Hoffnungsvolle Enten

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Leider hatten wir kein Futter für sie. Stattdessen wurden wir selbst schon langsam hungrig, so dass die Enten am Ende froh sein konnten, dass wir sie alle wieder von dannen ziehen ließen.

Fotografiert von meinem Bruder im Zentralpark in Klausenburg (Cluj-Napoca), Rumänien.

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Sonnenuntergang in Venedig

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Ein Palast für die Kranken, Siechen und Lahmen

„Kein Hotelzimmer mehr frei? Kein Problem, ich gehe gerne ins Krankenhaus“, könnte man in Venedig zu sagen geneigt sein, wenn man das örtliche Krankenhaus kennt.

Krankenhaus

Und das ist nur der Hintereingang. Zum Vordereingang wird der verwunde(r)te Besucher mit dem Boot gebracht.

Ambulanza ambulance boat Venice

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Die engen Gassen von Venedig

Wenn nur nicht ständig dieses dämliche Hochwasser wäre, jedes Mal wenn ich in Venedig bin!

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Kuba, bevor die Amerikaner kommen

Sobald ich meinen bevorstehenden Umzug nach Lateinamerika bekanntgegeben hatte, trudelten die unerbetenen Ratschläge ein. Aus allen Himmelsrichtungen kamen sie, waren dabei aber so wortgleich, wie wenn sie ein und demselben Drehbuch entstammten: „Schau Dir Kuba an bevor die Amerikaner kommen!“

Diese Warnung ist die Fortsetzung der Verklärung der einzigen Diktatur in der westlichen Hemisphäre, die trotz Zensur, Unterdrückung, Haft und Ausreiseverboten immer nur Bilder von alten (wohlgemerkt US-amerikanischen) Straßenkreuzern, Palmen, Zigarren, verfallenen Häusern und tanzenden Menschen heraufbeschwört. Ich habe sie satt, diese Hochglanzberichte aus Havanna, die ein Paradies vorgaukeln, während Regimegegner und Journalisten in kubanischen Gefängnissen schmoren. Das Lesen von Zeitungen und Büchern oder das Verfolgen der Nachrichten gehört anscheinend nicht mehr zum Rüstzeug der Karibikreisenden. Reisen bildet? So nicht!

Wenn ich bei den Unkenrufern nachfrage, was sie konkret von einer Öffnung Kubas befürchten, kommt fast genauso einstimmig die Antwort: „Dann eröffnet in Havanna bald ein McDonalds.“ – Oh Schock! Das wiegt natürlich schwerer als Meinungsfreiheit, Reisefreiheit und Gewaltenteilung. Soweit ich weiß, wird in keinem Land, in dem es McDonalds gibt, irgendjemand gezwungen, dort zu essen.

Die kulinarischen Pessimisten nehmen im Endeffekt das Leiden einer fremden Bevölkerung in Kauf, um ihre eigenen Wünsche nach einem in vergangenen Zeiten gefangenen Museumseiland zu befriedigen. Mit der gleichen Argumentation hätte man 1989 einem der Ostblockländer den Weg zu Demokratie, Freiheit und Wohlstand versagen können. (Der DDR wegen der kultigen FKK-Strände? Rumänien wegen der putzigen Waisenkinder?) Vielleicht könnte man für Besucher aus Übersee eines der sowieso zu zahlreich vorhandenen Bundesländer in einen NS-Staat zurückverwandeln. Sachsen-Anhalt böte sich jetzt an.

Der Zweck von Menschen ist es doch nicht, zur Erbauung gelegentlicher Besucher oder Betrachter von Fernsehdokumentationen arm und unfrei zu bleiben.

Selbst den Kuba-Apologeten sollte zu denken geben, dass sowohl die kubanische Regierung als auch die Bevölkerung die Annäherung zwischen Kuba und den USA begrüßen. Die Castros selbst hatten das seit Jahrzehnten gefordert. Die Menschen in Kuba feierten, als sie die Mitteilung von Präsident Obama über die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen vernahmen.

US Cuba

Der Drink Cuba Libre hat einen gehörigen Anteil an Cola. Schaden tut ihm das nicht.

(Dieser Artikel wurde auch im Freitag veröffentlicht. – Read this article in English.)

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Warum Osteuropa nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen kann

Liebe Westeuropäer,

wie es scheint, seid Ihr ein bißchen sauer über unsere mangelnde Bereitschaft, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Es wäre schade, wenn darüber unsere Partnerschaft zerbräche, also gestattet uns bitte, Euch die Lage mal aus osteuropäischer Perspektive darzustellen. Wir sind uns sicher, dass Ihr uns besser verstehen werdet, wenn Ihr Euch mal unsere Argumente anhört.

Erstens: Wir haben wirklich keinen Platz. Wir sind winzige Länder. Die meisten Menschen würden Litauen oder die Slowakei nicht einmal auf der Landkarte finden. Wie sollen uns also die armen Flüchtlinge finden? Was hören wir Euch antworten, „große ungarische Tiefebene“, „Polen ist das sechstgrößte Land in der EU“? Naja, Polen kann man nicht wirklich zählen, weil das Land die schlechte Angewohnheit hat, immer mal wieder große Teile seines Territoriums zu verlieren.

Zweitens: Wir sind schon voll. Unsere Häuser und Wohnungen sind so rappelvoll, dass nicht einmal eine zusätzliche Katze reinpassen würde. Wir wissen nicht einmal, wo wir unsere eigene Bevölkerung unterbringen sollen!

Eastern Europe shrinking population

Eastern Europe shrinking cities

Oh. Naja, das sind aber Zahlen aus der Vergangenheit. In Zukunft wird unsere Bevölkerung dramatisch wachsen, weil wir an die patriotischen Pflichten unserer jungen Frauen appellieren. Was, unsere jungen Frauen sind schon alle nach Westeuropa und Amerika abgehauen? Verdammt. (10 der 11 Länder, für die bis 2050 der größte Bevölkerungsschwund – bis zu 50% – vorhergesagt wird, liegen in Osteuropa.)

Na also, da seht Ihr es! Wir sind Experten in Auswanderung, nicht in Einwanderung. Ihr könnt doch nicht erwarten, dass wir plötzlich umschwenken und etwas ganz Anderes machen. Das würde zu dramatischen Umwälzungen in unserer Gesellschaft führen. Es wäre so, wie wenn man eine kommunistische Planwirtschaft von einem Jahr zum nächsten in eine marktwirtschaftliche Demokratie überführen würde. Verrückt! So etwas würde nie und nimmer funktionieren.

Drittens: Unsere Sprachen sind fast unlernbar. Niemand hat jemals Ungarisch gemeistert. Litauer sind stolz darauf, eine Sprache zu haben, die niemand anders erlernen kann. Es wäre unfair, von den Flüchtlingen das Erlernen einer so schweren Sprache zu verlangen, wenn sie stattdessen nach England oder Italien mit ihren simplen Sprachen ziehen könnten. Oder nach Malta, dort spricht man schon Arabisch.

Viertens: In unseren Wäldern gibt es Bären. Es ist wirklich nicht sicher hier, wahrscheinlich sogar gefährlicher als in Syrien.

Fünftens: Wir sind zu kalt. Nein, nicht wir als Menschen, das Klima meinen wir. Habt Ihr Doktor Schiwago gesehen, mit all dem Schnee? Ja, genauso sieht es hier aus. Ihr könnt doch nicht ernsthaft von Wüstenmenschen erwarten, dass sie sich in Sibirien ansiedeln. Nein, wir haben nichts davon gehört, dass Norwegen und Schweden Hunderttausende von Flüchtlingen aufnehmen. Außerdem ist deren Schnee nicht so kalt wie unserer. Und wir glauben auch nicht, dass Doktor Schiwago Ägypter war. Und selbst wenn, dann habt Ihr ja gesehen, wie unglücklich er in Osteuropa war.

Sechstens: Die meisten Flüchtlinge sind Muslime. Wir besaufen uns jeden Tag mit Wodka, Pálinka, Rakija und Slivovitz. Das würde die Gefühle der Flüchtlinge beleidigen, so dass es besser ist, sie weiter in alkoholfreie Länder wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien zu schicken, wo sie nicht ständig mit Bier und Wein konfrontiert werden.

Siebtens: Wenn Ihr die Wahrheit wissen wollt, wir sind entweder aufrichtig ausländerfeindlich und rassistisch oder wir sind einfach wirklich schlecht im Aufbauen von funktionierenden Staatswesen. Wir sind deshalb besorgt, dass uns die Wähler an unseren Misserfolgen in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Bildung, Gesundheitswesen und anderen komplizierten Dingen messen. Dagegen ist es viel einfacher, Familien, die gerade erst der Hölle des Krieges entkommen sind, zu beleidigen und sie alle als Terroristen zu brandmarken. Sie sind so ausgezeichnete Sündenböcke, diese Neger mit Namen wie Mohammed oder Ali. (Wenn sie nur nicht so süße Kinder mit Lockenköpfen hätten, das macht unsere Demagogie nicht einfacher.)

Und zu guter Letzt, habt Ihr mal gesehen wie wir unsere eigenen Roma-Minderheiten behandeln? Wenn wir selbst unseren eigenen Bürgern die Grundversorgung mit Wasser, Abwasser, Straßen oder Schulen verweigern, wie könnt Ihr dann von uns erwarten, dass wir das für Ausländer tun?

Wir hoffen, dass Ihr ein Verständnis unserer absolut nachvollziehbaren Beweggründe bekommen habt, aus denen wir jegliche Solidariät, Hilfe, Mitgefühl und Menschlichkeit verweigern.

Solidarność,

Eure Osteuropäer

PS: Die nächste Rate aus dem Strukturfonds ist am kommenden Montag fällig. Bitte stellt die rechtzeitige Überweisung sicher!

(To the English version of this article.)

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Venedig verrottet

Macht Euch schnell auf den Weg nach Venedig! Wenn es so weitergeht wie bisher, ist die Stadt nämlich bald verrottet.

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Wenn man sich die Kosten für und die Korruption bei Großprojekten wie dem Hochwasserschutz MOSE ansieht, wäre es vielleicht besser, man ließe Venedig einfach langsam absaufen. Die paar Tausend Menschen könnten umziehen, und wir hätten ein modernes Atlantis als Warnung vor den Folgen des Klimawandels.

funeral boat Venice

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Sonnenuntergang in Târgu Mureș, Rumänien

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Sonnenuntergang2

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Wer hat den Mond gefressen?

Gleich wird das Wolkenmonster den Mond verschlingen:

Neumond

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Ist Rumänien ein Dritte-Welt-Land?

Nein, ist es natürlich nicht. Aber glauben könnte man es, wenn man auf der Seite einer Organisation, die Schuhe an arme Kinder verschenkt, neben Kambodscha, Laos, Nicaragua und Ost-Timor ein Projekt im EU-Mitgliedsstaat Rumänien entdeckt.

Small Steps project Cluj Romania Pata Rat

Einige der Slums hier erinnern allerdings tatsächlich an die Dritte Welt.

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