Kunst in Montenegro

Mit der balkantypischen Kappe und dem herabhängenden Schnurrbart ist es schon fast zu viel der Stereotype, aber so sieht Kunst in Montenegro aus.

Art Montenegro

Es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit den Köpfen von der Osterinsel, nicht wahr?

(Fotografiert im Garten des Winterpalasts in Podgorica, Montenegro.)

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Gute Nachrichten!

Wenn Du das hier liest,

  • bist Du am Leben,
  • bist Du wach,
  • bist Du nicht blind
  • und beherrschst die deutsche Sprache.
  • Zudem verfügst Du über ein elektronisches Gerät
  • sowie Internetzugang,
  • womit klar ist, dass Du nicht wirklich arm bist,
  • nicht im Gefängnis sitzt
  • und anscheinend keine ernsthaften Probleme hast, die Dich vom Lesen von meist sinnlosen Blogs abhalten würden.

Und jetzt genieße Deinen Tag!

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Urheberrecht in Bolivien

Bolivien hat anscheinend die weltweit besten Abkommen zum geistigen Eigentum ausgehandelt (nur im Iran fand ich eine ähnliche Situation vor, aber das Land ist keine Vertragspartei der Berner Übereinkunft). Respekt für die Superjuristen, die das hinbekommen haben!

In Bolivien erhält man jeden Film auf DVD, und zwar zeitgleich mit dem Kinostart, manchmal schon vor der Premiere.

Die Verbreitung des Kulturguts erfolgt dezentralisiert durch selbständige Verkäufer, die Obstkisten voller DVDs an der Straßenecke auspacken oder die Filme aus dem Kofferraum ihres Autos verkaufen. Es ist erstaunlich, dass Bolivien für seine kleinen und mittelständischen Unternehmer das Vertriebsrecht aushandeln konnte, obwohl die großen Hollywood-Studios ansonsten gerne alles selbst kontrollieren.

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Jede DVD kostet etwa einen Euro. Vergleicht das mal mit den Eintrittspreisen im Kino oder dem, was Amazon verlangt, und erneut wird das bolivianische Verhandlungsgeschick deutlich.

Dazu kommt ein unübertroffener Service. Er nennt sich DVD-on-demand: wenn der Verkäufer an der Ecke den Film, den Ihr wollt, nicht vorrätig hat, schreibt Ihr den Titel auf einen Zettel und morgen – gleiche Zeit, gleicher Ort – hat der Verkäufer den gewünschten Film für Euch parat. Das zeigt, dass sogar die Tante-Emma-Vertriebspunkte ausgezeichnete Verbindungen zu allen Filmverleihen weltweit haben.

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Der Landstreicher

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Einer der besten Aspekte meiner Kindheit war, dass es immer genug Bücher zum Lesen gab.

Meine Helden waren dabei nie Prinzen oder Prinzessinnen, Zauberer oder Ritter, Feuerwehrmänner oder Astronauten. Es waren auch nicht die Cowboys, die Räuber oder die Polizisten.

Es gab drei Berufsgruppen, mit denen ich mich identifizierte: Landstreicher, Reporter und Privatdetektive. In dieser Reihenfolge.

Oh wie schön ist Panama

Die ersten Landstreicher, mit denen ich literarische Bekanntschaft machte, waren möglicherweise der Tiger und der Bär aus Oh wie schön ist Panama von Janosch, die sich eines Tages spontan auf den Weg nach Panama begeben. Dass sie dort nicht ankommen, macht gar nichts.

In den Karl-May-Romanen war mir der Landstreicher, der heute hier und morgen da ist und all seine Sachen in einem Bündel über der Schulter bei sich hat, sympathischer als all die großspurigen Helden. Er verkörperte Freiheit. So wie die Landstreicher bei Charles Dickens oder Jack London.

Der Taugenichts von Joseph von Eichendorff ist zwar spätromantischer Kitsch, aber die betonte Sorglosigkeit, die dann doch zum Erfolg führt, ist ein Modus Operandi, den ich zu meinem eigenen zu machen versucht habe.

Erst spät kam ich darauf, dass man so ein Vagabundenleben auch in Wirklichkeit führen kann, z.B. durch In die Wildnis: Allein nach Alaska von Jon Krakauer oder die drei Bände von Patrick Leigh Fermor über seine mehrjährige Wanderung durch Europa. „Was für ein Leben!“ rufe ich anerkennend aus, wenn ich solche Biographien lese, und beginne sogleich mit meinen eigenen Planungen.

Die Träume, die man als Kind hatte, sind die beste Richtschnur im Erwachsenenleben.

Am Ziel.
Am Ziel.
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Säumige Schuldner

In Deutschland hätte schon längst jemand den Datenschutzbeauftragten angerufen, aber in Bolivien

mietschulden

und in Rumänien

nebenkosten

hängen im Eingang von Mietshäusern die Listen der Bewohner und ihrer jeweiligen Schulden für die Nebenkosten aus.

In Rumänien konnte so jeder meiner Nachbarn einsehen, wie sparsam ich mit Elektrizität, Gas und Wasser umging. Bezahlt wurde praktischerweise bei der netten Dame in Wohnung Nr. 7, die am Küchentisch mit Blümchendecke ihr Büro hatte und die mir zum Abschied nach einem Jahr in Târgu Mureș einen Riesenteller mit Gebäck überreichte.

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Unsortierte Gedanken (7)

  1. Wie wäre es mit einer Obergrenze für im Mittelmeer Ertrinkende?
  2. In Venezuela, das von den 1950er bis in die 1980er Jahre das reichste Land Südamerikas war, und das noch immer über die größten Erdölreserven der Welt verfügt, verhungern die Menschen jetzt.
  3. Jetzt ist Venezuela eher für seine extrem hohe Kriminalitätsrate bekannt, einschließlich der für Mord. Das hört sich nach einem Land an, in dem ich mal vorbeischauen sollte.
  4. Multikulti gab es schon bei den Nazis. 
  5. Bis 1974 war ein Leben wie meines nach § 361 I Nr. 3 StGB in Deutschland als „Landstreicherei“ strafbar. Allerdings würde es mich nicht überraschen, wenn die Anwendung damals rassistisch motiviert und sich hauptsächlich gegen Roma und Sinti anstatt gegen Aussteiger gerichtet hat. Das wäre eigentlich das passende Thema für mich, wenn ich mal wieder eine Promotion in Rechtswissenschaft angehen will.
  6. Manchmal kaufe ich mir in Bolivien Filme, um Spanisch zu lernen. Das funktioniert am besten mit Filmen, die ich schon auf Deutsch oder Englisch gesehen habe und in denen viel gesprochen wird. Also Anwaltsfilme wie Eine Frage der Ehre. Nachdem ich den dritten oder vierten DVD-Verkäufer danach gefragt hatte, und sie mich verdutzt ansahen, merkte ich, dass der Film älter ist als die Jungs, die ihn also natürlich nicht kannten. Ich fragte: „Wer in der Straße hier ist der älteste Filmverkäufer?“ und der Junge führte mich zu einem alten Mann. Als ich nach Cuestión de honor fragte, wußte dieser sofort, was ich meinte, und griff aus einer Wand mit 1000 DVDs die richtige heraus.cuestion-de-honor
  7. Schon blöd, wenn man sowohl nach einem Diktator als auch nach einem Virus benannt ist.
  8. Die Schweizer Gerichtsbarkeit macht es sich leicht mit Querulanten (Art. 132 ZPO). querulant-132-zpo-schweiz
  9. Donald Trump: „Putin hatte Recht. Man braucht eigentlich gar kein Parlament, um zu regieren.“
  10. Aus der Perspektive Südamerikas waren die Spanier und die Christen die gefährlichsten Menschen der Geschichte.
  11. Das Schlimme an den Fake News ist, dass deren Schreiberlinge auch noch besser verdienen als Journalisten oder gar aufrichtige Blogger wie ich.
  12. Es freut mich, zu lesen, dass es für das Erasmus-Programm keine Altersgrenze gibt. Dann kann ich das auch endlich mal in Anspruch nehmen, wenn ich demnächst wieder studiere.
  13. Bei der Vorstellung des Buches True Believer: Stalin’s Last American Spy wies die Autorin Kati Marton auf die Parallelen zwischen denjenige, die sich zur Spionage für die Sowjetunion verführen ließen, und denen, die jetzt beim IS anheuern, hin. Bei beiden Gruppen sei die vorherrschende Motivation nicht die Identifikation mit einem Gegner, sondern das Gefühl des Ausgegrenztseins, des Verkanntwerdens und der Wunsch, etwas Besonderes zu sein. Die Jungs, die jetzt Dschihadisten werden, wären in den 1970ern vielleicht zur RAF gegangen.
  14. Das Problem mit den Selbstmordattentätern löst sich auf lange Sicht durch die Evolution.
  15. Diese Diskussion im Deutschlandfunk zur DDR-Geschichte fand ich sachlich und informativ. Manchmal kommt es mir so vor, wie wenn ich als 1975 in der BRD Geborener mehr über die Weimarer Republik und das Dritte Reich weiß als über die DDR. Daran könnte ich bei meinem nächsten Deutschlandbesuch mal arbeiten.
  16. Immerhin war ich schon zweimal in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, einem ehemaligen Stasi-Gefängnis. Beide Male wurde die Führung von früheren Häftlingen vorgenommen, was besonders eindrucksvoll und bewegend war. Empfehlenswert!
  17. Meine derzeitige Lieblingsmusik ist die 5. Sinfonie von Tschaikowski, die sich hervorragend als Hintergrundmusik beim Schreiben eignet.

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Der tröstende Hund

Normalerweise mag ich keine Hunde. Wenn Hunde nicht ganz doof sind, merken sie das und lassen mich in Ruhe.

Aber als ich auf dem Umzug von Bolivien nach Peru in Copacabana gestrandet war und dachte, mein gesamtes Gepäck, einschließlich meiner Notizbücher, meines Computers und damit aller Fotos und Geschichten der letzten Jahre verloren zu haben, und dementsprechend verzweifelt dieses Malheur in das einzige verbleibende Notizbuch kritzelte, kam dieser Hund vorbei und schmiegte sich an meine Beine.

hund-copacabana

„Alles verloren, aber wenigstens einen neuen Gefährten“, dachte ich mir. Zum Glück klärte sich das Desaster nach einigen Stunden auf. Der Hund zog treulos weiter.

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Die Materialisten-Christen

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Wenn die Dinge, das Geld, die Weltlichkeit im Mittelpunkt unseres Lebens stehen, dann ergreifen sie Besitz von uns, und wir verlieren unsere menschliche Identität.

Papst Franziskus, 29. September 2013

Diese neue Linie der Katholischen Kirche, die mit der Tradition des Ablasshandels bricht und die nicht mehr Wasser predigt während sie Wein trinkt, scheint in Bolivien noch nicht angekommen zu sein. Denn an einem normalen Freitagnachmittag bildet sich eine Schlange aus Hunderten von Autos, Kleinbussen und Lastwagen vor der Kathedrale in Copacabana. Sie sind alle hübsch geschmückt mit farbigen Bändern, kitschigem Flitter und Tand, und einige von ihnen tragen den andentypischen Hut.

Schlange von Autos
Auto mit Hut

“Das ist aber eine Riesenhochzeit”, mögt Ihr denken, aber dem ist nicht so. Die Autos fahren vor, um gesegnet zu werden. Die genaue Prozedur, wie sie schon in Psalm 68:18 beschrieben ist, läuft wie folgt ab: Man wartet, bis die Kraftfahrzeuge vor einem abgefertigt wurden, und fährt dann auf den Platz vor der Kathedrale.

Autos vor Kathedrale.JPG

Dort öffnet man die Motorhaube, schmückt sie mit Girlanden, Konfetti, Blumen, Geldbörsen, Ikonen, Statuen der Jungfrau Maria und kleinen Plastikautos. Ich habe nicht ganz verstanden, ob man dabei ein Modell des eigenen Autos verwendet oder ein Modell des größeren Autos, das man als nächstes begehrt.

Altar im Auto.JPG

Bis jetzt habt Ihr Euch vielleicht gedacht: “Diese Menschen verkennen die wahre Botschaft Jesu Christi. Sie legen die Bibel falsch aus. Das hat doch alles nichts mit der Katholischen Kirche zu tun.“

Falsch.

Denn dann kommt der Pfarrer. Die Pfarrer – es sind mehrere, weil sie es ja mit einem ganzen Konvoi an christlichen Kraftfahrern zu tun haben – tolerieren dieses Spektakel nicht nur stillschweigend, sondern sie verbeugen sich vor der offenen Motorhaube, bekreuzigen sich wie wenn sie vor einem Altar stünden, spritzen Wasser darüber (Christen glauben, dass Wasser heilig sein kann), sprechen ein paar Gebete und umkreisen das Auto, wobei sie Wasser in alle Türen und den Kofferraum verspritzen.

Dann posieren sie für ein Foto mit der glücklichen Familie.

Priester mit Familie vor Auto.JPG

Jetzt öffnet der Besitzer des Autos eine Flasche Bier oder etwas anderes Alkoholisches, geht einmal um sein Auto und versprüht dabei den Alkohol wie es der Priester mit dem Weihwasser getan hat. Dann, schließlich sind wir in Südamerika, wo Lärm als eine gute Sache gilt, werden die Knallkörper gezündet.

Feuerwerk vor Auto

Da ich dieses Ritual in Copacabana schon einmal gesehen hatte, ebenfalls an einem Freitag, fragte ich beim Mittagessen, ob das jede Woche stattfände. “Nein”, rief der Gastwirt aus, wie wenn meine Frage eine Beleidigung der örtlichen Hingabe in Glaubensfragen gewesen wäre, “jeden Tag! Von 11 bis 14 Uhr.” Freitag scheint nur der beliebteste Tag zu sein, denn die meisten Autos stammten aus dem benachbarten Peru. Die gläubigen Familien kommen gerne für die christliche Wallfahrt und verbringen dann das Wochenende am Titicaca-See. Dort sah ich lustigerweise viele Familien, die einen Inka-Priester anheuerten, der eine zweite Zeremonie an dem bereits getauften Auto durchführte, bei der er Holzkohle und Koka-Blätter verbrannte, sang und tanzte und natürlich eine weitere Flasche Alkohol über das Auto vergoss.

Ein paar hundert Meter weiter offerierten Autowäscher ihre Dienste im Titicaca-See. Dieser See hat wahrscheinlich als einziger See der Welt einen höheren Alkohol- als Salzgehalt. Die Forellen schmecken hier besonders gut.

Möglicherweise kommt Euch das alles ziemlich materialistisch vor. Aber die Katholische Kirche in Südamerika hatte schon immer ein Herz für die Armen (Befreiungstheologie). Deshalb gibt es auch eine Option für autolose Christen. Um diese zu entdecken, müsst Ihr mit mir aber den Berg auf der Linken erklimmen.

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Da sich an diesem Ort alles um Jesus dreht, heißt der Berg Kalvarienberg und der Weg zum Gipel ist ein Kreuzweg. Es geht ziemlich steil bergauf, und wegen der Höhe (der Gipfel liegt auf 3.973 m – vielleicht der höchste Kreuzweg der Welt) ist man wirklich gezwungen, an jeder Station Halt zu machen und zu beten Atem zu holen, wobei man den Blick auf Copacabana und später auf den Titicaca-See genießen kann.

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Auf halbem Weg erwartet einen diese Jesusstatue mit einer geöffneten Tür.

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Für den Fall dass man es nicht selbst kapiert, ist eine hilfreiche Tafel angebracht, die erklärt, dass man hier seine Spenden hinterlassen sollte. Wie jeder aus dem Bibelunterricht weiß, funktioniert es so: Man hinterläßt ein bisschen Geld, betet, und dann schicken Dir Herr Jesus, Herr Gott oder Herr Ponzi (die heilige Dreifaltigkeit) mehr Geld. Das Schild schlägt hilfreicherweise vor, dass man für „Autos, Häuser und Dollar“ beten kann, was besonders komisch ist, weil der Dollar eigentlich nicht die gängige Währung in Bolivien ist. Dieser Herr Jesus ist anscheinend ziemlich wählerisch.

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Gleich hinter dem „Heiligen Herz Jesu“ bieten etliche Aymara-Priester ihre Dienste an und kombinieren ganz unproblematisch christliche mit Inka-Symbolen.

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An dieser Stelle ist man besser beraten, einfach die Aussicht zu genießen. Eine Wanderung entlang dieser Küste ist einem anderen Artikel vorbehalten, der – so Gott will – erscheint, wenn Ihr genug betet und zahlt.

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Von dem Wunsch beseelt, göttliche Erlösung zu erhalten, setze ich den Aufstieg fort. Auf dem Gipfel werde ich belohnt mit einem Potpourri an Kreuzen, Kerzen und Menschen in lustigen Kostümen, die für Fotos posieren.

Aber jetzt zum wichtigsten Teil. Schließlich pilgert man nicht den ganzen Weg für nichts. Als richtiger Christ will man belohnt werden! Ihr wollt ein Auto, ein Haus, vielleicht ein größeres Haus oder gar einen ganzen Wohnblock. Und viele Dollars natürlich. Um diese gesegneten Wünsche zu erreichen, könnt Ihr Miniaturmodelle von dem erwerben, was Ihr Euch wünscht. Dann kauft Ihr ein paar Kerzen, zündet sie an, hinterlasst das Ganze auf einem der Altäre, und – schwuppdiwupp – werdet Ihr Autos, Häuser und noch mehr Dollars erhalten. Es funktioniert wirklich! Nur das kann den beständigen Wirtschaftsboom in Bolivien erklären.

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Die Koffer sind für diejenigen, die reisen wollen, aber meinen Artikel darüber, wie man auch ohne viel Geld um die Welt reisen kann, nicht gelesen haben.

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Am lustigsten fand ich, dass man auch Universitätsabschlüsse, Gesundheitszeugnisse, Führerscheine und sogar einen bolivianischen Pass kaufen kann. Letzteres hätte ich vielleicht versuchen sollen, um meine Visumsprobleme zu umgehen.

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Was hier in Südamerika geschah, ist, dass die Katholische Kirche die schon bestehende Idee von Menschen- und Tieropfern übernahm. Aber da sie mit all den Lamas und Jungfrauen nichts anfangen konnte (woher hätten die Inkas wissen sollen, dass katholische Priester mehr auf kleine Jungs stehen?), nimmt sie stattdessen gerne bares Geld.

– – –

Falls die subtile Nachricht nicht angekommen ist:

Die meisten meiner Leser leben in Ländern, die Ihr als überwiegend christlich geprägt bezeichnen würdet. Wenn Ihr dann lest, dass angeblich 90% der Bolivianer Christen sind, denkt Ihr, etwas über das Land zu wissen. In Wirklichkeit weiß man nichts, wenn man nicht das Haus verläßt und sich die Welt ansieht. (Oder diesen Blog liest.)

Wenn selbst Begriffe wie „christlich“ oder „katholisch“, mit denen Ihr aufgewachsen seid und die Ihr zu glauben kennt, schon im nächsten Land ganz anders interpretiert werden, stellt Euch vor, wie falsch Ihr mit Euren Vorurteilen über Juden, Muslime und Hindus liegt.

Links:

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Die Maske des Bösen

Ist es Zufall, dass sich der böse Mann auf diesem Wandgemälde in La Paz, Bolivien, das Kinder davor warnt, keine Dinge von Fremden anzunehmen, hinter einer Maske von Donald Trump verbirgt?

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Ich finde diese Warnung übrigens übertrieben, denn die meisten Fremden sind gute Menschen.

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Bucht der Schafe

Auf der Isla del Sol im Titicaca-See liegt nicht nur die berühmte Schweinebucht, sondern auch eine geheime Bucht der Schafe.

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Bei solch einer Aussicht wird die von den Schafen produzierte Wolle wahrscheinlich besonders wohlig.

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