Frage: Wie oft sind Eisenbahnen in Italien von Streiks betroffen?
Antwort: Oft genug, um eine Spalte in die Fahrpläne aufzunehmen, die anzeigt ob der jeweilige Zug im Falle eines Streiks fährt oder nicht (ganz rechts).
Frage: Wie oft sind Eisenbahnen in Italien von Streiks betroffen?
Antwort: Oft genug, um eine Spalte in die Fahrpläne aufzunehmen, die anzeigt ob der jeweilige Zug im Falle eines Streiks fährt oder nicht (ganz rechts).
Die „Alternative für Deutschland“ tut nicht einmal so, wie wenn sie kein Wirtschaftsunternehmen wäre. Das könnte man als erfrischend ehrlich betrachten, wenn sie ihren Wählern nicht ausgerechnet Gold verkaufen würde.
Auf der Seite wird kräftig Werbung für Gold betrieben, natürlich wie immer mit Panikmache gegen den Euro: „Die AfD ist gegründet worden, weil wir den Euro als instabil betrachten.“ und „Wir stellen […] fest, dass Gold grundsätzlich ein Produkt ist, das als Anlageform von vielen Bürgern als krisenbeständig und zukunftsorientiert wahrgenommen wird.“
Und wie bezahlt man für all die Goldbarren, mit denen man sich gegen den angeblichen Verfall des Euro absichern möchte? – Mit Euros.
Die AfD zieht ihren Wählern also die Euros aus der Tasche, indem sie ihnen vorgaukelt, dass diese bald nichts mehr wert wären. Und die AfD-Wähler/-Mitglieder sind so dumm, dass sie nicht merken, dass ihnen jemand diese ach so wertlosen Euros ganz gerne abnimmt und gegen ach so stabiles, wertvolles Gold eintauscht.
Ich bin gerne altmodisch. Deshalb habe ich noch immer Visitenkarten aus Papier.
Manche Menschen wissen gar nicht mehr, was das ist. Wenn ich ihnen eine Visitenkarte überreiche, denken sie, sie müssen auf der Stelle meine Telefonnummer und meine E-Mail-Adresse in ihr Handy abtippen, um mir die Karte wieder zurückzugeben. Wahrscheinlich hält man heutzutage einfach seine Mobiltelefone aneinander, um solche Daten auszutauschen.
Für meine neuen Visitenkarten habe ich sechs meiner Fotos ausgewählt, die die Rückseite zieren. Gerade noch konnte ich es mir verkneifen, mein eigenes Bild abzudrucken. Stattdessen habe ich mich für diese sechs Motive entschieden:
Mehr Informationen zu den Fotos gibt es unter den folgenden Links:
Nicht so altmodisch war ich dann jedoch bei der Bestellung. Die nahm ich übers Internet vor. Weil Vistaprint nach Rumänien nicht liefert (obwohl Lieferungen nach Jamaika, Mosambik oder Mali kein Problem darstellen), bestellte ich sie bei MOO. Die sind zwar etwas teurer, liefern dafür aber.
Jetzt muß ich nur noch unter Leute gehen, um meine Karten auch loszuwerden.
Belgrad hat wunderschöne alte Baudenkmäler. Der Hauptbahnhof ist nur ein Beispiel von vielen.
Leider verfiel irgendjemand auf den Gedanken, Belgrad benötige „moderne Architektur“. Deshalb wird die ganze Stadt plattgemacht, um etwas zu bauen, das weder serbisch, noch osteuropäisch noch überhaupt europäisch ist. Stattdessen soll der emotionslose Einheitsstil aus Glas und Stahl herrschen, der es einem unmöglich macht, zu sagen ob man gerade in Kuala Lumpur, in Dubai oder in Toronto ist.
Und dann regen sich die Belgrader über die paar Gebäude auf, die 1999 während des NATO-Bombardements beschädigt wurden…
(Die Fotos entstanden während meines Besuchs in Belgrad am 4. November 2014.)
Der Unsitte, “Mitbürgerinnen und Mitbürger”, “Studentinnen und Studenten” oder “Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer” zu sagen, konnte ich mich schon aus sprachästhetischen Gründen nie anschließen. Ich fand es auch nicht notwendig, denn ich bin alt genug, um mich an die Zeiten zu erinnen als sich meine Mitschülerinnen bei Ansprachen an die “lieben Schüler” nicht ausgegrenzt fühlten und als man bei der Bezeichung “die Bürger dieses Landes” nicht fragte, ob da nicht versehentlich die Hälfte der Bevölkerung vergessen wurde. Vielleicht denke ich auch schon zu lange oder zu oft auf Englisch.
Was mich aber wundert: Selbst die konsequentesten Vertreter(innen) dieser Sprachverkomplizierung und -verunstaltung wenden die weiblichen Suffixe nur im positiven Zusammenhang an. Noch nie habe ich von “Terroristinnen und Terroristen”, “Kinderschänderinnen und Kinderschändern” oder “Kriegverbrecherinnen und Kriegsverbrechern” gehört.
Wo bleibt denn da die sprachliche Gleichberechtigung?
Mehr Fotos von Wladimir Putin in Aktion gibt es hier.
Die Urheberrechtsdebatte ist schon so vielstimmig und verkompliziert, dass sie meiner zusätzlichen Stimme nicht unbedingt bedarf. Aber eine Sache wurmt mich grundsätzlich: wenn in juristischen Diskussionen verschiedene Argumente in einen Topf geworfen und bis zur Unkenntlichkeit vermischt werfen, die bei getrennter Betrachtung viel feinsinniger, sachlicher und ergebnisorientierter diskutiert werden können. Systematisches Denken ist bei rechtlichen wie philosophischen Fragen der Schlüssel zum Erfolg.
Als Beispiel greife ich das auf, was auf einer gleichlautenden Website „Schutzfristen-Irrsin“ genannt wird: Da das Urheberrecht nach § 28 I UrhG (Urheberrechtsgesetz) vererblich ist und gemäß § 64 UrhG erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt, „können die Erben des Autors … ohne jemals selbst eine Leistung zum Werk erbracht zu haben, anderen die Nutzung des Werkes verbieten.“ So die dramatisierende Aussage auf vorgenannter Website.
Ganz abgesehen davon, dass die Nutzung eines rechtmäßig erworbenen Werkes (z.B. eines Buchs oder Films) natürlich nicht verboten werden kann, werden hier zwei verschiedene Rechtsgebiete in einen Topf geworfen: das Urheberrecht und das Erbrecht.
Das Argument mit den nichtstuenden Erben, die von den Schutzfristen im Urheberrecht profitieren, finde ich nicht überzeugend, wenn es auf das Urheberrecht beschränkt wird. Denn diese Situation liegt in der Natur des Erbrechts und damit der Lotterie des Lebens, nicht des Urheberrechts. Erben von Grundstücken, Fabriken oder Aktienpaketen profitieren genauso ohne eigene Leistung. Auch ein Grundstückseigentümer schließt für die Dauer seines ererbten Eigentums alle anderen von der Benutzung dieses Grundstücks aus oder verlangt eine Gegenleistung hierfür. Außerhalb des Urheberrechts ist die Geltung dieses Rechts nicht einmal auf die 70 Jahre, also circa zwei Generationen, nach dem Tod des Erblassers beschränkt, sondern gilt – das Vorhandensein von Nachkommen vorausgesetzt – ewig bzw. bis zum Untergang des jeweiligen Rechtssystems.
Diese Situation kann man durchaus für ungerecht halten. Ich tue dies. Wer aber die Vererbbarkeit von Urheberrechten bestreitet und gleichzeitig die Vererbbarkeit von anderen Sachen und Rechten nicht beanstandenswert findet, argumentiert und denkt inkonsequent. Wer noch dazu selbst im ererbten Haus sitzt oder auf das spätere Erbe eines Sparguthabens hofft, argumentiert verlogen.
Und um jetzt doch wieder auf die Urheberrechtsdebatte und die Schutzfrist von 70 Jahren zurückzukommen:
(Dieser Artikel ist auch im Freitag erschienen.)
Zugegeben, die Vertreibung der Deutschen aus der osteuropäischen Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg, der Verlust von Hab und Gut, die Bedrohung und Verletzung von Leib und Leben waren Unrecht.
Dennoch fällt es mir schwer, die aus Osteuropa vertriebenen Deutschen gleichermaßen als Opfer anzuerkennen wie andere Gruppen, die im Zeitraum des Zweiten Weltkrieges und der Folgejahre zu Opfern staatlicher Verfolgung wurden. Und das liegt nicht nur daran, dass Menschen mit einem Verständnis (oder zumindest einem Interesse) für die Zusammenhänge der Geschichte an der Einbeziehung der Frage nach Ursache und Wirkung nicht vorbeikommen. Sondern es liegt ganz besonders auch daran, dass die Vertriebenen(verbände) noch immer aktiv Geschichtsrevisionismus betreiben und die Aktivitäten der Nazis zu relativieren versuchen.
Dabei habe ich vor dem Hintergrund des weiteren Verlaufs des 20. Jahrhunderts noch nie verstanden, weshalb die Vertriebenen so grundsätzlich gegen ihre Vertreibung klagen, womit ich wie gesagt das individuell erlittene Unheil nicht minimalisieren möchte: Ohne diese Vertreibung hätten sie 50 Jahre in kommunistischen Staaten wie Polen oder der Tschechoslowakei leben müssen, ohne politische Freiheit, in einem erbärmlichen, planwirtschaftlichen, deprimierenden System. “Dank” der Vertreibung konnten die Vertriebenen in Westdeutschland am Wirtschaftswunder teilnehmen und politische wie persönliche Freiheiten genießen.
Ob irgendeiner der Vertriebenenfunktionäre im Nachhinein betrachtet wirklich lieber in der Tschechoslowakei oder in Polen geblieben wäre? Wohl kaum.
(Dieser Artikel erschien auch im Freitag.)
Gewährleistung:
Gewehrleistung:
Wortspiele für in der Rüstungsindustrie tätige Juristen bieten sich an.
Ein Frühstück erfüllt drei Funktionen:
Da ich in meiner Kleinstadt in Rumänien noch keine Süddeutsche Zeitung gefunden habe, konzentrieren wir uns heute auf die beiden letzteren Aspekte.
Zum Aufwachen trinkt der moderne Mensch natürlich eine Cola, am besten direkt aus dem Kühlschrank, gerne noch mit zusätzlichen Eiswürfeln. Ich habe gehört, dass manche Menschen Kaffee kochen, aber das ist mittelalterlich. Extrem umständlich und nur unter Zuhilfenahme von etlichen Geräten, Pulvern, Maschinen, Löffeln zuzubereiten. Bis die erste Tasse fertig ist, ist der halbe Tag schon vorbei. Außerdem kommt Kaffee aus Arabien, und Ihr wollt doch bitteschön nicht die ISIS-Terroristen unterstützen.
Für die Energie sorgt ein Müsli. Keine Cornflakes oder Fruit Loops oder so Kinderkram, sondern richtiges Müsli mit Haferflocken.
Und dann kam mir, leider eine Woche zu spät für die diesjährigen Nobelpreise, die glorreiche Idee, beides miteinaner zu verbinden. Zugegeben, die Idee wurde notwendig, weil die Milch mal wieder vor ihrem angepriesenen Haltbarkeitsdatum schlapp gemacht hatte.
Man gebe also die Cola auf das Müsli, und fertig ist das Power-Frühstück.
Was für ein Quell an Energie und Tatendrang!
Mmhhhhhh!
(The World Health Organisation has translated this recommendation into English.)