Video-Blog: Giro d’Italia 2014

Eigentlich wollte ich nur kurz hinausgehen, um zu sehen, wieso die Nachbarn die Nationalhymne und Verdi-Opern abspielen und mit Holzlöffeln auf Backbleche und Töpfe schlagen.

Die Polizei kam in immer größerer Einsatzstärke vorbei, um die Party zu beenden oder doch zumindest einzudämmen. Ohne Erfolg. Und dann fand ich heraus, was hier los war: Der Giro d’Italia 2014, ein dreiwöchiges Radrennen sollte heute durch Bari kommen.

Nach ein paar Minuten kam die Gruppe der Radrennfahrer schon wieder vorbei.

Und dann nochmals und nochmals und immer wieder. Mit beeindruckender Geschwindigkeit, wie ein vorbeirasender Zug. Die den Zug begleitenden Autos und Motorräder hatten Mühe, nicht zurückzufallen.

(Click here for the English version.)

Veröffentlicht unter Apulien, Italien, Sport, Video-Blog | Verschlagwortet mit , | 4 Kommentare

„Italia dei Valori“ erklärt anti-deutsche Wahlkampagne

„Europäer, nicht Deutsche“ plakatiert die italienische Partei Italia dei Valori („Italien der Werte“) derzeit. Wie ich schon ausführlich dargestellt habe, finde ich das reichlich mißglückt und unangebracht.

Über Twitter antwortete Ignazio Messina, der Parteivorsitzende von Italia dei Valori, auf meinen Artikel, daß ich den aus drei Wörtern bestehenden Slogan missverstanden habe und daß man „Wir wollen Europäer sein, keine Deutschen“ schreiben habe wollen. Er wende sich gegen ein „germano-zentrisches“ Europa und gegen ein „Diktat“ von Frau Merkel.

IdV Europei non tedeschi Twitter Ignazio MessinaIch wunderte mich, was Italia dei Valori dagegen unternehmen will, daß Deutschland geographisch halt nun mal im Zentrum Europas liegt und welchen Teil Europas sie abschneiden wollen, um das zu ändern. Das Wort „Diktat“ finde ich auch reichlich deplatziert für einen europäischen Meinungsbildungsprozess, in dem Italien ja durchaus keine ungewichtige Stimme hat.

Ich wandte mich also mit den folgenden Fragen direkt an Herrn Messina:

  • Was genau ist das Problem, das Ihre Partei mit den Deutschen hat?
  • Warum die personenbezogene Formulierung des Plakats? Warum „Deutsche“ anstatt zum Beispiel „Deutschland“?
  • Haben Sie bedacht, welche Auswirkungen dies auf das Verhältnis von Italienern und Deutschen haben könnte?
  • Ich habe diese Poster nur im Süden Italiens gesehen (bisher in Palermo und in Polignano a Mare). Verwenden Sie diese auch im Norden? Hängen Sie diese Plakate in den deutschsprachigen Gebieten in Südtirol auf?
  • Wie würden Sie reagieren, wenn eine Partei in Deutschland mit dem Slogan „Europäer, nicht Italiener“ werben würde?

Bei allen Meinungsverschiedenheiten muß ich anerkennen, daß prompt eine höfliche Antwort kam.

Caro Andreas,

noi non ce l’abbiamo con i tedeschi e non nutriamo alcun risentimento verso di loro. Noi vogliamo un’Europa diversa da quella che c’e‘, non germanizzata come accade adesso: un’Europa che non sia di proprietà delle banche, un’Europa dove i salari sono equivalenti. E’ questo che intendiamo con un’Europa germano-centrica, perché di fatto la signora Merkel ha fatto pagare all’Italia un prezzo troppo alto in termini di austerità bloccando qualunque tentativo di crescita. Non e’ possibile che le imprese italiane paghino il 40% di tasse sul lavoro mentre negli altri paesi dell’Unione si paga il 21%. Inoltre le banche debbono ricevere per il credito alle industrie e alle famiglie non piu’ del 5%. Siamo europei, non sudditi della Germania e della sua scellerata politica economica, questo lo vogliamo ribadire. Da quando c’e’ l’euro gli italiani hanno perso il 50% del potere di acquisto. Questo perché non si è fatta l’Europa politica ma solo quella monetaria. Si doveva fare il contrario. I Paesi deboli debbono essere aiutati da quelli più forti, non come sta facendo la Germania che fagocita le aree più deboli.

A questo proposito ti invito a guardare questo video in cui chiarisco meglio la nostra posizione:

Un caro saluto

Herr Messina beteuert, daß seine Partei kein Problem mit den Deutschen habe, aber daß sie kein „eingedeutschtes“ Europa wie das jetzige wolle. Er wolle kein „germano-zentrisches“ Europa.

Dann behauptet er, daß Italien wegen Frau Merkel (anscheinend zieht IdV ihre Angriffe gerne ins persönliche) einen zu hohen Preis bezahlen müsse. Angebliche Sparmaßnahmen blockierten jedes Wachstum. (In Wirklichkeit hatte Italien auch schon vor der Schuldenkrise seit etlichen Jahren kein oder kaum Wirtschaftswachstum.)

Den Hinweis darauf, daß Unternehmen in Italien 40% Steuern bezahlen und in anderen EU-Ländern (welchen?) 21%, kann ich schlecht als Rechtfertigung für den Anti-Germanismus akzeptieren, denn ich wüßte nicht, daß Deutschland Italien gezwungen hätte, seine Steuersätze so hoch anzusetzen (und dafür vielleicht bei der Steuereintreibung zu sparen). Außerdem ist die prozentuale Steuerlast für Unternehmen in Deutschland genauso hoch.

„Wir sind Europäer, keine Untertanen Deutschlands und seiner ruchlosen Wirtschaftspolitik,“ hört man weiter das Megafon aus der E-Mail. Haben Berlusconi und Grillo das politische Klima in Italien so vergiftet, daß solche Aussagen jetzt normal sind?

Seit der Einführung des Euro (die Italien befürwortete und die nun wirklich niemandem von Deutschland aufgezwungen wurde) haben die Italiener angeblich 50% ihrer Kaufkraft eingebüßt. Wie es halt so passiert bei einer Kombination von Nullwachstum und steigenden Staatsausgaben. Es heißt Inflation, und die gab es mit der Lira auch schon (sogar viel drastischer).

Auf meine spezifischen Fragen wollte der Parteivorsitzende nicht eingehen. Ich erkenne eine gewisse Obsession mit Deutschland, das für alles verantwortlich gemacht wird, was einem nicht behagt, auch wenn das meiste davon auf Entscheidungen Italiens oder der Mehrheit der EU-Länder basiert. Das erinnert mich an die „Kanada ist an allem schuld“-Kampagne aus dem Film South Park. Dann erkenne ich noch eine kleine Prise „früher war alles besser“. Und daß alle Deutschen unabhängig von ihrer politischen Meinung für Meinungen der derzeitigen Bundeskanzlerin haftbar gemacht werden, überrascht aus dem Land, das bis vor kurzem von Silvio Berlusconi regiert wurde, schon ein bißchen.

(Click here for the English version of this article.)

Veröffentlicht unter Deutschland, Europa, Italien, Politik, Wirtschaft | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Grabblumen

„Ist uns doch egal, ob unsere Verwandten uns regelmäßig Blumen aufs Grab stellen. Die Natur kümmert sich schon darum.“

flowers grave necropoli Bari(Fotografiert auf dem Friedhof von Bari, Italien.)

Veröffentlicht unter Apulien, Fotografie, Italien, Reisen | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Türme von Tallinn

Egal wieviele schöne Kirchen und Burgen mit Türmen man baut, irgendwann kommt immer jemand, der einen noch größeren Schornstein daneben baut.

towers Tallinn

Veröffentlicht unter Estland, Fotografie, Reisen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Wie schreibt man Synagoge?

– „Wie schreibt man ‚Synagog‘?“

– „Wie man’s spricht.“

Sünagoog Tallinn Schild

Sünagoog Tallinn

(Fotografiert in Tallinn, Estland.)

Veröffentlicht unter Estland, Fotografie, Judentum, Sprache | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

So kann man Natur auch betrachten

Niagara Falls

„Einfach nur eine gewaltige Menge nutzlosen Wassers, das in die verkehrte Richtung fließt und über nutzlose Felsen herabfällt,“

schrieb Oscar Wilde 1882 über die Niagara-Fälle.

Veröffentlicht unter Reisen, USA | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Juristen zu Journalisten!

Im Frühjar 2010 war ich zu Gast bei einer Podiumsdiskussion in London zum Thema „Reporting on Iran“ bei der die anwesenden Journalisten von der Schwierigkeiten der Berichterstattung aus dem und über den Iran erzählten. Ein Korrespondent, ich glaube es war der vom Daily Telegraph, beklagte sich darüber, daß es ja nicht einmal mehr möglich sei, in den Iran zu reisen, weil keine Visa für Journalisten mehr ausgestellt werden.

Iran Journalism discussion 9Mar10Ich stand auf und schalt die Journalisten als einfallslose Bürokraten (natürlich in netteren Worten, schließlich war es in England) und verwies darauf, daß ich am 23. Juni 2009, nachdem der Iran alle ausländischen Journalisten ausgewiesen hatte, ohne vorheriges Visum in den Iran flog, am Flughafen anstandslos ein 15-tägiges Touristenvisum bekam und dann natürlich in Teheran auf die Demonstrationen ging, mich mit Oppositionellen traf, noch aus dem Iran Berichte an Amnesty International e-mailte, eine Woche das Evin-Gefängnis von innen besichtigte und nach meiner Rückkehr als Gesprächspartner und Quelle für Journalisten diente. Ich schlug vor, daß Reporter vielleicht ein bißchen kreativer sein müßten, nicht ohne anzumerken, daß mir bewußt sei, daß ein namentlich schon für die Iran-Berichterstattung bekannter Journalist so etwas möglicherweise nicht durchziehen könnte. Aber es gäbe ja hoffentlich genug Nachwuchsjournalisten, die für so ein Abenteuer bereit stünden (wie es zwei BILD-Journalisten im Oktober 2010 taten).

Nachdem der Beifall im hautpsächlich mit leicht zu begeisternden Exil-Iranern und Studenten besetzten Saal verebbt war, fragte mich der angesprochene Korrespondent, ob ich Journalist sei und ob ich etwas von den rechtlichen Rahmenbedingungen für Journalisten wisse. „No, I am a lawyer,“ antwortete ich wahrheitsgemäß, ungewöhnlich knapp und entwaffnend. „Well, then I guess we should send our lawyers the next time,“ kam als schlagfertige Antwort zurück.

Daran wurde ich jetzt wieder erinnert, als ich auf dem Blog Der blinde Fleck die Liste der 10 Top-Themen las, die deutsche Medien nach Ansicht der Initiative Nachrichtenaufklärung 2013 sträflich vernachlässigt haben. Die meisten dieser weitgehend links liegengelassenen Themen sind nämlich juristischer Natur:

1: In Spendierroben: Wie Richter ohne Kontrolle Geld aus Prozessen verteilen

Der Niedersächsische Landesrechnungshof stuft Richter als besonders korruptionsgefährdet ein. Denn: Sie entscheiden jedes Jahr über die Verwendung von ca. 100 Millionen Euro, die die Justiz als Geldauflagen in Prozessen einnimmt. Dieses Geld vergeben die Gerichte an gemeinnützige Vereine oder die Staatskasse. Wer wie viel Geld bekommt, entscheiden allein die Richter. Inzwischen gibt es sogar Marketingunternehmen, die Vereinen helfen, auf die Empfängerlisten zu kommen.

2: Das Geschäft mit der Abschiebepraxis

Flüchtlinge mit abgelehntem Asylantrag werden mit Hilfe deutscher Fluglinien abgeschoben. Sammelabschiebungen werden als lukrative öffentliche Aufträge ausgeschrieben und von der Grenzpolizei Frontex bezahlt. In den Medien wird meist nur über Einzelfälle berichtet, zum Beispiel, wenn Abzuschiebende sich stark wehren und Piloten sich dann weigern, die Abschiebung durchzuführen. Vielen Reisenden in Deutschland ist daher vermutlich nicht bewusst, dass sie im gleichen Flugzeug mit Abschiebungspassagieren sitzen.

4: Fehlende Kontrolle von Au-Pair-Agenturen in Deutschland

Etwa 8000 Au-Pairs kommen jedes Jahr nach Deutschland und arbeiten ungeschützt in einem weitgehend rechtsfreien Raum. Bis 2002 brauchten Agenturen, die Au-Pairs vermitteln, eine Lizenz von der Bundesagentur für Arbeit. Die Vermittlungsagenturen wurden regelmäßig von Mitarbeitern der Bundesagentur kontrolliert. Diese Lizenzpflicht und damit die staatliche Kontrolle fiel mit der Liberalisierung des Marktes für Dienstleistungen weg. Seitdem kann jedermann eine Au-pair-Vermittlung gründen. Voraussetzung: ein Gewerbeschein für rund 30 Euro. Inzwischen hat sich ein undurchsichtiger Markt von Vermittlungsagenturen in Deutschland gebildet. Darunter leiden viele Au-Pairs in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Einzelfälle bekannt, bei denen Au-Pairs insbesondere aus Afrika misshandelt wurden.

6: E-Discovery: deutsche Unternehmensdaten für die USA

Aus Angst vor Sanktionen in den USA bereiten sich deutsche Unternehmen auf eine umfangreiche Datenoffenlegung auch von sensiblen elektronischen Geschäftsunterlagen vor. Hintergrund sind US-amerikanische Gesetze zur sogenannten „E-Discovery“, die schon im Vorfeld eines Gerichtsverfahrens die Offenlegung aller prozessrelevanten Daten inklusive elektronischer Daten von der Gegnerseite verlangen. Von diesem Prozess der elektronischen Aktenoffenlegung können alle deutschen Unternehmen betroffen sein, wenn sie Geschäftsbeziehungen in die USA haben – und entsprechend auch ihre Mitarbeiter. Dieses Verfahren ist mit deutschem Datenschutz nicht vereinbar. Deutsche Unternehmen müssen sich in den meisten Fällen einer E-Discovery beugen, um einen hohen Kostenaufwand und mögliche Sanktionen zu vermeiden.

10: Polizeiliche Demonstrationsverbote für rechtswidrig erklärt

Demonstrationsverbote beim G8-Gipfel in Heiligendamm hat das Oberverwaltungsgericht Greifswald in letzter Instanz im August 2012 für rechtswidrig erklärt. Im Juli 2007 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der G8-Länder in Heiligendamm. Während dieses Gipfels kam es zu zahlreichen Protesten von Globalisierungskritikern. Die Polizeistrategie, richterlich genehmigte Demonstrationen vor Ort zu verbieten, wurde auch bei späteren Protesten in Dresden oder Frankfurt am Main angewandt. Die allgemeine Bedeutung des Greifswalder Gerichtsurteils wurde in den Medien kaum thematisiert.

INA der blinde Fleck

Immerhin die Hälfte der von deutschen Journalisten unzureichend bearbeiteten Themen haben direkt mit der Justiz oder der Anwendung von Verwaltungsrecht zu tun. Bei einigen der verbleibenden Themen (z.B. Waffenexporte oder Welternährungsprogramm) sind ebenfalls juristische Aspekte zu berücksichtigen.

Zuerst dachte ich „da müssen lauter Jura-Professoren in der Jury sitzen.“ Ist aber nicht der Fall. Es sind fast ausschließlich Journalisten aus der Praxis und aus Lehre und Forschung.

Was mich am meisten interessiert, ist das warum: Finden Journalisten rechtliche Themen uninteressant? Oder zu schwierig und komplex? Liegen die Probleme eher in der Recherche oder in der Darstellung, die ein kompliziertes Thema lesbar aber dennoch korrekt rüberbringen muß? Bestehen Berührungsängste, weil man es als Journalist bei der Recherche mit Juristen zu tun hätte, die sich in rechtlichen Fragen (und oft auch jenseits dieser) überlegen fühlen? Furcht vor Abmahnungen, Klagen und Richtigstellungen?

Leichter ist es schon, zu beantworten, was dagegen getan werden kann: Juristen müssen zu Journalisten werden! Auch wenn uns Juristen während der Ausbildung etwaig vorhandenes natürliches Sprachgefühl ausgetrieben und mit Substantivierungen, Schachtelsätzen und Latinismen ersetzt wurde, so können wir doch zumindest präzise formulieren. Sprache ist auch unser Werkzeug. Recherche und Zeitdruck sind uns ebensowenig fremd wie die Notwendigkeit, einen komplizierten Sachverhalt in einer möglichst überzeugenden Form darzustellen. Nur eine Zeilen- oder Seitenbeschränkung haben wir (zum Leidwesen derer, die unsere Schriftsätze lesen müssen) nicht.

Da erscheint es schon fast nicht mehr wie ein Zufall, daß mein einziger Vorsatz für das Jahr 2014 war und ist, vom Juristen zum Journalisten(lehrling) zu mutieren. Trägheit, Schüchternheit und eine Welt voller Ablenkungen haben die ersten vier Monate dieses Jahres enttäuschend ergebnislos verstreichen lassen. Damit bleiben noch acht, um mich selbst in den Arsch zu treten oder auf interessierte Kollegen, Redaktionen oder Medien zu hoffen, die Unterstützung bei der Bearbeitung von rechtlichen Themen wünschen.

Die Initiative Nachrichtenaufklärung sucht derzeit übrigens nach den Top-Themen, die 2014 nicht ausreichend in den Medien berücksichtigt wurden/werden.

Veröffentlicht unter Recht | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

Leicht zu verwechseln (21) untergegangene Städte

Alte Städte, deren Ruinen wir besuchen und uns dabei wundern, wie einstmals große und wichtige Städte untergehen konnten:

_DSC2689

Aleppo, Syrien:

Aleppo destroyed(This comparison is also available in English.)

Veröffentlicht unter Fotografie, Geschichte, Italien, Militär, Politik, Sizilien, Syrien | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Bari am Abend

Das ist kein vollständiger Bericht über Bari am Abend oder in der Nacht, sondern lediglich die fotografische Rekapitulation einer meiner Jogging-Strecken, die ich bevorzugt am Abend laufe, wenn sich Verkehr und Hitze gelegt haben und die Farben der beleuchteten Stadt mit dem dunkelblauen Himmel spielen.

Ich wohne direkt neben einem Park an der Piazza Garibaldi, der mit seinem großen Springbrunnen und den Palmen perfekt zum Lesen und zum Genuß von allerlei italienischen Spezialitäten von Arancini bis zu Zigarren ist. Zum Joggen ist er allerdings zu klein, und es liefen einem dort zu viele Hunde oder Kinder zwischen den Beinen herum.

Jenseits der Piazza Garibaldi sehe ich schon die Altstadt mit dem hoch aufragenden Turm der Kathedrale San Sabino.

tower San Sabino cathedral night

Nach nur wenigen Schritten drängt sich eine markante Festung in den Weg: das normannisch-schwäbische Kastell. Ja, die Schwaben waren schon weiter als nur in Berlin. Vielleicht wurden sie in Apulien sogar herzlicher aufgenommen.

Normanno-svevo castello night 1 Normanno-svevo castello night 2An der Burg vorbei laufe ich von dort ab immer am Meer entlang. Auf der einen Seite liegt der Hafen, auf der anderen Seite die Altstadt von Bari.

port small boats

church palm tree Bari

port Bari night 2

Orte, die schon tagsüber schön sind, erscheinen jetzt im Abendlicht besonders bezaubernd.

Markthalle Hafen Bari

port Bari nightUnd so laufe ich dann kilometerweit an der Küstenpromenade entlang, vorbei an Fischern, die mit einem Peroni-Bier den Tag beschließen, an jungen Paaren, die sich mangels eigener Wohnung hier treffen müssen, an Großfamilien, die in der Öffentlichkeit ihre Treffen abhalten und bei den fahrenden Händlern ausreichend zum Abendessen bekommen. Wenn ich Glück habe, weht etwas Wind und bläst mir den Geruch von Salz in die Nase, was selbst einem normalen Ausdauerlauf die Note der weiten Reise verleiht.

lungomare Bari night

(Alle Fotos habe ich am 28. April 2014 aufgenommen. – Click here to read this article in English.)

Veröffentlicht unter Apulien, Fotografie, Italien, Reisen, Sport | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Schiff im Eis

Wenn Sie im Zusammenhang mit Wirtschaftssanktionen hören, daß „Vermögen eingefroren“ wird, haben Sie sich vielleicht auch schon gewundert, wie das eigentlich praktisch vor sich geht.

In Nida, auf dem litauischen Teil der Kurischen Nehrung, konnte ich das im Februar 2013 anhand einiger Schiffe, deren Eigentümer anscheinend mit Sanktionen belegt worden war, beobachten. Ich war überrasscht, wie wörtlich der Begriff „Einfrieren“ gebraucht wird.

ship in frozen water

ships in frozen water(Click here for the English version of this blog.)

Veröffentlicht unter Fotografie, Litauen, Reisen, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare