Flaute am Flughafen

To the English version.

Wie hat das 9-Euro-Ticket das Reisen in Deutschland verändert?

Genau so, wie es zu erwarten war: Die Züge und Busse sind spürbar voller, manchmal rappelvoll, wenn auch selten überfüllt. (Und wenn, dann meist wegen denen, die darauf bestehen, ihre Fahrräder mit in den Zug zu nehmen.)

Auf den Straßen und Autobahnen gibt es weniger Staus. Weniger Menschen sterben bei Verkehrsunfällen. Die Leute sind entspannter. Alle sind glücklich.

Und weil sich jetzt jeder die Fahrt mit der gemütlichen, entspannenden und romantische Eisenbahn leisten kann, muss kaum mehr jemand in ein ungemütliches, klaustrophobisches und unzuverlässiges Flugzeug steigen.

Ich wollte herausfinden, wie es angesichts dessen dem Flugverkehr in Deutschland geht. Also spazierte ich vor ein paar Tagen zum Flughafen in Berlin. Mit meinem Gespür für romantische Situationen habe ich es gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang geschafft.

Und dort erwartete mich eine gespenstische Szene: Der Flughafen war fast komplett leer. Er war geöffnet und wartete auf Kunden, die Lichter waren an, aber niemand wollte mehr mit diesen spritschluckenden Monstern fliegen. Keiner der Parkplätze war belegt. Ich konnte zwischen den Terminals herumlaufen, ohne dass sich irgendjemand für mich interessiert hätte. Die Menschen hatten die Rollbahn zum Radfahren, Joggen und Picknicken in Beschlag genommen.

Links:

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Fotografie, Reisen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Flaute am Flughafen

  1. sinnlosreisen schreibt:

    Stell dir vor, es ist Abflug und keiner geht hin.. .

    • Andreas Moser schreibt:

      Mein Ryanair-Flug von Krakau nach Nürnberg war mal ein paar Stunden verspätet, weil der Pilot nicht kam.

      Ich habe sehr bereut, nicht den Zug genommen zu haben. Heute würde ich das machen. Oder trampen.

    • sinnlosreisen schreibt:

      verständlich. Aber inzwischen hört man auch ähnliche Berichte von Bahnreisenden…

    • Andreas Moser schreibt:

      Wobei ich bei der Bahn einen ausgefallenen Zug nicht tragisch finde.
      In einer Stunde kommt der nächste Zug, und man muss kein neues Ticket kaufen oder umbuchen.
      Angst um sein Gepäck muss man sich auch nicht machen.

  2. hanselmar schreibt:

    Wenn man einen verlassenen Flugplatz in Deutschland sieht konnte man meinen das der Morgenthau Plan doch in Erfullung gegangen ist. Das erinnert mich irgendwie an meine Reise nach Warschau 1984. Der Flugplatz ist riesig, aber es waren nur wenige Menschen priviligiert fliegen zu durfen.

  3. Kasia schreibt:

    Warst du eventuell an jenem besagten Tag da, als das Bodenpersonal gestreikt hat?

    • Andreas Moser schreibt:

      Oh, das würde natürlich einiges erklären.
      Oder der Streik war nur ein vorgeschobener Grund für das Bodenpersonal, um mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt oder Rügen zu fahren.

    • Kasia schreibt:

      Ja, die Idee ist charmant, hat was 😉

  4. Pingback: Ich bin kein Spion, ich bin nur neugierig | Der reisende Reporter

Hier ist Platz für Kommentare, Fragen, Kritik:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s