriedenstellend, sondern sie begeht auch den folgenreichen Fehler, eine Linie auf einer Karte höher zu bewerten als Menschenleben. Aus diesem Drang zum Bewahren von alten Grenzen sind schon eine ganze Menge von Problemen erwachsen. Ein paar Beispiele aus jüngster Zeit:

  • In Bosnien-Herzegowina wurde im Dayton-Abkommen darauf beharrt, diesen künstlichen, ehemaligen jugoslawischen Teilstaat intakt zu lassen, obwohl Randgebiete davon viel lieber zu Serbien bzw. Kroatien gehört hätten. Das Ergebnis ist ein uneinheitlicher, fast unregierbarer Staat mit einer Vielzahl von aufgeblähten kommunalen, regionalen, staatlichen und internationalen Verwaltungsebenen.
  • Der gleiche Fehler wurde im Kosovo begangen. Die überwiegende Mehrzahl der Staaten der Welt erkannte das unabhängie Kosovo in den Grenzen der einstigen jugoslawischen Provinz an, anstatt dies auf die 90% des Gebiets zu beschränken, die albanisch bewohnt und geprägt sind, und den fast ausschließlich serbisch bewohnten Nordteil bei Serbien zu belassen. Heute würde in Pristina kein Hahn mehr nach Nord-Mitrovica krähen, und das Verhältnis zwischen Serbien und Kosovo könnte wesentlich kooperativer sein.
  • Mehr als 10 Jahre lang haben wir darauf bestanden, Afghanistan als ein einheitliches Gebilde zu behandeln, obwohl viele dessen Bewohner dies gar nicht so wichtig finden. Wenn sich ISAF auf die zu befriedenden und stabilisierenden Teile Afghanistans konzentriert hätte, säßen zwar in Kandahar noch die Taliban, aber durch die Konzentration unserer Ressourcen hätten wir zum Beispiel in und um Kabul und Herat durchaus so etwas wie eine Gesellschaft mit echten Überlebenschancen aufbauen helfen können. Vielleicht. So haben wir in ganz Afghanistan halbherzig herumgefuhrwerkt, werden dieses Jahr abziehen, und ganz Afghanistan wird den Bach runter gehen. Wenigstens müssen wir uns keine neuen Grenzen merken.
  • Obwohl im Norden von Somalia mit Somaliland und Puntland zwei einigermaßen stabile Regionen ihre Unabhängigkeit erklärt haben, werden diese international kaum anerkannt, und die Welt beharrt stattdessen darauf, ganz Somalia als gescheiterten Staat zu betrachten.

Zurückkommend auf die Krim ist das Problem also nicht, wo genau die Grenze zwischen der Ukraine und Russland verläuft. Das wirkliche Problem ist die Existenz eines großen, aggressiven, machthungrigen, autoritären, menschenrechtsfeindlichen, korrupten und unkooperativen Staates auf unserem Kontinent. Dieses Problem bestand schon vor der Krimkrise und wird sich nicht durch Kontosperrungen und Einreiseverbote lösen lassen. Selbst das Eindämmen eines solchen Problems erfordert eine Anstrengung, wie wir sie seit dem Kalten Krieg nicht mehr geleistet haben. Wenn wir dazu nicht bereit sind, können wir den Staaten in Osteuropa, die nicht Mitglied der NATO sind, auch gleich sagen „tut uns leid“. Vorsorglich können wir diese Entschuldigung schon mal nach Moldawien entsenden, wo mit Transnistrien und Gagausien die nächsten Konfliktherde liegen.

(Dieser Artikel wurde auch auf CARTA veröffentlicht. – This article is also available in English.)

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Euer Lieblingsblogger bei der Arbeit auf Stromboli

Um die besten Geschichten und Fotos für diesen Blog zu finden, scheue ich keine Mühen und keine Risiken. Ich wandere durch Wüsten, verbringe Monate auf fernen Inseln, schleuse mich unerkannt bei Al-Qaida ein, fliege ins All und berichte aus Bürgerkriegsgebieten.

Von vielen dieser Abenteuer gibt es keine Fotos, weil ich meist alleine unterwegs bin. Letzte Woche war mal mein Vater dabei und konnte mich bei der Arbeit ablichten:

Andreas Moser StromboliDas Foto entstand auf Stromboli, einem aktiven Vulkan. Ich stehe am Rande des Kraters, aus dem ständig giftige Gase entweichen. Trotz Atemschutz brennt mir die Lunge. Die Schmerzen signalisieren mir, daß sie es nicht mehr lange machen wird, wenn ich noch ein paar weitere Minuten so nah am rauchverhangenen Abgrund bleibe. Die Eruptionen donnern in der Tiefe und schleudern Gestein und Lava Hunderte von Metern in die Höhe.

Und was mache ich im Angesicht dieser Naturgewalt? Ich mache mir fleißig Notizen. Für Euch, meine geschätzten Leser! Kein einfacher Job, aber irgendjemand muß es ja machen.

Hier ist der vollständige Bericht über die Stromboli-Besteigung.

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Krankenwagen auf Sark

Auf Sark, einer der Kanalinseln, gibt es keine Autos. Fahrräder sind die beliebtesten Transportmittel. Es gibt aber auch Pferdekutschen und ein paar Traktoren mit Anhängern, hauptsächlich um Waren vom Hafen abzuholen. Die Anzahl der Fahrzeuge auf Sark ist so überschaubar, daß die Nummernschilder keine Nummern aufweisen, sondern einfach den Vornamen des Eigentümers des jeweiligen Fuhrwerks, wie „James“ oder „Andrew“.

Und dann sah ich noch diesen Traktor, mit dem Patienten in Notfällen transportiert werden:

doctor tractor

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Kopflos

"Keine Ahnung, wer ich bin, aber früher muss ich wohl mal berühmt genug für ein Denkmal gewesen sein."

„Keine Ahnung, wer ich bin, aber früher muss ich wohl mal berühmt genug für ein Denkmal gewesen sein.“

(Gesehen in Catania auf Sizilien.)

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