Deutsche Sozialdemokraten in Bolivien

Vor kurzem habe ich etwas über die versuchte Einflussnahme der Nazis in Bolivien geschrieben. Aber auch einige deutsche Sozialdemokraten verschlug es im Exil bis in den Andenstaat.

Unter dem Titel „Bolivien als Vorbild“ erschien in der Zeitschrift Sozialdemokrat im Herbst 1942 dieser Artikel:

Was die deutsche sozialdemokratische Emigration leisten könnte, wenn ihre Gastländer für ihre politischen und moralischen Qualitäten Verständnis hätten, beweist die südamerikanische Republik Bolivien. Unter den freien Europäern, die dort eingewandert sind, befindet sich auch Genosse Ernst Schumacher, bis 1933 Sekretär des niederrheinischen Bezirkes in Düsseldorf. Der politische Tatendrang dieses Mannes fand auch in Bolivien ein fruchtbares Betätigungsfeld. Vor drei Jahren gründete er in La Paz ein antifaschistisches deutsches Wochenblatt, die ‚Rundschau vom Illimani‘.

Diese Wochenzeitung erschien von Januar 1939 bis Juli 1946 in 350 Ausgaben. Im Internet habe ich leider keine Fotos finden können, aber in zwei Wochen bin ich wieder in La Paz. Wenn ich Zeit habe, werde ich dort mal in den Archiven stöbern.

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Der namensstiftende Berg Illimani im Hintergrund.

Die Agenten der Achsenmächte versuchten natürlich auch, Bolivien zu durchsetzen und zu durchdringen. Sie hatten aber die Rechnung ohne Schumacher und die eingewanderten freien Deutschen gemacht. Diese kannten bereits alle Schliche der Söldlinge Hitlers und Mussolinis und stellten ihre Kenntnisse der bolivianischen Regierung freiwillig und selbstlos zur Verfügung. Nach dem Kriegseintritt Amerikas wurden die Achsen-Nester in Bolivien ausgeräuchert, ausgehoben und vernichtet. Der bolivianischen Staatspolizei verblieb nur die Durchführung. Die Vorbereitung besorgten die deutschen Antifaschisten mit gewohnter Gründlichkeit und mit einem Pflichteifer, der durch das süsse Gefühl einer Revanche für die Gestapo-Schweinereien in Europa noch gesteigert wurde. Wie es gemacht wurde, wird nach dem Kriege einen spannenden Roman füllen.

Schon während des Kampfes an die literarische Verarbeitung des Erlebten zu denken, ist sehr sympathisch. Leider ist mir kein solcher Roman bekannt. Vielleicht hatten die Protagonisten nach dem Zweiten Welt- und dem beginnenden Kalten Krieg anderes zu tun. Schade. Jetzt dürften die meisten Zeitzeugen tot sein.

Die ‚Rundschau vom Illimani‘ feierte im Juli 1942 das Fest ihres dreijährigen überaus erfolgreichen Kampfes. Ernst Schumacher hatte die Genugtuung, in zwei Jubiläumsnummern Glückwunsch-Botschaften des bolivianischen Staatspräsidenten, des Innenministers, des Verteidigungsministers, des Chefs des Generalstabes, der Botschafter der Vereinigten Staaten und Grossbritanniens sowie des Konsuls der Niederlande abdrucken zu können.

Überhaupt scheint in La Paz ein besseres politisches Klima zu herrschen, wie z.B. – in London. Es gibt dort eine Gemeinde der ‚Freien Europäer‘. In der ‚Rundschau‘ vom 13. Juli sehen wir auf einem Bild ‚Freie Österreicher‘, ‚Freie Tschechoslowaken‘, ‚Freie Ungarn‘ und ‚Freie Deutsche‘ gemeinsam mit dem Botschafter der USA, Mr. Pierre de Boal, photographiert.

Ernst Schumacher entwarf in einer Versammlung Gleichgesinnter auch ein umfassendes Programm über ‚Das freie Deutschland in einem freien Europa‘. Seine Vorschläge gipfelten in der Befürwortung eines ‚Bundes der Vereinigten Staaten von Europa‘, Schaffung einer europäischen Miliz und eines gemeinsamen europäischen Verteidigungsrates.

Sehr vorausschauend.

Daran, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg verlieren würde, bestand bei diesen Exilanten schon 1942 (immerhin vor der Schlacht in Stalingrad und den allierten Landungen auf Sizilien und in der Normandie) anscheinend kein Zweifel mehr.

Wir beglückwünschen den Genossen Schumacher zu seiner erfolgreichen Aktivität. Es gibt im Herzen Südamerikas ein Beispiel, was deutsche Sozialdemokraten für die Sache der Freiheit zu leisten vermögen, wenn sie wieder den Boden einer politischen Möglichkeit unter den Füssen haben und ein wenig durch das Verständnis anderer Völker ermutigt werden.

Dazu der Kommentar aus den Sozialistischen Mitteilungen – News for German Socialists in England, Ausgabe November 1942:

Ergänzend möchten wir hinzufügen, dass nach den bei uns eingegangenen Berichten die in Bolivien gebildete ‚Vereinigung Freier Deutscher‘ einen guten Fortschritt macht. Auch in Santa Cruz, Cochabamba, Oruro, Sucre und Potosi sind Ortsgruppen gegründet worden. […] Mit Hilfe der Sozialdemokratischen Flüchtlingshilfe fanden fast 200 deutsche Sozialdemokraten in Bolivien ein zweites Gastland ihrer Emigration.

Die deutschen und österreichischen Flüchtlinge/Emigranten stellten damals tatsächlich einen großen Teil der Ausländer in Bolivien. Nach 1945 kamen dann noch die fliehenden Nazis dazu.

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Wer mehr über die deutschen und österreichischen Exilanten im Bolivien jener Zeit lesen will, kann hier leicht einige Stunden verbringen. Zu empfehlen ist zudem das Buch Hotel Bolivia von Leo Spitzer.

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Als Fliegen noch ein Abenteuer war

In Frühstück mit Kängurus schreibt Bill Bryson über Australiens ersten internationalen Flughafen, der in den 1920er Jahren in Daly Waters mitten in der Wüste errichtet wurde:

Damals brauchte man für einen Flug von London nach Australien außer stählernen Nerven zweiundvierzig Auftankstops, bis zu fünf Mal Umsteigen in einen anderen Flieger und eine Zugfahrt durch Italien, weil Mussolini keine Flüge durch den italienischen Luftraum gestattete. Alles in allem dauerte es zwölf Tage. Man musste mit Monsunen rechnen, Staubstürmen, technischem Versagen, Navigationschaos und Schüssen aus dem Hinterhalt von feindlichen oder sich sonst welche Scherze erlaubenden Beduinen. Nicht selten stürzte man auch ab.

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Weiter:

Die tödlichen Gefahren des Fliegens in dieser Phase zeigten sich drastisch in dem, was Harold C. Brinsmead, dem Chef des australischen Luftfahrtministeriums, widerfuhr. Als er 1931, teils aus beruflichen Gründen, teils, um zu demonstrieren, wie sicher und zuverlässig diese modernen Verkehrsmittel waren, nach London flog, stürzte sein Flugzeug beim Start in Indonesien ab. Niemand wurde groß verletzt, aber die Maschine konnte man abschreiben. Brinsmead, der nicht auf den Ersatzflieger warten wollte, bestieg eine Maschine der neuen holländischen Fluglinie KLM. Die stürzte beim Start in Bangkok ab. Diesmal kamen fünf Leute um, und Brinsmead erlitt schwere Verletzungen, von denen er sich nie wieder erholte. Er starb zwei Jahre später. Die überlebenden Passagiere flogen mit einer anderen Maschine nach London. Die stürzte auf dem Rückflug ab.

Ich las diese Zeilen auf einem 3800 km und 5 Stunden langen Flug über dem Pazifik, der natürlich reibungslos verlief.

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Unsortierte Gedanken (6)

  1. Kreative Betrüger eröffnen eine falsche Botschaft.
  2. In Peru hatte ich zwei Couchsurfer aus Russland zu Besuch. Als sich die beiden untereinander auf Russisch unterhielten, fiel mir auf, wieviele deutsche Lehnwörter das Russische verwendet: Rucksack, Butterbrot, Gastarbeiter, Wunderkind u.s.w. Darauf angesprochen, wussten sie noch einige Dutzend Wörter mehr, die deutschen Ursprungs sind. Vielleicht sollte ich doch einen zweiten Versuch wagen, Russisch zu lernen.
  3. „Wozu bin ich auf der Welt, wenn ich nicht Sansibar zu sehen bekomme und Kap Comorin und den Mississippi und Nantucket und den Südpol?“ dachte der Junge in Alfred Anderschs Sansibar oder der letzte Grunddhow_sunset2c_zanzibar_281016404647529
  4. Bei Diskussionen um den Islam fällt früher oder später der Spruch „Der Islam hatte halt noch keine Aufklärung“. Frank Griffel erklärt, was an dieser Sichtweise falsch ist. Sehr interessantes Interview.
  5. Der Artikel über Bolivien und das Meer hat bei vielen Lesern zu der Frage geführt, was Irredentismus sei. Der Irredentismus ist eine politische Bewegung, die Gebiete, die einstmals zu einem Land gehörten aber zwischenzeitlich verloren gingen oder unabhängig wurden, wieder kontrollieren oder erobern will. Wikipedia hat eine Liste irredentistischer Ansprüche.
  6. Diese Woche habe ich mal wieder Thirteen Days über die Kuba-Krise angesehen. Unweigerlich stellte sich die Frage, wie die Trump-Regierung in solch einer Krise reagieren würde. Ein besorgniserregender Gedanke.
  7. Steht eigentlich irgendwo ein Nachbau des Weissen Hauses für all die Kinofilme, die dort spielen?
  8. Das Urheberrecht kann einem leid tun. Selbst viele Menschen, die sich ansonsten vollkommen gesetzestreu verhalten, glauben nicht daran.
  9. Wenn Ihr zu Weihnachten zusammensitzt, denkt doch mal an die Millionen von Toten, die Euer Gott auf dem Gewissen hat. Man kann es nicht anders sagen, dieser christliche Gott ist ein Psychopath.
  10. Donald Trump hat ein neues atomares Wettrüsten angekündigt.
  11. Wenn Ihr Euch wundert, wie Google so groß werden konnte, nutzt mal für einen Tag Bing.
  12. Bing ist so schlecht, dass ich damit nicht einmal meinen eigenen Blog finde.
  13. Wie es sich wohl anfühlt, ein Kühlschrank zu sein? Immer voller Essen, aber nichts davon kann man selbst verzehren.
  14. Man denkt, kein Rassist zu sein. Man hält sich etwas auf seine Intelligenz zugute. Dann hört man über Intelligenzrassismus und wird nachdenklich.
  15. Als ich das letzte Mal auf meine Bücherwunschliste hinwies, bekam ich Rückmeldungen von Lesern, die mir tatsächlich gerne etwas schicken würden, aber angesichts der horrenden Portokosten nach Südamerika davor zurückschreckten. Zurecht! Deshalb habe ich jetzt eine deutsche Adresse aufgeführt. Meine Eltern werden die Bücher dann alle paar Monate (hoffentlich) weiterschicken.
  16. Natürlich wird jedes Buchgeschenk mit einer Postkarte aus Südamerika prämiert.
  17. Zurück zum Thema Russland. In Bolivien spielte ein Busfahrer kürzlich doch tatsächlich dieses Lied:

 

 

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Weihnachtskind

Nepomuk nahm so selbstverständlich den Platz als Hauptattraktion der Feier ein, wie wenn diese nur für ihn einberufen worden wäre. Die Augen aller Frauen richteten sich auf ihn, während die Augen der Männer zwischen ihren jeweiligen Frauen oder Freundinnen und Nepomuk hin- und herglitten, beunruhigt angesichts der überspringenden Funken. Wenn der junge Mann schon bei seinem ersten Auftritt diese Wirkung hatte, war der Anziehungskraft, die er im Laufe der Zeit entwickeln würde, mit Sorge entgegenzusehen.

Die Frauen waren so außer sich vor Entzücken, dass sie alle Regeln des Anstands vergaßen. Um Nepomuks Aufmerksamkeit buhlend fielen sie sich gegenseitig ins Wort. Vor Aufregung konnten sie kaum mehr als zusammenhanglose Wörter stammeln. Wieder und wieder stellten sie die gleichen Fragen. Sie waren so eingenommen von Nepomuks äußerer Erscheinung, dass ihnen nicht auffiel, dass er nicht gerade das hellste Licht am Tisch war und dass er kaum eine anständige Konversation aufrecht erhalten konnte. Die Damen machten Fotos wie wenn er ein Popstar wäre und nahmen ihre Augen nur von ihm, um ihre Gläser mit Punsch nachzufüllen, dessen Konsum sie mit fortschreitendem Abend in einen zunehmend beschwipsten und verträumten Zustand versetzte.

Nepomuk war noch nicht einmal ein Jahr alt. Er war im Februar zur Welt gekommen, und dies war das erste Weihnachten, an dem Lisa und Johannes ihn seinen Onkeln und Tanten, seinen Großeltern, Cousins und Cousinen vorstellten. Die Mitglieder der Familie hatten sich aus Niederbayern in alle Winde verstreut, um Karriere zu machen, Arbeiten ohne Aussicht auf Karriere auszuüben und um Beziehungen einzugehen. Sie trafen sich nur einmal im Jahr, jedes Weihnachten. Und dazwischen alle paar Jahre für eine Beerdigung. 2003 war Großvater Hubert am 19. Dezember gestorben. Das war praktisch gewesen für diejenigen, die eine lange Anfahrt hatten.

Johannes lag bezüglich seiner Popularität weit abgeschlagen hinter Nepomuk. Aber immerhin war er zweiter. Schließlich war er der Vater. Er hatte dieses kleine Ding erschaffen, und obwohl es Lisa war, die ihn ausgetragen hatte, gehörte Johannes zur Familie und sie nicht. Sie waren (noch) nicht verheiratet, was komisch, ja sogar verdächtig war. Zumindest war es das gewesen bis Nepomuk auftauchte. Jetzt waren sie schon mehr so etwas wie eine Familie. Dennoch war es irgendwie falsch. Großmutter fragte, „was Großvater wohl dazu sagen würde, dass die jungen Leute alles in der falschen Reihenfolge angehen“, und ließ dabei – wie immer – die Möglichkeit außer Betracht, dass Hubert zwischen 2003 und jetzt seine Meinung geändert haben könnte, wenn er noch am Leben wäre. Johannes musste Fragen nach einer bevorstehenden Verlobung abwehren und gleichzeitig Lisa verteidigen, denn seine Familie gab natürlich ihr die Schuld für diesen unmoralischen Zustand. Sie war aus München, und jeder wusste, dass die Leute aus der Stadt mehr Sünden begingen als auf eine Kuhhaut gingen.

“Das hat keine Priorität für uns.” Je öfter er den Satz wiederholte, umso mehr betonte Johannes das “für uns”.

“Dadurch ändert sich doch nichts.”

“Es kostet zu viel.” Praktische Gründe zogen am besten.

“Wenigstens haben wir ein Kind.” Johannes wusste, dass er in der Verteidigung seiner familiären Situation zu weit gegangen war, als sich alle Augen auf seine Schwester Sandra richteten. “Nicht schon wieder”, dachte Sandra, sagte aber nichts. “Entschuldigung”, gab Johannes ihr durch Blicke zu verstehen. Zu spät. Sie war die einzige Erwachsene am Tisch, die kein Kind hatte. Selbst manche der Jugendlichen waren schon verfrüht schwanger gewesen, aber wenn man seine Blödheit in die richtigen Eileitern lenkte, wurde sie in jener Familie nicht nur entschudigt, sondern frenetisch gefeiert.

Sandra war 29 Jahre alt und arbeitete am Empfang des Krankenhauses in Straubing. Sie sah jeden Tag genug kranke Kinder, um keine eigenen zu wollen. Sie sah genug schwangere Frauen, um diesen chaotischen biologischen Zustand nicht schönzureden. Und ehrlich gesagt hatte sie auch gar keine Zeit für eine Beziehung. Sie arbeitete jede Woche eine andere Schicht und schlief die meiste verbleibende Zeit.

“Wie alt bist Du jetzt, Sandra?” Wäre sie mehr auf Zack gewesen, hätte sie darauf hinweisen können, dass es mit zunehmender Lebenserwartung nicht mehr notwendig ist, so früh Kinder zu bekommen wie einst im 18. Jahrhundert.

“Hast Du einen Freund?”

“Warum nicht?”

“Gibt es keine feschen Ärzte auf der Arbeit?” Seit sie den Job im Krankenhaus gefunden hatte, war es der Traum ihrer Eltern gewesen, einen Arzt zu heiraten. In den Augen ihrer Familie wäre dies prestigeträchtiger als wenn sie selbst Medizin studierte. Ihren Eltern zu erklären, dass Frauen mittlerweile unabhängig von Ehepartnern als vollwertige Menschen galten, wäre vergebene Feministenmühe gewesen. Bezüglich aller Entwicklungen seit der Aufklärung (diese inbegriffen) waren Hopfen und Malz verloren, für dessen Anbau und übermäßigen Konsum besagte Provinz berühmt war.

“Findest Du nicht, dass Nepomuk süß ist?” Nicht wenn er nachts das Bett vollkotzt.

“Es wäre doch schön, wenn er einen Cousin hätte.”

“Du solltest nicht zu lange warten, sonst wird der Altersunterschied zu groß.” Ganz zu schweigen von der geographischen Entfernung zwischen den Orten, an denen sie aufwuchsen würden, was allzu häufige Begegnungen zwischen Nepomuk und seinem hypothetischen Cousin eher unwahrscheinlich machte.

“So schlecht siehst Du gar nicht aus, weißt Du?” Danke. “Ich kann mir vorstellen, dass Du jemanden findest, wenn Du es versuchst.”

Wenn Sandra europäische Geschichte der Neuzeit studiert hätte, wäre ihr aufgefallen, dass ihre Familie wie eine faschistische Gesellschaft funktionierte. Ohne reproduktiven Beitrag würde sie nie als vollwertiges Mitglied akzeptiert werden. Da sie jedoch gar nichts studiert hatte und sich in die kruzifixbehängte Ecke gedrängt fühlte, entschied sie sich, beim nächsten Weihnachten alle zu überraschen.

Im darauffolgenden Oktober kam ein Mädchen zur Welt. Es war ein hässliches Kind.

Christkind

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Alternativmedizin

Wenn mir das Geld ausgeht, muss ich manchmal etwas langweiligere Arbeiten annehmen. Letzte Woche transkribierte und übersetzte ich Interviews mit Patienten, die Biopharmazeutika zur Behandlung von Krankheiten bekamen, die mir doch recht ernsthaft erschienen.

Auf die Frage nach dem schlimmsten Aspekt der Behandlung antwortete ein junger Mann, dass er es hasse, stillsitzen zu müssen, während er eine Infusion verabreicht bekommt: „Diese zwei Stunden sind vollkommen verloren. Ich kann währenddessen nicht arbeiten. Ich kann nicht einmal telefonieren, weil ich meinen Arm stillhalten muss. Meine Kunden können mich nicht erreichen, und ich muss alles delegieren und organisieren. Es ist schrecklich!“

Er bekam diese Infusion alle sechs Wochen. Übers Jahr gesehen „verlor“ er also 17 Stunden. 17 Stunden, um am Leben zu bleiben und, solange das Medikament wirksam bleibt, ein Leben ohne größere Probleme führen zu können.

Mir scheint, viele Menschen sind nur deshalb Workaholics weil sie nicht wissen, was sie sonst mit ihrem Leben anfangen sollen. Wenn Du nicht zwei Stunden lang ein Buch lesen oder anhören kannst, wenn Du nicht zwei Stunden lang Brahms oder die Beatles hören kannst, wenn Du keine Freunde hast, die Dich zum Arzt begleiten, um sich mit Dir während der Zeit zu unterhalten, wenn Du nicht einfach mal stillsitzen und träumen kannst, dann empfinde ich Mitleid anstatt der Bewunderung, die der ach so erfolgreiche Geschäftsmann zu verdienen glaubt.

Wenn Du an einer schweren Krankheit leidest und Deine größte Sorge ist es, dass Deine Kunden Dich für zwei Stunden nicht belästigen, dann stimmt etwas mit Deinen Prioritäten nicht.

Es ging übrigens um eine Krankheit, von der manche sagen, dass Stress einer der Faktoren ist, der zu einem ausgeprägteren Verlauf führt. Es wäre schön, wenn Ärzte nicht nur Medizin, sondern auch lange Spaziergänge im Wald (natürlich ohne Telefon) oder die Lektüre eines Romans verschreiben könnten. Der Zauberberg würde sich eignen.

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„Wieviel Zeit muss ich denn noch hier vergeuden, Herr Doktor?“

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Was machst Du an Silvester?

Es scheint wieder diese Jahreszeit zu sein, in der nach den Kalendarien mancher Kulturen die Welt zu einem Ende kommt. Nein, ich meine nicht so dramatisch wie im fehlinterpretierten Maya-Kalender. Ich beziehe mich auf jene Kalender, die nur 12 Monate aufweisen und von denen man sich dann einen neuen kaufen muss. Das Unternehmen, das diesen so begrenzten Zeitraum in seinen Kalendern am 31. Dezember enden lässt, scheint besonders viele Kunden zu haben, denn gerade jetzt bekomme ich wieder häufiger die Frage gestellt: „Was machst Du an Silvester?“

Dabei habe ich noch nie verstanden, was an jenem Tag so besonders sein soll. Am Tag darauf ist auch ein Tag, genauso lang oder kurz, kalt oder warm wie der Tag zuvor.

Wie eingeengt muss ein Leben sein, in dem man das, was man machen will, auf den letzten Tag des Jahres aufschiebt? Oder geht es eher um die Langweiligkeit des Lebens? In einem halbherzigen Versuch, dieser zu entkommen, denken Leute, die 364 Tage das selbe machen, dass sie am 365. Tag mal was anderes machen sollten. Dann kommen sie auf super-spannende Aktivitäten wie sich mit Freunden treffen oder in ein Restaurant gehen. Na, das ist aber kreativ! So etwas gab es ja noch nie.

Vielleicht ist die Art, wie Menschen Silvester verbringen, doch ein gutes Symbol für ihr übriges Leben. Und so treffen sich Jahr für Jahr die gleichen Leute mit den gleichen Freunden am gleichen Ort für die gleichen Aktivitäten. Ein Jahr voller Routine klingt aus mit Routine, bevor es am nächsten Tag mit Routine weitergeht. Wenn Ihr dieses Jahr mit Euren Freunden an Silvester zusammensitzt, holt doch Eure Terminkalender für 2017 und 2018 heraus und verabredet Euch schon für die kommenden identisch zu verbringenden Jahresenden.

Was mache ich also am 31. Dezember 2016? Ich weiß nur, dass ich dann am Titicaca-See sein werde. Was ich genau mache, kann ich zwei Wochen vorher unmöglich sagen. Ich weiß ja noch nicht einmal, wie das Wetter sein wird; geschweige denn wie ich mich fühlen werde. Vielleicht verpasse ich das angebliche Jahresende sogar, denn manchmal sehe ich einige Tage gar nicht auf den Kalender oder auf die Uhr. Wenn alle anderen um Mitternacht den Himmel und sich selbst die Birne vollknallen, schlafe ich oft schon.

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Es geht mir nicht nur um die Absurdität, sein Leben von einem vor Jahrhunderten arbiträr festgesetzten Datum regulieren zu lassen. Vielmehr besorgt mich das Gesellschaftsbild, das von den Neujahrsfeiernden propagiert wird. Seine Individualität aufzugeben, blind der Masse zu folgen, immer nur das gleiche zu machen wie alle anderen – so fängt es immer an. Wer heute feiert weil alle feiern, macht morgen gedankenlos beim Völkermord mit. Heute Fasching, morgen Faschist.

Wehret den Anfängen!

Übrigens ergeben auch Neujahrsvorsätze keinen Sinn. Wenn Ihr etwas ändern wollt, könnt Ihr das genauso gut im Mai oder im Oktober machen.

(Dieser Artikel erschien ein Jahr später im Freitag.)

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Ab nach Afghanistan!

Gute Nachrichten: Laut Innenminister Thomas de Maizière ist Afghanistan jetzt sicher. Sicher genug, um abgelehnte Asylbewerber dorthin abschieben zu können. Der Innenminister hatte sich davon bei seinem letzten Besuch in Kabul selbst überzeugen können, als während seines Besuchs nur ein paar Kilometer entfernt ein Selbstmordattentäter 20 Menschen tötete. Kabul ist halt nicht Karlsruhe, aber statistisch besteht auch in Afghanistan eine Überlebenschance.

Auch für mich sind das gute Nachrichten, denn ich war schon mal auf dem Weg nach Afghanistan, wurde damals allerdings im Iran aufgehalten. Das alte Visum für Weihnachten 2008 gilt zwar nicht mehr, aber es war auch nicht gerade eines der Visa, an die zu gelangen besonders schwer gewesen wäre.

Afghanistan tourist visa

Jetzt weiß ich also, wohin die nächste Reise geht.

Danke, Herr de Maizière! Allerdings wäre es nett, wenn Sie Ihren Kollegen beim Außenministerium Bescheid gäben. Die machen nämlich in ihrer Reisewarnung noch immer auf Panik:

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden.

In ganz Afghanistan besteht ein hohes Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Landesweit kann es zu Attentaten, Überfällen, Entführungen und andere Gewaltverbrechen kommen.

Im Januar 2016 gab es in unmittelbarer Nähe des Flughafens Kabul eine heftige Detonation, bei der über 50 Zivilisten verletzt wurden. Im April 2016 wurden bei einem Anschlag gegen ein Regierungsgebäude in Kabul 80 Menschen getötet und über 340 teilweise schwer verletzt.

Nach dem Ende der internationalen militärischen Unterstützungsmission ISAF haben die afghanischen Sicherheitskräfte landesweit die Sicherheitsverantwortung übernommen, sehen sich jedoch einer starken Insurgenz gegenüber und haben die Lage nicht überall unter Kontrolle.

Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Von Überlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden müssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu übernachten.

Afghanistan ist seit vielen Jahren Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen und gilt als eines der Länder mit hoher Gefährdung durch Landminen. Anschläge, z.B. durch „improvised explosive devices“ (IEDs) können darüber hinaus jederzeit Fußgänger, Fahrrad- und Kraftfahrer landesweit bedrohen. Ohne ausreichende Ortskenntnisse können Wanderungen und Überlandfahrten lebensgefährlich sein und sollten dringend unterbleiben.

Hm. Diese abgeschobenen Asylbewerber, wohin sollen die eigentlich? Schon am Flughafen können sie Opfer eines Terroranschlags werden, sie dürfen nicht über Land fahren, sie können nirgendwo geschützt werden. Die „von professionellen Reiseveranstaltern organisierten Einzel- oder Gruppenreisen“ wird sich kaum jede Familie für den Schulweg ihrer Kinder leisten können.

Das Innenministerium weist darauf hin, dass es auch in Afghanistan sichere Gebiete gäbe. Das mag auf das eine oder andere Dorf temporär zutreffen, ist aber so hilfreich wie wenn man 1944 einem deutschen Flüchtling gesagt hätte, dass es in der Oberpfalz ein paar Dörfer gäbe, die noch nicht bombardiert wurden.

Ich würde mal folgende Faustregel aufstellen: Wenn die Bundeswehr in einem 15-jährigen militärischen Einsatz mit bis zu 5300 gleichzeitig stationierten Soldaten und mit Unterstützung anderer NATO-Partner nicht mal einige Provinzen im (zu Beginn des Einsatzes weitgehend talibanfreien) Norden Afghanistans kontrollieren kann, dann ist eine unbewaffnete afghanische Familie, die die letzten Jahre in Bremen oder in Bad Hersfeld gelebt hat, so gut wie tot.

Aber jetzt zurück zu meiner eigenen Reiseplanung. Macht Euch keine Sorgen. Wenn es brenzlig wird, gehe ich einfach zum deutschen Generalkonsulat in Masar-e Scharif. Man hat sich ja nicht umsonst bei der Geburt für einen deutschen anstatt für einen afghanischen Pass entschieden. (Das war damals wirklich klug von mir.) Oh, was höre ich da? Das besonders geschützte deutsche Konsulat in der von der Bundeswehr befriedeten und absolut sicheren Vorzeigestadt Masar-e Scharif wurde letzten Monat Opfer eines Bombenanschlags und wurde zeitweise von Taliban gestürmt. Na sowas.

dt-konsulat

Ganz aktuell hat das Bundesverfassungsgericht heute entschieden, dass zumindest eine der geplanten Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen ist. Die Abschiebung war vor 30 Monaten angeordnet worden. Dazu das BVerfG:

Dies könnte wegen der Fülle neuer Erkenntnismittel zu Afghanistan die verfassungsrechtlich erforderliche Aktualität der Tatsachengrundlage für eine Abschiebung in Frage stellen.

Mit anderen Worten: Wenn es Mitte 2014 mal irgendwo in Afghanistan kurzzeitig sicher war (damals bestand noch das ISAF-Mandat), ist dies keine ausreichende Grundlage, um jemanden Ende 2016 nach Afghanistan abzuschieben, ohne sich den Fall erneut anzusehen. Dass der Beschwerdeführer damit bis zum Bundesverfassungsgericht gehen musste, zeigt dass bis dahin kein Verwaltungsgericht und keine Behörde diese Einsicht teilte. Und Deutschland will Afghanistan den Rechtsstaat erklären.

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Wie soziale Medien die Welt besser machen

Treffen sich zwei Städte.

Sagt Srebrenica: „Ich hatte so ein Pech, dass mein Massaker schon 1995 stattfand. Ein paar Jahre später, und das Internet hätte uns gerettet. Meine Bewohner hätten die Welt über Facebook und Twitter auf die Belagerung und die Gefahr des Völkermords aufmerksam machen können. Dann wäre uns die Weltgemeinschaft sicher zur Hilfe gekommen. Notfalls müssten wir halt unsere Kinder und Katzen in die Kamera halten und die Videos auf YouTube stellen. Das wäre zwar irgendwie verzweifelt, vielleicht sogar kitschig, aber unberührt würde das niemanden lassen. Schade, dass diese sozialen Medien zu spät für uns kamen. Wir könnten alle noch am Leben sein.“

Antwortet Aleppo: „Ach, du naives …“

Bombenlärm. Explosionen. Hilfeschreie, analog, digital, multimedial.

Aber niemand hört hin. Die Welt feiert Weihnachten und twittert sich Fotos von Glühwein und Geschenken.

Aleppo, Syria - 07/12

„Tut mir leid, Jungs. Wir haben unser Internet verloren. Jetzt kann uns niemand mehr helfen.“

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Unsortierte Gedanken (5)

  1. – „Wie kannst Du Dir das ständige Reisen leisten?“ – „Ich habe noch nie ein Produkt von Apple gekauft.“
  2. Ein Fernwanderweg vom Schwarzen zum Kaspischen Meer hört sich nach einer guten Idee an. Er ist allerdings noch in Arbeit.
  3. Aber schon jetzt könnte man in Europa jahrelang wandern. map_of_the_european_long_distance_paths
  4. Ich bin anscheinend nicht der Einzige, der übers Internet arbeitet. Ein Gutes hat die Technik also doch.
  5. Nach meiner Geschichte über das peruanische Mädchen haben manche von Euch gefragt, was Chicha ist. Wikipedia erklärt das besser als ich es könnte. Ich habe dieses Getränk zum ersten Mal in Bolivien probiert, wo es aus Pfirsichen gemacht wurde und nicht zu stark war. Derjenige aus der Erzählung war deutlich stärker. Zu stark für mich, aber immer mehr Kinder kamen vorbei und zeigten Interesse. Ich bot ihnen einen Schluck an, und sie leerten den ganzen Krug in einer Minute. Ein Junge füllte immer wieder nach und kippte sich drei Tassen hinter die Binde. Ob die Eltern in jener Nacht ein verändertes Verhalten ihrer Kinder bemerkten?By Edward John Allen
  6. Mandy Raasch, die mit einem Van durch Europa fährt und darüber einen sympathischen Blog schreibt, hat meinen Artikel über die Finanzierung einer Weltreise in die Liste ihrer Lieblingslinks aufgenommen.
  7. Ich bin ein Athlet, der gefangen ist im Körper eines Kuchenliebhabers.
  8. Antwort an eine Freundin, die mir einen Artikel auf Russia Today (RT) über die „Befreiung von Aleppo“ schickte: „Ein guter Tipp für Kriege: Beziehe Deine Nachrichten nicht aus den Regierungssendern einer der kriegführenden Parteien, insbesondere wenn dieses Land mehr für seine Kriegsverbrechen als für freie Presse bekannt ist.“
  9. In Brasilien haben 99% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund.
  10. Der Geheimbund Illuminati heißt im Spanischen Iluminados de Baviera. Wer aus Bayern ist, verschweigt das in Südamerika also besser, denn es führt zu waghalsigen Assoziationen.
  11. Schon wieder hat ein Kunde gefragt, warum ich „company name“ mit „Firma“ anstatt mit „Firmenname“ übersetzt habe. Nach § 17 I HGB ist die Firma der Name, weshalb „Firmenname“ doppelt gemoppelt, pleonastisch, überflüssig und falsch wäre.
  12. Anhand solcher Kleinigkeiten kann man oft erkennen, ob ein Artikel oder eine Website von einer kompetenten Person verfasst wurde. Wenn Ihr über „Firmenname“ oder „§ 5 Grundgesetz“ stolpert, könnt Ihr aufhören zu lesen.
  13. Alles Gute zum 60. Geburtstag, lieber Bundesnachrichtendienst! Zu diesem Anlass wollen wir nochmal dankend an den deutschen Beitrag zur Befreiung des Irak erinnern.

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Weihnachtsvideo: Treevenge

Ich selbst glaube ja nicht an Weihnachten, aber dennoch habe ich hier ein liebevolles Weinachtsvideo für Euch:

Vielleicht könnt Ihr das mit dem Bäumeabschlagen dieses Jahr mal sein lassen.

Schließlich gibt es Alternativen, wie diese für Bücherwürmer:

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