Abendessen am Titicacasee

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Es gab zwar – wie immer aus Sparsamkeitsgründen – nur Quinoasuppe und das bolivianische Nationalgetränk Coca Cola, aber die Aussicht war erbaulich genug. Gerade war ich zurückgekommen von einer Erkundung der gegenüberliegenden, unbewohnten Kakayo-Queña-Halbinsel. Und dann kam noch ein Kolibri vorbei, der im typischen Schwirrflug den Nektar aus den Blüten der nahen Blumen saugte und sich durch mich nicht stören ließ.

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Lesen am See

Eine Sache, die auf der Isla del Sol im Titicacasee fehlt, ist eine Bibliothek oder eine Buchhandlung. Denn es ist der perfekte Ort zum Lesen. In weiser Vorahnung gehe ich nie ohne einige Schmöker im Rucksack auf Reisen.

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Wo sonst kann man sich neben einem Inkapalast (Pillkukayna) mit einem Blick auf einen dunkelblauen See, eine grüne Insel (Isla de la Luna) und schneebedeckte Berge ins weiche Gras flacken?

Dieser Anblick bot sich mir:

Pillkukayna Isla de  la Luna.JPGIsla de la Luna Kordilleren.JPG

Ab dem folgenden Tag waren die Wolken verschwunden, und ich genoss einen noch besseren Blick auf die Kordilleren jenseits des Ufer des Titicacasees.

(In English.)

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Die Damen in Bolivien erklimmen weitere Gipfel

Ihr erinnert Euch an die Bolivianerinnen, die den Huayna Potosi bestiegen?

Nun, diese Damen waren nicht zufrieden mit einem Sechstausender. Sie wollen jetzt acht Berge in Bolivien besteigen, deren Gipfel jeweils über 6.000 Meter liegen.

In dieser Woche bezwangen sie den Illimani (6.439 m).

Ich bin jetzt bereits seit mehr als einer Woche in La Paz und sehe den alles überragenden Illimani jeden Tag. Immer wieder ein grandioser Anblick.

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Aber das Wetter war ziemlich übel in dieser Zeit, mit Regen, Stürmen und einer bitteren Kaltfront. Es war so kalt, dass selbst ich meine Trekkingpläne verschoben habe, und dabei wollte ich nicht einmal bis zum Gipfel.

Respekt für die älteren Damen (sie sind zwischen 42 und 50 Jahre alt), die keine derartigen Bedenken hatten. Wenn man mal über den Wolken ist, stört der Regen aber auch nicht mehr.

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(To the English version.)

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Gewalt auf dem Spielplatz

Wenn ich das Piktogramm auf diesem Schild in Salvador in Brasilien richtig interpretiert habe, wird hier zum Raufen auf dem Spielplatz aufgefordert.

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Bedenklich fand ich auch, dass der Junge das Mädchen tritt. So werden negative Geschlechterstereotypen schon früh zementiert.

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Wie geht es Brasilien?

Nicht allzu gut, wie es scheint:

Brazil flag

(Fotografiert auf dem Karnevalsfriedhof auf La Maddalena in Sardinien.)

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Leicht zu verwechseln (36) Putsch in Brasilien

1889, das war ein Putsch, als das Militär den brasilianischen Kaiser Pedro II. stürzte und ins Exil zwang.

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1964, das war ein Putsch, der zu 20 Jahren Militärdiktatur führte.

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2016, das ist ist, entgegen aller anderslautenden Rhetorik und Rufen von „Putsch“ und „Staatsstreich“ nichts dergleichen.

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Es ist ein in der Verfassung vorgesehenes Amtsenthebungsverfahren. Zwar ist es ein Riesenzirkus, in dem korrupte und kriminelle Politiker einer nicht der Korruption angeklagten Politikerin haushaltstechnische Vorwürfe machen, die im Vergleich zu allen anderen Vorwürfen im Land unerheblich sind. Zwar ist es traurig für die brasilianische Demokratie, wenn Abgeordnete ihre Entscheidung unter Berufung auf ihre Familien, auf Götter, auf die Militärdiktatur, gegen den Kommunismus oder wie in einem Fall „für Frieden in Jerusalem“ abgeben. Zwar hat das brasilianische Parlament in der Abstimmung offenbart, das es eine noch größere Peinlichkeit als die Fußballnationalmannschaft darstellt (immerhin verlor Präsidentin Rousseff die Abstimmung nicht mit einer Quote von 7 zu 1). Zwar gibt es tatsächlich ein paar Irre in Brasilien, die eine Militärregierung wollen. Zwar ist die Stimmung gefährlich aufgeheizt und das Niveau der politischen Debatte bodenlos.

Aber das alles konstituiert keinen Putsch und keinen Staatsstreich.

Vielmehr ist es ein Symptom von vielem, was in Brasilien im Argen liegt. Nur dass jetzt die ganze Welt das Chaos bemerkt, das Brasilianer, die es sehen wollten, schon die ganze Zeit gekannt hatten. Leider jedoch, und das ist nur eine der vielen Ursachen, sind zwar in den Jahrzehnten des Ölbooms Millionen von Haushalten ökonomisch in die Mittelschicht aufgestiegen, doch hat sich nicht genauso schnell und weitflächig ein politisch aktives Bildungsbürgertum herausgebildet. Ebensowenig eine ausdifferenzierte und unparteiliche Medienlandschaft (überall nur Globo, Globo, Globo). Zudem hat die Regierung Lula den Spielefaktor der Brot-und-Spiele-Strategie dank Fußball-WM und Olympischen Spielen hervorragend ausnützen können, um von den wirtschaftlichen Problemen abzulenken. Das alles sind allerdings keine Probleme, die auf Brasilien beschränkt sind.

Was jedoch speziell für ein Land mit der Vergangenheit Brasiliens gilt: Mit Wörtern wie „Putsch“ und „Staatsstreich“ sollte man vorsichtig umgehen. Man muss es ja nicht heraufbeschwören. Und Ausdrücke wie „Kacke am Dampfen“ genügen doch vollkommen, um die politische Situation Brasiliens angemessen zu beschreiben.

(Here you can read this commentary in English.)

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Ich eröffne wieder eine Anwaltskanzlei

Da ich nicht genug Spenden erhalte, um meinen Blog weiterhin betreiben zu können, muss ich wieder als Rechtsanwalt arbeiten. Leider verfüge ich über keinerlei anderweitige nützliche Talente.

Nach der langen Auszeit von sechs Jahren werde ich klein anfangen. Ganz klein.

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Das ist mein neues Büro, gleich neben dem Bahnhof in Sucre, Bolivien.

(Read this announcement in English.)

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Illimani in den Wolken

Als ich vorgestern von Cochabamba nach La Paz flog, hing eine dicke Wolkendecke über Bolivien. Ich dachte also, dass ich nicht viel verpassen würde, und schlief ein. Zum Glück wachte ich kurz vor La Paz auf, gerade als wir am Berg Illimani vorbeiflogen, dessen schneebedeckte Gipfel über den Wolken lagen. Ein atemberaubender Anblick.

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Meine Kamera war nicht griffbereit, so dass ich dieses Foto mit Euch teile. Vorgestern lag sogar noch mehr Schnee auf den Gipfeln. Es war vollständig weiß über den Wolken.

Mit 6.438 Metern ist das der höchste Berg, den ich bisher gesehen habe. Er hält auch den Rekord für die höchste Kollission eines Flugzeuges mit einem Berg. Trotzdem freue ich mich schon auf den Rückflug, wenn ich hoffentlich selbst ein Foto erheischen werde. Ich muss nur auf einen wolkigen Tag warten.

Aber bis dahin kann ich den Illimani jeden Tag von La Paz aus sehen.

(In English.)

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ÖPNV in Bolivien

Während der Wanderung von Sucre zu den sieben Wasserfällen kam mir dieser Bus entgegen.

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Wie Ihr dem Schild hinter der Windschutzscheibe entnehmen könnt, hatte der Bus noch ca. 150 km bis nach Potosí vor sich. Es ist wirklich ein Jammer, dass kaum jemand in Sucre von der Möglichkeit der bequemen Eisenbahn nach Potosí weiß, aber ich hoffe, dass mein bald darüber erscheinender Artikel dies ändern wird und die Menschen nicht mehr stundenlang den Staub einatmen und frieren müssen. (Es verkehren allerdings auch „normale“ Busse zwischen diesen beiden Städten.)

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Nächste Reise: La Paz, Tiwanaku und Titicaca

Morgen fliege ich nach La Paz.

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Großstädte sind eigentlich nicht so meine Sache, aber mit dem ständigen Ausblick auf die Berge kann man es vielleicht ertragen.

Natürlich werde ich auch Tiwanakau besuchen

Tiwanaku

und dann zum Titicaca-See weiterreisen, wo ich einige Tage die Küste entlang und auf den Inseln wandern möchte.

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(Read this announcement in English.)

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