Feuerlöschen für Coole

Und ziemlich clever:

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(Danke an Jesse Williams.)

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Ich bin auf dem Titelbild.

Nun, nicht ich persönlich, aber eines meines Fotos. Nein, kein Foto von mir, sondern eines, das ich gemacht habe.

Vielleicht erinnert Ihr Euch an dieses Foto aus meinem Bericht über Europos Parkas, ein tief im Wald gelegenes Freiluftmuseum in Litauen?

sky Europos ParkasBeim Verlag University of Minnesota Press ist es jemandem aufgefallen, und er hat es für das Titelbild des Buches The Universe of Things: On Speculative Realism von Steven Shaviro erworben. Obwohl ich, trotz meines Magisters in Philosophie, noch nicht ganz verstanden habe, worum es bei dem Buch geht, bin ich mächtig stolz.

The Universe of Things

Wenn Ihr Buchumschläge entwerft und auf der Suche nach Originellem und Schönem seid, nach etwas, das Euer Buch sowohl für Studenten in der Bibliothek als auch für Kunden im Buchladen unwiderstehlich macht, dann seht Euch doch bei meinen Fotos um.

(To the English version.)

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Der Weg

Du nimmst diesen Weg. Du denkst gar nicht daran, ein bißchen nach links auszuscheren oder nach rechts abzudrehen, ganz zu schweigen von einem vollständigen Richtungswechsel.

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Warum? Darüber denkst Du nicht nach. Der Gedanke kommt Dir nicht in den Sinn, egal wie eintönig und lange die Wanderung dauern mag. Denn der Weg ist einfach da. Ihm zu folgen ist so leicht, so natürlich, so vernünftig.

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Du weißt nicht, wer den Weg angelegt hat. Oder wann. Oder aus welchem Grund. Oder für welchen Zweck.

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Vielleicht sollte es überhaupt nie ein Weg werden. Irgendwann schlug jemand aus Zufall diese Richtung ein. Andere sahen, daß das Gras niedergetreten war, und nahmen den selben Weg. So wurde mit der Zeit ein sichtbarer Pfad daraus.

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Niemand kennt diese erste Person, aber alle folgen ihm. Niemand weiß, was er wollte, aber alle treten in seine Fußstapfen. Dabei suchte er vielleicht nur einen stillen Ort, um zu pinkeln.

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Genauso wie sie diesem Weg folgen, führen viele Menschen ihr ganzes Leben.

(Alle Fotos habe ich im Juli 2013 während einer 5-tägigen Wanderung entlang dem West Highland Way in Schottland aufgenommen. – To the English version.)

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Mekka modern

Ist es noch die Kaaba (die schwarze Kiste in der Arena), die der heiligste Ort der Welt sein soll, oder ist Mekka einfach nur zu einem weiteren Ort verkommen, an dem Dollar und Rial (und eine Big-Ben-Kopie) verehrt werden?

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Platz zum Schreiben gesucht

„Wann bekommen wir wieder neue Artikel?“ fragen Redakteure von Delhi bis New York mit dringlichen und erwartungsvollen Stimmen. Leser von Hamburg bis Pretoria blättern durch die eben vom Kiosk geholten Zeitungen auf der Suche nach mit meinem Namen gekennzeichneten Reportagen. Die Astronauten auf der Internationalen Raumstation wenden sich enttäuscht dem Rest des Internets zu, nachdem es auf meinem Blog schon seit einigen Tagen nichts Neues mehr gegeben hat.

In Wirklichkeit fragt natürlich niemand, außer manche meiner Eltern, wenn sie merken, daß schon wieder ein halbes Jahr vorbei ist, seit sie das letzte Mal von mir gelesen haben. Alle anderen haben sich damit abgefunden, daß ich faul oder einfach verschwunden bin.

Dabei kann ich genau sagen, wo all meine Artikel sind. Hier sind sie, in etlichen altmodisch geführten Notizbüchern, -blöcken und -heften:

Notizblöcke

Ihr seht, ich schreibe gerne und viel. Beim zweiten, dritten und vierten Schritt, dem ins Reine Schreiben, Redigieren und Veröffentlichen hapert es aber.

Ein Grund dafür ist, daß ständig Neues passiert. Neue Länder, neue Kriege, neue Geschichten. Und selbst wenn nichts Neues passiert, so kommen mir doch jeden Tag neue Gedanken, die dann ein Notizbuch nach dem anderen füllen – und verstauben. Ich bräuchte mal eine Pause. Drei Monate ohne Reisen, ohne neue Eindrücke, ohne Erlebnisse. Zeit zum Denken und Schreiben.

Während meines halben Jahres in Bari habe ich auch gemerkt, wie wichtig der Ort für das Schreiben ist. Ich wohne in einer Wohngemeinschaft im Zentrum einer lauten Stadt mit lauten Leuten. Öffne ich das Fenster, höre ich knatternde und hupende Autos, Vespas und Krankenwagen sowie Leute, die sich anschreien. Viele sprechen sogar lauthals mit sich selbst, wobei sie sich ein kleines Gerät ans Ohr halten (ein Souffleur?). Und Hunde! Wieso kann niemand diese Köter abknallen? Schließe ich das Fenster, höre ich die geschmacklose Musik meiner Mitbewohner, Türenschlagen oder Telefonate auf Polnisch, Französisch oder Spanisch. Hier gibt es weder ruhige Flecken noch ruhige Stunden.

Manche Leute tun so, wie wenn sie arbeiten können, selbst wenn es rundherum tost und rumort wie in einem Bus mit Schulkindern. Ich kann das nicht. Ich brauche Ruhe, ich muss allein sein, und zwar für längere Zeit am Stück, nicht nur eine Stunde am frühen Morgen und zwei Stunden zur überlangen italienischen Siesta.

Als nächstes muss ich deshalb wieder einen ruhigeren Ort finden. Eine Wohnung für mich allein. Am liebsten ein Häuschen oder einen gemütlichen Plattenbau in einer mittelgroßen Stadt in Osteuropa, wo ich nach dem Joggen im Park in meinem Schriftstellersessel sitze und mit einer heißen Schokolade den Schneeflocken dabei zusehe, wie sie selbst kommunistische Bausünden verschönern. Ideal zum Schreiben!

Am 1. Oktober werde ich umziehen. Noch bin ich auf der Suche. Wenn Ihr irgendetwas habt, was nicht viel mehr als 200 € Miete pro Monat kostet, lasst es mich wissen. Danke!

(To the English version of this appeal.)

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Faulheit

Aufgrund meiner Faulheit

  • lerne ich nicht einmal richtig die Sprache des Landes, in dem ich gerade lebe,
  • habe ich mich nie für ein Stipendium beworben,
  • habe ich die Frist für das Austauschjahr in den USA verpasst,
  • habe ich nie die begonnene Doktorarbeit fertiggestellt,
  • mache ich weniger Sport als ich will,
  • bin ich nicht besonders gut im Diäthalten,
  • habe ich hundert Pläne und setze manchmal keinen einzigen davon um,
  • habe ich E-Mails im Posteingang, auf die ich vor mehr als zwei Jahren antworten hätte sollen,
  • habe ich Notizbücher voller Ideen, die es nie zu veröffentlichten Artikeln schaffen werden,
  • bin ich manchmal pleite,
  • verfolge ich meine Träume nicht aktiv genug,
  • kann es passieren, daß ich Euch nie zurückrufe und
  • enttäusche ich manchmal Menschen.

Aber meiner Faulheit verdanke ich auch, daß

  • ich mein Leben jeden Tag genieße und
  • fast nie gestresst bin.

Es gibt Schlimmeres im Leben als Faulheit.

(To the English version.)

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Leicht zu verwechseln (27) Enthauptungen

Menschen, die wir als „Barbaren“ oder „Monster“ bezeichnen wenn sie jemanden enthaupten: ISIS, IS, Al-Qaida.

James Foley beheading

Menschen, mit denen wir Geschäfte machen wenn sie jemanden enthaupten: Saudi-Arabien.

beheading Saudi Arabia

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Ist das nicht ironisch? (10) Armutszuwanderung

Am gleichen Tag, an dem das Bundeskabinett die sogenannten Armutszuwanderung diskutiert, werden – zwei Jahre nachdem das Bundesverfassungsgericht es angeordnet hat – die finanziellen Leistungen für Asylbewerber auf ein Niveau angehoben, das nicht mehr menschenunwürdig ist.

ArmutszuwanderungOb im Bundeskabinett jemandem auffiel, wie diese beiden Themen zusammenpassen?

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„… und die noble Geste des deutschen Kommandeurs“

To the English version of this article.

„Wenn ich den Befehl nicht ausgeführt hätte, wäre ich selbst erschossen worden“, sagen die Täter, „Befehlsnotstand“ sagen ihre Strafverteidiger, wenn es um während des Zweiten Weltkrieges begangene Verbrechen geht. Eine praktische Ausrede, dieses angebliche moralische Dilemma. Allein, der Befehlsnotstand ist ein Mythos.

Erst während eines Praktikums bei der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen lernte ich, dass keine Fälle bekannt sind, in denen deutsche Soldaten oder SS-Angehörige hingerichtet wurden, weil sie offensichtlich rechtswidrige Befehle, wie z.B. zur Massenerschießung von Zivilisten, nicht ausführten. Die schlimmsten Konsequenzen waren Beförderungsstopp oder Versetzung, in manchen Fällen an einen Schreibtisch in der Heimat, was zwar als langweilig galt, aber immer noch besser war als ein Winter in Stalingrad.

Unverhofft entdeckte ich vor ein paar Tagen in der süditalienischen Hafenstadt Trani ein Beispiel hierfür. Auf dem dortigen Platz der Republik steht gemütlich unter Palmen und in Hörweite eines erfrischenden Springbrunnens dieses Denkmal:

Denkmal Trani gross

In Beton gemeißelte Reihen von Namen erinnern ja meist an historische Katastrophen, und als ich das Datum 18. September 1943 las, konnte ich mir schon denken, worum es ging. Zwei Wochen zuvor hatte Italien, das bis dahin an der Seite von Nazi-Deutschland gekämpft hatte, einen Waffenstillstand mit den Alliierten vereinbart. Plötzlich waren Deutsche und Italiener keine Verbündeten mehr. Die Wehrmacht war jetzt eine Besatzungsarmee und verhielt sich dementsprechend, inklusive der für sie typischen Kriegsverbrechen.

So erwartete ich eine Gedenktafel für ein weiteres Massaker, stolperte jedoch über die Passage „… und die noble Geste des deutschen Kommandeurs Friedrich Kurtz“. Das passte nicht. Hier muss etwas anderes passiert sein.

Denkmal Trani Detail

Tatsächlich: Einige Tage vor dem 18. September 1943 waren in der Nähe von Trani fünf deutsche Soldaten in einem Hinterhalt erschossen worden. Die Deutschen vermuteten italienische Partisanen dahinter, und gemäß den damaligen Gepflogenheiten der Wehrmacht erhielt Oberleutnant Kurtz den Befehl, zur Bestrafung 50 männliche Bewohner der Kleinstadt zu erschießen. Die Geiseln waren bereits zusammengetrommelt, das Erschießungskommando stand bereit, als der Bürgermeister, der Erzbischof und die Frauen der Geiseln das Gespräch mit Kurtz suchten.

Der deutsche Befehlshaber ließ sich auf das Gespräch ein und entschied am Nachmittag, abzurücken ohne die Geiseln zu erschießen. Die 54 auf dem Marktplatz versammelten Männer überlebten dank dieser Befehlsverweigerung. Die Alliierten waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem italienischen Festland gelandet und britische Truppen standen vor der Einnahme von Trani. Möglich, dass dies die Entscheidung von Kurtz beeinflusste.

Friedrich Kurtz

Eine eindeutige Befehlsverweigerung, während des Krieges, in der Nähe zur Front. Was passierte Oberleutnant Kurtz? Er blieb Offizier, wurde allerdings nicht mehr befördert. Genauso erging es den (wenigen) deutschen Soldaten, die anderswo Befehle zu Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung verweigerten. Von Befehlsnotstand keine Spur.

Einen Monat später, am 18. Oktober 1943, kam der italienische König in die Stadt und überreichte dem Bürgermeister und dem Bischof die Tapferkeitsmedaille. In den Jahrzehnten danach kam das Gespräch in Trani aber immer wieder auf den „guten Deutschen“, dessen Identität niemand kannte und der sich selbst nie gemeldet hatte. Erst 2003 begann die systematische Suche in den Archiven und die Laienhistoriker kamen so auf Friedrich Kurtz. Der bekam davon und von der Einweihung des Denkmals im Jahr 2005 nichts mehr mit. Er war bereits 1993 gestorben.

2012 wurde das Geschehen unter dem unpassenden Titel „Das Wunder von Trani“ verfilmt. Auch während eines Krieges sollte es kein Wunder, sondern Normalität sein, dass an militärischen Handlungen nicht beteiligte Zivilisten nicht aus Rache erschossen werden. Ein Wunder ist eher, wie oft so etwas vorkam, wieviele Soldaten sich daran beteiligten und wie wenige ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie – was selten vorkommt – später damit konfrontiert werden.

Links:

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Vogelkarussell

Diese Vögel haben Spaß.

birdhouses

(Fotografiert im Stadtpark von Trani, Apulien, Italien.)

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