Als ich in der Buchhandlung in Montenegro Bücher von Džon Grišam sah, war ich froh, dass mein Name für die serbokroatische Ausgabe meiner Bücher nicht ganz so stark abgeändert werden müsste.
Ich verstehe diese Glas-halbvoll/halbleer-Diskussion nicht. Ich trinke immer aus der Flasche.
Der beste Podcast über den Balkan ist Balla-Balla Balkan, unter anderem mit einer sehr interessanten Doppelfolge über Tito (Teil 1, Teil 2), die dabei auch einen guten Überblick über die Geschichte Jugoslawiens bietet.
In 56% der Fälle, in denen ich eine Tasse Tee zubereite, vergesse ich diese und entdecke sie erst nach Stunden, wenn ich mal wieder zufällig in die Küche komme.
Vor einer Weile hatte ich mich hier mal gewundert, wieso die baltischen Staaten so ein unausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen haben. Vielleicht liegt es am Alkoholkonsum, der mehr Männer dahinrafft. Zumindest in Litauen scheint das eine plausible Erklärung zu sein.
Vielleicht von Interesse für meine Juristenfreunde-/kollegen: An der Universität in Pisa gibt es großzügige Stipendien für Doktoranden.
Vergesst nicht, dass ich Euch vor Bitcoin gewarnt habe.
In Montenegro habe ich jemand kennengelernt, die als Haushüterin arbeitet, d.h. sie bewohnt die Häuser von Eigentümern, die mal ein paar Wochen/Monate weg sind, aber wollen, dass jemand die Blumen gießt. „Das kann ich auch“, dachte ich mir, und ergatterte schwuppdiwupp den ersten Auftrag. Im Sommer 2018 werde ich deshalb in Wien wohnen.
Einen Weg für die Bewohner von Kotor, den Sonnenuntergang zu sehen, habe ich schon beschrieben: der Aufstieg auf den Vrmac, der Berg, der sich auf den beiden oberen Fotos von links in die Bucht von Kotor streckt.
Die andere Möglichkeit ist das Erklimmen der steilen Bergwand hinter Kotor, wo die mittlerweile verlassenen Dörfer Groß-Zalazi und Klein-Zalazi in wunderbar friedlichen Tälern liegen. Von dort hat man diese Blicke:
„OK, wir reißen hier alles ab, ziehen einen Wolkenkratzer hoch und verkaufen teure Wohnungen. Es lebe der Kapitalismus! Aber das Denkmal mit dem Roten Stern bleibt stehen, Genossen!“
Der einzige Nachteil an Kotor ist, dass es an einem Fjord liegt, umgeben von steil aufragenden Bergen, die die Sonne am Morgen erst mühsam überwinden muss, während sie anderswo im Land schon Menschen und Gemüter erwärmt, und hinter denen sie schon um 15 Uhr wieder verschwindet, um in Tivat einen wunderschönen Sonnenuntergang hinzulegen. Den erblicken wir Bürger von Kotor niemals, weil der Berg Vrmac zwischen uns und der Küste liegt. Aus Enttäuschung über die wenigen Sonnenstrahlen, die Kotor streifen und streicheln, trinken wir umso mehr.
Oder man macht es wie das balkanesische Sprichwort „Wenn der Berg im Weg ist, muss man eben auf den Berg.“ Der Weg auf den Vrmac wurde ebenfalls im betrunkenen Zustand geplant oder angelegt, scheint es. Anstatt auf den euklidischen Rat zu hören, nach dem die kürzeste Linie zwischen zwei Punkten eine Gerade ist, geht es hin und her, links und rechts, zick und zack. Als die Österreicher den Berg einnahmen, gaben sie diesem Durcheinander den großspurigen Namen Serpentinen und importierten das Konzept für die Alpen.
Etwas muss ich aber eingestehen: Da der Berg so steil ist, dass man nie genau weiß, welchen Weg man noch vor sich hat, man aber nach unten blickend Dutzende von Serpentinenschleifen sieht, erhält man eine psychologisch wichtige Bestätigung über die bereits zurückgelegte Wanderleistung.
Auf dem Rückweg mag das anders sein, aber der ist ja bekanntlich immer einfacher. Außerdem lautete mein Plan, den Vrmac zu überqueren und mit der Bewegung der Sonne den Vormittag auf der Ost- und den Nachmittag auf der Westseite zu verbringen, um am Abend nach Tivat hinab und der Sonne entgegen zu wandern.
Der Tag hätte nicht schöner sein können. Nie zuvor aus dieser Höhe genossene Ausblicke auf die Bucht von Kotor, die den Winter vergessen lassende Sonne, das tiefe Blau des Meeres, die schneebedeckten Berge am Horizont, alles war so grandios, wie wenn ein Maler sich zu einem letzten großen Gemälde aufgerafft und sein Bestes gegeben hätte. Die perfekte Kombination aus Meer, Wald und Bergen, aus Farben und Formen machte mich fast schwindelig. Ganz ohne Alkohol. Oder war das schon der Höhenrausch?
Auf dem Gipfel angekommen, lag Kotor unten in der Bucht noch immer im Schatten der Berge.
Die wenigen Häuser auf dem Vrmac waren verlassen und teilweise verfallen, aber der Auslauf für die Hühner war noch umzäunt. Man könnte also jederzeit einziehen.
Geschützt wäre man auch, denn auf dem Vrmac liegt eine der größten Festungsanlagen Österreich-Ungarns, die in dieser Form ab 1894 erbaut wurde und sich trotz der Kämpfe im Ersten Weltkrieg sehr gut gehalten hat. Für die Geschichte verweise ich auf die Kollegen von der Österreichischen Gesellschaft für Festungsforschung, die auf ihrer Seite viel mehr Details auflisten als irgendjemand behalten kann. Nur soviel zum Zusammenhang: Kotor war der wichtigste Militärhafen von Österreich-Ungarn in der südlichen Adria und musste deshalb dementsprechend abgesichert werden. Gleich hinter Kotor (damals noch Cattaro genannt) verlief die Grenze zu Montenegro, so dass es hier immer wieder zu kleinen Kriegen kam. In dieser Bucht erlitt im Frühjahr 1918 die österreichische Marine übrigens einen Matrosenaufstand. Ja, auch unsere österreichischen Nachbarn haben einen durchaus interessante Geschichte.
Aber zurück zur Festung auf dem Vrmac. Das sympathische an Montenegro ist, dass niemand irgendwo Wachpersonal oder Verbotsschilder aufstellt, geschweige denn die Tür zusperrt. Man kann das Fort also fröhlich und frei erkunden. Eventuelle Minen aus dem Ersten Weltkrieg dürften mittlerweile verrottet sein, so hoffte ich.
Um sich in das Innere der Festung, insbesondere in die Tunnels und Keller vorzuwagen, wäre ein Lampe hilfreich. In Einklang mit meinen Richtlinien für Abenteuer (Nr. 17) hatte ich natürlich keine Lampe mitgebracht. Das war kurzzeitig doof, aber ebenfalls im Einklang mit vorgenannten Richtlinien (Nr. 5) tauchten aus dem Gebüsch zwei Jungs aus Russland auf, die auch die Militäranlagen besichtigen wollten, die Lampen hatten und denen ich mich völkerfreundschaftlich anschloss. Nun liest sich das so einfach, „zwei Jungs aus Russland“, aber jeder, der russische Freunde hat, kann sich vorstellen, was die beiden im Sinn hatten, als sie sagten: „Wir erkunden jetzt mal diese Festung vom Keller bis zum Dach.“ Bei Russen läuft das so ab:
Aber was sollte ich machen, ich hatte keine eigene Lampe. Mitgegangen, mitgehangen. Die beiden zogen sich mit einer Leichtigkeit an zwei Meter hohen Mauern hoch und sprangen durch Fenster, mit der ich nicht einmal aus dem Bett komme. Immer wenn sie ein Loch im Boden entdeckten, durch das man noch tiefer in die Dunkelheit steigen konnte, riefen sie freudestrahlend „hoho!“ und schwangen sich hinab.
Aber dank den beiden sah ich wenigstens jeden Winkel der Festung, bis zum Dach, auf das wir uns natürlich irgendwie hochhangelten. Wie ich von dem Dach wieder heil herunterkam, ist mir noch immer schleierhaft.
In einer der Kasematten hatte nach Aufgabe des militärischen Zwecks anscheinend ein Mönch gehaust, denn die Wände waren mit Ikonen bemalt.
Apropos Kasematte: Ich kannte das Wort bis zu jenem Tag auch nicht. Aber einer der beiden Russen konnte auf Deutsch erklären, was wir sahen; „zwei Maschinengewehrpositionen“, „der Munitionslift“, „Panzermörserlafette“. Lauter Begriffe, die ich nicht einmal als Muttersprachler kenne. Er studiere Deutsch an der Universität in Sankt Petersburg, sagte er, und ich fragte lieber nicht nach, ob er damit die Militär- oder Geheimdienstakademie meinte.
Jedenfalls war ich von der spontanen Begegnung und dem überstandenen Abenteuer so berauscht, dass ich den längeren Weg nach Tivat – zuerst den ganzen Bergrücken des Vrmac nach Norden entlang – wählte, nicht ahnend, dass sich dieser, wie so vieles was im Rausch begonnen wird, irgendwann im Gestrüpp verlieren würde.
Aber zuerst ging es weiter bergauf, was mir neue Blicke eröffnete: auf das gegenüberliegende Perast, auf die Berge an der Grenze zu Bosnien, auf tief im Tal versteckte
oder einsam auf einen Gipfel gepflanzte Kirchen,
die in beiden Fällen von der Außenwelt längst vergessen wurden.
Nur Tivat, das Ziel der Wanderung, sah ich nicht mehr. Davor lag nämlich ein weiterer Berg, von dessen Existenz ich bis dahin gar nichts wusste. Das warf den Plan über den Haufen. Wo ich einen Pfad ausmachen konnte und dieser etwa in die angestrebte Richtung ging, folgte ich diesem. Wo ich ein leeres Bachbett vorfand, nutzte ich dieses, um ins Tal zu kommen. Und wenn ich mich vollkommen verlaufen hatte, kämpfte ich mich durch den Wald wie einst die Partisanen, die hier unter anderem gegen meinen Großvater kämpften, der sich auf die falsche Seite geschlagen hatte und mit einer deutschen Volksgrenadier-Einheit diese Wälder (und wahrscheinlich mehr) zerschoss.
Noch mehr Angst als vor der Wehrmacht habe ich nur vor Hunden. Leider waren es genau diese Monstertiere, die schließlich die Nähe der eigentlich nicht vermissten Zivilisation anzeigten. Es war zwar erst ein weit in den Hügeln über der Stadt gelegener Vorort, aber der Weg nach Tivat war jetzt klar. Durch das Gebell wurde ein Mann neugierig, trat aus seinem Haus und begrüßte mich neben „dobar dan“ mit der Frage, woher ich denn gewandert sei. Als ich erklärte, dass ich den ganzen Weg von Kotor zu Fuß zurückgelegt hatte, war der freundliche Herr, der seine Hunde schon beruhigt hatte, so beeindruckt, dass er mich sogleich auf einen Rakija einlud. Mein einziger Vorsatz fürs neue Jahr war es, mehr auf fremde Menschen zuzugehen und meine diesbezügliche natürliche Schüchternheit zu überwinden, also sagte ich erfreut zu.
Er führte mich in eine Gartenlaube, die mit Jagdtrophäen, -gewehren und -bildern geschmückt war. Deshalb auch die vielen Hunde, für die er Halsbänder mit GPS hatte, so dass er mit Hilfe der Hunde Wildschweine aufspüren konnte. Der Jäger sprach ein bisschen Deutsch und Englisch, ich ein paar Wörter Serbokroatisch, und so unterhielten wir uns ganz gut und fröhlich über die Jagd („Wildschweine jage ich, aber die Kaninchen züchte ich, um sie im Wald freizulassen“) und die derzeitige Schonzeit, die er strikt einhalte, über Deutschland (seine Schwester wohnt in Karlsruhe), über die verlassenen Dörfer und Kirchen auf dem Vrmac und über die Fahrt von Deutschland nach Montenegro. „Es geht nichts über das Motorrad“, beschwor er mich: „Freiheit, frische Luft, ganz nah an der Natur!“ Ich erzählte, dass mein Vater in den 1960er Jahren mal von Deutschland bis nach Mostar fuhr, dann aber umkehrte und Montenegro so knapp verpasste.
Der Jäger zeigte auf zwei Schwarzweißfotos an der Wand hinter mir (ebenfalls alles Jäger): „Das ist mein Vater, und das ist mein Großvater.“ Dann deutete er auf ein Foto, das neben der Tür hing, und sagte lachend, aber nicht unernst: „Das ist mein zweiter Vater.“ Es war Tito.
Jugoslawien mag es nicht mehr geben, aber dieser Herr war noch Jugoslawe durch und durch. In der Ecke standen eine kroatische und eine montenegrinische Fahne, eine für seine Volkszugehörigkeit und eine für die seiner Frau. Wenn er den Plattenspieler in der Ecke angeworfen hätte, hätte wahrscheinlich eine flotte Hymne auf Marschall Tito den Raum mit Musik und Nostalgie erfüllt.
Während der gesamten Unterhaltung konnte ich den Konsum des besonders starken Rakija auf eineinhalb Gläser beschränken, aber auf einen Magen, der den ganzen Tag nur einen Müsliriegel zugeführt bekommen hatte, war das schon zu viel. Ich war wirklich betrunken, der Kopf war schwer, die Beine auch. Der Gastgeber schien mir das anzusehen, denn er erklärte mir fürsorglich, dass ich einfach immer der Straße bergab folgen solle, dann würde ich ganz sicher nach Tivat kommen. Zum Glück geriet ich in keine Alkoholkontrolle.
„Sprache ist der Schlüssel zur Integration“ heißt es bei jeder Leitkulturdebatte. Das würde erklären, warum Integration in Deutschland selbst bei größter Anstrengung niemals so schnell vor sich gehen kann wie in Großbritannien oder den USA. Denn Englisch kann auch in Syrien oder Eritrea jeder Bildungsbürger und jeder Jugendliche mit YouTube. Deutsch hingegen lernen meist nur eine Handvoll Verrückter, die Goethes West-östlichen Divan im Original lesen wollen (kein Scherz, im Iran habe ich immer wieder solche Leute getroffen).
Und selbst wenn jemand gar keine Vorkenntnisse hat, kann er sich nach sechs Monaten Englischkurs ganz gut unterhalten, während er im Deutschen noch immer grübelt, wieso die Mehrzahl von Maus Mäuse, von Haus Häuser und von Torte Torten lautet. Wer sich echauffiert, dass Neuankömmlinge noch nicht fehlerfrei sprechen, der mag sich bitteschön mal an der Erklärung allein der Pluralbildung versuchen.
Es gibt nur eine Lösung: Deutsch muss einfacher werden!
„Halt! Dieser linksgrünversiffte Gutmensch will unser Deutsch kaputtmachen“, höre ich das selbsternannte Volk in seinem außerhalb der Provinz nicht verständlichen Dialekt brüllen. Aber weit gefehlt, liebe WutbürgerInnen, die Idee der vereinfachten deutschen Sprache stammt aus der Zeit des Deutschen Reichs, hipp, hipp, hurra!
Ja, schon unter Kaiser Wilhelm II. war das Deutsche Reich um die sprachliche Integration von Bürgern aus außereuropäischen Kulturkreisen von Togo bis Papua-Neuguinea besorgt. Vor und während des Ersten Weltkriegs arbeiteten verschiedene Linguisten an einer vereinfachten Version des Deutschen, die die Welt bis in den letzten Winkel der Südsee beglücken sollte, wie zum Beispiel dem „Kolonial-Deutsch“ von Emil Schwörer. Für Deutsch-Südwestafrika (Namibia) entwickelte er dieses Pidgin-Deutsch mit einem auf 500 Wörter begrenzten Wortschatz und einer vereinfachten Grammatik.
Schwörer gesteht in seinem Buch (Link zum 62-seitigen Volltext) zu, dass Deutsch nicht leicht zu erlernen ist, und dass dies den Weltmachts- und Welthandelsinteressen des Deutschen Reiches entgegensteht. Zwar sei Deutsch natürlich schöner und besser und allen anderen Sprachen überlegen, doch müsse man im Wettkampf gegen die hinterlistigen Engländer mit ihrer einfach und schnell zu erlernenden Sprache zu kreativen Mitteln greifen. Oder wie er es ausdrückt:
Als völkisch denkende Vaterlandsfreunde dürfen wir daher vor kleinen sprachlichen Opfern, die sich tausendfach lohnen, nicht zurückschrecken.
Aus dem Buch Schwörers springt einem aus jedem Absatz der Geist der Zeit entgegen. Er ging 1916 davon aus, dass das Deutsche Reich bald den ganzen afrikanischen Kontinent in seinem Besitz haben würde und dass deshalb eine einheitliche Sprache für die Kommunikation von Ozean zu Ozean entwickelt werden müsse. Die folgende Sprachprobe zeigt ein paar grammatikalische Vereinfachungen, die jedoch weit hinter dem Möglichen zurückbleiben.
Der Anspruch von Baumann ging über die Anwendung in den Kolonien hinaus. Sein Weltdeutsch („Wede“ abgekürzt) sollte auch für die Kommunikation mit „unseren Bundesgenossen und Freunden“ Verwendung finden. Na, die Bulgaren und Osmanen hätten sich sicher riesig gefreut, dieses Preussenesperanto zu lernen. Aber so zumindest die Hoffnung von Baumann:
Durch den sieghaften Weltkrieg 1914/15 ist Deutschlands politisches Gewicht und Ansehen beispiellos gewachsen, alle Welt wird die Freundschaft des Mächtigen suchen, wie die Blumen nach der Sonne werden sich alle bedeutenden Völker in den nächsten Jahrzehnten immer mehr gegen Deutschland neigen, um von ihm kulturelles Licht und soziale Sonne zu empfangen.
Auch linguistisch schoss Baumann übers Ziel hinaus. Im Vergleich zu seinen orthographischen Änderungen waren alle Rechtschreibreformen der Neuzeit ein Nichts, das keinesfall die Hunderte von Feuilletonseiten wert war, die wir jahrelang wegen daß/dass über uns ergehen lassen mussten.
Nach dem Motto „Shraibe, wi du sprichst!“ liest sich das so:
Dem letzten Punkt kann jeder zustimmen, dem mal auf dem Bahnhof von Ignalina vier betrunkene russische Jugendliche auf die Information, dass man aus Deutschland ist, freudig ein „Hitler kaputt!“ entgegengeprostet haben.
Baumann war sich der Kritik an seinem Vorschlag bewusst, teilte dagegen aber allerkräftigst aus, nicht ohne sogar das Nibelungenlied der Sprachverhunzung zu bezichtigen.
Die Legastheniker in aller Welt werden heute noch bedauern, dass der folgende Aufruf nicht von Erfolg gekrönt war. Wobei auch Gekröntsein zu jener Zeit oft nur von kurzer Dauer war, denn bald sollte eine andere als die Rechtschreibreform über den Kontinent hinwegfegen.
Den Urheberrechtshinweis auf Weltdeutsch werde ich übrigens für diesen Blog übernehmen, damit auch die Fidschi-Insulaner verstehen, dass hier nichts geklaut werden darf.
In einem Bereich der deutschen Verwaltung hat sich das Kolonialdeutsch 100 Jahre später doch durchgesetzt. Wenn die Polizei dunkelhäutige, -haarige und -äugige Personen kontrolliert, fallen manchmal noch Aufforderungen wie „Du zeigen Papiere“. Selbst das „bitte“, dass man gegenüber Kolonialsubjekten noch anwenden wollte, ist mittlerweile entfallen.
Ich verstehe die Aufregung um die US-amerikanische Botschaftsverlegung nach Jerusalem nicht. Die österreichische Repräsentanz war schon immer in Jerusalem.
„Wenn Du wirkliche Einsamkeit erfahren willst, musst Du nach Deutschland fahren.“ (Andrzej Stasiuk in Dojczland)
– Hey Andreas, wie leicht ist eigentlich die Sprache in Montenegro zu erlernen?
– Nun, die Sprache selbst heißt „crnogorski književnojezički izraz srpskohrvatskoga ili hrvatskosrpskoga jezika“.
– Oh.
In Rumänien merkt man auf den Straßen, dass bald das große Weihnachtmahl stattfindet. (Foto von Bogdan Gabriel Nitu, mit Dank an Valentina Dimulescu für den Hinweis)
Ich finde es immer komisch, wenn Leute sagen „Ich schreibe ein E-Book“, wie wenn die Form wichtiger wäre als der Inhalt. Ebenso verdächtig finde ich Leute, die erzählen, dass sie für einen Master studieren, aber das Fach nicht erwähnen.
In Montenegro kostet die BahnCard100 übrigens nur 200 €.
Der Kommunismus ist auf dem Vormarsch, zumindest in Nepal. Die jüngsten Wahlen dort wurden von den Vereinigten Marxistischen Leninisten und dem Maoistischen Zentrum gewonnen.
„Ein- und Ausstiegstüren“ nennt die Durchsage die seitlichen Öffnungen im Zug, und ich frage mich, wie ich ohne diesen klarstellenden Zusatz bisher wusste, wofür ich diese Türen nutzen soll.
Mit jeder Zugfahrt und mit jedem Flug steigt mein Hass auf Kinder.
Wenn der Film Weit – Die Geschichte von einem Weg um die Welt in einem Kino in Eurer Nähe läuft, wäre das wahrscheinlich einen Besuch wert. Der Trailer verspricht einen bewegenden, lehrreichen und motivierenden Film.