Als Ihr das einsame Dorf und das alte Bauernhaus gesehen habt, in dem ich wohne, habt Ihr Euch wahrscheinlich schon gewundert, ob es hier überhaupt fließendes Wasser gibt. Aber es gibt hier eigentlich alles, was man braucht.
So ist hinter dem Haus ein privates Schwimmbad.
Schade nur, dass ich nicht schwimmen kann.
Falls übrigens mal jemand Urlaub hier machen will, das Haus ist sowohl bei Booking als auch bei AirBnB als Ferienwohnung zu mieten. Falls jemand zum ersten Mal AirBnB nützt, könnt Ihr Euch über diesen Link anmelden und bekommt 25 € Guthaben geschenkt. Bei Booking bekommt Ihr über diesen Link immerhin noch 15 € Guthaben.
Die Überschrift ist natürlich keine allgemeingültige Aussage, sondern bezieht sich auf meinen begrenzten Horizont. Aber lasst mich erzählen, wie ich darauf komme.
Letzten Winter, als ich in Montenegro lebte, traf ich eine Frau, die entweder alt genug oder gebildet genug war, um zu wissen, dass es bis vor kurzem zwei Deutschlands gegeben hat. Während wir durch den Hafen von Budva schlenderten, fragte sie mich, wie das denn jetzt mit der Wiedervereinigung so liefe und ob es noch Unterschiede zwischen Osten und Westen gäbe.
Ich war erfreut über die Frage, weil es endlich mal eine neue war, und setzte zu einem Monolog mit angelesenem Wissen über Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftskraft, Infrastruktur u.s.w. an. Es ist ziemlich gefährlich, mir offene Fragen zu stellen, sollte ich an dieser Stelle all diejenigen warnen, die mich mal persönlich treffen werden. Aber an jenem Abend an der Adria unterbrach ich mich nach nur wenigen Sekunden selbst, blieb stehen, und sagte nachdenklich:
„Wenn ich ehrlich bin, weiß ich weniger über Ostdeutschland als über Montenegro.“
Das zu realisieren, war für mich wie ein kleiner Schock. Nicht nur war ich – 1975 in Westdeutschland geboren und somit in der BRD sozialisiert – kein einziges Mal in der DDR gewesen, die frecherweise zu existieren aufhörte, bevor ich zu reisen begann, sondern ich war auch seither nicht wirklich in Ostdeutschland gewesen.
Klar, in Berlin war ich schon einige Male. Aber unsere schmucke und top-organisierte Hauptstadt steht doch irgendwie über der Ost-West-Dichotomie und eher in einer Reihe mit New York und London. Ansonsten war ich, wenn ich mich recht erinnere, nur zweimal in Ostdeutschland, in Hohenstein-Ernstthal und in Rostock, jeweils zu einem Gerichtstermin.
Aber damals war mein Leben noch von Arbeit, Terminen und Stress dominiert, so dass ich mit der Reichsbahn schnell hin und zurück düste und döste. Nur in Rostock musste ich wegen der Entfernung zwei Nächte verbringen und habe mich bei einem abendlichen Spaziergang in einem Plattenbauviertel ziemlich verlaufen. In beiden Städten dachte ich mir: „Ganz hübsch, aber wo sind die Leute hin?“ Vielleicht waren aber auch einfach nur alle bei Bruce Springsteen oder auf einem anderen FDJ-Konzert.
Meine fehlenden Kenntnisse über Ostdeutschland ergeben sich übrigens gar nicht aus einer Abneigung gegenüber dem Osten, wie ich sie leider bei vielen Westdeutschen und Westeuropäern feststelle. Ganz im Gegentum, ich finde Osteuropa viel faszinierender als Westeuropa. Auch in einige westliche Bundesländern hab ich bisher noch keinen Fuß gesetzt, weil ich zu beschäftigt damit war, andere Kontinente zu erkunden.
Aber für einen politisch und historisch interessierten Menschen erscheint es mir 28 Jahre nach der Wiedervereinigung doch als sträfliche Nachlässigkeit, eine Hälfte des eigenen Landes, die eine doch sehr andere Geschichte aufweist, noch nicht eingehend bereist und erforscht zu haben. Irgendwie ist es schon komisch, dass ich Staaten wie Transnistrien und Abchasien oder entfernte Eilande wie die Osterinsel besser kenne als Ostdeutschland. Ja, selbst im Evin-Gefängnis in Teheran habe ich bisher mehr Nächte verbracht als in den fünf neuen Bundesländern.
Das zu ändern ist mein Vorsatz. Und ich meine damit nicht nur ein paar Tage in Görlitz oder Eisenhüttenstadt, sondern eine ausgedehnte und intensive Erkundung des (mir) unbekannteren Deutschlands. Genauso wie ich sonst ferne Länder erkunde.
Ostdeutschland ist natürlich nicht auf die DDR-Geschichte zu reduzieren, insbesondere nicht eine ganze Generation später. Aber als Geschichtsstudent liegt mein Interesse eben eher in der Vergangenheit als in der Zukunft.
Bei einem Seminar über den „kurzen Sommer der DDR 1965“ an der Fernuniversität in Hagen wurde mir bewusst, wie wenig wir West- und jetzt Gesamtdeutsche über die DDR-Geschichte wissen. Abgesehen von Volksaufstand 1953, Mauerbau 1961 und Mauerfall 1989 eigentlich gar nichts. Neben mir saß eine Studentin, die in der DDR aufgewachsen war, und erklärte mir, wie surreal sie das empfinde: „Der Professor referiert über die DDR wie über ein fernes Land oder das alte Ägypten. Aber hier sind Leute im Raum, die da aufgewachsen sind. Wieso fragt uns niemand?“
Für den heutigen Nationalfeiertag wäre das keine schlechte Idee für uns Westdeutsche. Einfach mal ostdeutsche Bekannte, Freunde oder Kollegen zum Erzählen auffordern.
Ganz einfach: Weil die Leute unter der Erde wohnen. Wie Hobbits.
Ich werde versuchen, jemanden in so einer Höhle kennenzulernen und eine Einladung zu ergattern, so dass ich Euch berichten kann, wie Familie Feuerstein dort lebt. So unüblich scheint das gar nicht zu sein, denn in den Schaufenstern der Immobilienmakler stehen neben Häusern auch etliche Höhlen zum Verkauf.
Man kann über den Zweiten Weltkrieg durchaus geteilter Meinung sein, aber wenigstens fand von 1939 bis 1945 kein Oktoberfest statt.
Die türkische Lira ist im freien Fall, aber der Döner kostet noch immer genauso viel. Skandal!
Die Leute wurden sich über den Plastikmüll in den Meeren, nehmen dann aber an einem Entenrennen teil.
Manchmal koche ich so scharf, dass sich die Suppe von selbst entzündet.
Das Pothole Rodeo ist eine Rallye nach meinem Geschmack. Ein Kommilitone hat mich darauf gebracht,und dann fiel mir meine eigene Rennfahrerkarriere ein, passenderweise in Osteuropa. Vielleicht bin ich also im Sommer 2019 dabei.
Apropos Auto: Habt Ihr auch so Leute in der Familie, die Euch zwar eine umfassende Vollmacht zum Verfügen über Haus und Hof sowie die Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen gewähren, aber entsetzt verneinen, wenn man mal das Auto ausleihen möchte, um in die nächste Stadt zu fahren?
Daran liegt es wohl auch, dass mir Ammerthal immer so provinziell vorkommt. Es ist gar nicht die Schuld des Ortes selbst, denn in Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Weiden oder Flossenbürg gäbe es durchaus interessante Veranstaltungen, Diskussionen und Ausstellungen. Aber ich komme nicht hin. Ein bisschen ist es wie in einem Arbeitslager in Sibirien. Man kann sich theoretisch frei bewegen, aber man kommt halt nicht weit.
DSGVO-Logik:
„Da gibt es jetzt dieses Strafgesetzbuch mit Hunderten von Paragraphen. Niemand blickt durch; ein Bürokratiemonster. Und alles ist verboten! Wenn Du nicht aufpasst, kommst Du ins Gefängnis. Lebenslänglich! Ich gehe besser gar nicht mehr aus dem Haus.“
Die SZ hat dem maltesischen Programm zum Verkauf von (EU-)Staatsbürgerschaften einen Artikel gewidmet. Aufmerksamen Lesern meines Blogs war dies schon seit Jahren bekannt.
Immer wieder wurde ich bei der Einreise nach Israel ausführlich nach der Herkunft meines Nachnamens befragt. Nie konnte ich mir erklären, wieso dieser mich verdächtig machte. Aber jetzt verstehe ich es.
Zur Diskussion um Kindergeldzahlungen ins Ausland: Ich finde es viel schlimmer, dass ich gar kein Kindergeld bekomme, obwohl ich (43 Jahre) noch studiere.
Der Fortschritt in Korea ist schön, aber wie lange bleiben Nordaldi und Südaldi noch geteilt?
Für Geschichtsstudenten und überhaupt alle mit Interesse an alten Landkarten gibt es die History of Cartography übrigens vollständig online, kostenlos und suchbar. Eine wahre Fundgrube!
„Die Bahn ist so teuer“, „die Bahn ist so langsam“, hört man allenthalben.
Ich musste im Juni von Amberg nach Wien, habe bei Flixbus, Flugzeug und der Bahn geguckt, und die Bahn war am schnellsten (5 Stunden), am billigsten (29,90 €) und am romantischsten sowieso.
Vegemite-Fans in ganz Europa fiebern dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien entgegen.
– Türkei: Wegen einer internationalen Verschwörung verliert die Lira an Wert.
– Venezuela: Die Inflation haben wir nur wegen einer internationalen Verschwörung.
– Russland: Der Fall des Rubels liegt ausschließlich an einer internationalen Verschwörung.
=> Ich glaube, ich weiß jetzt, wer daran Schuld hat, dass mein Bankkonto immer leer ist.
Ups, ich habe einen Flug von Kanada nach England für April 2019 gebucht und nicht berücksichtigt, dass das nach dem Inkrafttreten des Brexit sein wird. Hoffentlich benötige ich dann noch kein Visum.
„Ein Rechtsanwalt war eigentlich kein Mitmensch, er war eine große Puppe, die man zu besonderen Anlässen hervorholte.“
(Graham Greene: Der zehnte Mann, übrigens ein besseres Buch als Der dritte Mann)
„In allen Einzelheiten erklärte ihm dieser, dass man in Rumänien die besten Geschäfte mit der öffentlichen Verwaltung machen könne, und wenn man Zeit sowie die allfälligen Bestechungsgelder sparen wolle, sei es ratsam, gleich auch selber in die Verwaltung einzusteigen.“ (Varujan Vosganian: Das Buch des Flüsterns)
Ich finde es eher überraschend, wie viele Leute immer wieder davon überrascht sind, dass katholische Priester sich reihenweise an Kindern vergehen. Das strukturelle Problem ist doch seit langem bekannt.
Der Reichsbürger-Podcast von Ralf Grabuschnig und mir wurde schon mehr als 2000 mal heruntergeladen. Wer ihn noch nicht gehört hat, sollte schnell zugreifen, denn es sind nur mehr wenige Exemplare vorhanden!
Von all den Billa-Punkten, die ich mangels Karte nicht sammle und die von den Kassiererinnen auf ihre privaten Karten gebucht werden, können diese wahrscheinlich ein Jahr früher in Rente gehen.
Was Max Czollek sagt, entspricht so ziemlich dem, wie ich über die AfD denke. Wirtschaftliche und soziale Faktoren erklären nicht alles, und sind vielleicht nicht einmal der wichtigste Faktor. Wem es um die soziale Situation ginge, der könnte aus Protest ja auch die MLPD wählen. Ne, ne, da steckt bei den meisten schon eine rassistische und faschistische Gesinnung dahinter.
Dadurch bin ich neugierig geworden auf Max Czolleks Buch Desintegriert euch!
Wenn ich Soschtschenko lese und Schostakowitsch höre, sollte ich eigentlich noch eine Schizo-Zigarre schmauchen und Schlangenschnaps schlucken.
Die Ostdeutschen haben übrigens auch schon die Häuser der Hugenotten angezündet.
Wenn ich so etwas sehe, bin ich einerseits beeindruckt. Andererseits stimmt mich der Gedanke an die Tausenden von Stunden traurig, die in die Vorbereitung solcher Vorführungen investiert werden. Könnten Studenten die Zeit nicht besser mit Büchern und Diskussionen verbringen?
Eigentlich war ich ausgezogen, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Aber als ich mich umdrehte, erblickte ich ein weit selteneres Spektakel: den Aufgang des Vollmondes, genau zur gleichen Zeit, zu der 180 Grad gegenüber die Sonne unterging.
Mir war bewusst, dass es dunkel werden würde, aber ich konnte mich einfach nicht durchringen, den Hügel zu verlassen, von dem ich dieses Zusammenfallen der Himmelskörperbewegungen beobachten konnte. Also musste ich im Dunkeln nach Venta Micena zurückgehen, mit dem Mond als einziger Lichtquelle und dem Kirchturm als einzigem Orientierungspunkt.
Als ich wohlbehalten nach der nächtlichen Wanderung durch die verlassenen Straßen des bis dahin von mir verlassen geglaubten Dorfes ging, bemerkte ich, dass ich anscheinend doch nicht als Einziger dort lebe. Denn in einem weiteren Haus schien Licht.
Neugierig geworden, wollte ich dort am nächsten Tag vorbeischauen, aber die Fensterläden waren alle heruntergelassen und die Tür war mit einem Brett versperrt, wie wenn das nächtliche Licht nur in meiner Einbildung geschienen hätte. Aber ich schwöre, dass ich aus diesem mysteriösen Haus seither jede Nacht Kerzenschein flackern sehe und Gesprächsfetzen vernehme. Bis jetzt habe ich noch nicht den Mut aufgebracht, der Sache nachzugehen.
Die Eigentümer des Hauses, auf das ich derzeit aufpasse, dachten sich, als sie vor 15 Jahren nach Andalusien zogen: „Hier fehlt ein Wald.“
Also haben sie einen gepflanzt. Und zwar einen schönen Wald, der ganz natürlich und wild aussieht und in dem ein angenehmes Mikroklima herrscht.
Ein praktischer Nutzen sind die Obstbäume. Vor jeder Wanderung packe ich einige Äpfel ein, die zu den wohlschmeckendsten gehören, die mir je untergekommen sind.
Die Äpfel locken auch Füchse und Wildschweine an, aber mehr als eine Katze habe ich selbst noch nicht erblickt.
Heute stelle ich Euch Grace vor, wegen der ich überhaupt in Andalusien bin.
Die Familie, für die ich das Haus hüte, hatte schon öfter Housesitter, so dass die Situation für die Katze nicht ungewöhnlich ist. Sie hat mich schnell akzeptiert und verlangt eine Menge Aufmerksamkeit.
Ich habe neben jedem Sessel Bücher deponiert, um gewappnet zu sein für den Fall, dass die Katze mich mehrere Stunden in Beschlag nimmt, sobald ich mich setze.
Da ich als Housesitter in Venta Micena bin, seid Ihr wahrscheinlich neugierig auf das Haus selbst. Es ist ein restauriertes Bauernhaus, das jetzt ziemlich geräumig und luxuriös ist.
Den Eigentümern wurde gesagt, es sei 100 Jahre alt, aber sie erhielten genau die gleiche Auskunft für jedes andere Haus, bei dem sie fragten. Wir tun wohl besser daran, die örtliche Methode der Datierung nicht zu ernst zu nehmen. (Die Region behauptet auch, dass hier die erste menschliche Siedlung in Europa lag.)
Die linke, weiß getünchte Seite wird derzeit von mir bewohnt.
Die rechte Seite ist eine Ferienwohnung mit Platz für sechs Leute. Das Haus ist sowohl bei Booking als auch bei AirBnB zu mieten. Falls jemand zum ersten Mal AirBnB nützt, könnt Ihr Euch über diesen Link anmelden und bekommt 25 € Guthaben geschenkt. Bei Booking bekommt Ihr über diesen Link immerhin noch 15 € Guthaben.