Welcher Idiot hatte denn die Idee, alle Auslandsagenten auf einer Liste zusammenzuführen? Noch dazu mit Klar- und Decknamen. „Will jemand den Schlüssel zu der Wohnung, in der das Geld liegt?“ würden Ostap Bender aus dem Roman Zwölf Stühle und die literarisch gebildeten Kollegen vom FSB fragen.
Nur weil ein Bürokrat mal einen langweiligen Tag hatte und eine Excel-Tabelle erstellen wollte, schweben Menschen jetzt in Todesgefahr. Keine normalen Menschen, sondern Helden, die ihr Leben für Eure unsere Sicherheit aufs Spiel setzen.
Experten werden sich erinnern, dass genauso – mit einer entwendeten Liste aller Auslandsagenten – der James-Bond-Film Skyfall begann.
Falls übrigens durch irgendeinen dummen Zufall mein Name auf dieser Liste auftauchen sollte, verweise ich auf die Presseberichte, nach denen die Liste ziemlich veraltet ist und auch pensionierte Agenten aufführt. Also kein Grund, überzureagieren und mich (wieder) zu verhaften! Falls Ihr mich demnächst in Tel Aviv, Odessa oder Bogota auf der Straße erkennt, ist es trotzdem sicherer, mich zu ignorieren.
Der nächste Zug geht um 10 Uhr, signalisiert mir die Schalterbeamtin mit zehn ausgestreckten Fingern an ihren wie bei einem Überfall hochgehobenen Händen. Der Fahrschein für eine der schönsten Zugfahrten Europas kostet 3,20 Euro. Später entdecke ich an einem anderen Schalter einen handgeschriebenen Zettel mit den Abfahrtszeiten für die wichtigste Zugverbindung Ex-Jugoslawiens.
Mir bleiben noch 20 Minuten. Der Kiosk hat zwar keine Cola, aber dafür Cockta, einen slowenischen Cola-Ersatz, der erfrischender schmeckt, allerdings kein Koffein injiziert. Und eine Tafel Schokolade für die Zugfahrt. Am Bahnsteig für Gleis 3 wartet ein Mann mit einer Stihl-Kettensäge. Das muss das richtige Gleis für den Zug in die Berge sein.
Von Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, will ich nach Kolašin, einer Kleinstadt in den Bergen. Noch vor dem ersten Stop kontrollieren zwei durch den Zug laufende Grenzbeamte meinen Pass so intensiv, wie wenn ich ins Ausland führe. Die Strecke ist tatsächlich Teil der Bahnverbindung nach Belgrad, aber seit dem Hochwasser in Serbien im Sommer 2014 fährt täglich nur mehr ein Nachtzug bis nach Belgrad.
Schon 1855 begannen die Planungen für die Bahnverbindung von Belgrad an die montenegrinische Küste. Erst 1976, also 121 Jahre später, war die 454 km lange Strecke voll befahrbar. Mit 254 Tunneln und 243 Brücken war sie das teuerste Infrastrukturprojekt in Jugoslawien. Die Bahn überwindet eine Höhendifferenz von 1.000 Metern. Der Bahnhof in Kolašin, den ich ansteuere, ist mit 1.024 Metern der höchstgelegene Bahnhof der Strecke.
Kurz nach Verlassen der Hauptstadt steigt die Strecke an. Ein türkisblauer Fluss schlängelt sich tief in der Schlucht neben der Bahnstrecke. In Montenegro weisen Flüsse die Farben auf, die man sonst nur auf Postkarten aus Sardinien oder der Karibik sieht.
Mein Blick wandert hin und her zwischen Schluchten und den Bergen. Eine dramatische Landschaft, dazwischen kleine Gebirgsdörfer mit unverputzten Steinhäusern, die sich von den angegliederten Ställen nur durch die Satellitenschüssel unterscheiden. Und immer wieder Tunnel. Ein Viertel der gesamten Strecke verläuft durch Tunnel, von denen sich die längsten mehr als 6 km durch den Berg bohren.
Allein im Abteil sitzend schreibe ich diese Notizen, springe aber immer wieder auf, um zum Fenster zu eilen und Fotos zu machen. Auf der rechten Seite geht es so steil hinauf wie es links bergab geht. Diese Zugfahrt muss man mindestens zweimal machen, weil man beim ersten Mal gar nicht alles aufnehmen kann. In wenigen Ländern kann man auf so einfache, bequeme und kostengünstige Weise die beeindruckendsten Naturschönheiten sehen.
Da taucht es auf, das Male-Rijeka-Viadukt. Eine 500 Meter lange und 200 Meter hohe Brücke. Die höchste Eisenbahnbrücke Europas. Ich sehe sie aus der Ferne, dann wieder ein Tunnel, und unmittelbar mit der Ausfahrt aus dem Tunnel ist der Zug auf der Brücke. Ein fantastischer Ausblick eröffnet sich. Ich kann mich nicht entscheiden, auf welche Seite ich zuerst hinabsehen soll.
Der Zug windet sich weiter über Gebirgspässe, durch Schluchten und über Brücken. Eine gerade Streckenführung ist in diesem Terrain unmöglich. Die Lok nimmt den enormen Anstieg erstaunlich einfach. An Stationen wie Bratonižići, wo eine Eisenbahnangestellte vor dem einsamen, vom dichten Wald umgebenen Bahnhof steht, hält der Zug nicht einmal. Aber nicht nur die Geographie bestimmte die Streckenführung, sondern auch die Politik. Vor dem ersten Weltkrieg gab es einen internationalen Konflikt, hauptsächlich zwischen Österreich-Ungarn und Serbien, über die Trassenführung. Serbien, das keinen eigenen Zugang zum Meer hatte, wollte durch die Bahnverbindung nach Bar einen Adriahafen erschließen. Österreich-Ungarn versuchte mit konkurrierenden Trassen dagegenzuhalten. Es war dieser Konflikt um den Balkan, der 1914 zum Ersten Weltkrieg führte, nicht das Attentat von Sarajevo.
Jetzt ist es aber friedlich. Die ersten schneebedeckten Bergspitzen tauchen in der Ferne auf. Im Tal schlängelt sich die Straße neben dem Fluss, während der Zug immer weiter empor steigt und über allen anderen Verkehrsmitteln thront. So wie es sein sollte.
An der Haltestelle Lutovo wartet ein entgegenkommender Zug. Hier wohnt kein Mensch. Vielleicht dient die Haltestelle nur dem Passieren von Zügen auf der ansonsten eingleisigen Strecke. Die hier eingesetzten Bahnangestellten können nur mit dem Zug an ihren Arbeitsort kommen. So schafft sich das Unternehmen seine eigene Nachfrage.
Der Fluss ist zu einem Rinnsal verkommen. Höhlen sind in den Fels gesprengt, vielleicht von Partisanen während des Zweiten Weltkriegs, vielleicht war noch Dynamit vom Tunnelbau übrig. Herbstlich gefärbtes Laub, steile Granitwände wie in Yosemite. Dazwischen eine einsame Holzhütte. Die Tannen oberhalb des Ostrovica-Tunnels tragen schon weiß. Es ist Oktober. Diese Reise will ich im Winter noch einmal unternehmen.
Die Fahrt nach Kolašin hat nur 78 Minuten gedauert, aber das waren 78 Minuten ganz großes Naturkino! Als ich aussteige, sehe ich, dass einer der beiden Polizisten über drei Sitze ausgestreckt schläft, die Schuhe ausgezogen, die Krawatte gelockert.
Am höchstgelegenen Bahnhof des Landes empfängt mich ein trotz der Mittagssonne eisiger Wind, und bis auf das Rauschen der Baumwipfel herrscht absolute Ruhe. Nur ganz wenige Vögel zwitschern. Die meisten von ihnen sind über den Winter weggezogen, sind erfroren oder wurden von Wölfen gefressen. In einer Senke liegt Kolašin, einen ziemlichen Marsch vom Bahnhof entfernt. 78 Minuten Zugfahrt und ich fühle mich abgeschieden vom Flachland und an das Anfangskapitel des „Zauberbergs“ erinnert.
Als ich mich umblicke, ist der Zug schon wieder weg.
Er fährt weiter nach Bijelo Polje, tiefer ins Gebirge. Von der Tafel Schokolade habe ich nur eine Rippe gegessen, weil ich vor lauter Staunen, Fotografieren und Schreiben nicht dazu kam. So lange hält Schokolade bei mir sonst nie.
Dort findet Ihr Fahrpläne, Preise und Zwischenhalte.
Die gesamte Fahrt von Bar nach Belgrad dauert 12 Stunden und kostet 21 € in der zweiten Klasse. Es fährt täglich ein Tag- und ein Nachtzug. Wegen der Ausblicke empfehle ich Euch, den Zug tagsüber zu nehmen.
Zudem gibt es eine Seitenlinie von Podgorica nach Nikšić, die fünfmal am Tag für 2,80 € befahren wird.
Wenn Ihr am Flughafen in Podgorica ankommt, könnt Ihr zur Haltestelle Aerodrom etwa 1 km südlich des Flughafens gehen und dort den Zug entweder Richtung Bar oder Richtung Podgorica/Berge/Belgrad nehmen. Schaut vorher im Fahrplan nach, ob sich das Warten auf den Zug lohnt. Wirtschaftlich lohnt es sich auf jeden Fall, denn Taxis vom Flughafen nach Podgorica verlangen 15 €, während der Zug für die selbe Strecke 1,20 € kostet. Niemand am Flughafen wird Euch etwas über den Zug sagen, aber er hält zehnmal pro Tag an der Flughafenhaltestelle (und weitere zehnmal in die andere Richtung).
Es gibt eine Menge Rabatte für Kinder, Senioren (ab 75 ist das Zugfahren vollkommen kostenlos) und Journalisten.
Nein, ich meine nicht so Wünsche wie Gesundheit, Weltfrieden oder Abwesenheit von Weltfrieden (für die Waffenproduzenten unter meinen Lesern). Auch nicht spießige Wünsche wie Gehaltserhöhungen, ein neues Auto oder dass die Kinder nicht zu Dschihadisten werden.
Was mich vielmehr interessiert: Was erwartet Ihr eigentlich von meinem Blog?
Dieser Blog hatte bisher mehr als 78.000 Zugriffe (der englischsprachige Bruderblog hat kürzlich die Marke von einer Million geknackt), aber nur selten bekomme ich Kommentare oder Rückmeldungen. So habe ich keine Ahnung, ob Ihr überhaupt etwas davon lest, was Euch gefällt, was Euch nicht gefällt, was Euch stört.
Auf meiner Facebook-Seite habe ich die gleiche Frage gestellt und bekam bisher die folgenden Antworten:
Mehr praktische Tipps. Am meisten interessiert anscheinend die Frage, wie ich mein Vagabundenleben so finanziere, wie man das organisiert, ob das nicht gefährlich oder einsam sei, u.s.w. – Darüber hatte ich bisher wenig geschrieben (außer einen Beitrag zur Finanzierung auf meinem englischsprachigen Blog), weil ich meinen Lebensentwurf natürlich niemandem aufzwingen will. Ich merke aber, dass doch eine ganze Menge Leute mit dem Gedanken spielen, mal ein paar Jahre eine Auszeit zu nehmen, finanziell zurückzuschrauben und sich die Welt anzusehen. Deshalb wird es in Zukunft mehr praktische Tipps zum Reisen und zu meiner Art des Lebens geben.
Auf meinem englischsprachigen Blog sind meine FAQ zu Rechtsthemen der größte Renner. Klar, hier wird deutsches Recht auf Englisch, verständlich und kostenlos erklärt. Wer würde da nicht zugreifen? – Ich habe keine Absicht, das auf den deutschen Blog auszuweiten, weil jeder der Deutsch kann, schließlich selbst das BGB lesen, Jura studieren oder einen Rechtsanwalt beauftragen kann.
Dann gibt es noch Leute, die mehr über Essen lesen/sehen wollen oder gar Persönliches aus meinem Leben erfahren möchten. Das wird es natürlich nicht geben.
Enttäuscht hat mich dabei, dass niemand sich mehr von den Artikeln wünscht, auf die ich eigentlich stolz bin:
Das sind die Artikel, an denen ich mindestens einen halben Tag schreibe. Das sind die Artikel, wegen derer ich nicht an die frische Luft komme, wegen derer das Essen verbrennt und wegen derer ich meine Freunde vernachlässige. Wenn ich nach deren Veröffentlichung keine Rückmeldung bekomme, frage ich mich schon manchmal, wofür ich das eigentlich mache. Dabei will ich nicht allzu kritisch sein, denn ich selbst lese im Internet auch ungern längere Beiträge. Dafür kaufe ich mir den Spiegel oder natürlich Bücher. Nur, wenn Ihr mir keine Rückmeldung auf meine Artikel gebt, wenn Ihr sie nicht weiterverbreitet, an Eure Kollegen mailt, auf Facebook oder Twitter teilt, dann melden sich weder Spiegel noch Buchverlage jemals bei mir.
Warum werden meine Beiträge selten auf Facebook oder Twitter geteilt?
Schreiben ist ein einsamer Job. Ich würde gerne etwas darüber erfahren, wer „da draußen an den Endgeräten sitzt“, wie meine Kollegen vom Radio sagen würden. Ein bißchen Rückmeldung täte gut, am besten unten im Kommentarfeld. Vielen Dank!
Und keine Sorge, meinen eigenen Stil werde ich beibehalten. Weiterhin wird ernst mit humorvoll so eng verzahnt werden, dass es manchmal selbst nach dem Lesen noch eine Weile dauert, herauszufinden, ob ein Artikel unter „Humor“ verschlagwortet hätte werden können. Und es wird auch weiterhin Unernstigkeiten und Kalauer geben. Schließlich ist das hier ein Blog, kein Buch. Das Buch gibt es später, wenn dieser Blog mal genügend Leser hat, die mich dazu überreden, die dafür notwendige Auszeit in einer abgelegenen Hütte im Böhmischen Wald zu nehmen.
Nur ein paar Minuten vom Zentrum Podgoricas entfernt fand ich den perfekten Ort zum Entspannen. Man ist gleichzeitig mitten in der Hauptstadt Montenegros und fühlt sich dennoch wie in einem Nationalpark.
Danke an Bane, Petar und Sasa, dass sie mich ein Foto von ihnen machen ließen.
Als ich die Weihnachtsbeleuchtung im Zentrum von Târgu Mureș zum ersten Mal sah, fühlte ich mich an Las Vegas erinnert. Pompös glitzernd, blinkend und leuchtend macht sie die Nacht zum Tag. Gefühlsduselige Weihnachtsschnulzen erklingen aus den Lautsprechern, die einstmals zur regelmäßigen Verkündung kommunistischer Weisheiten errichtet worden waren. Von Pferden gezogene Schlitten ziehen Kinder um den Rosenplatz, während ihre (die der Kindern, nicht der Pferde) Eltern sich an vin fiert (Glühwein) laben.
Gleichzeitig erleiden Dörfer in der Nähe regelmäßige Stromausfälle oder sind gar nicht ans Stromnetz angeschlossen. Dort würden (und könnten) die Kinder nicht für einen viertelstündigen Ritt mit einem Pferd bezahlen. Sie nutzen jeden Tag Pferde, weil es in diesen Dörfern weder Autos, noch für Autos geeignete Straßen gibt.
Rumänien, ein Land der Gegensätze. Zum Glück haben Bürgermeister und Stadträte die richtigen Prioritäten. Und praktisch ist es zudem, dass einige Elektrizitätswerke im Eigentum der Rumänischen Orthodoxen Kirche stehen, so dass das verdiente Geld einem guten Zweck zukommt, wie dem Bau weiterer Kirchen mit noch mehr zu beleuchtenden Lichtern.
Manche Leute verstehen nicht, weshalb andere Leute auf Berge steigen. Während meiner Besteigung des Savin Kuk (2.322 m) im Durmitor-Gebirge in Montenegro habe ich versucht, die Beweggründe zu erklären, die Leute wie mich aus den Städten, aus dem Flachland und in die Berge treiben.
1989, das waren noch Zeiten! Mit jeder Ausgabe der Tagesschau veränderte sich die Welt so schnell, dass die meisten schon damals den Überblick verloren. Jetzt, 25 Jahre später, herrscht nur noch eine vage Erinnerung an ein Gemisch aus fallenden Mauern, peitschenden Schüssen und knallenden Sektkorken.
Als besonderen Service für die Vergesslichen und die von der Ungnade der späten Geburt Geplagten fasse ich hier die wesentlichen revolutionären Ereignisse aus dem Jahr 1989 zusammen und unterziehe sie einer historischen Bewertung.
Deutschland:
Bürger gehen auf die Strasse und rufen „Die Mauer muss weg“. Es bewegt sich nichts bis jemandem die Idee kommt, einen Antrag auf Öffnung der Mauer zu stellen. Das Politbüro der DDR setzt diesen Antrag auf die Tagesordnung, diskutiert und stimmt mit großer Mehrheit für die Öffnung der Berliner Mauer. Die Entscheidung wird verkündet, die Mauer ist offen. Wiedervereinigung.
Bewertung: Typisch deutsch. Selbst bei Revolutionen noch spießig, langweilig, bürokratisch. Wurde nicht einmal von Hollywood verfilmt.
Polen:
Schnauzbärtige Werftarbeiter setzen sich an einen Runden Tisch, weil man so besser sieht, wer noch wieviel Bier hat. Die polnische Exilregierung im Vatikan düst um die Welt, um für Solidarität (polnisch: „Solidarność“) mit der durch die Bücher von Günter Grass verunglimpften Stadt Danzig zu werben. Gorbatschow hat keine Zeit, sich einzumischen. Revolution erfolgreich.
Bewertung: Trotz gegenteiliger Versuche der Katholischen Kirche kein wissenschaftlich anerkannter Gottesbeweis.
China:
Ein einfacher Streit um die Vorfahrt zwischen einem Mann mit schweren Einkaufstüten und einer Panzerkolonne wäre fast eskaliert. Da es damals in China noch keine Mobiltelefone gab, gibt es kaum Bildmaterial.
Bewertung: Selbst in China vergessen. Keine Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag.
Litauen, Lettland, Estland:
Mit Blumen in den Haaren bilden Menschen eine Kette von Vilnius bis Tallinn und singen Volkslieder.
Bewertung: Hippie-Vorläufer des Eurovision Song Contest.
Ungarn:
Bei einem Gulaschpicknick nahe der Grenze schneiden spielende Kinder aus Versehen den Grenzzaun durch. Der Eiserne Vorhang ist offen.
Bewertung: Auch 25 Jahre später kann man eine gewonnene Revolution wieder verspielen.
Rumänien:
Das unterdrückte, ausgehungerte Volk demonstriert trotz bitterer Kälte gegen die Ceaușescu-Diktatur. Panzer fahren auf. Es fallen Schüsse. Blut im Schnee, Verzweiflung, Tote, Heldenmut. Nach zwei Wochen Bürgerkrieg stürmen die Revolutionäre den Präsidentenpalast. Der Diktator und seine Frau können knapp mit dem Helikopter entkommen, müssen aber später notlanden und per Anhalter weiterfahren. Der Fahrer (Automarke: Dacia) bringt sie zu sich nach Hause und sperrt das gefürchtete Ehepaar in einer Gartenlaube ein. Die Miliz holt sie ab und erschießt Nicolae Ceaușescu und seine Frau. Freiheit!
Bewertung: So müssen Revolutionen ablaufen! Und das Ganze auch noch zu Weihnachten, wo man andernfalls zu banalen Konversationen mit Verwandten genötigt wäre. Perfektes Timing. Weihnachten war nie mehr so spannend wie 1989.