Danke an die Flüchtlinge!

Liebe Flüchtlinge,

ich möchte mich bei Euch aus tiefstem Herzen bedanken!

Mit Eurer Hilfe ist es in den letzten Wochen ganz einfach geworden, im Kreise meiner Freunde, Bekannten, Kollegen und Verwandten die Ausländerfeinde, Rassisten und unmenschlichen Arschlöcher zu erkennen. Dafür hätte ich sonst Jahre aufwenden müssen, und bei vielen wäre ich vielleicht nie darauf gekommen.

Nur schade, dass so viele von Euch dafür sterben mussten.

drowned Syrian boy

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Leicht zu verwechseln (35) Besorgte Bürger

Vorsicht! Ausländerfeinde und Rassisten treten derzeit gerne als „besorgte Bürger“ auf. Oft erfordert es näheres Hinhören, um sie von den wirklich besorgten Bürgern auseinanderzuhalten.

Das hier sind besorgte Bürger: Sie sind besorgt um ihre Mitmenschen, heißen sie in Deutschland willkommen und kümmern sich um die Flüchtlinge, deren Betreuung und ihre Integration.

Das hingegen sind eher besorgniserregende Bürger: Ohne zu wissen, was die Bundeskanzlerin gesagt hat oder sagen wird, bezeichnen sie die Regierungschefin als „Schlampe“, „Fotze“ u.s.w.

Das soll also die „abendländische“ oder „europäische Kultur“ sein, die angeblich geschützt werden muss. Ganz ehrlich, die Syrer, die ihre Kinder vor dem Krieg retten wollen, scheinen mir die besseren Eltern, Vorbilder und Mitbürger zu sein als das Nazipack.

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„Der Islam gehört zu Deutschland.“

Die Aufregung über diesen Satz habe ich noch nie verstanden. Dass auch der Islam zu Deutschland gehört, ergibt sich schon aus Art. 4 des Grundgesetzes.

Artikel 4 GG

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

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Bau keinen Turm, wenn Du betrunken bist!

Das ist die Zitadelle des Karim Khan in Schiras im Iran. Das Foto stammt von meiner ersten Iran-Reise zur Jahreswende 2008/2009. Die hohen Mauern umgeben einen schönen Garten mit Teichen und Orangenbäumen sowie ein Museum. Als ich dort war, gab es gerade eine Ausstellung mit alten Schwarz-Weiß-Fotografien von Schiras. Die Stadt hatte sich gar nicht so sehr verändert.

(To the English version of this article.)

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Idole

Einer ist Michael der Tapfere, einstmals Fürst der Wallachei, Siebenbürgens und Moldawiens und der erste rumänische Herrscher, der diese drei Fürstentümer unter einer Herrschaft vereinte, wenn auch nur für etwa ein halbes Jahr. Der andere hat mal Fußball gespielt.

Der eine wurde ermordet. Der andere wird dafür bezahlt, dass sein Bild von Gebäuden hängt, so dass die Mieter ihre Fenster nicht mehr nutzen können.

Einen würde kaum jemand erkennen. Den anderen habt Ihr sofort erkannt.Mihai ViteazulWenn Ihr berühmt werden wollt, geht auf keinen Fall in die Politik oder ins Militärhandwerk.

(Fotografiert in Klausenburg [Cluj-Napoca], Rumänien.)

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Deutsch-deutsche Willkommenskultur

Eines muss man den Deutschen zugute halten: Sie sind nicht nur fremdenfeindlich gegenüber Nichtdeutschen.

Es wäre interessant zu wissen, wieviele der DDR-Flüchtlinge tatsächlich einen Asylanspruch nachweisen hätten können. Zwar war die DDR eine Diktatur, doch bedarf es für die Gewährung von Asyl der individuellen politischen, religiösen oder ähnlichen Verfolgung. Bei den meisten unserer Brüder und Schwestern aus dem Osten handelte es sich wohl nicht um Regimegegner und Literaten im Untergrund (die waren vorher schon lange ausgewiesen oder freigekauft worden), sondern – oh Schande – um Wirtschaftsflüchtlinge.

Links:

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Solidarität

Syrer spendet

(Quelle: Auswärtiges Amt)

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Das Boot ist voll!

  • Jetzt reicht’s aber mal!
  • Wir können doch nicht die ganze Welt bei uns aufnehmen!
  • Das werden ja immer mehr!
  • Die bringen fremde Kulturen!
  • Die kommen hier einfach her, und schon bekommen sie ein Dach über den Kopf!
  • Womöglich auch noch mit Vollpension!

touristen

(Quelle: Der Spiegel 35/2015)

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Hotel Trianon

Ich wette, dieses Hotel in Amsterdam empfängt nicht sehr viele Gäste aus Ungarn.

Trianon Hotel

Zugegeben, diese Anspielung ist schwer zu verstehen für Nichtungarn und Nichthistoriker. Wer zu viel Zeit hat, kann mal über den Vertrag von Trianon lesen. Dieses Regelwerk ist das ungarische Äquivalent zum Versailler Vertrag, nur dass eine überraschend große Zahl von Ungarn auch 95 Jahre später noch erbost darüber ist, während sich der Rest der Welt in der Zwischenzeit weiterentwickelt hat und nach vorne schaut.

(In English.)

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„Asylkritiker“

So, so, „Asylkritiker“ nennt man jetzt also den brandschatzenden, mordenden, grölenden und besoffenen Mob aus Ausländerfeinden, Rassisten und Neonazis. Da hat jemand gut aufgepaßt im Propagandaunterricht: Harmlose Dinge müssen furchterregende Namen bekommen („Asylantenflut“, „Untergang des Abendlandes“), und die bösen Dinge müssen harmlose Namen bekommen („Identität“, „europäische Wertegemeinschaft“ und „Asylkritiker“).

Ein Kritiker ist jemand, der – wie ich – stundenlang in Cafés herumsitzt, Zigarren raucht und Sachertorte isst, während er mit anderen Intellektuellen streitet, wobei die ganze Runde vergisst, dass sie am Ende des Monats Miete zahlen müssen. Ein Kritiker ist jemand, der – ebenfalls wie ich – vor dem Frühstück, ungeduscht und noch im Schlafanzug feurige Zeilen in seinen Blog tippt. Wer Häuser anzündet, Menschen anpöbelt, bedroht und – sobald die Polizei wieder abgezogen ist – verprügelt, ist ein Krimineller, kein Kritiker. Und wer bei der Zuwanderung von Amerikanern, Norwegern und Iren nicht auf die Straße geht, aber plötzlich durchdreht, weil Farbige und Muslime nach Schutz suchen, der ist ein Rassist.

Asylkritiker

Falls sich aber durchsetzen sollte, dass solche Leute „Asylkritiker“ heißen, dann schlage ich die folgenden sprachlichen Änderungen vor. Wenn schon, denn schon.

Das hier waren dann konsequenterweise „Literaturkritiker“:

Berlin,_Opernplatz,_Bücherverbrennung

So gehen „Archäologiekritiker“ vor:

isis-destroys-mosul-artifacts

Auch die „Architekturkritik“ hat Tradition in Deutschland:

synagoge-eberswalde

Ach ja, „Systemkritiker“ hatten wir vor einiger Zeit auch schon mal:

raf

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