Für meine rumänischen Leser

In Rumänien bin ich so herzlich empfangen worden, dass gleich ein langer Artikel über mich, mein Leben und meine Reisen in der regionalen Presse erschien:

Vocea TransilvanieiDa ich ungern Artikel über mich selbst lese, kommt es mir ganz gelegen, dass ich kaum Rumänisch spreche. Allerdings gefällt mir der Titel „pustnicul fericit“, was so viel wie „glücklicher Einsiedler“ heißt.

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Schaurig oder romantisch?

Schloss Bran in Transsilvanien, Rumänien.

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Atomares Endlager? Das ist doch kein Problem!

Die Bundesregierung gesteht ein, dass ihr jeglicher Gesamtüberblick über den deutschen Atommüll fehlt, verdoppelt aber mal locker die geschätzte Menge. Tausende von Fässern mit radioaktiven Abfällen sind schon am Verrosten.

Angesichts dieser politischen Inkompetenz wollte ich mich an die Wissenschaft halten und hörte mir einen 1955 von Werner Heisenberg gehaltenen Vortrag an, in dem er sich für (west)deutsche Kernkraftwerke ausspricht. Die Rede immerhin eines Nobelpreisträgers für Physik ist ein bewundernswert eindeutiges Zeitdokument über die menschliche Hybris im Umgang mit der Kernenergie. Große Fortschritte seit damals sind nicht erkennbar.

„Was soll diese Endlager-Diskussion? Das habe ich doch schon 1955 gelöst.“

Ihr könnt Euch die Rede im knistrigen Original anhören oder Euch auf die folgenden Höhepunkte konzentrieren:

Alle wissenschaftlichen Fragen in dem Zusammenhang [des Baus von Kernkraftwerken] sind inzwischen längst gelöst. [bei 2:00 Minuten]

Wenn ein Wissenschaftler sagt, dass alle Fragen gelöst sind, sollte man hellhörig werden.

Den Betrieb [von Kernkraftwerken] würde man ja wohl schnell erlernen. [4:50]

Das hört sich an, wie wenn es um das Erlernen des Fahrradfahrens ginge.

So wird man jetzt die Versuchsstation so rasch wie irgend möglich einrichten sollen und sich daher zunächst auf das unbedingt Notwendige beschränken. [9:22]

Genau. Erst einmal bauen.

In der letzten Zeit ist nun oft über den Standort der Station gesprochen worden, und es sind gelegentlich Besorgnisse geäußert worden, auf die ich hier mit ein paar Worten eingehen möchte.  [15:13]

Jetzt kommt die Lösung der Endlagerfrage:

Die Errichtung einer derartigen Station in der Nähe einer großen Stadt bedeutet keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung oder für die Wirtschaft dieser Stadt. Man denkt bei dieser Gefährdung ja an eine mögliche Verseuchung der Luft oder des Grundwassers mit radioaktiven Substanzen. Bei den flüssigen und festen Abfallstoffen ist diese Sorge völlig unbegründet, denn natürlich denkt niemand daran, sie mit dem Abwasser zusammen in Flüsse oder in die Erde zu leiten. Vielmehr werden die Abfallstoffe … sorgfältig gespeichert, nach Abschwächung ihrer radioaktiven Strahlung aufgearbeitet und schließlich verpackt und weit vor der Küste ins Meer versenkt. An der Stelle ist die Beseitigung der radioaktiven Abfälle kein wirkliches Problem. Schwieriger ist es, die radioaktive Verunreinigung der Luft völlig zu vermeiden. Aber man kann und muss natürlich durch Maßnahmen … dafür sorgen, dass die Luftradioaktivität schon im Bereich der Station immer so niedrig bleibt, dass sie die dort arbeitenden Menschen nicht im geringsten gefährdet. [15:28]

Da die nächste städtische Siedlung noch einmal 10 bis 20 km von der Station entfernt liegen wird, ist dort natürlich jede Gefährdung ausgeschlossen. [16:44]

Interessant fand ich auch die nur 10 Jahre nach dem Ende des Holocaust stolz getroffene Aussage, dass

die chemische Industrie in Deutschland immer relativ stark war. [4:25]

Ob der Vortrag von der I.G. Farben finanziert wurde?

Mit diesem im launigen Heinz-Erhardt-Duktus gehaltenen Vortrag, der auf alle Fragen und Einwände eine – wenn auch knappe – Antwort hatte, begann also das westdeutsche Atomzeitalter. Nach dem gesellschaftspolitischen und militärischen Größenwahn kam der technische Größenwahn. Mit dem Atommüll werden wir noch Jahrtausende zu tun haben.

Links:

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Berufsberatung

– „Nach dem Studium möchte ich als Geisel arbeiten.“

– „Richtig viel Geld machst Du aber nur, wenn Du Geiselkurse anbietest.“

hostages Tehran blindfolded

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Einsame Farm

Nur ein paar Kilometer außerhalb von Târgu Mureș tut sich eine Landschaft auf, die sich für Western-Filme eignen würde.

lonesome farm

lonesome farm Western

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Putzdienst

„Ich glaube, Sie sind dran, das Treppenhaus zu putzen,“ ermahnte mich die Nachbarin, ohne dass in ihrer Stimme der Nachdruck lag, den diese Erinnerung verdient hätte.

Als ich mir das Treppenhaus genauer ansah, merkte ich erst, welche Geduld die Hausgemeinschaft mit mir aufgebracht hatte.

staircase salty

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Es hat noch nicht geschneit

… aber die Bäume sind schon mit eisigem Frost überzogen.

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Ja, Ihr habt es erkannt. Das ist der Bulevardul Cetăţii in Târgu Mureș, Rumänien.

Und die folgenden Fotos habe ich in dem nahegelegenen Dorf Maiad/Nyomat aufgenommen, wo die Sonne die Bäume bereits aufgetaut hatte, aber das Gras noch gefroren war.

frozen grass 1frozen grass 2frozen grass 3

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Guten Morgen

Der morgendliche Blick aus meinem Schlafzimmer:

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Na gut, tatsächlich sieht es so aus,

good morning 2aber ich konnte mich schon immer auf die positiven und schönen Aspekte einer Situation konzentrieren. Mit so einer Einstellung fängt der Tag viel besser an.

(In English.)

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Spukschloss

Die Burg von Rupea in Transsilvanien an einem nebligen Abend im November.

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Postkarte von Viktor Orbán

Nach der Rückkehr von einer zweiwöchigen Reise öffnete ich gespannt meinen Briefkasten und erwartete, dass mir Pakete, Fanpost, Zeitschriften und Postkarten aus aller Welt entgegentrudeln.

Ihr könnt Euch meine Enttäuschung vorstellen, als ich nach meiner Rückkehr vom Balkan in der ersten Novemberwoche nur eine Postkarte von einem autokratischen, rechtsgerichteten, nationalistischen Premierminister vorfand.

postcard Viktor OrbánUnd dabei wohne ich nicht einmal in Ungarn!

Vielleicht erhalte ich demnächst Postkarten von Wladimir Putin oder Robert Mugabe.

(In English.)

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