Der Völkermord an den Armeniern

In der Altstadt von Jerusalem merkt man, dass man im armenischen Viertel ist, wenn überall diese Poster an Wänden und rostigen Toren hängen.

Armenian genocide 1Armenian genocide 2

Ich erinnere mich noch an meinen ersten Besuch in Jerusalem im Jahr 1992. Als ich diese Poster sah, konnte ich mit dem Begriff „armenischer Genozid“ nichts anfangen. Ich blieb stehen und las das Plakat so interessiert, dass ich den Anschluss an die Gruppe verlor, mit der ich damals unterwegs war. Obwohl ich immerhin schon 16 Jahre alt und auf dem Gymnasium war und mich für Geschichte interessierte, hatte ich von diesem Völkermord noch nie gehört. Genausowenig übrigens von dem vom Deutschen Reich begangenen Völkermord an den Herero, der in meiner gesamten Schulzeit kein einziges Mal angesprochen wurde.

Zwar sind Bundestagsresolutionen zu historischen Ereignissen wohlfeil, wenn sich keine Konsequenzen daran knüpfen. Aber mir ist alles Recht, was das Vergessen verhindert und die Diskussion, einschließlich der über die Rolle des Deutschen Reichs, am Laufen hält.

(Read this article in English.)

Veröffentlicht unter Armenien, Geschichte, Israel, Militär, Politik, Reisen | Verschlagwortet mit , | 6 Kommentare

Sonne und Mond kann man schon mal verwechseln

Man kann es mir nachsehen, dass ich während meiner Wanderung zum Corani-See in Bolivien die Sonne, die durch die bedrohlichen Wolken nur schwach wie ein düsterer Mond schimmerte,

sun spooky

mit dem Mond verwechselte, der gegenüber und gleichzeitig so hell schien, wie wenn er die Quelle allen Lichts in unserem Sonnensystem wäre.

moon between trees

Trotzdem war es peinlich, als ich zu einem Mann in Kango, einem kleinen Dorf am Ufer des Sees, sagte „Es ist herrlich, die Sonne und den Mond gleichzeitig zu sehen“ und dabei auf die Himmelskörper zeigte, wie ich sie identifiziert hatte. Ohne aufsehen zu müssen korrigierte er mich trocken „Das da ist der Mond. Die Sonne ist dort drüben“ und unterdrückte nur halb sein Lächeln.

Wie gut, dass ich während der Wanderung mein GPS dabei hatte. Man muss mir aber zugestehen, dass die südliche Hemisphäre wirklich verwirrend ist, weil alle Himmelskörper falsch herum stehen und gehen.

(Click here for the English version.)

Veröffentlicht unter Bolivien, Fotografie, Reisen | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Warten auf ein Boot

birds1birds2birds3birds4bay large.JPG

Fotografiert auf der Isla del Sol im Titicaca-See.

Veröffentlicht unter Bolivien, Fotografie, Reisen | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Video-Blog: Kolibri

In Bolivien kann ich regelmäßigKolibris beobachten. Manchmal kommen sie sogar in den Garten meines Hauses in Cochabamba.

Aber bis ich die Kamera bereit habe, sind sie schon wieder weg. Oder sie bewegen sich zu schnell. Wenn ich versuche, sie zu fotografieren, kommt so etwas wie dieses Bild dabei heraus. Ja, das verschwommene Ding links unten ist der Kolibri.

Kolibri.JPG

Meine letzte Begegnung mit einem dieser Vögel war während eines Abendessens auf der Isla del Sol im Titicaca-See. Diesmal habe ich gar nicht erst versucht, ein gutes Foto zu machen, sondern habe den Vogel einfach für Euch gefilmt.

Veröffentlicht unter Bolivien, Fotografie, Reisen, Video-Blog | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare

Leicht zu verwechseln (37) Lamas

Lama am Titicaca-See:

llama

Lama auf der Isla del Sol:

hospital llama.JPG

Lama mit Curry:

llama curry

Links:

Veröffentlicht unter Bolivien, Fotografie | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Willkomen

Es war schon eine nette Geste, dass mich in meiner Wohnung in La Paz ein Fußabstreifer auf Deutsch empfing.

Willkomen.JPG

Aber die Schreibweise zeigte mir, dass – wahrscheinlich in einer Fabrik in China – selbst Fußabstreifer schlecht gefälscht werden.

AKTUALISIERUNG: Friedrich Hartmann hat mich darauf hingewisen, dass „Willkomen“ die richtige Schreibweise auf Plattdeutsch ist. Da es in Bolivien eine große Gemeinde von Mennoniten gibt, die Plattdeutsch sprechen, liegt das als Erklärung nahe.

Bitte verzeiht also den bolivianischen Austauschstudenten oder Touristen, wenn sie ein etwas altertümliches Deutsch sprechen. Sie haben es so von ihren deutschstämmigen Nachbarn gelernt. Wenn ich diese Sprache in Bolivien höre, bemerke ich zwar eine gewisse Verwandtschaft zu dem Deutsch, das ich spreche, aber ich verstehe kaum etwas. Es ist in etwa so, wie Niederländisch oder Afrikaans zu hören. Man merkt, dass man mehr verstehen sollte, aber zumindest in der gesprochenen Sprache klappt es nicht.

Hier ein Beispiel für Plattdeutsch:

Am Bahnhof in San José de Chiquitos traf ich mal eine Mennonitenfamilie, und unser Deutsch war so unterschiedlich, dass wir uns auf Spanisch unterhalten mussten. Die umstehenden Bolivianer fanden es extrem belustigend, dass zwei Deutsche miteinander auf Spanisch radebrechten.

Links:

Veröffentlicht unter Bolivien, Reisen, Sprache | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Video-Blog: Musik in den bolivianischen Bergen

Wenn man im Valle de la Luna etwas außerhalb von La Paz spazierengeht, stößt man nicht nur auf außergewöhnliche Gesteinsformationen, sondern auch auf Flötisten, die wagemutig und hoffentlich schwindelfrei auf einem dieser Felsen spielen.

Flötist1.JPG

Flötist2.JPG

Veröffentlicht unter Bolivien, Fotografie, Musik, Reisen, Video-Blog | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Video: Cowboy-Idylle

Meine Arme waren schlapp vom Rudern, und die Pferde hatten die einsame Bucht mit dem saftigen Gras erspäht. Also legte ich an der Isla del Sol an. Es war Zeit für eine Pause.

Cowboyidylle.JPG

Da die Bucht von steilen und kargen Hängen umgrenzt war, konnte ich die Pferde frei grasen lassen. Wenn Ihr Adleraugen wie meine habt, erspäht Ihr sie rechts neben dem Boot.

Das sind die Orte und Momente, in denen nur eine Zigarre das Glück noch steigern kann. Leider hatte ich weder in La Paz, noch in Copacabana, noch auf der Isla del Sol auch nur eine einzige Zigarre auftreiben können. Auf der Insel hatte ich deshalb zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder eine Schachtel Zigaretten gekauft.

 

So ein Glück, dass der Bildausschnitt keinen Blick auf mein anschließendes Bad im See zulässt. Und Zigaretten sind kein vollwertiger Ersatz für Zigarren. Wenn mich also mal jemand aus Europa besucht, so bitte ich um italienische Toscano-Zigarren als Mitbringsel.

(To the English version.)

Veröffentlicht unter Bolivien, Fotografie, Reisen, Video-Blog | Verschlagwortet mit , , | 6 Kommentare

Abendessen am Titicacasee

Abendessen.JPG

Es gab zwar – wie immer aus Sparsamkeitsgründen – nur Quinoasuppe und das bolivianische Nationalgetränk Coca Cola, aber die Aussicht war erbaulich genug. Gerade war ich zurückgekommen von einer Erkundung der gegenüberliegenden, unbewohnten Kakayo-Queña-Halbinsel. Und dann kam noch ein Kolibri vorbei, der im typischen Schwirrflug den Nektar aus den Blüten der nahen Blumen saugte und sich durch mich nicht stören ließ.

Veröffentlicht unter Bücher, Bolivien, Fotografie, Reisen | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Lesen am See

Eine Sache, die auf der Isla del Sol im Titicacasee fehlt, ist eine Bibliothek oder eine Buchhandlung. Denn es ist der perfekte Ort zum Lesen. In weiser Vorahnung gehe ich nie ohne einige Schmöker im Rucksack auf Reisen.

reading1reading2

Wo sonst kann man sich neben einem Inkapalast (Pillkukayna) mit einem Blick auf einen dunkelblauen See, eine grüne Insel (Isla de la Luna) und schneebedeckte Berge ins weiche Gras flacken?

Dieser Anblick bot sich mir:

Pillkukayna Isla de  la Luna.JPGIsla de la Luna Kordilleren.JPG

Ab dem folgenden Tag waren die Wolken verschwunden, und ich genoss einen noch besseren Blick auf die Kordilleren jenseits des Ufer des Titicacasees.

(In English.)

Veröffentlicht unter Bücher, Bolivien, Fotografie, Reisen | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar