Fotografieren im rumänischen Winter

Auf dem Bâlea-See in Rumänien, auf mehr als 2.000 Metern Höhe. Im Dezember. Es ist schon so lange kalt, dass der See komplett zugefroren ist. Wir spazieren auf dem Eis. Es hat schon so lange geschneit, dass das Eis bedeckt ist und man keinen Unterschied zwischen dem See und dem Land erkennen kann. Der Nebel ist so dicht, dass wir kaum die Menschen neben uns sehen. Eisiger Wind bringt noch mehr Schnee.

Winterfoto1

Wenn man für den Fotografen ein paar Sekunden stehenbleibt, wird man binnen einer Minute zu einem Schneemann. Oder man erfriert aufgrund des beissenden Windes.

Winterfoto2

Wenn der Fotograf für eine Weitwinkelaufnahme ein paar Schritte zurück macht, hat man ihn schon fast aus den Augen verloren. Noch ein paar Schritte weiter, und ich wäre in der weißen Eiswüste herumgeirrt.

Winterfoto3Mir gefiel das sehr gut. Die Kräfte der Natur hatten eine erfrischende, energiespendende Wirkung. Leider konnten wir nicht lange auf dem See bleiben, weil eine Sturmwarnung ausgegeben wurde (dieses Wetter war das ganz normale Wetter) und wir die letzte Seilbahn ins Tal erwischen mussten.

(Danke an meinen Bruder für’s Fotografieren, was dort oben nochmal ein Stück härter ist, weil man dabei die Hände aus den wärmenden Taschen nehmen muss. – To the English version.)

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Wurmlöcher – Es gibt sie tatsächlich.

Wurmlöcher – ich habe schon mal gehört davon in Star Trek, Stargate oder in Contact, aber richtig kapiert habe ich nie, worum es sich dabei handeln soll. Irgendetwas mit Zeitreisen. Also erfundener Science-Fiction-Quatsch.

Und dann fand ich in Rumänien tatsächlich so ein Wurmloch:

Wurmloch

Seither verschwinde ich manchmal für ein paar Wochen…

(Foto von Dominik Lenz.)

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Heil Nikolaus

Die Stadt Sighișoara in Rumänien hat kein glückliches Händchen bei der Gestaltung ihrer Nikolaus-Figur bewiesen, die den (wenn auch linken) Arm zum Hitlergruß erhebt. Dass ich in Sighișoara bisher die meisten deutschsprachigen Rumänen getroffen habe, ist hoffentlich Zufall und kein Beleg für eine geheime faschistische Zelle.

Heil Santa(Foto von Dominik Lenz. – To the English-language page.)

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Bergluft

Auf der Curmătura–Hütte im Piatra-Craiului-Gebirge in Rumänien genieße ich die Bergluft.

Zigarre Berg 1 Zigarre Berg 2

(Fotos von Dominik Lenz.)

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Die Österreichisierung des Morgenlandes

Etwas verwunderlich für den Nachfolgestaat eines Vielvölkerreichs hat sich auch in Österreich eine Pegida-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) gebildet. Deren Anhänger sehen in jedem Falafel- oder Dönerstand einen Angriff auf ihre Kultur, über die sie meist erschreckend wenig wissen und die doch viel mehr von dämlichen Fernsehserien und von der Kronen-Zeitung bedroht wird.

Reisen würde bilden. Wer nämlich mal ins sich angeblich gefährlich und blutrünstig ausbreitende Morgenland fährt, wird erkennen, dass die wirkliche Gefahr in die andere Richtung geht: Das Morgenland ist einer mehr als nur schleichenden Österreichisierung ausgesetzt!

Letzte Woche war ich im Nahen Osten und wollte gerade den muslimischen Gebetsruf von den umliegenden Minaretten genießen, als sich aufdringlich die rot-weiß-rote Fahne ins Bild schob. Nicht mal mehr in Jerusalem ist man vor dem Expansionsdrang der Habsburger sicher.

Ö Flagge Jerusalem

Pegida-ähnliche Demonstrationen gegen die sichtbare Präsenz Österreichs an den Heiligen Stätten des Judentums und des Islam gab es übrigens nicht. Morgenländische Weicheitoleranz eben. Alles naive Gutmenschen.

Hier noch ein Video, das zeigt, wie gut islamische Gebetsrufe mit Rot-Weiß-Rot zusammenpassen:

Einen ausführlichen Artikel über die österreichische Präsenz im Morgenland findet Ihr hier.

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Ich ziehe nach Südamerika. Mit dem Schiff.

Als ich mich dazu entschied, Europa im Jahr 2015 hinter mir zu lassen und in die weite Welt zu ziehen, wußte ich, dass die Entscheidung, wo ich diese Weltreise beginnen werde, eine schwierige werden würde. Zwischen Afrika, Asien, dem Nahen Osten, Südamerika, Mittelamerika und der Karibik konnte ich mich einfach nicht entscheiden. Interessant ist es überall.

Das Konsultieren von Landkarten und Fotos sowie das Lesen über bestimmte Orte verkürzte die Liste der Möglichkeiten keineswegs (eher noch wuchs sie), also entschied ich mich für eine andere Strategie: Ich abonnierte einen Newsletter mit günstigen Flugangeboten und nahm mir vor, zuzuschlagen, sobald mir ein Angebot unterkam, dass so gut war, dass ich es praktisch nicht ausschlagen konnte.

Dann entschied ich mich für das eine Angebot, dass kein Flug sondern eine Schiffspassage war. Es war zu unwiderstehlich. Im Oktober und November ziehen die Kreuzfahrtgesellschaften ihre Schiffe aus dem Mittelmeer ab und verschiffen sie nach Amerika, wo sie dann den Winter über durch die Karibik tingeln. Die Kreuzfahrtschiffe müssen deshalb für eine Woche den Atlantik überqueren, was anscheinend nicht sehr beliebt bei Touristen oder Geschäftsreisenden ist. Sonst könnte man solch eine Überfahrt nicht für 150 € erstehen.

cruise to BrazilFür mich hingegen ist es eine verlockende Vorstellung, eine ganze Woche auf dem Atlantik zu verbringen. Eine Woche auf offener See, keine Inseln, keine Häfen, nur ein paar andere Schiffe, vielleicht ein paar Wale und mal ein schrecklicher Sturm dazwischen. Kein Internet und genug Zeit zum Lesen. Wunderbar! Also habe ich eine Kreuzfahrt von Gran Canaria nach Salvador de Bahia in Brasilien für den November 2015 gebucht. Die Fahrt nach Amerika wird acht Tage dauern, länger als die Titanic für die Ozeanüberquerung benötigt hätte.

Wenn ich schon einmal in Brasilien bin, werde ich dann über die folgenden Jahre natürlich ganz Süd- und Mittelamerika und die Karibik bereisen und in jedem Land ein paar Monate bleiben. Wie immer werde ich die Natur und alte Städte erkunden, die Geschichte studieren und über Aktuelles berichten. Dabei werde ich hoffentlich Spanisch lernen.

Wenn Du also in Lateinamerika bist und ein freies Zimmer hast, oder gemeinsam auf Wanderungen in den Regenwald gehen willst oder eine interessante Stadt kennst, über die ich schreiben sollte, melde Dich. Ich freue mich über alle Einladungen, außer von der Colonia Dignidad in Chile.

latin_america_1990

Aber zuerst muss ich die stürmische Überfahrt über den Atlantischen Ozean überleben.

Wasser_über_Deck_und_Luken_WNA(Von jetzt bis November 2015 werde ich in Osteuropa sein, hauptsächlich in Rumänien, Moldawien, Transnistrien und der Ukraine. – To the English version of this announcement.)

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Malerarbeiten

painting

Ja, diese Kreuzfahrtschiffe sind wirklich so riesig.

(Fotografiert in Messina, Sizilien, Italien.)

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Der Tod der Tageszeitung

So weit ist es also schon gekommen: ein Denkmal für die Tageszeitung bzw. deren aussterbende Leser. Ist das Ende wirklich schon so nah?

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Fotografiert in Thessaloniki, Griechenland.

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Halbmarathon in Jerusalem

Morgen werde ich den Halbmarathon in Jerusalem laufen. Solche Langstreckenläufe beginnen meist um 10 Uhr vormittags. Nicht so in Jerusalem: Um 06:45 Uhr geht es los. Da wundert sich der Biorhythmus.

runners jerusalemAber egal. Ein Lauf über Kopfsteinpflaster aus der Zeit von Pontius Pilatus in einer Stadt mit einem Hügel auf dem nächsten ist sowieso nicht der Ort, um persönliche Bestzeiten zu erzielen. Jerusalem ist eine Stadt zum Genießen, zum Lernen, zum Staunen.

Ein Halbmarathon (21 km) dauert bei mir etwa zwei Stunden. In diesen zwei Stunden in Jerusalem werde ich durch 3.000 Jahre Geschichte laufen; mehr als man in anderen Städten in einer ganzen Woche zu sehen bekommt.

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Das Ziel liegt im Sacher-Park, was mich auf eine Torte für jeden Läufer hoffen läßt. In den Anmeldeunterlagen findet sich übrigens der Hinweis „Achtung: Im Bereich des Sacher-Parks sind keine Waffen erlaubt“. Das hält den Terroristen von heute aber nicht ab. In Jerusalem ist es zur Zeit in Mode, dass palästinensische „Märtyrer“ ihre Opfer mit dem Auto überfahren. So gehen einstmals stolze Terroristendynastien vor die Hunde. Der Großvater entführte noch Flugzeuge nach Entebbe, der Vater schaffte es bis in eine Strandbar in Tel Aviv, wo er sich in die Luft sprengte, und die heutige Jugend ignoriert rote Ampeln.

Allen Läufern viel Glück morgen!

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Edinburgh

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