Vor hundert Jahren wurde der Roadtrip erfunden – Dezember 1925: Motels

Ich habe gar kein Auto.

Die Gründe dafür sind vielfältig, finanziell, praktisch, ökologisch, wirtschaftlich, gesundheitlich, soziologisch und ganz persönlich. Außerdem finde ich Autos zu umständlich, vor allem wenn man sich stattdessen in einen Zug setzen kann, den jemand anders, noch dazu ein Profi, steuert, während ich selbst die Berge genieße, ein Buch lese, ein Nickerchen mache oder interessante Menschen kennenlerne.

Aber ich gebe zu, manchmal träume ich davon, mir wieder ein Auto zu kaufen. Nichts Besonderes, am besten ein altes, das nur noch ein halbes Jahr TÜV hat, für 500 €. Nur für eine einzige Reise, einen langen Roadtrip. Von Gibraltar bis zum Nordkap, und dann zurück durch das Baltikum bis nach Griechenland. Ohne feste Route, ohne Zeitplan, auf abgelegenen Landstraßen, am besten ohne Landkarte, einfach nach Gefühl, Lust und Laune. Und wenn es Abend wird, hält man spontan am erstbesten Motel, das zuverlässig am Straßenrand steht, egal ob in der portugiesischen Pampa, im norwegischen Nirgendwo oder im Hinterland der Herzegowina.

Und damit sind wir schon beim Motel, dem eigentlichen Anlasser dieser Geschichte.

Vor hundert Jahren, am 12. Dezember 1925, wurde nämlich in Kalifornien das erste Motel der Welt eröffnet: das Milestone Mo-Tel, später Motel Inn, in San Luis Obispo, auf halber Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco. Weil die Ortsnamen in Kalifornien alle spanischen Ursprungs sind (der Landstrich gehört eigentlich zu Mexiko und damit zu Spanien oder zu Österreich, aber das ist eine andere Geschichte), wurde das moderne Motel im Baustil der spanischen Missionen errichtet.

Im Jahr 1925 gab es schon ein paar Millionen Autos in den USA. Weil Amerikaner nicht gerne ins Ausland reisen (Fremdsprachen, Terrorismus und so), fuhren sie kreuz und quer durch das eigene, zugebenermaßen große, interessante und abwechslungsreiche Land. Die Autos waren aber noch langsam und die Straßen nur wenig asphaltiert. So musste man die Nacht oft zwischen zwei Städten verbringen, entweder im Zelt oder im Auto.

Das ist kein Problem, wenn man jung ist und sich jede Unannehmlichkeit als „Abenteuer“ schönreden kann. Aber ältere Menschen, gestresste Handlungsreisende und eigentlich jeder mit einer Wirbelsäule benötigt ein richtiges Bett.

Zum Glück waren da die Brüder Arthur, Alfred und Herbert Heineman, die wahrscheinlich von deutschen Einwanderern abstammten und deshalb prädestiniert für alles waren, was Automobile und Gemütlichkeit zusammenbringt. Sie erbauten und eröffneten im Dezember 1925 eben jenes erste Motel in San Luis Obispo.

Weil Amerika das Land der größenwahnsinnigen Kapitalisten ist, wollten sie eine ganze Kette von Motels gründen. Mit einem Motel an jedem der Orte der einstigen spanischen Missionen. Denn in weiser, wahrscheinlich göttlicher Vorsehung hatten die spanischen Eroberer ihre Missionarsfilialen jeweils im Abstand einer automobilen Tagesreise voneinander angelegt.

Die Idee war gut, aber die Konkurrenz war schneller. Und vor allem war die Konkurrenz günstiger. Denn die meisten der mittlerweile Zehntausenden von Motels haben nicht gerade solide katholische Klosterqualität, sondern sind eher schnell zusammengezimmerte Holzhäuschen. Nicht für die Ewigkeit gebaut, sondern für die Rendite.

Aber ich mag Motels.

Meine Erfahrung stützt sich hauptsächlich auf Autoreisen in Florida, Texas, Utah, Nevada und Kalifornien. Das war in der guten alten Zeit, als das Interweb noch nicht mobil war. Man hatte einen Straßenatlas und fuhr und fuhr und fuhr. Autofahren in den USA ist ziemlich entspannt, weil keiner drängelt, hetzt oder hupt. In Texas weichen die Leute sogar auf den Seitenstreifen aus, wenn sie im Rückspiegel sehen, dass da ein schneller Tourist angebraust kommt. Und dann gibt es Strecken, wo man sowieso nur jede halbe Stunde ein anderes Auto sieht.

Irgendwann wird man müde, die Sonne geht unter, die Luft wird kühler, und man sehnt sich nach einem Bett und einer Dusche. Gebucht hat man natürlich nichts. Wie auch, man wusste am Morgen ja noch nicht, wie weit man fahren würde. Aber es macht nichts, denn man weiß, früher oder später wird ein leuchtendes Neonschild am Straßenrand auftauchen und eine Oase der Zivilisation in der Kakteenwüste verheißen.

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In dem Büro sitzt immer eine ältere Frau, die das Motel geerbt hat, für ihren im Gefängnis sitzenden Ehemann verwaltet, oder die es sich von der Entschädigung gekauft hat, die sie für ihre an Vergiftung mit hexavalentem Chrom gestorbene sechsjährige Tochter zugesprochen bekam. Die Preise richten sich nach Sympathie, also kam ich meist billig weg. Oder es lag daran, dass ich das Übernachten oft bis ganz spät rauszögerte, so dass die Herbergsmutter um 22 Uhr wusste: Heute kommt sonst niemand mehr vorbei, also besser 35 Dollar als gar nichts.

Außer einmal, auf dem Weg von Mariposa zum Yosemite Nationalpark, da war ein hübsches Mädchen an der Rezeption. Aber gut, in dieser Gegend ist ja alles wunderschön. Da ist die Natur so überwältigend schön, dass sie einen plattmacht. Richtig körperlich, wie ein Rauschzustand. Am Titicaca-See kann man das auch spüren. Oder im Erzgebirge.

Im Yosemite-Nationalpark liegt wahrscheinlich auch das am schönsten gelegene Gerichtsgebäude der Welt. Die Richterin dort hat hauptsächlich mit Drogendelikten und Ruhestörung am Campingplatz zu tun, ansonsten keine großen Sachen. Und das Beste an dem Job: Amerikanisches Recht verlangt, dass Richter und Richterinnen in dem Bezirk wohnen, für den das Gericht zuständig ist. Deshalb gibt es für sie eine Blockhütte, einen Bollerofen, eine Angel und ein Gewehr. Traumjob!

Aber zurück zum Motel: Nachdem man sich in das Gästebuch inskribiert hat, fährt man mit dem Auto direkt vor die Tür Nr. 7 und geht auf seine Bude. Privater Eingang, viel besser als in einem Hotel. Denn so zahlt man nur für einen und bringt danach die Freundin mit aufs Zimmer. Im Hotel machen sie bei sowas ja meist irgendwelche spießigen Sperenzchen, vor allem im Bible Belt oder in Bayern. Habe ich gehört.

Außerdem stellt es eine gewisse Demokratisierung des Reisens dar, wenn Großfamilien den Papa zur Rezeption vorschicken können und dann heimlich und ohne Aufpreis aus dem Kofferraum steigen. (So war das in meiner Kindheit. Wobei das Peinlichste immer war, dass meine Eltern auch das ganze Essen von zuhause mitbrachten, damit wir ja nicht in ein Restaurant gehen mussten. Und dann haben wir bei geschlossenen Jalousien auf dem Gaskocher einen Erasco-Feuertopf gewärmt.)

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Denn im Motel gibt es natürlich keinen Service wie in einem Hotel. Außer dem Cola-Automaten, dessen Kühlung die ganze Nacht schnurrt und der auf Knopfdruck einen ganzen Eimer Eiswürfel ausspuckt. Wenn man Hunger hat, gibt es in der Umgebung alle möglichen Fast-Food-Tempel, wo man auf andere schweigsame Reisende mit traurigen Lebensgeschichten trifft, die ihren Kummer mit Kalorien bekämpfen.

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Bei meiner ersten USA-Reise war ich noch unter 21, konnte also noch kein Auto mieten. Deshalb war ich mit einem Freund zusammen mit dem Bus unterwegs. Eine Nacht verbrachten wir in dem kleinen Örtchen Tropic in Utah. Natürlich hatten wir abends Hunger, zogen über die einzige und damit Hauptstraße der Stadt mit damals etwa 400 Einwohnern und erspähten ein Schild, das „PIZZA“ versprach. Als wir eintraten, saßen wir plötzlich in einer ganz normalen Küche an einem ganz normalen Küchentisch. Die Frau des Hauses fragte uns, was wir auf die Pizza wollten, und wir saßen da, wie wenn wir Schulfreunde ihres Sohnes wären. Die Pizza hatte einen Durchmesser von eineinhalb Metern, was selbst für zwei Zwanzigjährige zu viel war. Ehrlich, wenn Ihr in den USA seid, bestellt nie etwas in „extragroß“ oder so, denn sonst werdet Ihr bald selbst extradick.

In den Motels sieht alles so aus, wie wenn es mindestens 20 oder 30 Jahre alt ist, aber nicht auf schäbige, sondern auf sympathisch-zeitreisende Art. Tiefe Teppiche, durchgelegene Betten, Vorhänge und Tapeten im 60er-Jahre-orangebraunen Stil, den man von den Polaroid-Aufnahmen aus der eigenen Kindheit kennt. Oder aus dem DDR-Museum.

Ich gebe zu, mir gefällt diese Architektur. Dieses Mutige, Futuristische, so wie wenn man eine Raumstation baut. Man sieht und spürt den Optimismus des Atomzeitalters und der Fünfjahrespläne. Denn interessanterweise gab es die ähnlichen architektonischen Entwicklungen im Westen wie im Osten. Nur dass im Osten der öffentliche Nahverkehr gegenüber dem Individualverkehr bevorzugt war.

Die beste Kombination der beiden Welten gibt es in Chemnitz, diesem historisch einmaligen Knotenpunkt aus Ost und West, wo man mit der Straßenbahn zum Motel fahren kann. Linie 1 bis zur Haltestelle Kappler Drehe.

Dass in den USA mehr aufs Auto statt auf die Schiene gesetzt wurde, lag auch an der Rassentrennung. Farbige wurden im Bus und in der Bahn immer wieder schikaniert, und kauften sich deshalb lieber ihren eigenen Cadillac. Weil unter den Motelbetreibern einige Rassisten und Antisemiten waren, bildete sich so etwas wie eine Parallelstruktur heraus, mit Motels und Tankstellen und Restaurants für Farbige und für Juden. Und mit eigenen Reiseführern, in denen die Übernachtungsmöglichkeiten und Autowerkstätten aufgeführt wurden, wo man nicht gelyncht wurde.

Mittlerweile sind viele Motels leider kaputt und pleite. Das anfangs erwähnte erste Motel musste 1991 schließen, und sieht jetzt so aus:

Das liegt nicht am Ende der Rassentrennung, sondern daran, dass die Leute nicht mehr spontan reisen. Die meisten wollen jetzt alles vorab planen und buchen. Dabei sucht man sich natürlich ein Hotel in der Stadtmitte oder an einem abgelegenen See. Kaum jemand fährt noch einfach so drauf los. Nebenbei treibt man damit nicht nur die Motels in den Ruin, sondern man zerstört auch jegliche Spontanität. Am schlimmsten sind die Leute, die schon vorher die Bewertungen lesen oder im Internet nach der Speisekarte suchen. Wenn Ihr keine Überraschungen erleben wollt, dann bleibt doch gleich zuhause!

Nur im Film lebt das Motel weiter. Wobei „leben“ vielleicht nicht ganz das richtige Verb ist.

Aber in Wirklichkeit ist es nicht so schlimm, glaube ich.

Mir selbst ist zumindest nie etwas passiert. Okay, das eine Motel in Houston war ein bisschen komisch, mit einer Metallstange mitten im Raum, Spiegeln an der Decke, und alles ein bisschen rosa. Da habe ich sicherheitshalber die Tür zugesperrt. Und in Las Vegas hörte man die ganze Nacht Schießereien. In El Paso erst recht. Aber irgendwas ist halt immer. Wenn man Urlaub in Schwaben macht, dann nerven einen die lauten Kirchenglocken.

Passenderweise war es ebenfalls vor hundert Jahren, dass große Fernstraßenprojekte geplant und gebaut wurden, die Tausende, ja Zehntausende von Motels notwendig machten: In den 1920er Jahren entstand die Idee einer kontinentübergreifenden Straßenverbindung von Alaska bis nach Feuerland, die Panamericana. Und 1926 wurde die Route 66 von Chicago nach Los Angeles eröffnet.

Letzteres ruft geradezu danach, 2026 ein kleines Jubiläumsprojekt zu veranstalten. Und die Panamericana einmal komplett abzufahren, durch 14 oder 15 Länder, das ist ein lange gehegter Traum. Natürlich nicht mit dem eigenen, nicht vorhandenen Auto, sondern per Anhalter.

Aber bevor ich jetzt wieder ins Träumen gerate, möchte ich lieber von Euch hören: Erzählt doch mal von Euren Road-Trip-Abenteuern!

Links:

  • Alle Folgen aus der Reihe „Vor hundert Jahren …“. In den letzten beiden Jahren klafft hier leider eine große Lücke, weil ich mich zu sehr von der Arbeit ablenken habe lassen. Aber ich gelobe Besserung. Wenn Ihr Vorschläge zu Themen habt, die 1926 passiert sind und nächstes Jahr ihr Hundertjähriges feiern, nur her damit!
  • Mehr Geschichte.
  • Und ein paar Geschichten von der Landstraße.
  • Motels im Missionsstil gibt es wohl kaum mehr. Aber wer einmal in einem Kloster übernachten will, dem sei die Jugendherberge auf Pico empfohlen.
  • Das mit dem Zelten neben der Straße hat in den USA noch immer Tradition. Aber wir dürfen hier nicht sozialkritisch werden, sonst bekomme ich kein Visum für die Route 66.
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About Andreas Moser

I am a lawyer in Germany, with a focus on international family law, migration and citizenship law, as well as constitutional law. My other interests include long walks, train rides, hitchhiking, history, and writing stories.
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23 Responses to Vor hundert Jahren wurde der Roadtrip erfunden – Dezember 1925: Motels

  1. Wow, das ist ja fast schon eine Liebeserklärung an Motels, mit tollen Bildern. Ich gebe zu, dass ich die unkomplizierte Abwicklung auf unseren USA-Trips auch schätzen gelernt habe. Obwohl wir nicht so krasse Erlebnisse hatten, wie in deinen Filmausschnitten, gab es durchaus auch negative Erfahrungen. Teppiche, in denen das Leben wimmelte. Bettwäsche, die schon beim Bezug ganz sicher nicht frisch war, sondern im Gedanken an Nachhaltigkeit weiter genutzt wurde. Frühstückskaffee, der von der UN-Menschenrechtskonvention als seelische Folter eingeordnet wird. Deshalb lesen wir die Bewertungen durchaus vorher. Manchmal liest sich das wie ein Horrorroman. Aber es gab natürlich überwiegend positive Erinnerungen.

    • Und dabei muss man bedenken, dass diejenigen mit den negativsten Erlebnissen (wie in den Filmausschnitten) gar keine Bewertungen hinterlassen!

      Aber ich freue mich, zu hören, dass es überhaupt noch so rustikale Motels der alten Schule gibt.
      Ich war selbst seit 2009 nicht mehr in den USA und habe nur aus der Ferne mitbekommen, dass sich viele nicht mehr rentieren und jetzt eher wochen- oder monatsweise vermietet werden. Wie so eine Art Sozialwohnungen:

    • 😂😂😂 Stimmt wohl, aber die mit kaputter Wirbelsäule bewerten sehr wohl. Das Bett war zu hart. Das Bett war zu weich. Usw.

    • Wenn ich meine Wirbelsäule bewerten müsste, würde ich ihr auch keine volle Punktzahl mehr geben.

  2. Avatar von Barbara (Barbaras Spielwiese) Barbara (Barbaras Spielwiese) sagt:

    Wieder wunderbar zu lesen – bin ein großer Fan Deiner Berichte!

    Auf dem Land komme ich ohne Auto schwer zurecht – als ich in der Stadt lebte, reichten Fahrrad und Monatskarte. Das langsame Reisen mit einem alten Auto kenne ich sehr gut, vor allem aus Studentenzeiten und kurz danach – das waren andere Zeiten und das Zelt oder nobler sogar ein selbst umgebauter VW-Bus habe ich damals Motels vorgezogen. Damit kamen wir bis problemlos bis kurz vor die syrische Grenze, ins im August frostige Skandinavien oder ins tiefe Spanien.

    Motels fand ich immer schon faszinierend – wahrscheinlich sind da entsprechende amerikanische Filme schuld. In den USA habe ich festgestellt, dass die teils auch ausgebucht sind und es nicht so einfach war, einen Platz zu bekommen. Inzwischen erleichtert das Internet doch oft die Suche, auch spontan, wenn alles andere dicht ist. Manchmal hilft da aber auch ein Gespräch in einer Pizzeria oder das lokale Tourismus-Office (ist uns nahe Venedig mal passiert, da konnten die helfen, weil echt alles ausgebucht war, die fanden noch einen Platz – Learning: nie ohne Zelt über Himmelfahrt oder Fronleichnam in die Region Venedig fahren…)

    Die großen Straßen… Letztes Jahr bin ich ein paar hundert km über die Panamericana gefahren und habe mich wieder ein wenig damit beschäftigt. (Die letzte Zeit der Beschäftigung damit lag einige Jahrzehnte zurück…) – bis auf Panama-Kolumbien ist sie durchgängig befahrbar (wenn man in die USA einreisen darf…). Ich war in Costa Rica allein unterwegs und dort ist sie super ausgebaut und gut beschildert. Bei jedem Schild bekam ich ein wenig Gänsehaut und habe mich gefreut, dass ich echt da bin und darauf fahre. Weiter nach Nicaragua bin ich mit einem Bus, in dem ich interessante Leute kennenlernte. Zurück bin ich dann in Nicaragua mit dem Taxi und ab Costa Rica mit einem Bummel-Bus, der teils aber auch abseits der Hauptroute fuhr. Die Fahrt kostete quasi nichts (8 USD für viele Stunden aus dem Norden zum Flughafen der Hauptstadt, mit dem Ticket bekam man den Sitzplatz zugewiesen) und war perfekt, um Spanisch zu üben, da keiner Englisch sprach 🙂 – Ach ja, ich habe so viel zu erzählen und so wenig Zeit, mein Reiseblog zu füllen…
    Solche Erlebnisse machen das Reisen aus. Die Panamericana würde ich mit dem Bus machen, per Anhalter ist (als Frau?) nicht so meins und auf Busfahrten lernt man auch gut Menschen kennen. Aber man kann das ja mischen und evtl. auch mal ein Auto mieten, sie ist lang genug.

    In Deutschland gibt’s seit wenigen Jahren eine neue Motel-Kette, die ich gerne buche (auch spontan, aber meist ist mit Vorlauf billiger), das sind aber total neue Räume mit Küche und super Bad, also ganz anders als vor 100 Jahren.

    • Hallo Barbara,

      du hast ja schon wirklich viel erlebt/gesehen, Respekt!

      Die Panamericana zumindest teilweise mit dem Bus, das ist eine gute Idee. Und von Panama nach Kolumbien muss man eh mit dem Schiff fahren, wenn man nicht durch den gefährlichen Dschungel stapfen will.
      (Ich hatte mal gelesen, dass da jetzt eine Eisenbahn fährt, aber das war ein böses Gerücht.)

      Ich muss zugeben, ich bin auch nicht mehr so spontan wie früher. Zum einen macht das Internet irgendwie faul, zum anderen findet man bei vielen Herbergen ja gar keine Rezeption mehr, wo man einfach fragen kann. Alles nur mehr Schließfächer mit Geheimcodes und so Schabernack.
      Und die Befürchtung, finanziell über den Tisch gezogen zu werden, spielt natürlich auch eine Rolle.
      Ich schwöre auch auf die guten alten Tourismus-Informationen, wo es sie noch gibt. Die haben nämlich oft Angebote, die man gar nicht im Internet finden kann.
      Wer nur bei Booking oder AirBnB guckt, dem entgeht so einiges.

  3. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Ich bin gerade von meinem 6-wöchigen Roadtrip Spanien/Portugal zurück. Viel zu kurz, aber das ist nun mal der Kompromiss, den die meisten von uns eingehen (müssen). Zeit gegen Geld. Ich liebe es unabhängig zu sein und bin daher mit meinem ausgebauten T5 unterwegs. Ich liebe es, nichts planen, buchen und suchen zu müssen. Ich bleibe stehen wo ich will und wann ich will und so lange es mir gefällt. Und wenn mir so ist, geht es weiter. Schade, dass es keine Fähre nach Madeira oder auf die Azoren gibt. Das wäre so cool im eigenen Van. Ich bin kein großer Menschenfan, daher ist das für mich ideal. Ich habe einfach meine Ruhe 👍🏽😊. LG Kirsti

    • Hallo Kirsti,

      der T5 ist doch ein Panzer, oder? :O

      Sechs Wochen Urlaub am Stück finde ich schon ziemlich super! Du musst mir mal erzählen, wie man das macht. Obwohl, ich befürchte schon, man muss dafür vorarbeiten, diszipliniert sein und konsequent „nein“ zu noch mehr Arbeit sagen, und lauter so Dinge, die mir abhold sind.

      Ich frage mich jetzt, wie die Autos auf die Inseln kommen. Denn da fahren ja durchaus welche rum.
      Gab es da früher mal Fähren, und jetzt hat jeder nur noch die alten Autos? Oder kommen die mit den Frachtschiffen? Oder wurde am Anfang nur ein männliches und ein weibliches Auto auf die Azoren gebracht, und die beiden haben sich dann fortgepflanzt?

    • Avatar von viewinghood viewinghood sagt:

      Hi Kristi,
      gerade Deinen Bericht gelesen. Ich war für eine längere Wanderung auf den Levadas auf Madeira und bin ehrlich gesagt froh darüber, dass Du und die 100000 anderen *nicht* mit Euren teilweise großen Fahrzeugen die kleine Insel verschandelt. Der reisende und zahlende Tourist ist ein großer Wirtschaftsfaktor dort. Die Leute können das Geld gut gebrauchen. An Andreas: es laufen nur noch Frachtschiffe mit Gütern und Ersatzteilen die Insel an. Hoffentlich bleibt das so… 🙏

  4. Avatar von T.Head T.Head sagt:

    Toll die Leuchtreklame!
    Guten Rutsch dann später

    Und ja … Roadtrips mag ich auch, plane einen fürs Baltikum 😉

    • Baltikum ist super.
      Ich war da schon ein paarmal unterwegs, allerdings meist mit Bus oder Fahrrad.
      Wunderschön, alles grün, viel Landschaft, ein paar Burgen, die alten Holzhäuser finde ich wunderschön, freundliche Menschen, alles entspannt.
      Meine Tipps sind vor allem die estnischen Inseln Hiiumaa und Saaremaa.

    • Avatar von T.Head T.Head sagt:

      ja, ich weiß, dass du da schon unterwegs warst und bin schon in der Planungsphase. Saaremaa hatte ich schon auf dem Zettel, Hiiumaa schaue ich mir gleich mal an. Postkarten gibt’s dann vermutlich im Juni.

    • Wenn du nur Zeit für eine Insel hast, würde ich aber wahrscheinlich auch nach Saaremaa fahren.
      Beide sind wunderschön, aber Saaremaa ist größer und dadurch ein bisschen vielseitiger. Hiiumaa ist eher etwas, falls dir Saaremaa zu trubelig ist. (Ich war im Herbst dort, aber vielleicht sind im Sommer ja Millionen von Touristen da. 😉 )

      Und Kuressaare/Arensburg ist ein hübsches Städtchen mit einer wirklich imposanten Burg. Besonders schön fand ich, dass die Burg rund um die Uhr offen ist, so dass man auch nachts im Mondschein auf die Mauern klettern kann.

      Vielleicht schaffe ich es noch vor deiner Reise, meine Saaremaa-Artikel zu veröffentlichen, um die Vorfreude zu steigern.
      Für mich war die Insel jedenfalls das Paradies!

    • Avatar von T.Head T.Head sagt:

      Oh das klingt alles sehr verlockend, ich düse Anfang Juni ab … sofern die politische Weltlage in der Ecke mitspielt … auf jeden Fall immer Rückwärts einparken.

  5. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Mein Tipp zu mehr Freizeit: suche dir einen überbezahlten Teilzeitjob und sag deinem Arbeitgeber, dass du zu den 32 Urlaubstagen noch 1-2 Monate im Jahr unbezahlt frei brauchst. Im Gegenzug bist du (im Gegensatz zu vielen anderen KollegInnen) nie krank und machst einen guten Job, wenn du da bist. Dann klappt das auch. Nix super diszipliniert 😂. Bei mir fällt nach 6 h der Stift.

    Früher gab es wohl mal Fähren von Portugal auf die Inseln. Jetzt werde ich wohl eines der Nachfahren der beiden Ursprungsmobile in Anspruch nehmen. In Costa Rica wird es im November wohl aber ein Van werden. Ich liebe einfach diese unkomplizierte, flexibel Art unterwegs zu sein. Vielleicht sammel ich dich ja als Anhalter auf 😂.

    Ob der T5 auch ein Panzer ist, weiß ich nicht, ich kenne nur den T55 mit dessen Spielzeugmodel mein Bruder früher unsere Republik gegen das kapitalistische Ausland verteidigt hat. Druschba und guten Rutsch ins neue Jahr. Kirsti

  6. Avatar von hanselmar hanselmar sagt:

    Wenn es um das Thema Motels geht ist Europa etwas langsamer als die USA, aber Motels gibt es jetzt auch in Europa an vielen Orten. Bei meiner Auswanderung nach Malta habe ich daran gedacht und mich auf die franzosische B&B Kette spezialisiert. Es funktioniert tatsachlich bis nach Palermo. Als Auswanderer hat man Zeit und sucht sich die passenden Orte aus. In meinem Fall war das nach Deutschland zuerst Mantova, auch Mantua genannt. Da gibt es die besagte Hotel Kette im Industriegebiet. Mit offentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen aber mit dem Auto kein Problem weil die Autostrada in unmittelbarer Nahe ist. Am nachsten Tag ging es weiter in Richtung Roma, nach Fuimacino wo der grosse Flughafen ist. Da wurde eine weitere Ubernachtung eingeplant. Auch hier ist das Parken kostenlos. Der dritte Tag der Reise ging dann nach Palermo was eigentlich ein Umweg ist, aber ein B&B Motel hat. Eigentlich wollte ich danach sofort nach Malta fahren, aber die Traghetto Faehre war ausgebucht und es gab kein B&B Motel in Pozzallo. Da blieb nur Enrico Carusos Mare Nostrum Petit Hotel uebrig und das gehoert nicht zum B&B Netzwerk. In Malta gibt es ohnehin keine echten B&B Motels aber Hotels ohne Ende.Das Reviera Resort Hotel, welches zeitweise einmal Labranda Riviera Hotel hiess hat aber einen grossen kostenlosen Parkplatz und darf auch gerne als Ersatz fuer ein Motel genutzt werden.

    • Einen Teil dieser Strecke bin ich mal in einem Wohnmobil mitgefahren, nämlich von Rom nach Messina.

      In Sizilien selbst war ich dann aber immer lieber mit dem Zug unterwegs. Insbesondere die Strecken, die direkt am Meer verlaufen, bieten wunderbare Ausblicke.
      Wobei ich mich schon manchmal gewundert habe, ob das nicht gefährlich ist, die Bahngleise nur ein paar Meter vom Meer zu verlegen. Gerade wenn ein Erdbeben oder ein Tsunami kommt.

  7. Pingback: One Hundred Years Ago … | The Happy Hermit

  8. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Ich empfehle zum Thema auch das Buch „Straßen der Erinnerung: Reisen durch das vergessene Amerika“ des großartigen Bill Bryson.

  9. Pingback: Netzfunde – Kieselblog

  10. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Solltet Ihr in San Luis Obispo sein, dann lohnt es sich im Madonna Inn eine Pause machen. Der Kuchen dort ist sehr gut und dass der ganze Komplex rosa ist, macht es eine Pause wert. Schoenes Staedtchen!

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