Nächste Reise: Kanada

Bei meinem letzten Housesitting-Auftrag überlebte die Katze bzw. die Katzen, und das Haus brannte auch nicht ab. So bekam ich einen neuen Auftrag, auf ein Haus und eine Katze aufzupassen, diesmal in Calgary. Damit komme ich endlich mal nach Kanada.

Jeder erzählt immer, dass alle Kanadier super freundlich und nett und höflich sind, und ich bin neugierig, wie es ist, in so einem Paradies zu leben. Für einen Deutschen kann so etwas allerdings auch einen ziemlichen Schock bedeuten.

Die beste Zeit für Kanada ist natürlich der Winter. Ja, ja, ich weiß schon, es wird kalt sein und manchmal sogar ein bisschen schneien, aber seit ich vor fünf Jahren in Litauen den härtesten Winter er- und überlebt habe, sehne ich mich nach dieser Erfahrung zurück. Für jemanden, der gerne liest, studiert und schreibt, ist das nämlich perfekt. Man sitzt neben dem Kaminfeuer, trinkt eine heisse Schokolade, während draussen der Schneesturm die Flocken sanft hin und her wirbelt, und in Calgary wird zudem noch eine Katze auf meinem Schoß schnurren.

Am 11. Dezember werde ich in Vancouver kanadischen Boden betreten.

Allerdings kann ich nur bis zum 14. Dezember in der Stadt am Pazifik bleiben, denn dann geht schon der Zug nach Edmonton. Es hätte zwar einfachere Wege gegeben, um von Vancouver nach Calgary zu kommen, aber ich mag nun mal die Eisenbahn. Und eine Fahrt durch die Rocky Mountains wollte ich mir nicht entgehen lassen. Schade, dass es auch in Kanada nachts dunkel ist.

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Die 27 Stunden im Zug werden eine gute Prüfung dafür sein, ob ich für die Transsibirische Eisenbahn bereit bin.

In Edmonton bleibe ich dann nur ganz kurz, bevor ich in Calgary eintreffe, wo ich bis Ende März 2019 auf das Haus und die Katze eines vertrauensvollen kanadischen Ehepaares aufpassen werde. Passenderweise wird die Arbeit also gerade dann zu Ende gehen, wenn die Temperaturen steigen, die Blumen sprießen, die Vögel wieder zwitschern und die Mädchen Röcke tragen.

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Nach Beendigung des Auftrags bleibt noch ein ganzer Monat in Kanada. Das einzige fixe Datum ist der 27. April 2019; an jenem Tag muss ich von Toronto nach London fliegen.

Ein Monat, um etwas mehr als 3.000 km zu überwinden, da bleiben mir mehrere Optionen:

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a) Zu Fuß ist die ganze Strecke zu lang, das sehe selbst ich ein. Aber es gibt tatsächlich einen Wanderweg durch ganz Kanada und ich könnte ein Stück wandern, ein Stück per Anhalter fahren, wie es sich gerade ergibt. Wenn ich mir allerdings die Landkarte näher ansehe, bedeutet „Wanderweg“ in Kanada anscheinend, dass man auch mal ein paar hundert Kilometer mit dem Kanu oder Kajak befahren oder berudern muss. Da ich nicht mal den Unterschied zwischen den beiden Bootstypen kenne, ist das wohl nichts für mich.

b) Ich könnte den Zug nehmen, natürlich mit etlichen Zwischenhalten in Holzfällerstädten. Teilweise wurde ich schon gewarnt, dass die tagelange Fahrt durch die Prärie langweilig sei, aber das kommt wohl von Menschen, die nicht anerkennen wollen, dass Zugfahren an sich die höchstvergnügliche Art der Fortbewegung ist. Was gibt es Schöneres, als Büffel zu beobachten, während man im Speisewagen ein Buch liest und eine Zigarre raucht?

c) Ich könnte versuchen, so weit wie möglich nach Norden zu kommen und von dort einfach nach Toronto fliegen. Dann sähe ich zwar keine Blumen und Mädchen mit Röcken, aber eigentlich mag ich Bären sowieso lieber. Das größere Problem ist, dass Flüge von Kugluktuk oder Ulukhaktok aus prohibitiv teuer sind.

d) Ich war schon immer fasziniert von den nördlichen Bundesstaaten der USA, wie Montana, Wyoming und den Dakotas. Das wäre auch eine mögliche Route nach Toronto.

Gerne nehme ich Eure Vorschläge auf. Aber bevor Ihr abstimmt, seht Euch unbedingt mal Fotos aus Montana und Wyoming an! 😉

Links:

  • Mehr Artikel über Housesitting. Bald werde ich die häufigsten Fragen und natürlich die Antworten dazu veröffentlichen, denn immer wieder werde ich gefragt, wie man an solche Jobs kommt.
  • Möchtest Du eine Postkarte aus Kanada? Je mehr Spenden so eingehen, umso näher komme ich an den Nordpol. (Wie ich zurückkomme, bleibt vorerst ungeklärt.)
  • Mehr Artikel über Reisen mit der Eisenbahn.
  • Read this article in English.
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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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Eine Antwort zu Nächste Reise: Kanada

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