„Der Islam gehört zu Deutschland.“

Die Aufregung über diesen Satz habe ich noch nie verstanden. Dass auch der Islam zu Deutschland gehört, ergibt sich schon aus Art. 4 des Grundgesetzes.

Artikel 4 GG

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen Blog mal mit einem Video von Angela Merkel bereichere, aber hier spricht die Bundeskanzlerin relativen Klartext zum Thema „angebliche Islamisierung“:

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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10 Antworten zu „Der Islam gehört zu Deutschland.“

  1. American Viewer schreibt:

    Ich fand‘ Jan Fleischhauer diese Woche interessant: „Wenn der Zuzug in diesem Tempo anhält, wird sich die Zahl der in Deutschland lebenden Muslime in absehbarer Zeit verdoppelt haben. Das ist eine Entwicklung, die alle Prognosen in den Schatten stellt, mit denen Thilo Sarrazin sein Publikum zum Gruseln brachte.“

    Ein Kuwaiti erklärte derweil in der ZEIT, warum die Golfstaaten keine Syrer aufnehmen:
    „Man kann nicht Menschen aus einer anderen Kultur, die auch noch schwer traumatisiert sind, herbringen“ antwortete er auf die Frage, warum die Golfländer keine Flüchtlinge aufnehmen. Außerdem, so Al-Shelaimi, seien die Lebenshaltungskosten am Golf viel höher als in Aufnahmeländern wie Jordanien und dem Libanon. Folglich sei es sinnvoller, die Flüchtlinge blieben dort und würden vom Golf mit Spenden versorgt.”
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/golf-staaten-fluechtlinge-saudi-arabien

    Kultur. Traumata. Lebenshaltungskosten. Hilfe in Jordanien ist effektiver, weil dort die gleiche Geldsumme ungleich mehr Flüchtlingen helfen kann. Das hört sich durchaus vernünftig an, will man in der EU aber nicht hören.

    Ich bin verblüfft, dass die Eurokraten wegen der aktuellen Krise Schengen, Dublin und letztendlich die gesamte EU und in einigen Staaten sogar die Demokratie aufs Spiel setzen.

    • Andreas Moser schreibt:

      1) Mir ist egal, wieviele Muslime in Deutschland leben. Muslim, Christ, Hindu, Jude, für mich sind alle Religionen gleichermaßen absurd.

      2) Die verweigerte Hilfe von A ist nie ein Argument für B, ebenfalls die Hilfe zu verweigern. Die Golfstaaten sind Diktaturen, die natürlich keine Menschen aufnehmen wollen, die sich zum Teil gegen eine Diktatur aufgelehnt haben. Ich finde es auch absurd, grausame Diktaturen wie Saudi Arabien als alternative Fluchtstaaten anzuführen.

      3) Das mit der Kultur habe ich ja schon in anderen Kommentaren angesprochen. Es gibt keine größeren kulturellen Unterschiede zwischen mir als Deutschem und den meisten Syrern als zwischen mir als Bayer und einem Berliner. Ehrlich gesagt verstehe ich mich mit den meisten Syrern viel besser als mit den ausländerfeindlichen, islamfeindlich, überängstlichen unter meinen Landsleuten.

      • American Viewer schreibt:

        1) Das klingt alles sehr ich-bezogen, was du da schreibst. Welche Relevanz soll das für die aktuelle Krise haben? Ich halte Religionen auch nicht immer für hilfreich, who cares?

        Ich würde empfehlen weg von diesen Ich-Fragen zu kommen und stattdessen zu überlegen, was mit Ländern passiert könnte, wenn sehr viele religiöse Menschen einwandern, die zudem bisher westliche Formen von Demokratie und Rechtsstaat nicht kannten. Ändert sich etwas? Ja/Nein. Was ändert sich? Und falls ja, ab wann ändert sich etwas?

        2) Das ist sehr radikal, wenn man behauptet, die Golfstaaten verweigern Hilfe. Der Kuwaiti sieht das anders und sagt das Gegenteil sei der Fall: Sie würden helfen und zwar im Gegensatz zum Westen effektiv. Das muss man ihm erst einmal widerlegen.

        Bezüglich der Regierungsform müsste man die Kuwaitis fragen, was sie wollen. Genauso die Syrer. Theoretisch ist es natürlich möglich, dass sich eine Mehrheit für eine Demokratie und einen Rechtsstaat nach westlichem Vorbild findet. Wahrscheinlich ist es nicht.

        3) Auch das ist total ich-bezogen und nicht wirklich relevant.

      • Andreas Moser schreibt:

        Ich schreibe ich-bezogen, weil ich mir anders als Du nicht anmaße, für Millionen von Flüchtlingen/Muslimen/Menschen zu sprechen. Du kommst immer mit wilden Behauptungen, was angeblich passiere oder was die Mehrheit angeblich dächte, aber nichts davon stimmt. Schon die Grundannahme, dass ein Muslim oder ein Syrer anders denkt, weil er Muslim oder Syrer ist, ist falsch. Das Streben nach einem Leben in einem friedlichen, freien, rechtsstalichen Land, in dem die eigene Meinung zählt, ist ziemlich universell (wenn auch verständlicherweise erst einmal das nackte Überleben Priorität hat).

        Deutschland und Europa haben schon so oft Millionen von Menschen und ein Dutzend neue Staaten aufgenommen, „die bisher westliche Formen von Demokratie und Rechtsstaat nicht kannten“. Und es hat geklappt, einigermaßen. Demokratie und Rechtsstaat sind keine Atomphysik, die man jahrelang erlernen muss. Die meisten unserer deutschen Großeltern wurden in einer Diktatur sozialisiert. Ab 1945 waren sie dann alle Demokraten. Wenn es sogar mit den Nazi-Mitläufern funktioniert hat, wird es mit den jetzt viel besser international informierten Flüchtlingen ebenso funktionieren.

      • American Viewer schreibt:

        Ich schreibe ich-bezogen, weil ich mir anders als Du nicht anmaße, für Millionen von Flüchtlingen/Muslimen/Menschen zu sprechen.

        Ich schreibe nirgends, dass ich für Millionen Menschen spreche. Das ist eine absurde Behauptung. Aber ich will natürlich über politische und nationale Fragen sprechen, die alle betreffen. Ich-bezogene Episoden, dass du Religionen absurd findest und wem du dich verbunden fühlst und wem nicht, führen doch nicht weiter. Wenn dir das wichtig ist, erzählst du den dir bekannten Bayern und Syrern selbst, was du von Religionen hältst.

        Schon die Grundannahme, dass ein Muslim oder ein Syrer anders denkt, weil er Muslim oder Syrer ist, ist falsch.

        Das kann sein. Ich glaube allerdings, es ist möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass der Median-Syrer anders über gewisse Dinge denkt, als der Median-Norweger. Denken hat viel mit unserer Umwelt, unserer Kultur, unserer Erziehung, unserer Religion zu tun. Ob und welche Schlüsse man daraus zieht, habe ich bewusst offen gelassen.

        ein Dutzend neue Staaten aufgenommen

        Die Reformen kamen vorher und dann erst hat die EU sie aufgenommen. In wie weit die EU von Dauer ist, wird man sehen. Es haben schon viele von tausendjährigen Reichen geträumt und am Ende wurden es nur wenige Jahre. Die Fortschritte der EU waren bisher so enorm, die EU sollte diese Dinge nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Das würde ich mir wünschen.

        Wenn es sogar mit den Nazi-Mitläufern funktioniert hat,

        Deutschland halte ich für eine eher schlechtes Beispiel, weil es dort schon vor den Nazis eine Demokratie gab. Ich nehme immer Japan als Beispiel. Dort ist es tatsächlich gelungen eine bis dato relativ anti-westliche Kultur relativ westlich umzuformen.

        Gegenbeispiele finden sich allerdings auch. Zum Beispiel den Irak. Dort sind diese schönen Ziele bisher alle relativ übel misslungen. Auch in Syrien hatte man ja Ähnliches vor. Obama hat diverse syrische Rebellen unterstützt, die prowestlich waren. Bisher ohne jeden sichtbaren Erfolg. Es ist eher ein Albtraum.

        Das Streben nach einem Leben in einem friedlichen, freien, rechtsstaatlichen Land, in dem die eigene Meinung zählt, ist ziemlich universell.

        Das ist eine These, die durchaus stimmen kann. Dann stellt sich allerdings die Frage, warum Syrien noch nie ein „freies, friedliches, rechtsstaatliches, demokratisches Land“ war, wo doch diese Wünsche angeblich so drängend und so universell sind.

        Die gleiche Frage stellt sich bei vielen anderen Ländern. Von Kuwait habe ich schon erzählt. China wäre auch so ein Fall. Russland ein anderer.

        Aktuell scheinen eher Sozialwissenschaftler recht zu haben, die behaupten, dass es eine universelle Weltkultur (nach westlichem Vorbild) mit den von dir genannten Wünschen vielleicht gar nicht gibt. Jedenfalls nicht in der Form wie wir es uns das gerne vorstellen und wünschen.

  2. De Benny schreibt:

    Ich seh das so: Selbst wenn heir alles islamisiert wird und es eine andere Mehrheitskultur gibt, selbst wenn wir den Rechtsstaat verlieren sollten, weil viele nicht Wahlberechtigte (sic!) einwandern, dann ändert das
    1. nix an meinem christlichen Glauben, weil ich nicht zum Moslem werde, wenn es in meinem Umfeld nur Muslime gibt (ich war in Ägypten und wurde nicht zum Moslem, ich war in Israel und wurde nicht zum Juden, ich war in Korea und wurde nicht zum Buddhisten und ich war in den USA und wurde nicht zum Fundamentalisten – ach, und in Ostdeutschland hab ich auch länger gelebt und wurde kein Atheist).
    2. nix daran, daß ich der Meinung bin, daß man Menschen in Not helfen muß. Und die Flüchtlinge sind in Not.

    Da ich aber nicht davon ausgehe, daß der Zuzug vieler syrischer und afghanischer Muslime der Untergang des Abendlandes bedeuten, bin ich was das angeht ganz entspannt.

    • Andreas Moser schreibt:

      Gute Argumente!
      Ich bin Atheist und lebte 33 Jahre im sehr christlichen Bayern. Ich wurde dennoch nicht christianisiert. Ganz im Gegenteil, ich wurde dort erst zum Atheisten.
      Es wäre lustig, wenn das mit der Islamisierung so leicht ginge, denn dann könnten wir auch alle Bürger mal eine Woche in die Universität schicken, und sie würden zu Akademikern.

  3. Pingback: Das Duell 2017 | Der reisende Reporter

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