Köpenick – erster Eindruck

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Berlin, zumindest so wie wir es heute kennen, ist eine relativ junge Stadt.

Sie entstand erst 1920, als etliche umliegende Städte, Dörfer und Gutsbezirke zu Groß-Berlin zusammengelegt wurden. Damit wurde Berlin 13-mal so groß wie vorher (obwohl es nach anderen Maßstäben noch immer klein ist.)

Deshalb sieht man vielen Berliner Bezirken ihren eigenständigen – und manchmal sogar ländlichen – Charakter an. Vergangenen Sommer war ich für einen Tag in Köpenick, dem östlichsten Bezirk von Berlin. Anstatt jetzt viel zu erklären, zeige ich Euch einfach ein paar Fotos. Dann wird hoffentlich gleich klar, was ich meine.

Weil sich das Leben hauptsächlich am und im Wasser abspielte, fühlte ich mich fast wie in Venedig.

Die Fabrik auf der anderen Seite des Flusses ist natürlich eine Brauerei. Was auch sonst?

Köpenick behielt sogar seine eigene Eisenbahn, die am Bahnhof Wuhlheide an das deutsche, europäische und weltweite Schienennetz angeschlossen ist.

Der Zug fährt durch einen riesigen Wald, mit Restaurants, Arenen für Konzerte, Spielplätzen und noch mehr Wasser. Hier befindet sich auch das Stadion des FC Union Berlin, eines der sympathischsten Fußballvereine, der jetzt endlich die bundes- und sogar UEFA-weite Anerkennung bekommt, die ihm gebührt.

An dem Tag fand wohl ein Spiel statt, denn ich sah Tausende von Menschen in roten UNION-Shirts, sowie Tausende von Menschen in blauen POLIZEI-Shirts. Anscheinend die gegnerische Mannschaft. Die blauen Fans traten ein bisschen aggressiv auf, blockierten die Straßen und brachten sogar die Straßenbahn zum Stillstand, aber am Ende gewann Union mit 3-1.

Ja, Köpenick gefiel mir, das hatte ich an dem einen Tag schon gemerkt.

Und jetzt, wie mir eben das Glück immer so hold ist, habe ich tatsächlich in Köpenick einen Auftrag zum Haus- und Katzensitting bekommen. Genau genommen in Müggelheim, dem östlichsten Teil des östlichsten Bezirks von Berlin. Und noch ländlicher. 1920 war es mit Abstand das kleinste Dorf, das von Berlin inkorporiert wurde. Meine Gastgeber haben mich bereits vor den Füchsen und Wildschweinen gewarnt, die manchmal vor der Tür stehen.

Ab nächster Woche bin ich also für zwei Monate in Berlin. Ich hoffe nur, dass das Wetter genauso warm und sonnig sein wird wie zu meinem letzten Besuch in Köpenick. Und wenn Ihr in Berlin wohnt, sagt doch mal hallo!

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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
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9 Antworten zu Köpenick – erster Eindruck

  1. eimaeckel schreibt:

    Hallo;-)
    In Müggelheim gibt es einen Teil, der heißt „Klein Venedig“. Du lagst mit deinem Eindruck also schon ziemlich gut.
    Grüße von Rolf

    • Andreas Moser schreibt:

      Na sowas!

      Vielleicht sollte das Original-Venedig ein wenig von dem dort gar nicht mehr so erwünschten Tourismus an all die Klein-Venedigs und die Venedigs des Nordens, des Westens und des Ostens abgeben.

  2. mita schamal schreibt:

    Lieber Andreas,
    toll dass du nun bald in“ meiner“ stadt bist.
    ich hoffe sehr du findest zeit uns (kater wyski & mich) zu besuchen.Hier nochmal meine nr. 0159 06789 468.
    ein tagesausflug in den prenzlauer berg lohnt sich immer & bei mir kannst du gerne anlanden . vielleicht erinnerst du dich ,dass ich voll scharf bin dich auch mal länger zu beherbergen . lass uns bitte bitte treffen. 🙂
    auf hoffendlich bald, Mita

  3. Schön berichtet und geschrieben. VG der Treptow-Köpenicker

  4. benwaylab.com schreibt:

    Schön. Habe zwar mehrere Jahre in Berlin gelebt, bin in dieser Zeit aber nie in Köpenick gewesen. Muss ich bei meinem nächsten Besuch nachholen.

    • Andreas Moser schreibt:

      Ich habe den Eindruck, viele Berliner fahren nie hier raus.
      Wenn ich Freunden aus Charlottenburg oder Kreuzberg sage, dass ich derzeit in Köpenick wohne, sehen sie mich zwischen verwundert und mitleidig an. Keine Ahnung, warum.

    • benwaylab.com schreibt:

      Tja, Berlin ist so groß und wenn man seine Routinen und Wege hat, kommt man tatsächlich nicht dorthin, es sei denn man kennt dort jemanden oder hat einen konkreten Anlass. Ich bin übrigens Ende Februar in Berlin. Wie lange bist Du noch da?

    • Andreas Moser schreibt:

      Das passt ja super! Ich bin bis Ende März hier.
      Wenn du Zeit hast, können wir uns endlich mal treffen – und du kannst sogar einen neuen Stadtteil kennenlernen. 😉 (Wobei es gerade irgendwie nicht ganz so sonnig ist wie auf den Fotos.)

      Und andererseits ist es ja auch ganz schön, wenn man weiß, man kennt noch nicht alles von Berlin. Dann kann man wieder und wieder kommen.
      Ich war diese Woche zB zum ersten Mal beim sowjetischen Ehrenmal in Treptow. Wow!

    • benwaylab.com schreibt:

      Sehr gerne. Hab Dir eine Nachricht auf FB geschrieben.

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