Der wahrscheinlich dümmste Finanzminister aller Zeiten

Gute Nachrichten für alle Rassisten und Ausländerfeinde: Wenn Ihr wegen fremdenfeindlicher Äußerungen Euren Arbeitsplatz verliert oder gar gemobbt werdet, gibt es eine sichere Fluchtmöglichkeit für Euch. Kommt einfach nach Bayern!

Hier kann man sich selbst als Finanzminister so richtig tumb fremdenfeindlich austoben, ohne sich Sorgen um seine politische Zukunft zu machen.

Söder FluchtanreizIch stimme schon mit der Prämisse nicht überein, dass wir den Flüchtlingszustrom begrenzen müssten. Wer auf der Flucht ist, hat ein Recht auf Schutz. Das ist ein international anerkanntes Prinzip, dem sich Deutschland verschrieben hat, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Hunderttausenden von Deutschen, die in der Vergangenheit in anderen Ländern Zuflucht und Schutz fanden. Wir haben Platz, wir können helfen, und im Vergleich zu wesentlich ärmeren Staaten wie Jordanien, dem Libanon oder der Türkei werden wir nun wirklich nicht von Flüchtlingen überrannt.

Ganz besonders dumm – und/oder offen ausländerfeindlich, weil den Flüchtlingen unlautere Motive unterstellend – ist der Verweis auf angebliche finanzielle Anreize. Man sehe sich nur einmal das folgende Video an und frage sich, wie wahrscheinlich es ist, dass syrische Restfamilien nach einem Bombardement oder Massaker in den Ruinen ihres Hauses zittern und sich Tabellen ansehen, in denen Zahlungen nach dem deutschen Asylbewerberleistungsgesetz (die bis vor kurzem laut Bundesverfassungsgericht „menschenunwürdig niedrig“ waren) mit denen in Italien oder Schweden verglichen werden.

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Philipp Mißfelder, 1979-2015

Philipp Mißfelder hatte sich dafür eingesetzt, dass die gesetzliche Krankenversicherung ab einem bestimmten Alter nicht mehr alle Leistungen gewährt, weil man ja sowieso nicht mehr lange zu leben habe. Sicherheitshalber, und um der Solidargemeinschaft nur ja nicht auf der Tasche zu liegen, ist er jetzt selbst im Alter von 35 Jahren gestorben.

Respekt vor dieser Konsequenz!

philipp-missfelder

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Kinder und Krieg

In seinem Text „Alter und Aussehen egal“ bringt Max Goldt seine Gedanken zu diesem Thema, die weitgehend meinen entsprechen, besser auf den Punkt als ich das könnte:

„Zum Thema Kinder und Krieg gibt es eine Floskel, die einem in der Kriegsberichterstattung des Fernsehens und in Spendenaufrufen immer, immer wieder und immer aufs neue begegnet: Die Kinder leiden am meisten darunter. Das ist eine anmaßende Behauptung, denn das Leiden kann man nicht messen. Zudem spricht die gesamte menschliche Erfahrung dagegen, daß die Leidensgröße mit dem Alter abnimmt. Zahnweh, Liebeskummer, Einsamkeit, das Gefühl, nichts wert zu sein – das ist in allen Lebensabschnitten gleich furchtbar. Warum sollen denn nun Kinder ausgerechnet unter einem Krieg mehr leiden als Ältere? Wer maßt sich an, die Nöte eines Soldaten im Schützengraben für geringer zu erachten als die eines Kindes? […] Worin sich Kind und Soldat unterscheiden, ist nicht die Intensität des Leidens, sondern des Mitleids, das Außenstehende empfinden. Das Mitleid mit dem Kind ist größer, weil es beim Leiden niedlicher aussieht. Nun steht aber das Mitleid selten in einer logischen Beziehung zum Leid des Bemitleideten.“

Den Vergleich mit Soldaten finde ich unpassend, weil der Soldat den Krieg mitfabriziert, was man den Kindern, so sehr sie einem im Einzelfall auf die Nerven gehen, nicht vorwerfen kann.

„Am meisten unter einem Krieg leiden wohl diejenigen, die von Kriegshandlungen unmittelbar betroffen sind. Alter und Aussehen egal.“

Make-believe conquers the tools of war as Muslim children clamber over an abandoned antiaircraft gun.  Discarded shells around the gun may still be live, like the explosive grievances and vengeance harbored  by many of Beirut's factions.  Will there at la

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Klimatisierte Züge in Rumänien

Züge in Rumänien benötigen keine Klimaanlage. Man läßt während der Fahrt einfach die Türen offen.

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Aufgrund der geringen Geschwindigkeit kann man so auch bequem unterwegs aussteigen.

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Ein Nickerchen in der Moschee

Der praktischste Nutzen von Moscheen liegt darin, dass sie im Trubel der Großstadt einen Ort der Ruhe bieten. Man kann sich sogar zu einem Nickerchen hinlegen.

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Das Foto entstand während meiner ersten Iran-Reise zum Jahreswechsel 2008/2009. Das ist die Freitagsmoschee von Isfahan, eine der ältesten und zugleich größten Moscheen im Iran. Der Komplex ist enorm und lädt zum stundenlangen Wandeln durch die säulenverzierten Hallen oder über den großen Innenhof mit seinen Wasserbecken ein.

Die bisher gemütlichste Moschee zum Ausruhen auf meinen Reisen fand ich in Syrien: die mit Decken und bequemen Kissen ausgestattete Umayyaden-Moschee in Damaskus. Leider hatte ich damals keine Kamera dabei. Und wer weiß, ob die Moschee noch stehen wird, wenn ich das nächste Mal in Syrien bin.

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Die rumänische Eisenbahn

Wenn man wissen will, wie es um die Eisenbahn in Rumänien steht, muss man nur zum Bahnhof in Târgu Mureș (deutsch: Neumarkt am Mieresch) gehen.

Man erkennt ihn an diesem Schild: etwas Holz von einer alten Obstkiste, auf das jemand mit Hand das Logo der rumänischen Staatsbahn CFR draufgepinselt hat.

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Es ist angebracht an einem alten Warenhaus neben den Schienen. Fahrkarten werden in einem kleinen Raum verkauft, in dem eine Landkarte hängt, auf der Jugoslawien und die Sowjetunion noch existieren.

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Wer jetzt denkt, das sei halt ein kleiner Dorfbahnhof, der irrt. Târgu Mureș ist immerhin eine Stadt mit 135.000 Einwohnern, und von hier verkehren Direktzüge nach Budapest und Bukarest. Das wäre in etwa so, wie wenn am Bahnhof in Regensburg oder in Innsbruck über dem Eingang nur ein handgemaltes Schild im Wind knarzte.

Wenn ich in Rumänien sage, dass ich gerne mit der Bahn fahre, ernte ich entgeisterte Blicke, wie wenn ich verrückt wäre. Die Züge sind aber pünktlich, günstig und bieten wunderschöne Ausblicke. Es wäre nur schön, wenn es mehr davon gäbe. Und bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h muss man viel Zeit (und Bücher) mitbringen.

(To the English version.)

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Nächste Reise: Moldawien und Transnistrien

Am 6. Juli ist mein Geburtstag. Rein mathematisch werde ich dann 40 Jahre alt.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, dieses Ereignis hinauszuzögern oder gar zu verhindern, ist mir dank meiner juristischen Bildung, meiner Spezialisierung im Völkerrecht und meiner Kreativität ein beeindruckender Lösungsansatz in den Sinn gekommen: Das Ablaufen des 40. Jahrestages meiner Geburt wird rechtlich bedeutungslos sein, wenn ich diesen Tag in einem Staat verbringe, der von niemandem auf der Welt anerkannt wird. Das ist das juristische Äquivalent zur biologischen Lösung des Sich-Einfrieren-Lassens (nicht umsonst spricht man von „eingefrorenen Konflikten“).

Moldau-Transnistrien-Karte

Von meinem jetzigen Wohnort in Rumänien ist es gar nicht mal so weit bis zum nächsten nicht anerkannten Staat. Mal schnell durch die Moldaurepublik Moldawien und schon ist man in der Pridnestrowischen Moldauischen Republik, kurz Transnistrien.

Ganz kurz und vereinfacht: Noch im Endstadium der Sowjetunion 1990 erklärte Transnistrien die Unabhängigkeit von Moldawien, einer der früheren Sowjetrepubliken, mit dem Ziel, eine eigenständige Republik innerhalb der UdSSR zu werden. Im August 1991 war der Zerfall der Sowjetunion aber nicht mehr aufzuhalten. Moldawien erklärte die Unabhängigkeit von der Sowjetunion, Transnistrien erklärte die Unabhängigkeit von beiden. Mit Unterstützung Rumäniens versuchte die moldawische Armee 1992, Transnistrien zu erobern. Da die Grenze zwischen beiden Gebieten ziemlich genau entlang dem Fluss Dnestr (der dem sezessionistischen Teil seinen Namen gibt) verläuft, war Transnistrien gut zu verteidigen. Nach 5 Monaten Krieg und etwa 1000 Toten gab es deshalb einen Waffenstillstand; an der Grenzziehung hatte sich weitgehend nichts verändert.

Und so blieb es dann, mittlerweile seit 23 Jahren. Moldawien erkennt die Unabhängigkeit Transnistriens offiziell nicht an, unternimmt aber keine Versuche zur militärischen Eroberung. Transnistrien ist faktisch unabhängig, mit allen Merkmalen eines Staates. 2014 stellte das Gebiet einen bisher nicht beantworteten Antrag auf Aufnahme durch Russland. Die russischen Truppen wären schon im Land, praktischer- oder bedrohlicher- je nach Sichtweise an der ukrainischen Westgrenze, denn sie haben es irgendwie verpaßt, nach dem Zerfall der Sowjetunion abzuziehen.

tiraspol tank

Seither ist Transnistrien als der Staat bekannt, der noch am meisten an die Sowjetunion erinnert. Hammer und Sichel zieren die Flagge, der Geheimdienst heißt noch KGB, und die E-Mail meines Gastgebers in Tiraspol begann mit den Worten „Hallo Genosse“. Die Unterkunft liegt in der Lenin-Straße, Ecke Karl-Marx-Straße. Steht mir eine Zeitreise in die Vergangenheit bevor?

transnistria flag

Nach ein paar Tagen in Transnistrien werde ich mich natürlich auch in Moldawien umsehen und umhören, hauptsächlich in der Hauptstadt Chișinău. Das Land scheint ziemlich gespalten zu sein zwischen denen, die nach Europa streben (entweder durch eine Vereinigung mit Rumänien oder einen Beitritt zur EU) und denen, die die Nähe Russlands suchen. Beste Voraussetzungen für interessante Gespräche und neue Erkenntnisse.

chisinau protest

Auf dem Rückweg nach Hause bleibe ich noch einen Tag in Iași in Rumänien.

Wenn das mit dem Verhindern des Älterwerdens funktioniert, werde ich daraus wahrscheinlich ein Geschäftsmodell entwickeln und derartige Reisen auch für Euch anbieten.

(To the English version of this travel announcement.)

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UNO: Esst mehr Insekten!

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) empfiehlt, dass wir mehr Insekten essen, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen.

Ich mache das schon lange:

Schokokäfer1Schokokäfer2Schokokäfer3Schokokäfer4SONY DSCIch hatte immer das Gefühl, dass ich damit etwas Gutes tue!

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Mexikanische Nazis

To the English version of this article.

Während meiner kommenden Lateinamerika-Reise werde ich mir keine Geldsorgen machen müssen. Notfalls kann ich immer als Aushilfslehrer an einer Schule oder einer Universität deutsche und europäische Geschichte unterrichten.

Dass daran Bedarf besteht, zeigt diese Ballett-Aufführung in Guadalajara, Mexiko.

Das scheinen nicht die einzigen Spätfolgen der Nationalsozialisten zu sein, die ab den 1930er Jahren Zeitungen in Mexiko unterstützten und ab 1935 die „Deutsche Volksgemeinschaft in Mexiko“ betrieben. Erst 1941 brach Mexiko die diplomatischen Beziehungen ab und erklärte dem Deutschen Reich 1942 den Krieg, nachdem deutsche U-Boote zwei Öltanker im Golf von Mexiko versenkt hatten.

Aber die Nazis sind nicht so leicht totzukriegen! Noch heute marschieren in Mexiko selbsternannte Herrenmenschen und Arier mit Nazi-Parolen und Bierbäuchen durch die Straßen.

mexikanische Nazis

Nazis sind ja überall blöd. Aber die, die nach der Rassenideologie der echten Nazis als zu versklavende oder auszurottende Untermenschen angesehen wurden und jetzt Nazis sein wollen, sind die Dümmsten unter den Dummen. Ob die bei internationalen Nazi-Treffen überhaupt an einem Tisch mit den Jungs von der NPD sitzen dürfen? Naja, vielleicht wegen der Mädchen, die sie mitbringen.

nazis-puruanos

Wichtiger Tipp für die Mexinazis: Wenn Ihr nach Deutschland kommt, immer die Uniform tragen, vor allem in Ostdeutschland, sonst werdet Ihr von Euren Volks-, Gesinnungs- und Dummheitsgenossen womöglich zu Tode geprügelt.

Anscheinend gibt es auch eine „Partido Nacional Socialista de México“ und Organisationen wie “Brigadas Fascistas de México” oder „Cuarto Reich“ (Viertes Reich). Nach dieser Quelle werden die Aufnahmebescheinigungen der Nationalsozialistischen Partei Mexikos aus Deutschland versandt und deutsche Funktionäre reisen nach Mexiko. Na, wenn das mal nicht mit Geldern des Verfassungsschutzes finanziert wird…

Und so leistete der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto seinen Amtseid.

Enrique-Pena-Nieto-RIGHT-ARM-SALUTE

Zugegeben, die Geste gab es schon vor den Nazis; aber etwas Geschichtsbewusstsein würde nicht schaden. Und da sind wir wieder bei meinem Nachhilfeangebot. Wenn Ihr alle so tolle Nazis sein wollt, können wir den Unterricht sicher auf Deutsch durchführen, oder?

Links:

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Starker Seegang im Sonnenuntergang

Heute gibt es mal ein paar ältere Fotos aus meiner Zeit in Malta im Frühjahr 2012. In St Paul’s Bay (San Pawl il-Baħar) spazierte ich an der Küste entlang, als ich ungewöhnlich starke Wellen bemerkte, die sich mit jedem Aufschlag auf der Mole in die schönsten Fontänen verwandelten.

Ich rannte nach Hause, um meine Kamera und meine wasserdichte Jacke zu holen, und kam gerade rechtzeitig zurück, um diese Fotos vor der untergehenden Sonne zu schießen.

Der Anblick und der Lärm waren spektakulär.

Alle 30 Sekunden krachten die Wellen gegen die Mole. Ein Fest aus Wasser, Licht und Lärm.

Nachdem die Wellen groß, reißend, aufregend und gefährlich ansehen, war mein natürlicher Instinkt, so nah wie möglich an die hereinkrachenden Wellen zu gelangen.

Wie zum Trotz wurde die See noch rauher und die Wellen noch höher. Ich konnte mich aber nicht zurückziehen, denn das hätte gegen mein Fotografenethos verstoßen. So verblieb ich mitten auf der Mole, während das Mittelmeer über mich hereinbrach.

Und genau in diesem auf dem letzten Foto abgelichteten Moment sah ich ein, dass Ihr diese Fotos nie zu Gesicht bekommen würdet, wenn ich noch länger dort bliebe und meine Kamera verlöre. Endlich drehte ich mich um und rannte.

(To the English article.)

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