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Ein Vogel im Büro
Dieser kleine Vogel kam durch die Balkontür geflogen und machte es sich in meinem Büro breit, während ich in der Dusche war. Als ich an den Schreibtisch zurückkam, wollte er nicht weichen, sondern blieb einfach neben mir sitzen – bis ich schließlich ein Foto von ihm machte; wie wenn genau das der Zweck seines Besuchs gewesen war.
Der Himmel malt
Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen, Rumänien
Verschlagwortet mit Sonnenuntergang, Targu Mures
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Mit dem Auto durch Israel
To the English version.
Bei meiner letzten Israel-Reise im März 2015 war ich mit Bus, Bahn, Fahrrad und einige Tage nur zu Fuß unterwegs. Eine der häufigsten Fragen, die ich bezüglich Israel-Reisen gestellt bekomme, ist aber die nach einer Rundreise mit dem Auto. Ist es möglich? Wieviel Zeit braucht man? Was sollte man sehen? Ja, natürlich ist das möglich, und auch so habe ich schon mehrfach Israel durchreist.
Ich erzähle einfach mal beispielhaft von meinem letzten Roadtrip durch Israel im Mai 2009, weil ich damals einen profesionellen Fotografen dabei hatte, dessen Fotos diesen Artikel hervorragend illustrieren können: meinen Vater. Wir hatten nur eine Woche Zeit, was aufgrund der relativ geringen geographischen Größe Israels genug Zeit ist, um die Highlights zu sehen, vor allem wenn man gut plant und jeden Morgen um 6 Uhr aufsteht. Wer es ein bisschen ruhiger angehen lassen möchte und auch mal gerne mehr als einen Tag in einer Stadt bleibt, sollte eher zwischen 10 und 14 Tagen einplanen.
Am frühen Morgen kamen wir in Tel Aviv an (mittlerweile gibt es auch eine Menge Billigflüge dorthin), holten den vorbestellten Mietwagen am Flughafen ab, und ich dachte mir: “Wenn ich mich noch irgendwie an den Weg erinnern kann, dann schaffen wir es bis zum Sonnenaufgang nach Jaffa.” Und es gelang tatsächlich, dank meines übernatürlichen Gedächtnisses und meines Orientierungssinnes. Natürlich kann man das Auto auch mit GPS mieten, aber die Beschilderung in Israel ist so gut, dass man sich das sparen kann. Außerdem ist fast jeder im Land extrem hilfsbereit, wenn man sich doch mal verfahren hat. Mein Vater kann den Tag nicht ohne sein traditionelles Frühstück beginnen, und er war mächtig beeindruckt, als er zum Kaffee sogar Schokoladenhörnchen bekam. (Für ihn war es die erste Reise in den Nahen Osten, und er hatte wahrscheinlich nur Sand und Kamele erwartet.)
Jaffa ist der älteste und schönste Stadteil von Tel Aviv. Immer wenn ich länger in Tel Aviv war und eine Pause vom Trubel und Lärm diese Stadt benötigte, joggte ich den Strand entlang nach Jaffa und verbrachte dort ein paar Stunden auf dem Grashügel, von dem aus man sowohl Tel Aviv als auch das Mittelmeer überblicken kann.
Und so sieht der Sonnenaufgang über Tel Aviv aus:
Uns beiden liegt weniger an modernen Großstädten und mehr an Städten mit Vergangenheit und an der Natur, also entschieden wir, keine Zeit in Tel Aviv zu verbringen, sondern stattdessen an der Mittelmeerküste entlang nach Norden bis nach Caesarea zu fahren. In dieser von Herodes angelegten Hafenstadt sind in den vergangenen Jahrzehnten Ausgrabungen vorgenommen worden, die einen Großteil der alten Stadt freigelegt haben. Ich erinnerte mich an meinen ersten Besuch im Jahr 1992, und es war beeindruckend, wieviel mehr in der Zwischenzeit freigelegt, ausgegraben und restauriert worden war.
Immer entlang der Küste setzten wir unsere Fahrt nach Haifa fort. Die drittgrößte Stadt Israels beherbergt das Zentrum der Bahai-Religion. Nachdem sie aus Persien ins Exil vertrieben wurden, haben sich die Bahai hier einen hübschen kleinen Garten angelegt:
Das mag Euch schon nach einem erfüllten ersten Tag vorkommen, aber wir wollten noch weiter: nach Akko. Hier lag einst der wichtigste Hafen für die Kreuzfahrer. Schon vor tausend Jahren kamen hier also die Reisenden aus deutschsprachigen Landen an.
In Akko war es dann aber an der Zeit, eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Da wir nicht wussten, in welcher Stadt wir jeweils die Nacht verbringen würden, hatten wir nie etwas vorab gebucht. Als der knausrige Reisende, der ich bin, suchte ich einfach nach der günstigsten Option im Lonely-Planet-Reiseführer: ein Hostel, das wirklich nicht mehr als blanke Betten im Angebot hatte. Ich kann mich nicht einmal an Duschen erinnern. Mein Vater war sichtlich geschockt und fragte, ob wir uns nach etwas anderem umsehen könnten. Na gut. Nur ein paar Meter entfernt fanden wir ein wunderschönes Hotel, das in die alten Festungsmauern integriert worden war. Im Nachhinein war es ganz gut für den alten Mann, am ersten Abend so verwöhnt zu werden, denn später auf der Reise würden wir noch in ein paar heruntergekommenen Unterkünften nächtigen.
Einer der faszinierendsten Aspekte von Akko ist die Stadt unter der Stadt. Die alte Kreuzfahrerstadt ist teilweise freigelegt worden, aber weil die Archäologen die jetzige Stadt nicht einreissen wollten (oder durften), erfolgten die Ausgrabungen unterirdisch. In Akko geht man also ein paar Treppen hinab und wandelt dann durch eine Stadt, wie sie vor fast 1.000 Jahren ausgesehen hat. Währenddessen leben, gehen und fahren die heutigen Bewohner Akkos über unseren Köpfen.
Als wir wieder ans Tageslicht kamen, wurden wir empfangen vom Geruch der Gewürze im Basar und dem Klang von Dudelsäcken.
Das war ein multikultureller Anblick: arabische Pfadfinder marschieren durch eine israelische Stadt und spielen schottische Musik.
Von Akko aus fuhren wir nach Osten, hielten am Berg Tabor für ein Picknick und setzten unsere Fahrt in nordöstlicher Richtung fort, immer an der israelisch-libanesischen Grenze entlang. Der Banias-Nationalpark bot mit seinen Wasserfällen Gegelegenheit für einen kurzen Spaziergang und für eine willkommene Abkühlung. Ganz in der Nähe liegt die Festung von Nimrod, die erbaut worden war, um zu verhindern, dass die Kreuzritter weiter nach Osten bis nach Damaskus vordrangen.
Und dann waren wir auch schon auf den Golan-Höhen und stießen immer wieder auf Zeugnisse einstiger Kriege zwischen Israel und Syrien.
Vom Golan fuhren wir hinab zum See Genezareth, wo Jesus einst seine Arbeit verrichtet hatte (wenn man das Arbeit nennen will). Es wurde schnell dunkel und wir fanden noch vor Tiberias eine Unterkunft in etwas, das wie ein verlassener Kibbutz aussah. Es lebte nur eine Familie dort, die das Areal bewachte, das früher ein quicklebendiger Ort gewesen sein mußte. Sie vermietete uns ein Zimmer; wir waren die einzigen Gäste.
Der den ganzen Tag über geäußerte Wunsch meines Vaters nach einem kühlen Bier war unerfüllt geblieben, weil alle Supermärkte im Norden Israels und auf dem Golan, die wir besucht hatten, von Muslimen betrieben wurden und deshalb keinerlei Alkohol verkauften. Während wir ein deprimierend karges Abendbrot aus Brot und Käse hinunterschlangen, bat mich mein Vater, vom Eigentümer/Manager ein Bier zu erbetteln. Er selbst hatte keines, forderte uns aber auf, ihm zu folgen. Er würde uns Bier besorgen, versprach er. Wir stiegen in das Auto des Kibbutzbewachers, der die ganze Fahrt am Telefon verbrachte. Als wir ankamen, sahen wir weshalb: Er hatte einen Freund angerufen, der ein Restaurant betrieb, das zwar schon geschlossen war, der sich aber auf den Weg zurück zum Restaurant gemacht und es wieder geeöffnet hatte, nur damit mein Vater zwei Flaschen Bier bekam. Überwältigende Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Am nächsten Morgen besuchten wir einige der religiösen Stätten rund um Kapernaum.
Als es an der Zeit war, unsere Reise nach Jerusalem fortzusetzen, bot ich zwei Optionen an: (a) einen Umweg fahren, um in Israel zu bleiben, oder (b) schnurstracks das Jordantal entlang nach Süden fahren, was allerdings durch das palästinensische Westjordanland führte. Zu meiner Überraschung zögerte mein Vater keine Sekunde mit der Entscheidung für letztere Option. – Generell hat man als internationaler Reisender keine Probleme im Westjordanland. Man kommt zwar immer mal wieder an einen Checkpoint des israelischen Militärs, aber sobald man seinen Pass aus dem Autofenster hält, wird man weitergewunken. Wenn nicht gerade eine Intifada oder einer der regelmäßig abgehaltenen Gaza-Kriege stattfindet, gibt es keinen Grund, das Westjordanland nicht mit in die Reiseplanung aufzunehmen.
Und so kamen wir nach Jerusalem. Was soll ich darüber erzählen? Mehr Bücher sind über diese Stadt geschrieben worden, als irgendjemand lesen kann. Nur so viel: Ich bin schon weit in der Welt herumgekommen, aber Jerusalem ist die beeindruckendste Stadt der Welt. Regelmäßige Leser meines Blogs werden wissen, dass ich radikaler Atheist bin. Aber selbst ich bin fasziniert, wenn ich sehe, wie Pilger der verschiedensten Religionen und Glaubensrichtungen nach Jerusalem ziehen, wenn ich die Ansammlung an Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempeln und Schreinen sehe, und wenn ich Gebete und Gesänge auf Arabisch, Latein, Griechisch, Hebräisch und sogar Aramäisch höre.
Das folgende Foto zeigt den angeblichen Begräbnisort Jesu auf dem Berg Golgotha. Jetzt ist dort die Grabeskirche, die Ihr nicht vermissen solltet, selbst wenn Ihr Euch sonst nichts aus Religion macht. Sie besteht aus vielen kleineren Kapellen, von denen jede von einer anderen christlichen Glaubensrichtung betrieben wird. In den Fels sind enge Gänge gehauen, und man kann mehrere Stockwerke in den Keller hinabsteigen, wo man mit etwas Glück auf um Kerzen sitzende Mönche trifft und ihren Gesängen in ansonsten ausgestorbenen Sprachen lauschen kann.
Ihr mögt überrascht sein, weil ich so ein Durcheinander an Fotos von Orten der jüdischen, christlichen und islamischen Gottesverehrung darbiete, aber so ist Jerusalem. Die Klagemauer zum Beispiel ist eine der Mauern des Tempelbergs, der den Felsendom (das ist der mit der goldenen Kuppel) und die Al-Aksa-Moschee beherbergt. Ringsherum stehen katholische, protestantische, orthodoxe, armenische und Dutzende anderer Kirchen.
Und hier ein kleiner Vorgeschmack auf Jerusalem in der Nacht:
Am nächsten Tag besuchten wir Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte, die weit mehr als nur eine Gedenkstätte ist. Es gibt dort auch ein informatives Museum sowie Archive und Forschungseinrichtungen. Aber vor allem ist es ein Ort, der einen bezweifeln lässt, dass die Menschheit die Krone der Schöpfung ist.
In nachdenklicher Stimmung verließen wir Jerusalem und fuhren nach Süden, Richtung Totes Meer, mit 423 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefstgelegene Punkt der Erde. Das Tote Meer ist leider tatsächlich am Sterben, und das ziemlich schnell. Jedes Mal, wenn ich dorthin komme, muss ich etliche Meter weiter laufen, um zum Wasser zu kommen. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, werde ich es noch erleben, dass das Tote Meer komplett austrocknet.
Einer der imposantesten Anblicke rund um das Tote Mehr ist Masada, eine Festung auf einem Felsplateau, von dem aus man das Tote Meer und die Wüste überblicken kann. Hier baute Herodes einen Palast, und hier fand im Jahr 70 eine lange römische Belagerung statt, als sich Juden nach der Zerstörung des zweiten Tempels hier verschanzten.
Als ich noch Reisen für Jugendgruppen nach Israel organisierte, versuchte ich immer, die Existenz der Seilbahn zu verschweigen, bis wir den Berg zu Fuß erklommen hatten. Aber mit meinem Vater gönnte ich mir dann doch die Seilbahn. Dennoch dürfen bei einem Besuch von Masada ein paar Liter Wasser in keinem Rucksack fehlen, denn man ist der sengenden Sonne schutzlos ausgeliefert. Der perfekte Ort nach Masada ist deshalb das nahegelegene Ein Gedi, ein wunderschönes Naturreservat mit mehreren Wasserfällen und kleinen Tümpeln. Ja, man darf sogar schwimmen und baden in dieser Oase in der Wüste.
Südlich von hier begann dann auch schon die Negev-Wüste. Aus Mangel an Zeit fuhren wir nicht die ganze Strecke nach Eilat und ans Rote Meer. (Wenn die Zeit knapp wird, würde ich auch empfehlen, darauf zu verzichten. Eilat hat kaum Historisches zu bieten, es ist eher das Las Vegas Israels. Für Taucher hingegen ist das Rote Meer ein Paradies.) Mangels GPS war es mir zu meiner Schande unmöglich, den Timna-Nationalpark zu finden. Während unserer Irrfahrt durch die Wüste trafen wir stattdessen ein junges israelisches Paar, das gerade gegrillt hatte und uns all ihre Würste und Brote abgab, die noch übrig waren. Sehr freundlich und großzügig!
Unser Weg zurück aus der Negev-Wüste führte nach Nordwesten, entlang der Grenze zum Gaza-Streifen. Hier war es, wo mein Vater und ich die einzige Meinungsverschiedenheit während jener Reise hatten. Es war schon dunkel geworden, und ich wollte ihn zu einem Aussichtsturm direkt an der Grenze fahren, von wo aus man nach Gaza sehen könnte. Als es so aussah, dass ich den Weg zu diesem Aussichtsturm nicht mehr ganz genau in Erinnerung hatte, erklärte mein Vater, dass er es für eine dumme Idee hielt, sich in einer Gegend zu verfahren, wo regelmäßig Raketen niederprasseln. Also fuhren wir stattdessen nach Ashkelon, wo wir die Nacht in einem bemerkenswert heuntergekommenen Hotel verbrachten.
Am nächsten Tag waren wir zu einem Empfang in Modi’in eingeladen, einem Landkreis im Zentrum Israels, mit dem unser Heimatdorf Ammerthal eine seit Jahrzehnnten bestehende Partnerschaft unterhält. Im Rahmen dieser Partnerschaft kam ich mit 17 Jahren zum ersten Mal nach Israel und organisierte und betreute später selbst diese Austauschprogramme. Unter alten Freunden, Essen, Musik und ein paar Reden im Garten fühlte es sich so an, wie wenn ich nach Hause gekommen wäre.
Es hatte mich zwar Jahre gekostet, meinen Vater zu dieser Reise zu überreden, aber dann genoss er jede Minute und zehrt noch heute, Jahre später, von den Erinnerungen an ein einmaliges Land, an Natur und Sehenswürdigkeiten, die es in Europa nicht gibt, an unerwartete Herzlichkeit und Freundlichkeit, und an die neuen Eindrücke, Erfahrungen und Erkenntnisse, die einen zum Überdenken bisher festgefügter Meinungen zu Politik, Geschichte und Religion bringen. All diejenigen, die einer Reise nach Israel wegen Sicherheitsbedenken skeptisch gegenüberstehen, sollten sich fragen, ob sie wirklich ängstlicher sein wollen als ein 65-Jähriger aus einem Dorf in Bayern, der vorher noch nie im Nahen Osten gewesen war. Macht Euch keine Sorgen, bucht den Flug und genießt die Reise!
Praktische Tipps:
- Alle internationalen Mietwagenfirmen sind am Flughafen in Tel Aviv vertreten. Die größte israelische Autovermietung ist Eldan, die Stützpunkte im ganzen Land hat. Die Vorabbuchung rentiert sich, schon weil man dann mehr Zeit zum Vergleichen der Preise und Konditionen hat.
- Einen Geländewagen braucht man nicht, außer man will in der Negev-Wüste off-road fahren. Selbst dann ist es aber günstiger, dort für einen Tag einen Jeep zu mieten.
- Wer viel in Tel Aviv und Jerusalem unterwegs ist, fährt und parkt mit einem möglichst kleinen Auto besser.
- Theoretisch ist es möglich, das Auto woanders als am Flughafen in Tel Aviv abzuholen oder abzugeben, aber das macht wohl nur in Eilat Sinn, wenn Ihr von dort nach Ägypten oder Jordanien weiterreist.
- Der Verkehr außerhalb der Städte ist ziemlich ruhig und gemütlich. Die Straßen sind gut ausgebaut, und alle Orte sind beschildert (auch in Englisch). In den Großstädten ist es etwas hektisch, aber auch nicht schlimmer als in Italien.
- Das Benzin heißt nicht „normal“ und „super“, sondern wird mit der Oktanzahl angegeben. Alles ab 95 ist „super“. An den Tankstellen ist aber sowieso fast immer jemand, der für einen volltankt und auf den passenden Kraftstoff achtet.
- Wer für einen oder mehrere Tage nach Jordanien oder auf den Sinai möchte, läßt das Auto in Israel, geht zu Fuß über die Grenze und mietet dann ein Auto in Akaba (Jordanien) oder Taba (Ägypten). Zwischen diesen drei Ländern sind die Grenzen offen. Der Landweg nach Libanon und Syrien hingegen ist gesperrt.
- Mich hat noch nie jemand nach einem internationalen Führerschein gefragt, obwohl ich einen der alten deutschen Papierlappen habe.
- Die Kosten für Auto und Benzin kann man amortisieren, wenn mach sich (z.B. bei AirBnB) günstige Unterkünfte etwas abseits von den größeren Orten sucht, die man ohne Auto schwer erreichen könnte. Dann fährt man vielleicht 15 Minuten Umweg, kann aber dafür bei netten Familien oder in einem Kibbutz oder Moshav wohnen.
- Mit Englisch kommt man überall in Israel gut zurecht. Wer Russisch kann, wird sich auch damit oft verständigen können.
- Vor allem im Westjordanland und in der Nähe des Atomreaktors Dimona in der Negev-Wüste gibt es immer mal wieder Straßensperren des Militärs. Fernlicht und Radio ausschalten, langsam heranfahren, kurz den Pass zeigen, und Ihr werdet durchgewunken.
Links:
- Drei weitere Reiseblogger empfehlen eine Individualrundreise durch Israel.
- Alle meine Artikel über Israel.
- Die israelische Nationalparkverwaltung. Hier findet Ihr auf einer Landkarte alle National- und Naturparks und könnt auch ein paar weniger bekannte in Eure Reise einbauen.
Veröffentlicht unter Fotografie, Israel, Reisen
Verschlagwortet mit Haifa, Jerusalem, Roadtrip
19 Kommentare
Der härteste Halbmarathon des Jahres
Dieses Jahr bin ich schon einige hügelige und bergige Halbmarathons gelaufen: in Jerusalem, in Brasov, in Targu Mures. Vor allem in Rumänien scheint es fast gar keine normalen Laufveranstaltungen zu geben. Immer setzt irgendjemand ein Gebirge auf die Strecke.
Diesen Samstag wird es noch härter: Beim Halbmarathon in Bad Tusnad sind 900 Höhenmeter zu überwinden. Das sind mehr Höhenmeter in einem Lauf als manche Holländer in ihrem ganzen Leben machen.
Aber dafür locken schöne Ausblicke. Von Bad Tusnad geht es über die Berge und durch die Wälder bis zum St.Anna-See, der durch in einem Vulkankrater gesammeltes Regenwasser gebildet wird. Nach dem Lauf werde ich mich wahrscheinlich direkt in den See stürzen.
Und wo normale Halbmarathons sich mit 21 km begnügen, werde ich hier ganze 23 km zu bewältigen haben. Wie wenn die Berge nicht schon genug Herausforderung wären.
Der Bär im Logo ist auch kein Scherz, sondern ein Hinweis auf die große Bärendichte in den Wäldern um Bad Tusnad. Ich hoffe, dass ich endlich mal auf einen Bären in freier Wildbahn treffen werde, entweder beim Laufen oder beim Wandern in den Tagen vor und nach dem Lauf.
Mal sehen wie es am Samstag läuft. Wenn ich danach noch nicht genug von irrsinnigen Herausforderungen habe, kann ich im September die Transfagarasan-Straße bis auf über 2.000 Höhenmeter hochlaufen.
Video: mein Arbeitstag
Immer wieder vernehme ich überraschte Reaktionen, wenn ich auf Anfragen nach Treffen, Bitten um Erledigungen von irgendwas oder Beschwerden über unbeantwortete E-Mails erkläre, dass ich keine Zeit habe. Aber ich bin wirklich extrem beschäftigt. Um dem ungläubigen Staunen über diese Erklärung entgegenzuwirken, habe ich mal einen typischen Ausschnitt aus einem typischen Arbeitstag gefilmt:
„Aber das ist doch keine Arbeit!“ höre ich die in traditionellen Denkmustern des Manchester-Kapitalismus oder der Wirtschaftswunderzeit Verhafteten rufen. Darüber könnte man streiten, denn wieso soll Lesen und Denken keine Arbeit sein (ganz abgesehen von der durchaus anstrengenden Tätigkeit ab 3:20 im Video)? Heute bin ich aber nicht zum Streiten aufgelegt, so dass ich entgegne: „Na und? Dann bin ich halt mit etwas anderem als Arbeit beschäftigt. Ist das deshalb weniger wichtig? Wohl kaum!“ Ganz im Gegenteil; mir scheint dass sich ein Leben, in dem nicht jeden Tag ein paar Stunden für Situationen und Beschäftigungen, wie ich sie hier vorführe, verbleiben, kaum von dem eines Roboters oder eines Leibeigenen unterscheidet.
Denkt mal darüber nach! Oder genießt auch weiterhin die nächsten 30 Jahre in Eurem Büro oder vor dem Computer.
Nachdem die Kamera aus war, kam ein Rehbock vorbei. Er blieb stehen und blickte mich aus etwa 10 Metern Entfernung verwundert an. Ich lächelte zurück, die Zigarre noch immer im Mund. Das Tier kam etwas näher heran und beobachtete mich weiter ohne Scheu oder Furcht, während es in einem Halbkreis um mich herumspazierte. Das Reh schien verwundert, mal einen Menschen zu sehen, der nicht läuft, geht, spricht, schreit oder schießt, sondern einfach ruhig da sitzt und das Leben genießt.
(Gefilmt in einem Wald unweit meiner Wohnung in Targu Mures in Rumänien. – To the English version.)
Veröffentlicht unter Bücher, Leben, Philosophie, Rumänien, Video-Blog
Verschlagwortet mit Arbeit, Targu Mures, Wald, Zigarren
11 Kommentare
Ein größeres Haus kann ich mir nicht leisten.
Für einen spartanisch lebenden Junggesellen wie mich reicht es aber auch.
Das beste sind die Kufen. Im Winter kann man mit dem gesamten Haus wie mit einem Schlitten ins Tal fahren oder es von Pferden auf einen anderen Berg ziehen lassen. Wie ein Wohnmobil.
(Fotografiert im Crna-Glava-Massiv in Montenegro. – In English.)
Störche
Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen, Rumänien
Verschlagwortet mit Störche
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Öffentlicher Pferdenahverkehr
Zusätzlich zu dem hervorragend ausgebauten Bus- und Eisenbahnnetzwerk bietet Rumänien im Sommer eine weitere Sparte des ÖPNV an: öffentliche Pferde.
Gleich außerhalb der Stadt (hier im Bild: Targu Mures = Neumarkt am Mieresch) stehen die Pferde bereit und grasen. Wenn man in die nächste Stadt muss und nicht den ganzen Tag wandern will, nimmt man sich eine Decke mit, stülpt sie über den Gaul, bittet einen vorbeiziehenden Landstreicher um Hilfe beim Aufsitzen, und los geht’s!
Im nächsten Ort stellt man das Pferd auf einer saftigen Wiese ab, wo es sich selbst volltankt und auf den nächsten Passagier wartet. Wer den Wilden Westen erleben will, muss in Europa nach Osten reisen bzw. reiten.
Veröffentlicht unter Fotografie, Reisen, Rumänien
Verschlagwortet mit Pferde, Targu Mures
1 Kommentar














































