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Der Winter ist da.
Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen, Rumänien
Verschlagwortet mit Calimani, Winter
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Wie schnell sind Züge in Rumänien?
Die Eisenbahn in Rumänien ist so langsam, dass man den Bahnübergang noch getrost und sicher überqueren kann, selbst wenn der herannahende Zug schon in Sichtweite ist. Und das sogar auf einem langsamen Fahrrad.
So schenkt man richtig
Ich erhalte nicht viele Geschenke. Selbst schenke ich noch viel weniger.
Wahrscheinlich ist das besser so. Sowohl das Erhalten von Geschenken als auch Schenken werden leicht zu einer traurigen Angelegenheit. Ich erinnere mich an die Zeiten, als ich stundenlang in Buchhandlungen stöberte, um ein passendes Buch als Geschenk für jemanden auszuwählen. Jahre später hatte die Beschenkte es noch immer nicht gelesen. Genauso traurig war es, als mir jemand einen Gutschein für ein Meeresfrüchterestaurant überreichte, oder immer wenn jemand eine Flasche Alkohol mitbringt, ohne zu wissen, dass ich nichts trinke. Oder die dicken Handschuhe vor dem Umzug in die Sahara. Oder das großflächige Ölgemälde, wenn ich in wenigen Wochen mit nur zwei Taschen nach Argentinien ziehe.
Die meisten dieser Missgeschicke passieren weil der Schenkende entweder gar nicht nachdenkt oder das schenkt, was ihm selbst gefällt, und dabei annimmt, dass alle Menschen den gleichen Geschmack haben, oder sich vorstellt, was die andere Person mögen sollte oder was er an der Stelle des Beschenkten erhalten wollen würde. Das funktioniert nur selten. Es kann so weit gehen, dass ein auf den ersten Blick großzügiges Geschenk zu einem geradezu egozentrischen Akt wird, mit dem der Schenkende dem Empfänger seinen Willen aufzudrängen versucht, z.B. durch die implizite Aufforderung „Du liest besser dieses Buch“ oder „ändere endlich Deine Kleidung“ oder „Deine Wohnung sieht viel besser aus, wenn Du das Bild aufhängst, das ich Dir gemalt habe“. Es ist eine Form der Nötigung. Im Falle der Einladung zu einer Zirkusvorführung, die man eigentlich gar nicht sehen wollte, wird Euch sogar Eure Zeit gestohlen.
“Du machst das mit dem Schenken so kompliziert, ich schenke am besten gar nichts mehr,“ höre ich Euch sagen. Das ist eine Lösung. Aber für die, die weiterhin schenken und beschenkt werden wollen, gibt es noch weitere Lösungen.
- Schenkt Geld. Das findet jeder nützlich, und die Beschenkten können es für etwas ausgeben, was sie wirklich wollen oder benötigen. Ich gebe aber zu, dass es etwas unromantisch aussieht, und bei einem Rendezvous könnte es fehlinterpretiert werden.
- Schenkt etwas, was jeder braucht. Es wäre so einfach, wenn es gesellschaftlich akzeptabel wäre, Brot, Milch, Tiefkühlpizzas, Karotten und andere Gegenstände zu schenken, die jeder braucht. Dabei gäbe es aber natürlich noch immer Unterschiede, denn nicht alle Menschen auf der Welt finden immer alles gleich nützlich. Es gibt Orte und Zeiten, wo Munition oder Verbandsmaterial sehr gefragt sind. Wenn ich mich auf eine Sache festlegen müsste, die weltweit nützlich ist und die jeder Mensch braucht, wäre es Toilettenpapier, was den zusätzlichen Vorteil hat, keinem Verfallsdatum zu unterliegen. Selbst wenn Euch 10 Freunde jeweils 10 Rollen schenken, werdet Ihr diese irgendwann aufbrauchen.
- Fragt Leute, was sie sich wünschen. Das ist nun wirklich einfach und sollte das Mindestmaß an Höflichkeit unter zivilisierten Menschen darstellen, bevor man in der Wohnung von jemandem auftaucht und eine Kiste voll unerwünschter Sachen zurücklässt. Wenn jemand zu schüchtern oder höflich ist und mit „oh nein, Du musst mir nichts schenken“ antwortet, erklärst Du ihm: „Ich weiß, dass ich nicht muss, aber ich will. Also, was zum Henker nochmal brauchst Du?“ Wenn derjenige dann immer noch vorgibt, wunschlos glücklich zu sein, lasst Ihr es eben bleiben, und der Nichtbeschenkte erhält eine kostenlose Lektion über die Folgen übertriebener Höflichkeit.
- Der nächste Schritt ist eine Wunschliste. Stellt eine Liste mit Dingen (oder Aktivitäten) zusammen, die Ihr gerne haben würdet. Wer immer Euch etwas schenken will, wird sich freuen, weil er sich sicher sein kann, dass er Euch nichts schenkt, dass dann ungenützt in der Schublade verschwindet.
Es ist reiner Zufall, dass dieser Beitrag zwei Wochen vor Weihnachten erscheint.
(Diese nützlichen Hinweise erschienen auch im Freitag. – To the English version of this guideline on giving presents.)
Veröffentlicht unter Leben, Philosophie, Wirtschaft
Verschlagwortet mit Geburtstag, Geschenke, Weihnachten
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Woran erkennt man den ehemaligen Gastarbeiter?
In Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, sah ich dieses Schild an einer Hofeinfahrt.
Das ist ja schon in Deutschland sehr spießig, aber wenn man sich so ein Schild zurück mit in die Heimat nimmt, dann ist Vorsicht angebracht. Die rechtliche Wirksamkeit der auf deutsch ausgesprochenen Androhung der Kostentragungspflicht in Mazedonien wage ich jedoch zu bezweifeln.
Veröffentlicht unter Deutschland, Fotografie, Mazedonien, Reisen
Verschlagwortet mit Skopje
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Für meine rumänischen Leser
In Rumänien bin ich so herzlich empfangen worden, dass gleich ein langer Artikel über mich, mein Leben und meine Reisen in der regionalen Presse erschien:
Da ich ungern Artikel über mich selbst lese, kommt es mir ganz gelegen, dass ich kaum Rumänisch spreche. Allerdings gefällt mir der Titel „pustnicul fericit“, was so viel wie „glücklicher Einsiedler“ heißt.
Veröffentlicht unter Reisen, Rumänien
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Schaurig oder romantisch?
Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen, Rumänien
Verschlagwortet mit Bran
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Atomares Endlager? Das ist doch kein Problem!
Die Bundesregierung gesteht ein, dass ihr jeglicher Gesamtüberblick über den deutschen Atommüll fehlt, verdoppelt aber mal locker die geschätzte Menge. Tausende von Fässern mit radioaktiven Abfällen sind schon am Verrosten.
Angesichts dieser politischen Inkompetenz wollte ich mich an die Wissenschaft halten und hörte mir einen 1955 von Werner Heisenberg gehaltenen Vortrag an, in dem er sich für (west)deutsche Kernkraftwerke ausspricht. Die Rede immerhin eines Nobelpreisträgers für Physik ist ein bewundernswert eindeutiges Zeitdokument über die menschliche Hybris im Umgang mit der Kernenergie. Große Fortschritte seit damals sind nicht erkennbar.
Ihr könnt Euch die Rede im knistrigen Original anhören oder Euch auf die folgenden Höhepunkte konzentrieren:
Alle wissenschaftlichen Fragen in dem Zusammenhang [des Baus von Kernkraftwerken] sind inzwischen längst gelöst. [bei 2:00 Minuten]
Wenn ein Wissenschaftler sagt, dass alle Fragen gelöst sind, sollte man hellhörig werden.
Den Betrieb [von Kernkraftwerken] würde man ja wohl schnell erlernen. [4:50]
Das hört sich an, wie wenn es um das Erlernen des Fahrradfahrens ginge.
So wird man jetzt die Versuchsstation so rasch wie irgend möglich einrichten sollen und sich daher zunächst auf das unbedingt Notwendige beschränken. [9:22]
Genau. Erst einmal bauen.
In der letzten Zeit ist nun oft über den Standort der Station gesprochen worden, und es sind gelegentlich Besorgnisse geäußert worden, auf die ich hier mit ein paar Worten eingehen möchte. [15:13]
Jetzt kommt die Lösung der Endlagerfrage:
Die Errichtung einer derartigen Station in der Nähe einer großen Stadt bedeutet keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung oder für die Wirtschaft dieser Stadt. Man denkt bei dieser Gefährdung ja an eine mögliche Verseuchung der Luft oder des Grundwassers mit radioaktiven Substanzen. Bei den flüssigen und festen Abfallstoffen ist diese Sorge völlig unbegründet, denn natürlich denkt niemand daran, sie mit dem Abwasser zusammen in Flüsse oder in die Erde zu leiten. Vielmehr werden die Abfallstoffe … sorgfältig gespeichert, nach Abschwächung ihrer radioaktiven Strahlung aufgearbeitet und schließlich verpackt und weit vor der Küste ins Meer versenkt. An der Stelle ist die Beseitigung der radioaktiven Abfälle kein wirkliches Problem. Schwieriger ist es, die radioaktive Verunreinigung der Luft völlig zu vermeiden. Aber man kann und muss natürlich durch Maßnahmen … dafür sorgen, dass die Luftradioaktivität schon im Bereich der Station immer so niedrig bleibt, dass sie die dort arbeitenden Menschen nicht im geringsten gefährdet. [15:28]
Da die nächste städtische Siedlung noch einmal 10 bis 20 km von der Station entfernt liegen wird, ist dort natürlich jede Gefährdung ausgeschlossen. [16:44]
Interessant fand ich auch die nur 10 Jahre nach dem Ende des Holocaust stolz getroffene Aussage, dass
die chemische Industrie in Deutschland immer relativ stark war. [4:25]
Ob der Vortrag von der I.G. Farben finanziert wurde?
Mit diesem im launigen Heinz-Erhardt-Duktus gehaltenen Vortrag, der auf alle Fragen und Einwände eine – wenn auch knappe – Antwort hatte, begann also das westdeutsche Atomzeitalter. Nach dem gesellschaftspolitischen und militärischen Größenwahn kam der technische Größenwahn. Mit dem Atommüll werden wir noch Jahrtausende zu tun haben.
Links:
- Die Hybris erinnert mich an den Kattara-Plan.
- Und wenn diese Atomkraft wirklich gefährlich wäre, so dürfte man ja wohl kaum zu Fuß durch ein aktives Kernkraftwerk spazieren, oder?
- Mehr Artikel zu Technik und speziell zur Atomkraft.
- Dieser Artikel erschien auch im Freitag.
Berufsberatung
– „Nach dem Studium möchte ich als Geisel arbeiten.“
– „Richtig viel Geld machst Du aber nur, wenn Du Geiselkurse anbietest.“
Einsame Farm
Nur ein paar Kilometer außerhalb von Târgu Mureș tut sich eine Landschaft auf, die sich für Western-Filme eignen würde.
Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen, Rumänien
Verschlagwortet mit Maiad, Targu Mures
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Putzdienst
„Ich glaube, Sie sind dran, das Treppenhaus zu putzen,“ ermahnte mich die Nachbarin, ohne dass in ihrer Stimme der Nachdruck lag, den diese Erinnerung verdient hätte.
Als ich mir das Treppenhaus genauer ansah, merkte ich erst, welche Geduld die Hausgemeinschaft mit mir aufgebracht hatte.










