Tagesnotizen 14

  1. Wenn ich mal in einer Quiz-Show bin, nehme ich als Telefonjoker den Typen, der die Wikipedia geschrieben hat.
  2. Was passiert eigentlich wenn keine Partei über die 5%-Hürde kommt?
  3. Wenn ich all die gut gemeinten Ratschläge befolgt hätte, die ich bekommen habe, wäre mein Leben wesentlich langweiliger.
  4. In einem Artikel über die besondere Art der Literaturförderung in Rumänien erwähnte ich das Buch des Flüsterns von Varujan Vosganian. Danke an den Carl-Hanser-Verlag für die Übersendung eines Rezensionsexemplars! 
  5. Dieser Bericht und insbesondere die Fotos machen Lust auf Tiflis. Die verfallenden Villen, denen man auch in Rumänien überall begegnet, wirken auf mich schöner als herausgeputzte oder klinisch saubere Städte. 
  6. Nach meiner Südamerika-Reise habe ich eine Packung ungenützter aber nicht generell unnützer Anti-Malaria-Medizin abzugeben.
  7. Andererseits, dank des Klimawandels werden wir auch in Europa bald Malaria-Mücken haben.
  8. Auch in Kolumbien gibt es Neo-Nazis
  9. Aber so weit muss man gar nicht sehen. Die Katholische Kirche in Deutschland leidet so sehr unter dem Priestermangel, dass sie über diesbezügliche „Fehltritte“ hinwegsieht.
  10. In ganz Saudi-Arabien gibt es nur ein Kino.
  11. Überall in Lateinamerika hörte ich das Lob „oh, Dein Spanisch ist aber gut“. Ich nahm es immer als persönliches Kompliment auf, bis mir klar wurde, dass mich nur der bolivianische Akzent so kultiviert erscheinen läßt.
  12. Aberglaube bringt Unglück.
  13. Im 18. Jahrhundert versuchten katholische Priester in Mexiko, den Nahuatl-Gott Quetzalcoatl zu Missionierungszwecken einzusetzen, indem sie behaupteten, er sei in Wirklichkeit der Apostel Thomas, der vor den Spaniern in die Neue Welt gekommen sei, um die Indianer zu bekehren.
  14. Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco liest sich wie eine Satire auf Dan Browns Sakrileg, nur dass ersteres vor letzterem erschien.
  15. Danke an Silke Wahle für die Übersendung von Über Tyrannei: Zwanzig Lektionen für den Widerstand von Timothy Snyder.
  16. Danke an den dtv-Verlag für ein Rezensionsexemplar der deutschen Neuübersetzung eines meiner Lieblingsromane, Martin Eden von Jack London. 9783423280815
  17. Meine persönliche Erfahrung, dass seit dem Brexit eine drastisch steigende Zahl von Briten die deutsche Staatsbürgerschaft möchte, wird vom Bundesverwaltungsamt bestätigt. Zu deren erhöhtem Arbeitsaufkommen trage ich mit meinen Ratschlägen wahrscheinlich wesentlich bei.
  18. Begeistert stelle ich fest, dass es Ritter Sport jetzt auch in 250-Gramm-Tafeln gibt. Das reicht ja für den ganzen Tag.
  19. Dieser Vortrag zur Raubkunst ist interessant, spannend und lebendig.
  20. Wenn Ihr am 14. Juli bei der Parade zum französischen Nationalfeiertag seit, achtet auf die Pioniere der Fremdenlegionsoldiers-from-the-foreign-legion-d19f-diaporama
  21. In dem Artikel über Humberstone erwähnte ich das Buch Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Erst jetzt erfuhr ich, was mir als Kind nicht auffiel: Das Buch ist eine Gegengeschichte zu nationalsozialistischen Bilderwelten, zu zeitgenössischen Fehlinterpretationen des Darwinismus, zur NS-Rassenpolitik und zu arischen Atlantismythen.
  22. Ich fahre ja wirklich gerne mit dem Zug. Aber wenn der Fernbus nur ein Drittel der Bahnfahrt kostet, dann werde ich eben mit dem Flixbus nach Berlin fahren.
  23. Ich habe große Bewunderung für Menschen, die Word-Dokumente formatieren können.
  24. Es ist schön, dass Königin Elizabeth II. die Opfer des Feuers im Grenfell Tower in London besucht. 96518230_hi040085267
  25. Aber wenn man in einem Palast mit 775 Zimmern wohnt, könnte man einigen der jetzt Obdachlosen eigentlich eine Unterkunft anbieten, oder?
  26. Die verheerenden Waldbrände in Portugal gingen mir noch näher ans Herz, weil ich erst vor einigen Wochen in diesen Wäldern spazieren ging – und dabei schon die leicht brennbare Monokultur aus Kiefern und Eukalyptusbäumen feststellte – und weil ich über Couchsurfing von einem Feuerwehrmann und seiner Schwester herzlich aufgenommen wurde. Er ist jetzt im Einsatz.portugalfire_2634093k
  27. Fremdenfeindlichkeit beschränkt sich nicht auf Nichtdeutsche. Diese Erfahrung, die Norddeutsche beim Urlaub in Bayern machen, erlebten auch schon die deutschen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier gibt es das Buch darüber.

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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2 Antworten zu Tagesnotizen 14

  1. Solminore schreibt:

    Daß es in Mitteleuropa zur Zeit keine Malaria gibt, liegt weniger am Klima als am Mangel an Feuchtgebieten. Noch zur Zeit der Rheinbegradigung durch Tulla und seine Nachfolger (1817–1876) gab es am Oberrhein Malaria. Nordgriechenland und Italien sind sogar erst seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts malariafrei (u.a. dank DDT).

    • Andreas Moser schreibt:

      Danke für diesen Hinweis!
      Als ich in Sizilien lebte, habe ich dort in einigen Büchern aus den 1950er und 1960er Jahren von Malariaausbrüchen gelesen.
      Und mein Großvater war von 1945 bis 1948 in Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien und erkrankte dort an Malaria.

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