Video: mein Arbeitstag

Immer wieder vernehme ich überraschte Reaktionen, wenn ich auf Anfragen nach Treffen, Bitten um Erledigungen von irgendwas oder Beschwerden über unbeantwortete E-Mails erkläre, dass ich keine Zeit habe. Aber ich bin wirklich extrem beschäftigt. Um dem ungläubigen Staunen über diese Erklärung entgegenzuwirken, habe ich mal einen typischen Ausschnitt aus einem typischen Arbeitstag gefilmt:

„Aber das ist doch keine Arbeit!“ höre ich die in traditionellen Denkmustern des Manchester-Kapitalismus oder der Wirtschaftswunderzeit Verhafteten rufen. Darüber könnte man streiten, denn wieso soll Lesen und Denken keine Arbeit sein (ganz abgesehen von der durchaus anstrengenden Tätigkeit ab 3:20 im Video)? Heute bin ich aber nicht zum Streiten aufgelegt, so dass ich entgegne: „Na und? Dann bin ich halt mit etwas anderem als Arbeit beschäftigt. Ist das deshalb weniger wichtig? Wohl kaum!“ Ganz im Gegenteil; mir scheint dass sich ein Leben, in dem nicht jeden Tag ein paar Stunden für Situationen und Beschäftigungen, wie ich sie hier vorführe, verbleiben, kaum von dem eines Roboters oder eines Leibeigenen unterscheidet.

Denkt mal darüber nach! Oder genießt auch weiterhin die nächsten 30 Jahre in Eurem Büro oder vor dem Computer.

Nachdem die Kamera aus war, kam ein Rehbock vorbei. Er blieb stehen und blickte mich aus etwa 10 Metern Entfernung verwundert an. Ich lächelte zurück, die Zigarre noch immer im Mund. Das Tier kam etwas näher heran und beobachtete mich weiter ohne Scheu oder Furcht, während es in einem Halbkreis um mich herumspazierte. Das Reh schien verwundert, mal einen Menschen zu sehen, der nicht läuft, geht, spricht, schreit oder schießt, sondern einfach ruhig da sitzt und das Leben genießt.

(Gefilmt in einem Wald unweit meiner Wohnung in Targu Mures in Rumänien. – To the English version.)

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Ein größeres Haus kann ich mir nicht leisten.

Für einen spartanisch lebenden Junggesellen wie mich reicht es aber auch.

kleines HausDas beste sind die Kufen. Im Winter kann man mit dem gesamten Haus wie mit einem Schlitten ins Tal fahren oder es von Pferden auf einen anderen Berg ziehen lassen. Wie ein Wohnmobil.

(Fotografiert im Crna-Glava-Massiv in Montenegro. – In English.)

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Störche

Störche1

Störche2

Fotografiert während der Wanderung von Targu Mures nach Miercurea Nirajului in Rumänien.

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Öffentlicher Pferdenahverkehr

Zusätzlich zu dem hervorragend ausgebauten Bus- und Eisenbahnnetzwerk bietet Rumänien im Sommer eine weitere Sparte des ÖPNV an: öffentliche Pferde.

ÖPNV

Gleich außerhalb der Stadt (hier im Bild: Targu Mures = Neumarkt am Mieresch) stehen die Pferde bereit und grasen. Wenn man in die nächste Stadt muss und nicht den ganzen Tag wandern will, nimmt man sich eine Decke mit, stülpt sie über den Gaul, bittet einen vorbeiziehenden Landstreicher um Hilfe beim Aufsitzen, und los geht’s!

Im nächsten Ort stellt man das Pferd auf einer saftigen Wiese ab, wo es sich selbst volltankt und auf den nächsten Passagier wartet. Wer den Wilden Westen erleben will, muss in Europa nach Osten reisen bzw. reiten.

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Die Argumente gegen die Gleichberechtigung Homosexueller

Zum heutigen Internationalen Tag gegen Homophobie versuche ich, mich den Argumenten derer zuzuwenden, die gegen die Gleichberechtigung Homosexueller streiten. Kein leichtes Unterfangen, denn stichhaltige Argumente gegen diese Gleichberechtigung oder das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe sind schwer aufzutreiben. Ich habe noch nie verstanden, was Heterosexuelle beispielsweise einbüßen, wenn Homosexuelle ebenfalls heiraten dürfen.

Aber dann nahm ich 2013 an der Baltic-Pride-Parade in Litauen teil und hatte Gelegenheit, den Argumenten der Gegendemonstranten zu lauschen. Die Gegner der Gleichberechtigung Homosexueller hatten Monate Zeit, um sich auf dieses jährliche Ereignis vorzubereiten, sie waren untereinander koordiniert und traten mit einheitlichen Plakaten auf, sie entschieden sich zur öffentlichen Darbietung ihrer Argumente, und sie wussten, dass sie es damit ins Fernsehen, in die Zeitungen und in diesen Blog schaffen würden. Also nehme ich an, dass sie alles daran gesetzt hatten, ihre allerbesten, durchdachtesten und überzeugendsten Argumente zu präsentieren.

Dieser Mann hatte – wie viele andere auch – gar kein grundsätzliches Problem mit der Gleichberechtigung Homosexueller, er war nur gegen den öffentlichen Aufzug durch die Stadt. Die Inschrift auf seinem Plakat lautet „Homo-Parade Nein Nein Nein Nein“.

Baltic Pride no no no noMan könnte geneigt sein, das Schreien von „Nein Nein Nein Nein“ als einen kindischen Ersatz für ein gutes Argument abzutun, aber das Argument liegt in dem gewählten Symbol: Etliche Gegendemonstranten waren offensichtlich besorgt über die Sicherheit derer, die an dem Marsch teilnahmen, wie das gewählte Symbol zeigt. Es illustriert, wie ein Teilnehmer sich zwecks Binden seiner Schnürsenkel bückt und der hinter ihm Marschierende dabei aus Versehen gegen ihn stößt. Dieses Symbol fand sich auf vielen der Protestplakate, und ich bin aufrichtig dankbar für diesen Hinweis, unsere Augen offen zu halten und auf unsere Füße zu achten, um Unfälle zu vermeiden. Vielen Dank!

Die Männer von der Gesundheitsberatung warnten uns auch, während des Umzuges vorsichtig zu sein, um uns nicht mit Krankheiten zu infizieren.

Stop AIDS Baltic PrideEs muss hier jedoch angemerkt werden, dass das Risiko einer AIDS-Infektion während eines öffentlichen Umzuges sehr gering ist, solange man keinen der anderen Teilnehmer um eine Bluttransfusion bittet. Komischerweise ist die AIDS-Rate gerade in den Ländern am höchsten, die sich als besonders homophob hervortun, was nahelegt, dass gesellschaftliche und medizinische Rückständigkeit gerne Hand in Hand Richtung Mittelalter marschieren.

Dann gab es diejenigen, die gegen die Europäische Union waren, womit sie wahrscheinlich ihren Widerstand gegen EU-Zahlungen an Litauen zur Verbesserung der dortigen Infrastruktur und gegen die Freiheit der Litauer, überall in Europa zu reisen, zu arbeiten, zu studieren und zu leben ausdrücken wollten. Oder sie sind vielmehr ereifert über andere Europäer, die – wie ich – nach Litauen ziehen.

against EU Baltic Pride

Was das mit gleichen Rechten für alle sexuellen Orientierungen zu tun hat? Keine Ahnung.

Andere Gegendemonstranten hingegen waren sehr europäisch und gaben mit ihren Spanischkenntnissen, ihrer Buntstiftsammlung und ihrer Obsession mit Penissen an.

No pasaran Baltic prideDas Plakat links auf dem nächsten Foto warnt vor den Gefahren der Überbevölkerung, die von heterosexuellen Paaren ausgeht, die immer und automatisch zwei Kinder produzieren, und zwar immer einen Jungen und ein Mädchen. Nur komisch, dass die Bevölkerung Litauens dennoch rapide abnimmt.

animal poster Baltic PrideDas Plakat rechts bringt den Themenkomplex Tiere zur Sprache, ein von den Gegendemonstranten immer wieder bemühtes Motiv. Ein Herr brachte sogar eine Ziege mit.

goat Baltic Pride

Soweit ich das verstand, waren die Landwirte besorgt, dass Aktivisten für Schwulenrechte ihre Tiere zum Schwulwerden überreden und diese sich dann nicht mehr fortpflanzen würden. Allerdings war es angesichts dieser Befürchtung unlogisch, dass die Bauern ihre Tiere zum Beobachten der Parade mit in die Stadt brachten. Derartige Ängste sind übrigens vollkommen unbegründet, denn solange Schwulen und Lesben grundlegende Menschen- und Bürgerrechte verweigert werden und sie sich über Ausgrenzung und körperliche Gewalt sorgen müssen, haben sie wirklich Wichtigeres zu tun als sich mit Nutztieren zu unterhalten.

Diese beiden Jungs waren niedlich mit ihrem Aufruf, „überzulaufen“, wie wenn es um die Rivalität zwischen zwei Fußballvereinen ging. Ich bezweifle aber, dass der Appell erfolgreich war. Mit fortschreitender Dauer der Veranstaltung schien es mir eher so, dass immer mehr Menschen zur Baltic Pride überliefen, nachdem sie merkten, dass wir Aktivisten für die Gleichberechtigung ganz normale Menschen und nicht die Freaks sind, als die uns unsere Gegner zu porträtieren versuchten.

Defect Baltic Pride

In Litauen ist keine Demonstration vollständig, wenn nicht auch die Nationalisten auftreten. Warum benutzen Nationalisten und Nazis nur überall die gleichen rot-weiß-schwarzen Farben für ihre Flaggen?

nationalist protesters Baltic Pride

Und dann waren da noch diese zwei Mädchen, eine von ihnen (rechts im Bild) in traditioneller christlicher Tracht, die vorgaben, dass Litauen ein christliches Land sei. Abgesehen von der Tatsache, dass Litauen das letzte Land in Europa war, das christianisiert wurde und dass dort auch eine Menge Nicht-Christen leben, hört es sich eher nach den Taliban an, die eigene Religion zum Maßstab staatlicher Politik machen zu wollen. Und wenn selbst der Papst toleranter gegenüber Homosexuellen ist als man selbst, dann steht man definitiv auf der falschen Seite der Geschichte.

Lithuania Christian Land Baltic PrideDiese beiden Jungs schienen zu wissen, wovon sie sprechen, während sie ihr Poster „Sodomie führt in die Hölle“ hochhielten.

Sodom Baltic Pride

Ob dem “Rettet die Familie”-Herren wohl auffiel, wie gut sein rosafarbener Regenschirm zu einem Protest gegen eine Veranstaltung für Schwulenrechte passte?

pink umbrella Baltic Pride

„Traditionelle Familienwerte“ wurden jedoch von diesem Vater repräsentiert, der seinem Sohn vorführte, wie man ein aufrichtiger, toleranter, friedlicher und mitfühlender Bürger wird.

father and son Baltic Pride

father and son 2 Baltic PrideJawohl, das ist genau die Art guter, traditioneller Elternkunst, die verteidigt werden muss gegen diese „Homosexuellen, die den Rest der Gesellschaft mit ihrer Propaganda indoktrinieren wollen“.

Ich fand es äußerst verwunderlich, dass keiner der „traditionelle Familienwerte“ predigenden Menschen tatsächlich als Familie anwesend war. Es waren entweder alleinstehende Männer, die von ihren Frauen verlassen worden waren, oder Gruppen von mehreren Jungs oder Gruppen von mehreren Mädchen. Oder eben mit Tieren. Sehr verdächtig.

Also, habt Ihr irgendwelche überzeugenden Argumente gegen Gleichberechtigung für Homosexuelle gefunden? Nein, ich auch nicht.

(To the English version of this article. – Dort finden sich in den Kommentaren noch weitere „Argumente“.)

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Eine harmlose Kirche

So gefallen mir Kirchen:

Kirche kaputtHier wird niemand mehr indoktriniert. Hier wir niemandem mehr Mumpitz gepredigt. Hier versucht keine mittelalterliche Organisation, Einfluss auf das Leben und die Politik zu nehmen. Hier wird niemandem mehr all-sonntäglich die Zeit gestohlen und das Geld aus der Hosentasche gezogen.

Das ist allerdings die Ausnahme in Rumänien. Überall im Land werden prächtige und meist orthodoxe Kirchen gebaut. Selbst in den kleinsten Dörfern, in denen Schulen, Ärzte, Straßen und manchmal sogar Läden fehlen, werden Kirchen in der Größe von Kathedralen gebaut. Angeblich wird alle drei Tage eine neue Kirche fertig. Das Geld kommt u.a. von den Steuerzahlern, auch den anders- oder nichtreligiösen, und fehlt natürlich an anderer Stelle. – Wenn es nach mir ginge, würde das Geld stattdessen für den Ausbau der rumänischen Eisenbahn verwendet.

(Das Foto entstand während der Wanderung von Targu Mures nach Miercurea Nirajului in Rumänien. – To the English version of this article.)

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Leicht zu verwechseln (32) Spültag

Schwer zu spielen:

rachmaninow

Schwer zu spülen:

dirty-dishes-1

(Die Idee entstammt der Erzählung Okay, Mutter, ich nehme die Mittagsmaschine von Max Goldt.)

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Aber was sollen wir anbeten?

Während einer Wanderung durch das Szeklerland in Rumänien traf ich in dem Dorf Tâmpa auf eine schmucke Kirche. Das Interessanteste war neben der erfrischenden, kräftigen blauen Farbe die Abwesenheit jeglicher Kreuze, Jesus- oder Marienstatuen, Heiligen- und anderer Bilder.

Tampa churchMit dem Kachelofen, den Teppichen und dem Blumengesteck hatte die Kirche eher die gemütliche Atmosphäre eines Wohnzimmers.

UPDATE: Mehrere Leser haben geschrieben, um mitzuteilen dass dieser Stil typisch für die Reformierte Kirche in Rumänien sei. Danke an Alle, die sich gemeldet haben!

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Flug in die Sonne

Sonnenflug

Fotografiert in Targu Mures, Rumänien, am Vorabend der Flugschau.

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Muttertag

Zum Muttertag gibt es ein paar Fotos von meiner Mutter anläßlich ihres Besuchs in Rumänien im Dezember 2014. Die Fotos stammen allesamt von meinem Bruder.

In Turda erklärte ich 18 Stockwerke unter der Erde wie ein Salzbergwerk funktioniert.

Mutter Treppe

Mutter Turda

Im Tiefschnee jagte ich sie auf den Gipfel des Harghita Mădăraș.

Mutter Harghita Madaras 1 Mutter Harghita Madaras 2

Trotz arktischer Wetterbedingungen ließ ich nicht locker, bis wir den Gipfel erreicht hatten. In 1.800 Metern Höhe konnten wir im eisigen Wind und dichten Nebel aber nur kurz verharren.

Mutter Harghita Madaras 3

Auf dem Rückweg klärte das Wetter dann doch noch auf.

Mutter Harghita Madaras 4 Mutter Harghita Madaras 5 Mutter Harghita Madaras 6

Wir waren durchfroren und klatschnass vom Schnee, deshalb ging ich es am nächsten Tag eher langsam an. Es war Zeit für einen Spaziergang durch Târgu Mureș (Neumarkt am Mieresch), meinen derzeitigen Wohnort.

Hier zeige ich die orthodoxe Kathedrale. (Wie die meisten Westeuropäer war meine Mutter noch nie in einer orthodoxen Kirche gewesen.)

Mutter orthoxe Kathedrale

Und natürlich den famosen Kulturpalast.

Mutter Kulturpalast 1 Mutter Kulturpalast 2

Auf der Fahrt nach Brașov (Kronstadt) fanden wir mehr oder weniger zufällig die beeindruckende Burgruine in Saschiz.

Mutter Burgruine Saschiz 1 Mutter Burgruine Saschiz 2

Und dann wurde es richtig hart. Ich hatte mir vorgenommen, den Piatra Mică zu besteigen. Mit 1.816 Metern zwar nicht allzu hoch, aber die von uns gewählte Route erforderte doch einiges an Kletterei. Im Dezember. Im Schnee. Ohne besondere Ausrüstung. Ohne dass irgendjemand von uns den Weg schon einmal gegangen war.

Relativ locker ging es los, aber nach einigen Stunden war Mama schon erschöpft.

Mutter Piatra Mica 1 Mutter Piatra Mica 2 Mutter Piatra Mica 3 Mutter Piatra Mica 4Der Ausblick auf die umliegenden Berge war aber Entschädigung genug für die Strapazen.

Mutter Piatra Mica 5Aber dann begann erst der eigentliche Klettersteig. Der Weg war als gefährlich markiert, aber da meine Mutter und mein Bruder kein Rumänisch sprechen, konnte ich diese Information vor ihnen verbergen.

Mutter Klettern 1 Mutter Klettern 2 Mutter Klettern 3

Ab einem gewissen Punkt gab es kein Zurück mehr, weil der Rückweg genauso weit und gefährlich gewesen wäre.

Mutter Klettern 4Unter Mühen (ich), Fluchen (meine Mutter) und Lachen (mein Bruder) erreichten wir den Gipfel. Grandiose Ausblicke in alle Richtungen!

Mutter Gipfel 1 Mutter Gipfel 2

Wir wären gerne noch länger verweilt, aber die größte Gefahr für uns war die gnadenlos nahende Dunkelheit. Alle anderen Bergsteiger, denen wir begegneten, befanden sich schon auf dem Abstieg. Sie sagten uns auch, dass der Piatra Mică zwar nicht der höchste, aber der steilste Berg Rumäniens sei.

Für unsere 65-jährige Mutter, die schon seit Jahrzehnten auf keinen Berg mehr gestiegen ist, war das eine beeindruckende Leistung. Mich bestätigt das in meiner Überzeugung, dass jeder körperlich weit mehr kann, als er zu können glaubt.

Mutter Zigarre 1 Mutter Zigarre 2

Während des Abstiegs konnte ich dann endlich eine der Zigarren rauchen, die mir meine Mutter zu Weihnachten mitgebracht hatte. Der Weg war allerdings tatsächlich beschwerlich, glatt (wir alle rutschten mehrfach aus und prellten uns etliche Knochen), und die letzte Stunde geisterten wir in der Dunkelheit durch den bärenbewohnten Wald. Wenigstens mein Bruder hatte an eine Taschenlampe gedacht.

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Seilbahn auf den Bâlea-See, der auf 2.034 Metern liegt und komplett zugefroren war. Ich hatte eine weitere Extremwanderung geplant, aber die Sicht war wirklich zu eingeschränkt. Als dann noch eine Unwetterwarnung kam, eilten wir stattdessen so schnell wie möglich zurück ins Tal.

Mutter Lac BaleaIch werde oft gefragt, ob meine Eltern und Geschwister mich nicht vermissen, weil ich schon seit sechs Jahren nicht mehr in Deutschland lebe. Natürlich nicht! Es ist doch viel besser, dass sie mich jedes Jahr in einem anderen Land besuchen können.

Ihr Kinder, die Ihr ein ganzes Leben lang nur am gleichen Ort bleibt, bringt Eure Eltern um den größten Spaß! Ist das Eure Art, danke zu sagen? Rabenkinder!

(To the English version.)

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