Vor hundert Jahren wollte Schweden einen besseren Menschen schaffen – Januar 1922: Eugenik

To the English version.

Na, was habt Ihr Euch vorgenommen für das neue Jahr? Weniger trinken, mehr essen, früher ins Bett gehen, diesen Blog auch an Freunde schicken? Alles gute Vorsätze, gewiss, aber irgendwie ein bisschen bescheiden.

Ganz anders Schweden, das sich nach einer durchzechten Nacht zum 1. Januar 1922 nichts geringeres vornahm, als einen neuen Menschen zu schaffen. Größer, stärker, schöner, gesünder und ja, auch nüchterner sollte er sein, der neue Schwede! Getreu dem alten schwedischen Motto „wenn man was verbessern wollen tut, gründet man ein Institut“ wurde an eben jenem Tag vor hundert Jahren das Staatliche Institut für Rassenbiologie an der Universität Uppsala gegründet.

Das war auch dringend nötig. Denn vor hundert Jahren waren die Schweden eher kleine und verhutzelte Menschen, weshalb sie bei ihren Urlaubsreisen, egal ob diese nach England, Frankreich oder an die Wolga führten, nicht sehr willkommen geheißen wurden. Oft mussten die Wikingerschweden die Reise nach ein paar Tagen abbrechen und kehrten mit nichts als einem Schiff voller Souvenirs nach Hause zurück. Ein trauriges Leben.

„Warum sind wir so hässlich, Bruder?“

Dabei war es natürlich nicht die Schuld der Schweden, dass sie wie Heinzelmännchen aussahen. Nein, es war – wie so vieles – die Schuld der Römer. Die hatten ein europäisch-afrikanisch-asiatisches Multikulti-Reich aufgebaut, in dem die Bürgerinnen und Bürger aus allen Ecken des Reichs nach Lust und Laune umherziehen, arbeiten, studieren und sich zur Ruhe setzen konnten. Dabei passierte es naturgemäß, dass sich die Bürgerinnen und Bürger verliebten und ihre Gene vermischten, was, wie Charles Darwin es im Detail besser erklären könnte, zu größeren, stärkeren, attraktiveren und intelligenteren Nachkommen führt. Die von der römischen Zivilisation nicht gesegneten Barbaren, wie Germanen, Skandinavier, Schotten und Iren mussten hingegen im zunehmend trüber und inzestuöser werdenden Genpool fischen.

Jetzt aber ein großer Sprung in die Neuzeit. Wissenschaft unterliegt Modeströmungen. Zur Zeit ist es die Digitalisierung, deren Dämlichkeit ich schon dargestellt habe. (Zufällig anhand einer Zugfahrt nach Schweden.) Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es die Eugenik, eine (Pseudo-)Wissenschaft, die soziale Fragen mit biologischen Methoden angehen wollte.

Eine der wichtigsten Personen in diesem Zusammenhang ist Francis Galton, der 1883 den Begriff Eugenik prägte. Er war ein Cousin von Charles Darwin und von dessen Reisen und Theorien beeindruckt. Wer wäre das auch nicht? Allerdings war er ein bisschen ungeduldig. Darwin konnte noch so oft erklären, dass die natürliche Selektion über Zigtausende von Jahren geschieht, dass sie ungeplant erfolgt, und dass sich Beobachtungen von Vögeln auf Galapagos nicht auf Menschen in Großbritannien übertragen lassen. Das alles ließ Galton kalt, der dachte, er könne die Theorie weiterentwickeln, auf Menschen anwenden und ein oder zwei Generatiönchen würden schon genügen, um das Menschheitsgeschlecht genetisch aufzupeppen, wenn sich nur die „Richtigen“ fortpflanzen würden. Dass reiche, weiße Mitglieder der Oberschicht damit sich selbst meinten, ist eh klar.

„Ich bin die Krone der Schöpfung.“

Die Idee wurde richtig populär. Überall auf der Welt wurden Eugenik-Gesellschaften gegründet, Eugenik-Kongresse abgehalten und z.B. in den USA, in der Schweiz, in Skandinavien und in Kanada Eugenik-Gesetze erlassen. Weil es den Eugenikern schnell dämmerte, dass es wahnsinnig langwierig ist, die „richtigen“ Menschen zur vermehrten Fortpflanzung anzuhalten, verfielen sie bald auf die Idee, die „falschen“ Menschen an der Fortpflanzung zu hindern. Und zwar mit Gewalt. Mit Zwangssterilisation und Zwangskastration.

Zwei rühmliche Ausnahmen waren die Sowjetunion, die Gene einfach ganz verbot, sowie das deutsche Kaiserreich. Auch in Deutschland waren die Ideen der Eugenik weit verbreitet und galten als der letzte Schrei. Statt auf staatliche Eingriffe setzte man – wahrscheinlich war die FDP gerade mal wieder in der Regierung – auf den freien Markt. Die Deutschen sollten erb-, krankheits- aber auch rassebedingte unerwünschte Merkmale (Beschneidung) bei potentiellen Geschlechtspartnern frühzeitig erkennen. Deswegen wurde an Badestränden das Nacktbaden verpflichtend (FKK = Fort mit der Kleidung, Kamerad!).

„Au ja, das machen wir auch“, waren die schwedischen Eugenik-Kollegen begeistert. Sie hatten sowieso schon lange das Image der prüden Skandinavier ablegen wollen. Dummerweise war es in Schweden bis auf die eine Woche im August zu kalt, um nackt zu baden.

Zwar verliefen die Eugenik-Programme in jedem Land anders, aber weil der Artikel mit Schweden begann, bleibe ich jetzt einfach mal bei Schweden. Das schwedische ist ein interessantes (bzw. erschreckendes) Beispiel, weil es ein recht umfangreiches Programm war, weil es als Vorbild für Nazi-Deutschland diente, und weil es bis weit nach den Zweiten Weltkrieg andauerte. Außerdem gilt Schweden immer als ganz liberal und locker und nett und sympathisch; ein Vorurteil, dem endlich die einschläfernde Spritze verpasst werden muss.

Das schwedische Eugenik-Programm ist untrennbar verbunden mit dem Namen Herman Lundborg. Das war so ein Klischeeschwede, der an Gnome und Elfen und Arier glaubte. Apropos Arier: Habe ich schon von meiner Zeit im Gefängnis im Iran erzählt, wo sich der iranische Richter bei mir entschuldigte, „weil wir doch beide Arier sind“? Viele Iraner hängen der Theorie an, dass sie die eigentlichen Arier und die Deutschen ein kleines, unterentwickeltes Brudervolk sind. Ja, so dumm habe ich auch geguckt in dem Moment, und wurde wieder in eine Einzelzelle gesperrt. Aber ich will nicht abschweifen; wir waren gerade dabei, die Bekanntschaft von Herman Lundborg, dem schwedischen Chefeugeniker, zu machen.

Wie die meisten Eugeniker unterlag Lundborg einem Denkfehler. Obwohl es die Römer schon besser gewusst hatten, dachte er, dass der schwedische Volkskörper nicht unter zu wenig, sonder unter zu viel genetischer Vermischung litt.

Komischerweise gibt es keinen einzigen Eugeniker, der nicht glaubt, dass er der höchstwertigen Rasse angehört. Ich weiß nicht, wie das bei den internationalen Eugenikerkongressen funktioniert hat. Aber das ist eine Frage, die ich mir auch jedes Mal stelle, wenn ich von internationalen Neo-Nazi-Treffen lese, wo dann mongolische, kolumbianische und mexikanische Neonazis mit deutsche Neonazis Bier trinken.

Jedenfalls laberte Lundborg ständig von der „erhabenen nordischen Rasse“ und dass man die „Entartung des schwedischen Volkes verhindern“ müsse. Die Vermischung unterschiedlicher Rassen sei ein ganz schlimmes Übel. Einen besonderen Hass hatte er auf Finnen, Samen, Lappen, Farbige, Roma, Sinti, Zigeuner, Juden, Slawen, Schwarze, Russen, Italiener, Asiaten, Afrikaner, Chinesen, Araber, Rumänen, Albaner, Polen und Koreaner, wobei er – das sei ihm zugute gehalten – nicht zwischen Nord- und Südkoreanern diskriminierte.

„Sympathischer Typ“, dachte sich das schwedische Parlament und ernannte Lundborg 1922 zum ersten Chef des eben gegründeten Staatlichen Instituts für Rassenbiologie. Seine Methoden waren, wie unter Eugenikern üblich, Nasen messen, Köpfe messen, Blutproben nehmen, Menschen in lächerliche Kostüme stecken und die unerwünschten Volksgruppen mit grimmigen Gesichtern fotografieren, sowie die erwünschten Volksgruppen im besten Licht fotografieren. Die Bücher waren reich bebildert und verkauften sich bestens. Pseudowissenschaft kann sehr gewinnbringend sein, wie Homöopathen, Astrologen und Unternehmensberater bestätigen können.

Das schwedische Institut galt weltweit als Vorreiter. Ausländische Forscher kamen nach Schweden, um hier zu „lernen“, darunter Hans Günther aus Deutschland, der später die nationalsozialistische Rassenideologie prägte. Nach dem Vorbild des schwedischen Instituts wurde in Deutschland 1927 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik gegründet, das die nationalsozialistische Rassenpolitik pseudowissenschaftlich unterfütterte.

Ganz allgemein zum Verhältnis von Schweden zu Nazi-Deutschland, auch während des Zweiten Weltkriegs, muss man sagen: Schweden hatte kein Problem mit den Nazis. Aber man wollte sich auch nicht verbünden. Schweden wollte nur Eisenerz verkaufen, und Krieg ist irgendwie gut für die Nachfrage nach Erz. Als Deutschland die Nachbarstaaten Dänemark und Norwegen sowie später die Sowjetunion angriff, erlaubte Schweden deutsche Truppentransporte durch sein Territorium. Deutsches Geld war willkommen, Flüchtlinge aus Deutschland gar nicht. Nachdem sich ab 1943 die deutsche Niederlage abzeichnete, erlaubte Schweden den Alliierten Überflüge zur Bombardierung von Deutschland, wenn dabei bitteschön die schwedischen Eisenerzzüge nicht getroffen würden. Das Ganze nannte man „Neutralität“. (Die Schweiz erblasst gerade vor Neid über diese Unverfrorenheit.) Im November 1945, also 6 Monate nach Kriegsende, erklärte Schweden dem Deutschen Reich den Krieg, um sicherheitshalber doch noch auf der richtigen Seite zu stehen. Dafür erhielt IKEA die Konzession zum Wiederaufbau der deutschen Eigenheime.

Ist das die gerechte Strafe für Weltkrieg und Holocaust?

Lundborg war allerdings zu erkennbar Nazi-Sympathisant. Er wurde 1935 gefeuert und hatte zwei Kinder mit einer „genetisch minderwertigen“ Sami-Frau, die er auf seinen Expeditionen kennengelernt hatte. Das hätte man sich eigentlich denken können, oder? Das ist wie bei diesen christlichen Predigern, die am lautesten gegen Homosexualität hetzen. Die betrügen dann immer ihre Frauen mit minderjährigen Jungs. Oder wie die Fraktionsvorsitzende einer deutschnationalistischen, ausländerfeindlichen und homophoben Partei, die in der Schweiz mit einer Frau aus Sri Lanka in einer lesbischen Partnerschaft lebt. Oder wie der serbische Volksheld Novak Djokovic, der in Serbien keine Steuern bezahlt. Je lauter die Leute tönen, umso weniger halten sie sich an ihre eigene Predigt. (Eine Ausnahme stellt der Autor dieses Blogs dar, der den regelmäßig propagierten bescheidenen Lebensstil tatsächlich praktiziert.)

Aber das war nicht das Ende des Rassenbiologischen Instituts. Ganz im Gegenteil, 1935 ging es erst richtig los! Bisher hatte man ja nur geforscht und publiziert. Nun sollte die Theorie in die Praxis umgesetzt werden. Der schwedische Reichstag erließ 1935 und 1941 zwei Gesetze zur Zwangssterilisation.

Zuerst wurden „geisteskranke“ Menschen unfruchtbar gemacht, aber auch „Geistesschwache“, „Geistesgestörte“, psychisch Kranke und Menschen mit körperlichen Missbildungen. Rassismus war kein offizieller Grund, aber wenn schwedische Ärzte, die alle der weißen, städtischen Oberschicht angehörten, den Geisteszustand von möglicherweise nicht fließend schwedisch sprechenden Nomaden, die nie in einer Schule waren, beurteilen sollen, dann erkennt man das Problem. Ein Problem, das viele Eugenik-Programme hatten. In Nordamerika wurden Intelligenztests teilweise nur auf Englisch angeboten, so dass italienische oder chinesische Einwanderer naturgemäß schlechter abschnitten.

1941 wurde das schwedische Sterilisationsprogramm um die soziale Indikation erweitert. Nun konnte Verhalten, dass als asozial angesehen wurde, zur Sterilisation führen, wie z.B. Alkoholismus. Aber natürlich nur beim Vodka-Alkoholiker auf der Parkbank, nicht beim Rotwein-Alkoholiker in der Villa. „Sexuelle Ausschweifungen“ führten bei manchen jungen Frauen zur Zwangssterilisation, wofür Besuche in Tanzlokalen mit wechselnden Tanzpartnern ausreichten. Waisenkinder wurden sterilisiert, bevor sie aus dem Waisenhaus entlassen wurden. Abtreibungswillige Frauen mussten oft in eine Sterilisation einwilligen. „Unerwünschtes gesellschaftliches Verhalten“ wurde einer Frau noch in den 1960er Jahren vorgeworfen, weil sie in einer Motorradgang war; sie wurde sterilisiert. Und natürlich traf es Arbeitslose, unverheiratete Mütter, Landstreicher und überdurchschnittlich die Angehörigen ethnischer Minderheiten.

Wie Gilbert Keith Chesterton, einer der wenigen eugenikkritischen Intellektuellen der 1920er Jahre, schrieb: „Jeder düster dreinblickende Vagabund, jeder wortkarge Arbeiter, jeder verschrobene Provinzler lässt sich damit mühelos in Einrichtungen einweisen, die für gemeingefährliche Irre errichtet wurden.“

Manche würden es asozial nennen.

Letztendlich ging es immer um die Fortpflanzung der weißen Oberschicht, die sich ihres Rassismus und Klassismus überhaupt nicht bewusst war. Die meisten Menschen, und insbesondere solche, die nur mit ihresgleichen zu tun haben, nehmen sich selbst vorschnell zum Maßstab aller Dinge. Und schon werden Lesen oder Rechnen zum Gradmesser von Intelligenz, obwohl die Wissenschaftler aus Sicht der Beurteilten zu dumm wären, eine Kuh zu melken oder den Weg aus einem tiefen Wald zu finden. Gerade im Kapitalismus werden Arbeit und Konsum zur Norm, obwohl diejenigen, die sich diesem gesellschaftlichen Druck entziehen, paradoxerweise der Umwelt, dem Planeten und damit der Menschheit am wenigsten schaden.

Aber wer nützlicher oder unnützer ist, das ist gar keine legitime Überlegung. Die Frage nach der Nützlichkeit eines Menschen erst gar nicht zu stellen, das ist die Essenz der Menschenwürde! Und deshalb war es auch ein bisschen dämlich von mir, den Einstieg in den Artikel mit der Unterscheidung zwischen attraktiv und unattraktiv zu beginnen. (Was mich um die Pointe bringt, dass die Schweden erst mit der zunehmenden Einwanderung attraktiver wurden.) Aber es kann nicht schaden, wenn ich selbst beim Schreiben dazulerne.

Die Zwangssterilisationen in Schweden gingen übrigens weiter bis 1975. In Finnland bis 1979. In der Schweiz bis 1985. In Peru, wo das Programm Ausmaße eines Völkermordes annahm, bis 2000. Und in Tschechien bis 2012.

Aber seither gibt es ja modernere Methoden der Eugenik, wie Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik. Und Bevölkerungspolitik, die sich verschämt im Steuerrecht oder im Sozialrecht versteckt: Kinderfreibetrag sowie Elterngeld, womit reiche Eltern für ihre Kinder mehr finanzielle Unterstützung bekommen als arme Eltern. Wegfall von Arbeitslosengeld II, wenn unter 25-Jährige aus der Wohnung der Eltern ausziehen, was die Gründung einer eigenen Familie erheblich erschwert. Oder Alte und Schwache sterben lassen, damit die Wirtschaft weiter brummt. Und jetzt wisst Ihr auch, in welcher Tradition die schwedische Corona-Politik steht.

Vagabund auf der Flucht vor der Eugenik-Kommission

Sorry, das war jetzt nicht so eine lustige Folge wie sonst. Aber das geht halt nicht bei allen Themen. Dabei habe ich ja noch rechtzeitig vor dem Nationalsozialismus Halt gemacht.

Aber im Februar 1922 geht es wieder lustig, frisch und munter weiter. Mit Geschichte aus Litauen. Oder Ägypten. Oder Polen. Oder Rom. Oder aus der Türkei. Oder aus Den Haag. Oder Lettland. Oder Japan. Ach, es ist jedes Mal so eine schwere Entscheidung! – Und denkt daran: Je mehr Unterstützerinnen und Unterstützer dieser Blog findet, umso mehr Folgen dieser lehrreichen Reihe wird es jeden Monat geben.

Links:

Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a writer, a spy or a hobo.
Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Philosophie, Schweden abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Vor hundert Jahren wollte Schweden einen besseren Menschen schaffen – Januar 1922: Eugenik

  1. Pingback: Vor hundert Jahren … | Der reisende Reporter

  2. sinnlosreisen schreibt:

    Schaut, schaut, die liberalen Schweden haben auch dunkle Flecken auf der Weste der Geschichte. Schrecklich, was „zivilisierte“ Menschen sich alles ausdenken können…

    • Andreas Moser schreibt:

      Wobei ältere Zeitgenossen, die sich noch an den Dreißigjährigen Krieg erinnern, schon immer eine gewisse Schwedenskepsis geäußert haben.

      Das Frappierende an der Eugenik ist für mich, dass fast alle dachten, das sei eine tolle Idee. Die Beteiligten und die Politiker dachten wirklich, sie täten der Menschheit etwas Gutes.
      Eugenik war politisch ziemlich unumstritten. Eugenik war keine Frage von rechts oder links. Nicht nur in den angelsächsischen Ländern oder in Schweden, auch in Deutschland gab es Befürworter aus der Sozialdemokratie (wobei das in Deutschland mit den 1930er Jahren natürlich aufhörte, als die Nazis die Eugenik auf die Spitze trieben).

      Und was ich auch erschreckend finde, ist, wie oft man auch heute noch hört, dass „die falschen Menschen die Kinder bekommen“. Meist in Bezug auf Roma oder ALG2-Empfänger.

    • Ingwer schreibt:

      Na ja, aber bei den „falschen Menschen“ meint man damit, dass diejenigen Kinder bekommen, deren Kinder die künftigen Renten nicht finanzieren können. Das ist also rein monetär. Denke ich.

    • Andreas Moser schreibt:

      Wobei die Reichen im Durchschnitt 10 Jahre länger leben, uns also viel mehr kosten. Und da sind die ganzen Betrügereien, Steuerhinterziehungen, Umweltvschmutzung u.s.w., die von Reichen ausgehen, noch gar nicht eingerechnet. 😉

      Wenn man ein Problem mit Altersarmut hat, dann ist das doch nicht die Schuld der Armen. Paketboten oder Schlachthofmitarbeiter verdienen ja nicht wenig, weil sie von bestimmten Eltern abstammen, sondern weil Gesellschaft und Gesetze ihre Ausbeutung zulassen. Und weil weite Teile der Gesellschaft glauben, dass der Ausbeuter ein Held und Vorbild und ehrenwertes Mitglied der Gesellschaft ist.

  3. Lustig nicht, aber trotzdem sehr unterhaltsam. Der Rassismus hat sehr tiefe Wurzeln, da ist es hilfreich, wenn die Erde öfter tief umgegraben wird.

  4. Tinderness schreibt:

    Lustig ist es sowieso nicht im Leben, warum sollen also geschichten darüber unbedingt lustig sein? Danke für den Exkurs zur Eugenik!

  5. Pingback: One Hundred Years Ago, Sweden set out to Create a New Man – January 1922: Eugenics | The Happy Hermit

  6. Andri Florin schreibt:

    Allerdings lässt sich nicht vorher sagen, welches Gen der Menschheit inskünftig fehlen könnte, um eine neue Herausforderung zu überstehen, das könnte bei einem hässlichen Zwerg vorhanden sein. Also soll doch besser alles vorhandene an Eigenschaften weiter gegeben werden dürfen. Darum ist Vielweiberei bzw. -männerei nicht angezeigt, solche Zuchtwahl einengend, schmälernd. Die ganze Bandbreite zu vererben ist richtig, also bleibe man beim Familienmodell, les apparences trompent. Allerdings sollten die Blödesten nicht bevorzugt werden durch übermässige Förderung. Der grösste Ausscheidungsprozess findet sowieso intrauterin statt

Schreibe eine Antwort zu sinnlosreisen Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s