Als Übersetzer zum Millionär

Tivat ist anders als der Rest von Montenegro: glitzernder, glänzender, teurer, angeberischer. Lauter Eigenschaften, an denen mir nichts liegt. Ich fahre eigentlich nur regelmäßig nach Tivat, um das Marinemuseum zu besuchen, das leider jedes Mal geschlossen ist.

Das letzte Mal, als ich vor der Busfahrt zurück nach Kotor ein paar Stunden totschlagen musste (an schönen Tagen bietet sich für diese Strecke übrigens die Wanderung über den Vrmac an), schlenderte ich den Hafen entlang und betrachtete die Schiffe. In Tivat gibt es keine richtigen Schiffe mit Kränen und Containern und Matrosen und Geschütztürmen. Es sind eigentlich nur Spielzeugboote. Teure Spielzeuge zwar, aber sie könnten es nicht einmal mit der Marine von Österreich oder Bolivien aufnehmen.

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“Wer kauft sich so ein Spielzeug?” fragte ich mich, und die Antwort ist die gleiche wie bei anderem Spielzeug wie teuren Autos, Häusern, Telefonen und einer zweiten Handtasche: Leute, die zu viel Geld und einen langweiligen Job haben. Drogenhändler, Geldwäscher, Anwälte wahrscheinlich. Dann fiel mir ein, dass ich auch mal Anwalt gewesen war und dass es vielleicht ganz interessant wäre, sich mit den Bootsbesitzern zu unterhalten.

Also spazierte ich in eine der Hafenbars (wiederum nicht zu vergleichen mit denen in echten Häfen wie Monrovia oder Dar-es-Salaam) und blickte mich nach Leuten um, die wie Eigentümer von Jachten aussahen: Männer, ihre Schuhe und Kleidung zu weiß, wie wenn sie ihre kulturelle Weißheit noch betonen müssten, Pullover in Burgunderrot oder Marineblau über die Schultern geworfen, scheinbar gefesselt von den kleinen Bildschirmen in ihren Händen, aber in Wirklichkeit total gelangweilt, denn sobald ich durch die Tür trat, drehten sie sich alle gleichzeitig um, in der Hoffnung, eine attraktive Frau zu erspähen. Es entging mir nicht, dass mein Aussehen enttäuschte, aber ich war zu schnell. Die Millisekunde des Blickkontakts nützend, grüßte ich sie vergnügt: „Guten Tag, die Herren!“

Zwei von ihnen blickten sofort wieder auf ihre Telefone, aber die anderen beiden waren höflich (vielleicht waren sie noch nicht so lange Millionäre) und erwiderten mit „hallo“ und sogar einem Lächeln. Ich hatte mir keine ausgeklügeltere Herangehensweise ausgedacht und fiel deshalb mit der Tür ins Haus: „Gehören Euch die Boote da draußen?“, obwohl mir klar war, dass vier Jungs kaum die etwa 60 Schiffe im Hafen ihr Eigen nennen würden.

“Ja, die gehören uns”, antworteten sie, nicht ohne Stolz. Menschen sind zum Glück recht einfach gestrickt. Wenn sie etwas besitzen, sprechen sie gerne über ihren Besitz. Ich musste also nur ein paar Fragen stellen, “welches gehört Dir?”, “wohin fährst Du damit?”, “wie lange hast Du das schon?”, “wieviele Leute können da drauf übernachten?”, und sie sprühten allesamt so vor Begeisterung, dass sie mir alles in exakten Knoten, Fäden und Meilen erzählten.

Weil ich neugierig war, wie sie sich ihre Boote leisten konnten, fragte ich: “Was arbeitet Ihr denn, so dass Ihr ständig um die Welt segeln könnt?”, obwol sich später herausstellen sollte, dass sie überwiegend nach Bar oder Herceg Novi segelten, wohin man auch mit dem Bus kommt.

“Wir sind Übersetzer”, antwortete Marko, was mich überraschte, denn auch ich bin Übersetzer, und ich kann mir nicht einmal ein Fahrrad leisten, geschweige denn eine Jacht. Ich erklärte mein Erstaunen, und Mirko, Markos Kollege, fragte mich, welche Sprachen ich übersetze.

“Nur Englisch und Deutsch”, musste ich beschämt zugeben.

Sie sahen mich so mitleidsvoll an, wie wenn sie die Berliner Philharmoniker von 1966 wären und ich ein kleines Mädchen mit einer Flöte, das an die Tür klopft und sagt “Ich möchte auch Musik machen.”

“Und welche Sprachen übersetzt Ihr?” fragte ich, innerlich vorbereitet darauf, dass jeder eine beeindruckende Liste von fünf Sprachen abspulen würde, von Isländisch bis Kasachisch. Aber wie in einem Theaterstück, das sie schon viele Male zuvor aufgeführt hatten, nannte jeder von ihnen nur eine Sprache, abgefeuert wie vier perfekt aufeinanderfolgende Schüsse.

“Kroatisch.”

“Serbisch.”

“Bosnisch.”

“Montenegrinisch.”

“Und natürlich Englisch“, fügte ich hinzu, denn das war die Sprache, in der wir uns unterhielten.

“Oh, wir sprechen auch Deutsch, Französisch und Italienisch”, ergänzte Duško nüchtern, “aber für unsere Arbeit als Übersetzer ist das nicht von Bedeutung. Wir übersetzen nur zwischen Kroatisch, Serbisch, Bosnisch und Montenegrinisch.”

“Aber”, warf ich ein, denn ich hatte mich und meine Leser vor dem Umzug nach Montenegro vorbereitet, “das ist doch alles Serbokroatisch. Jeder, der eine dieser Sprachen spricht, versteht alle anderen. Warum …”

“Halt, halt, halt!” Es war Ivo, der Kroate, der mich unterbrach. “Jede dieser Sprachen ist eine eigenständige Sprache. Jede Nation hat ihr Staatsgebiet, ihr Staatsvolk, eine eigene Geschichte und eine eigene Kultur und Sprache. Bis vor nicht allzu langer Zeit“, fügte er dramatisch hinzu, „starben Menschen im Kampf für das Recht, ihre eigene Sprache zu sprechen.” Sogar zwei seiner Freunde schienen ein bisschen beklommen. Ich dachte mir, dass Menschen oft für ziemlich dumme Dinge sterben, wollte aber niemanden verärgern, der einen Onkel, einen Vater oder ein Bein in einem der vielen jugoslawischen Kriege verloren hatte. Allerdings blickte ich wohl selbst ziemlich verloren drein.

Wummm!

Ivo schlug mit der flachen Hand auf den Tisch und brach in Gelächter aus: “Hahaha, ist nur ein Scherz, Mann! Setz Dich, und wir erklären es Dir.”

Puhh! Ich war so erleichtert, wie wenn wir gerade das Friedensabkommen von Dayton unterschrieben hätten.

“Rauchst Du?” fragte Mirko und schob eine Zigarettenschachtel über den Tisch. In Montenegro darf man in Restaurants und Bars noch rauchen. “Und lies den Warnhinweis”, wies er mich an, wie wenn ich vor dem Anzünden ernsthaft das Risiko von Lungenkrebs abwägen sollte.

Pušenje ubija” stand da, “Rauchen tötet”. Aber in drei Sprachen. Oder dreimal in der gleichen Sprache?

Das erste ist Bosnisch, das zweite Kroatisch, oder vielleicht andersherum. Das weiß niemand. Könnt Ihr den Unterschied zwischen den beiden erkennen? Nein, ich auch nicht.

Das letzte ist Serbisch in kyrillischer Schrift, sagt aber genau das gleiche: “Pušenje ubija.”

“Du bist alt genug, um Dich an die Kriege in Jugslawien zu erinnern?” fragte Duško, wobei er gnädig meine grauen Haare übersah.

“Ja.”

“Nun, dann weisst Du, dass viele Menschen gestorben sind. Viele haben ihr Zuhause verloren, viele ihre Familien, manche haben sich sogar von ihren Frauen oder Männern getrennt, weil die Serben oder Kroaten waren und sie sich plötzlich nicht mehr verstanden. Bis zu einem Jahr zuvor waren sie noch alle glückliche Jugoslawen, bis sich auf einen Schlag alles änderte und sie ein wunderschönes Land zerstörten. Aber am Ende“, fuhr er fort, während die anderen betroffen ihre Blicke senkten, „blieben all die Grenzen genauso wie zur Zeit Jugoslawiens. Niemand hatte irgend etwas gewonnen.“

“Außer die Unabhängigkeit.”

“Ja, aber Jugoslawien war doch sowieso am Ende, wie die Sowjetunion oder die DDR. Es war eine wirtschaftliche Frage, dafür hätte niemand einen Krieg gebraucht. Aber Menschen kämpfen nicht gegen Inflation oder für Produktivität, sie kümmern sich nicht um Handelsbilanzen oder das Bruttosozialprodukt. Menschen kämpfen nur für Konzepte wie Vaterland oder Muttersprache, obwohl ihre Väter und Mütter zusammen mit den anderen Vätern und Müttern eine gemeinsame Nation aufgebaut hatten.”

“Es begann alles mit Kroatien“, sagte Ivo, fast stolz. “Wir waren die ersten, die das Serbokroatische beziehungsweise das Kroatoserbische, wie wir es immer genannt hatten, ablegten. Natürlich sprachen wir noch genauso wie vorher, aber wir nannten es jetzt Kroatisch und taten so, wie wenn es etwas vollkommen anderes als Serbisch wäre.”

“Und ein paar Unterschied gibt es tatsächlich“, gab Mirko zu, “regionale Variationen, wie man sie auch zwischen britischem und amerikanischem Englisch oder zwischen österreichischem Deutsch und deutschem Deutsch kennt. Man versteht sich trotzdem gegenseitig, aber wärend des Auseinanderbrechens versteiften sich die Nationalisten auf die paar Wörter, die anders waren. Das wäre so wie wenn jemand behauptet, Österreichisch und Deutsch wären zwei vollkommen verschiedene Sprachen, nur weil die Österreicher ‘Paradeiser’ sagen, während Ihr ‘Tomate’ sagt.”

Mir war neu, dass Österreicher ein anderes Wort für ‚Tomate‘ haben, aber ich wusste, dass das betreffende Gemüse auf Serbokroatisch ‘paradajz‘ hieß, womit der lange gehegte Verdacht, dass Österreich schon zum Balkan gehört, bestätigt war.

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“Aber wenn sich die Leute noch untereinander verstanden, wieso sollte jemand Übersetzer benötigen?” fragte ich.

“Weil Nationalisten so dämlich sind, dass sie ihren eigenen Unsinn glauben. Also konnte die kroatische Regierung plötzlich keine Dokumente oder Zeitungen aus Serbien mehr lesen. Kurz danach wollte Bosnien-Herzegowina auch unabhängig werden, nannte seine Sprache Bonisch und konnte von einem Tag auf den anderen nicht mehr Serbisch oder Kroatisch lesen und schreiben.”

“Und da waren wir zur Stelle”, fuhr Marko fort. “Wir kamen aus verschiedenen Teilen Jugoslawiens und studierten in den 1990ern Sprachwissenschaften in Nikšić. Wir waren froh, dass wir in Montenegro waren, denn es war der ruhigste und entspannteste Teil Jugoslawiens. Hier schoss kein Serbe auf einen Kroaten, kein Kroate auf einen Bosniaken, die Leute schossen nicht einmal auf Albaner. Vielleicht lag es an dem guten Bier aus Nikšić, ich weiß nicht. Aber wir standen kurz vor dem Abschluss, und wir wollten auf keinen Fall in Vukovar oder Sarajevo fallen. Rein aus Spaß, vielleicht auch aus Verzweiflung, gründeten wir unsere eigene Übersetzeragentur und boten Übersetzungen für Kroatisch, Serbisch und später Bosnisch an. Eigentlich war es eine Art Protest, um zu zeigen, wie dämlich dieser Sprachennationalismus war.”

“Und Ihr habt Aufträge bekommen?” fragte ich, aber ahnte die Antwort schon, als ich einen Blick auf die im Hafen vertäuten Boote warf.

“Ja!! Wie verrückt! Wir konnten es nicht glauben! Wir schickten unser Angebot an Behörden, Kommunen, Verlage u.s.w. und bekamen fast sofort mehr Arbeit als wir erledigen konnten. Niemand in Kroatien wollte mehr etwas auf Serbisch lesen, also übersetzen wir Gesetze, Ankündigungen, Presseerklärungen, Zeitungen. Dafür mussten wir nur die kyrillische Schrift in lateinische Schrift transkribieren. Natürlich gaben wir diese Arbeit an jüngere Studenten an der Fakultät weiter, denen wir dafür ein bisschen was bezahlten.”

“Und als sich der Krieg auf Bosnien ausweitete, wurde es noch besser. Plötzlich gab es eine dritte Sprache, die im Wesentlichen mit Kroatisch identisch ist. Manchmal veränderten wir absichtlich ein paar Wörter, nur um unsere Rechnungen zu rechtfertigen.”

“Wenn die Sprachen mittlerweile tatsächlich ein paar Unterschiede aufweisen, ist das also Eure Schuld?” scherzte ich.

“Das könnte man sagen.“ Mirko lächelte. „Aber wir haben die gleiche Ausrede wie diejenigen, die Waffen und Munition lieferten: Wenn wir es nicht gemacht hätten, hätte es jemand anders gemacht.“

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“Noch lustiger wurde es nach 1995, als IFOR und SFOR nach Bosnien-Herzegowina kamen. Wir boten unsere Dienste als Dolmetscher an, und sie mussten immer mindestens zwei von uns bezahlen, weil wir zum Beispiel behaupteten, dass einer von uns nur Bosnisch und der andere nur Serbisch verstand. Wir wurden in diesen Humvee-Jeeps rumgefahren und flogen sogar manchmal kurze Strecken mit dem Helikopter. Es war ein Riesenspaß.“

“Bis wir das erste Mal Leichen sahen“, bemerkte Ivo, und der ganze Tisch fiel ins Schweigen.

In einem Versuch, die Stimmung wieder aufzuheitern, erzählte Duško: “Erinnert Ihr Euch an den spanischen NATO-Soldaten, dessen Eltern aus Jugoslawien waren? Er hat uns unsere Geschichte natürlich nicht abgenommen. Am schlimmsten war aber, dass er glaubte, wie selbst wären Nationalisten, die sich weigerten, die anderen ‚Sprachen‘ zu verstehen. Wir mussten ihm gestehen, dass wir das nur wegen des Geldes taten.”

“Zum Glück war er cool. ‚Naja, je mehr Geld diese neuen Länder hier für Übersetzer ausgeben, umso weniger bleibt ihnen für Landminen‘, sagte er. Aber wir mussten ihm etwas abgeben.”

“Ihr müsst die einzigen Leute in Ex-Jugoslawien gewesen sein, die nicht froh waren, als der Krieg vorbei war?“, versuchte ich zu scherzen.

“Glaub mir, da gab es noch etliche, die nicht froh waren, und die haben alle viel mehr als wir verdient.“ Wie naiv meine Frage gewesen war, wie wenig ich wusste und wie verschieden unsere Leben gewesen waren, nur weil ich 1000 km weiter nördlich geboren wurde. Sie hatten Millionen verdient, aber sie hatten ihr Land, ihre Unschuld und den Glauben an die Menschheit verloren.

“Und die Arbeit war ja nicht vorbei. All die neuen Staaten mussten internationale Abkommen neu verhandeln und wollten Übersetzungen der alten, von Jugoslawien abgeschlossenen Abkommen. Dann kam der EU-Beitritt von Kroatien. Und dann kam das Internet, und jede Kleinstadt wollte eine Website. Das beste Geschäft läuft in Bosnien, weil die ihre Internetseiten auf Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und manchmal noch auf Englisch haben wollen. Wir können drei Übersetzungen berechnen.“

“Wir haben da richtige Stammkunden”, fügte Duško an. “Wir haben zum Beispiel einen Vertrag mit der Stadt Mostar. Die haben eine dieser viersprachigen Websites. Die bemerken nicht einmal, dass die Sprachen die gleichen sind, weil der bosnische Bürgermeister nur die bosnische Fassung liest, sein serbischer Kollege nur die serbische Version und der kroatische nur die kroatische Seite. Aber Bosnien-Herzegowina ist sowieso ein verrückter Staat. Wenn die im Park Bäume pflanzen wollen, müssen sie drei Gärtner aus den drei Volksgruppen dafür beauftragen.”

“Und Gott sei Dank für Montenegro!” Marko erklärte es: “2006 war Montenegro der letzte Staat, der unabhängig wurde, und 2009 ergänzten sie das Alphabet um zwei Buchstaben und nannten es ‚Montenegrinisch‘. Natürlich waren wir die ersten, die sich um die Aufträge für die ‚Übersetzungen‘ bewarben, und weil wir in Montenegro studiert hatten, bekamen wir den Zuschlag. Alles was wir machen müssen, ist dem S und dem Z Diakritika hinzuzufügen, und die Republik Montenegro ist glücklich.”

“Gott sei ebenfalls Dank für Kroatien”, fügte Ivo hinzu. “Jetzt wo Serbien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina den EU-Beitritt verhandeln, könnt Ihr dreimal raten, wer darauf bestehen wird, dass alle ihre Unterlagen ins Kroatische übersetzt werden. Wir werden noch jahrelang Arbeit haben.“

“Aber es ziehen dunkle Wolken auf!” Mirko klang beunruhigt. “Eine Gruppe von Linguisten hat gerade ein Manifest veröffentlicht, in dem sie erklären, dass unsere vier Sprachen eigentlich nur regionale Variationen einer einzigen Sprache sind. Sie wiesen sogar ausdrücklich auf die Kosten durch Übersetzungen hin und griffen damit direkt unsere Geschäftsidee an.“

“Und um ehrlich zu sein”, sponn Marko den Gedanken weiter, “sie haben Recht. Aber zum Glück für uns werden solche Entscheidungen nicht von Professoren oder Wissenschaftlern getroffen, sindern von Politikern.”

Živjeli!” Darauf erhoben sie alle ihre Gläser, und ich war froh, dass ich viel gelernt hatte und dass zumindest manche der Profiteure der ex-jugoslawischen Kriege ganz nette Jungs waren. Ich verstand allerdings noch immer nicht, wieso man sich ein Boot kaufte und dann niemals nach Fiji oder auf die Osterinsel fuhr. Aber wenn man in einem Land lebt, das sich ständig zerteilt, hat man vielleicht Angst davor, zu lange weg zu sein.

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(Click here to read this story in English.)

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Über Andreas Moser

Travelling the world and writing about it. I have degrees in law and philosophy, but I'd much rather be a journalist, a spy or a hobo.
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7 Antworten zu Als Übersetzer zum Millionär

  1. Pingback: The Millionaire Translators of Montenegro | The Happy Hermit

  2. Ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus, meine Nachbarn müssen sich was denken… Bei der Überschrift dachte ich mir erst noch: „ach die alte Zigarettenpackungsgeschichte, die geht immer“. Darüber haben wir uns mit meinen Kommilitonen schon vor 7 Jahren am Erasmus-Aufenthalt in Zagreb lustig gemacht und gleich ein bisschen mitgeholfen, beim Kroatische-Wörter erfinden (einfacher als man glaubt).

    Dass du da aber tatsächlich so einen – zumindest aus dem Text so wirkenden – sympathischen Haufen Übersetzer gefunden hast, ist einfach nur herrlich! Das ist Ex-Jugoslawien at its best! Man weiß, das Ganze ist vollkommen absurd, macht aber einfach das beste draus. Darauf aber wirklich ein Živjeli! Ich meine natürlich: Živeli! Ähh. Живели! In zwei Wochen flieg ich endlich wieder mal runter, jetzt freue ich mich so richtig drauf.

    • Andreas Moser schreibt:

      Das Zigarettenpackungsbeispiel ist tatsächlich ein bisschen abgegriffen, aber ich wusste, dass ich diese Geschichte schreiben musste, als mir einige, wenn auch wenige Leute ernsthaft glauben machen wollten, dsas ich mit meinem Kroatisch-Lehrbuch in Montenegro vollkommen falsch sei und mich überhaupt nicht verständigen könnte.
      Wie immer war das größere Problem dann meine fehlende Diziplin, ein fehlendes Talent für slawische Sprachen und die Tatsache, dass fast jeder in Montenegro Englisch und/oder Deutsch sprach.

    • Wow… wer hat das behauptet mit dem Wörterbuch? Doch nicht Leute von dort, oder? Die müssten sich schon über Jahrzehnte selbst mit Nationalismus gefüttert haben, um sowas von sich geben zu können.

      Und bezüglich Sprache: Ich denke, du ziehst auch schlicht zu oft um, um jede Landessprache immer so richtig zu lernen. Man möchte, wenn man ein paar Monate wo ist, doch auch nicht nur Sprache pauken.

    • Andreas Moser schreibt:

      Es war tatsächlich eine kroatische Freundin, die behauptet hat, es gäbe kein Serbokroatisch. Und da ich das Kroatisch-Lehrbuch von Assimil dabei hatte, wurde ich in Montenegro manchmal darauf hingewiesen, dass mir das in Montenegro nichts nütze (und dann bringt natürlich jeder die Beispiele, wo die Sprachen tatsächlich unterschiedlich sind).

      Das mit dem ständigen Umziehen ist tatsächlich ein Problem, und dass ich auch noch andere Interessen habe, hast Du vollkommen richtig angesprochen. Vor allem jetzt, wo ich wieder studiere.
      Nur in Südamerika war ich lange genug, um Spanisch zu lernen (wobei ich dort auch immer auf Besserwisser traf, die mir erklärten, dass ich Kastillanisch, nicht Spanisch lerne). Spanisch ist aber auch einfacher und schneller zu lernen. Außerdem wäre man ohne Spanisch in Südamerika echt aufgeworfen. So ging es mir nur in Italien, wo ich deshalb auch ein bisschen Italienisch gelernt habe. In Südamerika habe ich es auch knallhart durchgezogen, keine europäischen oder nordamerikanischen Freunde zu haben. Die ersten Dates auf Spanisch waren peinlich bzw. anstrengend, aber so habe ich mich gezwungen, täglich zu üben.
      Aber in Osteuropa sprechen einfach so viele Leute sehr gut Englisch und/oder Deutsch, dass der Druck fehlt.

  3. inter123netzzo schreibt:

    verdammt gute Geschichte

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