Die Deutsche Bahn will nicht, dass Ihr von diesen Spartipps erfahrt: ICE-Reisen bis zu 80% billiger

Nun gut, wenn tatsächlich das 49-Euro-Ticket kommt, dann braucht man eigentlich gar keine Spartipps mehr. Aber es gibt ja noch die Leute, für die der Regionalverkehr nicht gut genug ist und die lieber schnell und exklusiv mit dem ICE reisen.

Ich persönlich frage mich zwar immer, was man mit den ersparten zwei Stunden macht, vor allem weil ich im Bummelzug ebenfalls lesen kann und deshalb die Zeit keine verlorene ist. Aber vielleicht sind das so superproduktive Erfolgstypen, die in zwei Stunden mal schnell eine Dissertation in Ägyptologie schreiben. Oder ganz traurige Seelen, für die Zeit Geld ist.

Trotzdem: Für die ICE-Freunde unter Euch habe ich einen Wahnsinns-Spartipp! Eigentlich sogar zwei oder drei.

Ich hatte schon öfter darauf hingewiesen, dass man gegenüber den von der Deutschen Bahn berechneten Preisen ganz gewaltig sparen kann, wenn man die Fahrscheine bei einer günstigeren Bahngesellschaft im Ausland kauft. Das sind, ganz dem Klischee und den Erwartungen entsprechend, oft die osteuropäischen Eisenbahnen.

Lasst mich das an einem aktuellen Beispiel demonstrieren: Am kommenden Wochenende will ich von Budapest (Ungarn) nach Amberg (Deutschland) fahren.

Also gucke ich auf der Seite der Deutschen Bahn nach, weil ich da ein Kundenkonto habe und leicht und schnell buchen kann. Nur leider, die Preise, so angemessen sie für eine zügige Fahrt über 700 km objektiv sein mögen, übersteigen mein stets knappes Budget.

Also sehe ich, weil ich schon in Ungarn bin, für die gleichen Züge am gleichen Tag bei der ungarischen Bahngesellschaft MAV nach. Die haben sogar eine deutschsprachige Internet-Seite.

Und siehe da: Genau der gleiche Zug, am gleichen Tag, zur gleichen Uhrzeit, genauso schnell, genauso gemütlich, genauso sicher, kostet bis zu 80% weniger!

Da ist ja klar, bei wem ich gebucht habe. Ehrlich, bei 32 Euro für 700 km im blitzschnellen Railjet und ICE, da fahre nicht einmal ich per Anhalter. Vor allem bei dem kalten Novemberwetter und dem frühen Sonnenuntergang. Es gibt nämlich nichts Blöderes, als bei Sonnenuntergang an irgendeiner Kreuzung zu stehen und nicht mehr wegzukommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Internet-Buchung bei MAV – oder aus früheren Erfahrungen bei der tschechischen, polnischen oder ukrainischen Staatsbahn – ist auch nicht komplizierter als bei der Deutschen Bahn. Ich bin aber lieber zum Schalter gegangen, weil es in Ungarn so schöne Bahnhöfe gibt. Und weil ich ein bisschen altmodisch bin.

Bei der Fahrt ins Ausland könnt Ihr natürlich auch das Ticket im Zielstaat buchen. Niemand kann Euch zwingen, dass Ihr, nur weil Ihr in Deutschland lebt, bei grenzüberschreitenden Verbindungen bei der Deutschen Bahn bucht. Das ist dieser famose europäische Binnenmarkt.

Nun fragt Ihr Euch: „Was bringt mir das, wenn ich nicht nach Osteuropa will?“

Und jetzt kommt mein Superspartipp: Ihr könnt dieses innereuropäische Preisgefälle auch nutzen, wenn Ihr nur innerhalb Deutschlands unterwegs seid.

Nehmen wir beispielsweise an, Ihr wollt an diesem Wochenende einmal quer durch Deutschland, von Passau nach Kiel.

Bei der Deutschen Bahn kostet das für die angefragten Uhrzeiten um die 150 Euro. Ziemlich happig.

Da fällt uns ein, dass durch Passau ja auch der Zug aus Wien nach München fährt.

Also schauen wir bei den österreichischen Nachbarn, wie viel diese Verbindung kostet, wenn sie schon in Wien startet. Wie gesagt, das sind immer genau die gleichen Züge. Aber die ÖBB ist nur unwesentlich günstiger als die Deutsche Bahn, so dass man sich kaum etwas spart. – Wobei es eigentlich frappierend ist, dass die gleiche Strecke plus einmal quer durch Österreich nicht mehr kostet als allein die Fahrt durch Deutschland, oder?

Aber wir wollen richtig sparen. Mindestens die Hälfte. Also sehen wir interessehalber bei der ungarischen Bahn nach.

Und siehe da – potzblitz- die Fahrt von Budapest durch halb Ungarn, durch ganz Österreich und durch ganz Deutschland bis nach Kiel kostet weniger als die (gleiche!) innerdeutsche Fahrt bei der Deutschen Bahn. Und zwar nur ein Drittel!

Diejenigen, die nicht mit besonderer Kreativität gesegnet sind, fragen jetzt: „Was bringt mir das, wenn ich nicht in Budapest bin?“

Aber das ist ja das Tolle: Ihr könnt das Ticket bei der ungarischen Eisenbahn kaufen, ausdrucken und damit in Passau in den Zug steigen. „Easy peasy, lemon squeezy“, wie erfahrene Interrailer sagen.

Weil ich ziemlich im Osten Bayerns wohne, kaufe ich meine Tickets für Deutschlanddurchquerungen z.B. oft bei der tschechischen Bahn und tue so, wie wenn ich meine Fahrt in Pilsen begonnen hätte, steige in Cham, Schwandorf oder Amberg ein und fahre zum ganz persönlichen Sparpreis nach Aachen oder Flensburg oder Peenemünde.

Wer eher im Westen wohnt und z.B. in den Osten muss, für den lohnt sich womöglich ein Blick auf die Seite der tschechischen oder der polnischen Bahn. Dann kauft Ihr eben keinen Fahrschein von Stuttgart nach Berlin, sondern von Stuttgart nach Danzig. Und in Berlin steigt Ihr einfach aus. – Das Schöne an der Eisenbahn gegenüber dem Flugverkehr ist ja gerade diese Flexibilität und Freiheit. Niemand hat Euer Gepäck in Geiselhaft, um Euch zu zwingen, sich an eine einmal getätigte Buchung zu halten.

Für Fahrten nach Wien lohnt sich eigentlich immer der Blick auf die ungarische bzw. die rumänische Staatsbahn. Einfach das Ticket für ein paar Stationen weiter kaufen, riesig sparen, und in Wien aussteigen.

Aber auch mit der Deutschen Bahn selbst kann man sparen! Und zwar wenn Ihr in Ländern unterwegs seid, die noch teurer sind als Deutschland, also vor allem Skandinavien. Ich musste z.B. mal von Schweden nach Dänemark. Die Eisenbahn in Schweden ist so etwas von sündhaft teuer, das ist praktisch ein Luxusobjekt. Also habe ich einen Fahrschein von Stockholm nach Flensburg gekauft. Die Route führt durch Kopenhagen, wo ich ausgestiegen bin. – Glaubt mir, da hält einen niemand fest oder so. Die Bahnen sind ja selbst froh, wenn ein Sitz früher frei wird.

Und wenn Euch das alles zu kompliziert ist, dann habe ich eine gute Nachricht: Wenn Ihr auf solche Spartipps nicht angewiesen seid, dann geht es Euch finanziell gut. 😉 Und dann könnt Ihr diesen nützlichen Blog gerne mit einer kleinen Spende bedenken. – Dafür gibt es regelmäßig Eisenbahngeschichten aus aller Welt, von Kanada bis Bolivien, von Schweden bis in die Ukraine und irgendwann hoffentlich von der längsten Zugreise der Welt.

Sogar mit Videos:

Noch günstiger wird es nämlich, wenn Ihr auf einen Güterzug klettert. Aber das ist ein anderes Thema, für einen anderen Artikel. Denn die Zielgruppe dürfte sich kaum mit den Reisenden überschneiden, die im ICE möglichst schnell durchs Land rasen müssen. Beim Train-Hopping weiß man ja vorher nicht, wohin der Zug fährt. Und so kann es passieren, dass man ans Mittelmeer will, aber in Murmansk landet. Und erfriert.

So oder so, ob Vollpreis oder Sparpreis, ob Personenzug oder Güterzug, ich wünsche allzeit gute Fahrt!

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Mit der Eisenbahn in den Sonnenuntergang

Fotografiert am Bahnhof von SzékesfehérvárUngarn.

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Oh, wie schön ist Panama!

Zumindest im deutschsprachigen Raum hat Panama durch Janosch eine ziemlich gute Publicity. Auch mich hat das Buch nachhaltig geprägt.

Selbst General Noriega und seine Drogendeals, der Schneider von Panama – ein schlechter Abklatsch von unserem Mann in Havanna – oder die dubiosen Briefkastenfirmen konnten das Image des mittelamerikanischen Staates nicht wirklich beschädigen.

Aber nun ist es so, dass Panama, dieses Sehnsuchtsziel seit Kindertagen, zwar über einen stolzen Kanal und sogar eine Eisenbahn durch das ganze Land verfügt, aber ohne teure Yacht, unerschwingliches Containerschiff oder umweltzerstörendes Flugzeug kaum zu erreichen ist.

Ich war mal in Kolumbien und dachte mir: „Ach, das ist ja nur ein kurzer Spaziergang durch den Dschungel.“

Schnell musste ich feststellen, dass das der undurchdringlichste Dschungel der Welt ist. Überall stößt man auf Skelette von Menschen, Pferden und Autos.

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Ich bin sehr stolz darauf, dass ich, obwohl ich ein professioneller Weltreisender bin, seit zweieinhalb Jahren nicht mehr geflogen bin. Schließlich kommt man auch mit der Eisenbahn ziemlich weit.

Und wenn man sich aus Umweltgründen das Fliegen abgewöhnt hat, merkt man erst, wie entspannend, ja regelrecht luxuriös die meisten alternativen Fortbewegungsmittel sind.

Nur bringt einen leider keines davon nach Panama. 😦

Deshalb war ich hoch erfreut, als ich jetzt in Ungarn, genauer gesagt in der Stadt Székesfehérvár, immerhin auf Klein-Panama gestoßen bin:

Na, das sieht doch fast genauso exotisch und ansprechend aus wie das Original, oder nicht?

Überhaupt finde ich es sehr löblich von der sozialistischen Stadtplanung, die Lücken zwischen den gemütlichen Wohnblocks abwechselnd mit Kneipen, kleinen Läden, Friseursalons, Blumengeschäften und Kinderspielplätzen zu füllen. So hat man alles, was man braucht, in fußläufiger Entfernung vom trauten Heim und muss für nichts davon ins Flugzeug oder ins Auto steigen und die Luft verpesten.

Die Kneipenbrüder von der Fassade sieht man übrigens auch noch in anderen Bars in Székesfehérvár herumhängen.

Bisher habe ich mich allerdings in keine der Spelunken getraut.

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Die größte römische Stadt, von der Ihr noch nie gehört habt: Gorsium

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Verloren stochere ich durch den Pusztanebel, irgendwo zwischen Balaton und Buda, zwischen Plattensee und Pest.

Hier eine überraschend romanische Kirche, da ein überraschend kommunistischer Stern auf dem Sowjetsoldatendenkmal, dort ein Fluss, in den hineinzustolpern ich im letzten Moment verhindern kann.

Und dann, als ich aus dem Dickicht trete, sehe ich, dass sich die Sonne langsam durch den Nebel kämpft. Und eine Stadt. Beziehungsweise Ruinen einer solchen, die zumindest heute Morgen unbewohnt zu sein scheinen. 

Der Nebel spürt, dass er verloren hat, dass ein kundiger Forscher, unserer reisender Reporter, der Nachfolger Indiana Jones’ ihm das Geheimnis an jenem Novembertag entreißen wird, und er verzieht sich so schnell, wie wenn er anderswo dringend gebraucht würde. Es wird von Minute zu Minute wärmer, sonniger, farbiger.

Und ich stehe da, greife mir an den Kopf und rufe immer wieder laut “Das gibt’s doch nicht!” Denn vor mir breitet sich eine Ruinenstadt aus, so groß, so weitflächig, so schön und vor allem so überraschend, hier, mitten im ländlichen Ungarn.

In meinem Geschichtsstudium versuche ich, die Antike so weiträumig zu umschiffen wie Magellan die Weltmeere. Aber ein paar Dinge bleiben halt doch hängen. Und weil die Inschriften auf den Dutzenden von Grabsteinen alle auf Lateinisch sind, tippe ich auf die Römer. 

Was viele nicht oder wenn, dann nur wegen meiner Artikel (Beispiel 1, Beispiel 2Beispiel 3) wissen, ist: Die Römer waren richtige Multikultis und nicht nur in Rom, sondern in ganz Europa, in Asien und in Nordafrika zuhause.

Dazu gehörte auch Pannonien, das im heutigen Ungarn liegt. Die Stadt, in die ich hier gestolpert bin, hieß Gorsium und später Herculia. Sie bestand vom 1. bis zum 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und wurde von etlichen Kaisern besucht. Wenn sie früher auch nur annähernd so schön war wie jetzt, dann verstehe ich durchaus, dass Trajan (der mit der Säule), Caracalla (der Brutale), Hadrian (“Die Mauer muss her!”) und Septimius Severus (der aus Afrika war und deshalb heute am ungarischen Grenzzaun abgewiesen würde) den weiten Weg auf sich nahmen.

Ab dem 5. Jahrhundert verzogen sich die Römer, überließen die Steppe den Hunnen, und Gorsium-Herculia verfiel. Erst im 20. Jahrhundert begannen die Ausgrabungen, und vielleicht ist Gorsium auch deshalb weniger bekannt als Pompeji, Palmyra oder sogar Trier, weil es bis 1990 auf der falschen Seite des Eisernen Vorhangs lag. Noch immer gibt es zu dieser beeindruckenden Ruinenstadt keinen Wikipedia-Eintrag auf Deutsch oder auf Englisch. Selbst im “Neuen Pauly” hat Gorsium nur ein paar Zeilen abbekommen.

Aber ein Besuch lohnt sich! Auch für Leute, die überhaupt nichts von römischen Gräbern, Säulen und Tempeln verstehen. Die Ausgrabungsstätte ist wie ein weitläufiger Landschaftspark angelegt, mit goldgelbem Herbstlaub, mediterranen Bäumen und gemütlichen Bänken, wie geschaffen für eine Lese- und Zigarrenpause. 

Und es lohnt sich wohl auch, in ein paar Jahren erneut herzukommen. Denn angeblich sind bisher nur 7% von Gorsium ausgegraben.

Und, was war für Euch bisher der überraschendste Ort auf der Welt, an dem Ihr auf die römische Geschichte gestoßen seid?

Praktische Hinweise:

  • Gorsium ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, zumindest offiziell. Weil das Gelände offen ist, kann man ja eigentlich immer reinspazieren.
  • Der Eintrittspreis beträgt 1200 Forint (= 3 Euro), wobei mich die Damen an der Kasse kostenlos reingelassen haben. Aber das funktioniert wahrscheinlich nur, wenn Ihr so sympathisch seid wie ich.
  • Von/nach Székesfehérvár, der nächsten größeren Stadt, fährt jede Stunde ein Bus. Die Haltestelle ist im Dorf Tác. Von dort ist es ein kurzer Fußweg nach Gorsium. (Vorsicht: Ich bin einer von den Leuten, die eigentlich immer und überall sagen, dass es “nur ein kurzer Fußweg” ist.)
Das ist die Bushaltestelle, an der Ihr aussteigen müsst. Oder einsteigen, je nachdem.
  • Oder Ihr nehmt den Zug nach Szabadbattyán und entweder von dort den Bus oder den Fuß-/Fahrradweg am Fluß entlang. Ich bin von Szabadbattyán (am Bahnübergang) getrampt, und schon nach wenigen Minuten hat mich jemand mitgenommen. 
  • Der Tabakladen in Tác (nicht weit von der Bushaltestelle) hat sogar Zigarren. Perfekt für ein paar schöne Stunden in Gorsium! Im Gedenken an die armen Römer, die den Tabak noch nicht erfunden hatten und deshalb ausstarben.

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Heizen oder nicht Heizen?

Das ist die Frage, die sich derzeit auf der Nordhalbkugel fast alle Menschen stellen.

Auch diese Katze hatte dazu eine klare Meinung und wartete sehnsüchtig auf den Beginn der Heizperiode.

Als ich ihr erklärte, dass ich die Heizung so lange wie möglich deaktiviert lassen möchte, und zwar sowohl aus ökologischen, finanziellen wie geopolitischen Gründen (vor allem hier in Ungarn, das mehr, statt weniger russisches Gas einkauft), fand die Katze schnell eine Ersatzlösung.

Und von da war es nur mehr ein kleiner Schritt zur gemeinsam entwickelten Lösung, um uns gegenseitig warm zu halten, ohne den russischen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.

Also, jammert nicht über die hohen Gaspreise. Holt Euch einfach eine Katze!

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Warum ich kein Erbrecht mache

Wahrscheinlich kennt Ihr das aus dem Mathematik-Unterricht: Alles läuft gut. Das Lernen geht Euch locker von der Hand. Ihr dünkt Euch schon ein Genie. Und dann kommt das eine Teilgebiet, wo plötzlich alles blockiert und der Verstand aussetzt.

Bei manchen ist es die Kurvendiskussion. Bei anderen ist es die Differentialrechnung. Oder die Interpolation kubischer Splines. Oder die Stochastik, wobei das mein persönliches Lieblingsgebiet war. Mein Gehirn setzte hingegen aus bei der topologischen Funktionsanalysis inverser Vektorräume und grundsätzlich bei jeder etwas komplexen Dreidimensionalität.

Damit war klar, dass ich niemals Architekt oder Pilot werden würde. Und vielleicht auch, warum mich die Luftkampfszenen von „Top Gun“ vollkommen kalt ließen.

Noch immer kann ich mich wunderbar anhand von zweidimensionalen Landkarten oder in der Landschaft orientieren, aber wenn ich in einem mehrstöckigen Haus ein paar Treppen hoch und runter gehe, habe ich keine Ahnung mehr, wo Norden oder Süden ist. Diesen Sommer war ich in Berlin, und ein Freund lud mich in den Bundestag ein. Er führte mich durch so viele Gänge und Flure und Aufzüge und Treppenhäuser und Tunnels, ich war mir gar nicht mehr sicher, ob wir noch in Berlin waren.

Im Bergbau sollte ich also besser auch nicht arbeiten. Obwohl das Gymnasium durchaus versuchte, uns das Extraktionsgewerbe schmackhaft zu machen und eine Exkursion nach Garzweiler organisierte. (Das war ein paar Jahre vor „Fridays for Future“.)

Im Vollbesitz der Selbsterkenntnis um meine Stärken und Schwächen studierte ich stattdessen Jura. An einer der hässlichsten Universitäten Deutschlands. Und leider auch eine dreidimensionale Universität, weshalb ich mich oft verlief. Die Universität Regensburg ist besonders tückisch, weil viele Vorlesungssäle tief im atombombensicheren Keller liegen und genauso aussehen wie die Tiefgarage.

Das ist übrigens ein Farbfoto. Wirkliche Farbtupfer kamen erst später, mit der Mülltrennung und den farbcodierten Abfallbehältern. Und die Blutspritzer, wenn sich wieder ein Kommilitone vom Dach stürzte.

Aber das Studium an sich lief super. Noch einfacher als in der Schule. Schließlich tat ich weitestgehend das, was mir schon immer großen Spaß gemacht hat: Lesen und Diskutieren.

Und nie mehr Schwimmunterricht oder Chemie! (Ich kann, selbst wenn sie mir am helllichten Tag über den Weg laufen, noch immer kein Neutron von einem Proton unterscheiden. Und Schwimmbäder meide ich wie der Teufel das Weihwasser.)

Wie überall gab es auch in Jura Fächer, die mehr Freude bereiteten (Verfassungsrecht, Völkerrecht, Rechtsgeschichte, US-amerikanisches Recht), sowie jene, die weniger begeisterten (Immobiliarsachenrecht, Baurecht, Wasserrecht, obwohl letzteres mit dem zunehmenden Ausdürren Deutschlands durchaus noch interessant werden könnte). Und natürlich hing auch viel von den Professoren ab. So kann Zivilprozessrecht viel spannender sein als Strafrecht, wobei ich insbesondere die Irrtumslehre nicht missen möchte.

Aber richtig schwer war nichts davon.

Auch Erbrecht nicht. Ganz im Gegentum, das Erbrecht gehört zu den eher einfachen Rechtsgebieten, finde ich.

Es ist schön übersichtlich kodifiziert, in den §§ 1922-2385 unseres leicht verständlichen Bürgerlichen Gesetzbuches. (Nur für Bauernhöfe gilt in manchen Bundesländern ein Sondergesetz.) Nicht so wie das Arbeitsrecht, wo man hier und da und dort nach Rechtsquellen suchen muss, und das Bundesarbeitsgericht ständig etwas Neues erfindet.

Es gibt klare Formvorschriften, weshalb Ihr keinesfalls auf die Idee kommen solltet, Euer Testament auszudrucken (§ 2247 I BGB).

Aber dann kam, nachdem ich mich als Rechtsanwalt selbständig gemacht hatte, der Praxisschock: Ich verstand die Sachverhalte nicht, die die Mandanten vertrauenswürdig und hoffnungsvoll an mich herantrugen.

Und ich verstehe es noch heute nicht, wenn Menschen von ihren Basen, Schwippschwagern, Gevatterinnen, Muhmen, bifurkativ-kollateralen Verwandten der ersten aufsteigenden Ordnung und patrilinear-agnatischen Vettern dritten Grades sprechen. Dazu kommen noch eine Menge Halbgeschwister, angeheiratete Verwandte und allfällige Trusts, die einst aus Steuerspargründen auf den Cayman-Inseln gegründet wurden und von denen niemand mehr weiß, wem sie überhaupt gehören oder ob nicht schon die ganze Mischpoche dem Trust gehört. Außerdem verwendet jeder die entfernteren Verwandschaftsbezeichnungen auf andere Art und Weise, so dass die Mandanten oft von Verwandtschaftsverhältnissen ausgehen, wo gar keine erbrechtlich relevante Verwandtschaft besteht. Oder umgekehrt: Die Menschen glauben, die Verwandtschaft habe sich gelöst, weil man schon zehn Jahre lang keinen Kontakt mehr hat, weil die Tochter einen Ausländer geheiratet hat oder der Bruder die WhatsApp-Familiengruppe verlassen hat. Und dazu kommen noch die Haustiere.

Alleine die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse zu eruieren, ist für mich genauso kompliziert wie dreidimensionale Mathematik. Ich sitze dann immer da und zeichne Linien und Pfeile, um irgendwas zu tun, aber eigentlich habe ich innerlich schon lange abgeschaltet.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich aus einer relativ kleinen und überschaubaren Familie komme.

Oder daran, dass man es im Erbrecht mit zwei eher unsympathischen Mandantengruppen zu tun hat: Denen, die Geld wie Heu haben, aber nicht davon lassen können. Und denen, die glauben, sie hätten Anspruch auf jemandes anderen Geld wie Heu. (Wobei, wie gesagt, im letzteren Fall höferechtliche Sonderregelungen greifen können.)

Die millionenschweren Alten (Fachbegriff: raffgierige Gruftis) haben oft sehr genaue Vorstellungen davon, wie ihre bemitleidenswerte Nachkommenschaft ihr Leben zu führen hat. Da soll dann der Sohn erst erben, wenn er Diplom-Ingenieur wird, aber nur falls er das elterliche Unternehmen weiter betreibt, ohne jedoch den Standort zu verlagern, den Betrieb zu schließen, Mitarbeiter zu entlassen oder das selbst entworfene Firmenlogo zu verändern. (Wiederum kein Gedanke an die Möglichkeit, dass die Produkte des Unternehmens in 20 Jahren vollkommen obsolet sein werden.) Und die Tochter soll erst erben, wenn sie geheiratet hat, aber nur einen Mann, der Arzt oder Rechtsanwalt ist oder zumindest aus dem Adel kommt, allerdings nicht von den Schwerin-Krosigks, denn das seien Kriegsverbrecher. (Wenn ich frage, ob eine gleichgeschlechtliche Ehe auch zählt, fallen die Eltern aus allen Wolken.) Und dann wollen sie noch eine Menge Anordnungen, was mit dem Haus, mit der Katze und dem Wochenendhaus am Gardasee passieren soll. Und, ganz wichtig, alle Enkelkinder müssen zweimal im Jahr das Grab besuchen und dort mindestens 15 Minuten in einträchtiger Stille und Ehrfurcht verbringen. Zu überprüfen vom Testamentsvollstrecker. Mit Stoppuhr.

Ich habe bei diesen Leuten immer das folgende Bild im Kopf:

Manche Leute können einfach nicht einsehen, dass irgendwann Schluss ist, und wollen ihr Testament dazu missbrauchen, auch nach dem Tod noch Macht und Einfluss auszuüben.

Überhaupt ist die Macht, die von Vermögen ausgeht, etwas äußerst Unangenehmes.

Bei Mandanten, die weit mehr als genug zum Leben haben, frage ich manchmal: „Wenn Sie wissen, wem sie was zukommen lassen wollen, wieso schenken Sie es denjenigen nicht einfach? Sie müssen damit nicht bis zum Tod warten.“

Manche scheinen ehrlich überrascht davon zu sein, dass man sich von Vermögen freiwillig trennen darf. Die haben ihr ganzes Leben so geschafft und gerafft, dass sie schon lange vergessen haben, wer im Verhältnis von Mensch und Materie eigentlich den Ton angeben sollte. Manchmal ist das Vermögen, und sei es nur ein hässliches Eigenheim, tatsächlich das, was diese Menschen als ihre „Lebensleistung“ betrachten. Sehr traurig.

Für mich hingegen ist es so: Wenn am Ende des Lebens noch Vermögen übrig ist, dann zeigt das, dass man zu viel gearbeitet oder zu wenig gelebt hat.

Jedenfalls hatte noch kein einziger Mandant eine gute Erklärung, warum er mit dem Verschenken lieber bis nach dem Tod wartet. Dabei kenne ich die Antwort: Die Alten nutzen ihr Eigentum, um sich noch Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten zu erpressen. Die haben Angst, vielleicht sogar berechtigte, ihre Aktienpakete frühzeitig aus der Hand zu geben und erkennen zu müssen, dass die bisherige heile Familienwelt nur geheuchelt war.

Letztere Gruppe (Fachbegriff: raffgierige Gören) informiert mich gerne, dass sie Häuser, Firmenanteile und Aktiendepots erben wird und möchte wissen, wie sie davon möglichst wenig an die Allgemeinheit und an ihre Geschwister abgeben muss.

Ich muss dann zuerst einmal Illusionen zerstören: „Ich würde an Ihrer Stelle nicht so sicher davon ausgehen, dass Sie überhaupt etwas erben.“

Die Antwort kommt mit der Selbstsicherheit der von Lebenserfahrung oder Vorstellungsvermögen nicht übermäßig Geplagten: „Doch, doch, mein Vater hat das schon klar angedeutet.“

Dann muss ich als Jurist Dinge erklären, von denen man denkt, dass sie wirklich kein Studium der Rechtwissenschaft erfordern:

„Erstens, solange niemand stirbt, erbt überhaupt niemand. Zweitens ist es nicht gesagt, dass Ihre Eltern vor Ihnen sterben. Drittens wissen Sie nicht, ob von dem Vermögen in einem etwaigen Erbfall noch etwas übrig sein wird. [Gerade die Kosten für Pflege im Alter werden vollkommen unterschätzt.] Und viertens können bis zum Erbfall noch weitere Erbberechtigte hinzutreten, z.B. durch neue Kinder oder Wiederverheiratung. Und fünftens, vielleicht überlegen es sich Ihre Eltern noch anders und vermachen alles dem Tierschutzverein.“

Die Antwort ist meist ein erstauntes Schweigen. Es ist schockierend, wie linear sich die meisten Menschen Lebensabläufe vorstellen. Manche basieren darauf millionenschwere Entscheidungen, sogar Unternehmensnachfolgen, ohne auch nur ansatzweise an die Alternativverläufe zu denken. Und wenn man sie damit konfrontiert, durchaus in hilfsbereiter Absicht, wollen sie es nicht hören.

Viele dieser Mandanten gehen dann sofort nach Hause und vergiften ihre Eltern. Aber Strafrecht mache ich auch nicht. Aus anderen Gründen.

Die Gesellschaft wäre gesünder, gerechter und ehrlicher, wenn es gar kein Erbrecht oder zumindest eine viel höhere Erbschaftssteuer gäbe. Schließlich leiden wir in Deutschland mittlerweile unter einer Vermögensungleichheit, die krasser ist als im mittelalterlichen Feudalismus. Über das Erbrecht nimmt diese Ungleichheit mit jeder Generation zu, denn die Nachkommen der Reichen pressen den Nachkommen der Armen immer höhere Mieten aus den Rippen. Im Englischen wird dieser feudalistische Hintergrund der Miete wenigstens nicht verschleiert, da heißt der Vermieter „landlord“.

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Eisenbahnreiseromantik

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Wenn ich von meinen Eisenbahnreisen um die Welt erzähle, von der Kanada-Durchquerung, der Fahrt im Orient-Express oder von der Fahrt fast bis zum Nordkap, dann glänzen die Leseraugen sehnsuchtsvoll. Manche tippen sogleich die Kündigung, um am nächsten Montag mit dem Vorortzug nicht in die Fabrik, sondern zu einer Zugreise um die Welt aufzubrechen. Andere hauen ihre ganzen Ersparnisse für das 49-Euro-Ticket auf den Kopf, um wenigstens einmal die Nord- oder den Bodensee zu erleben.

Aber dies ist ein realistischer Reiseblog. Deshalb möchte ich Euch nicht vorenthalten, dass eine Zugreise auch Momente umfasst, an denen Ihr an einem Oktobermorgen noch vor 6 Uhr am Bahnhof von Žiar nad Hronom in der Slowakei (deutscher Name des Ortes: Heiligenkreuz an der Gran) steht und auf den Zug nach Šurany (deutscher Name des Ortes: Schuran) sowie die aufgehende Sonne wartet.

Hier habe ich mal wieder gemerkt: Die Menschen, die am frühesten aufstehen, sind Eisenbahnbedienstete und Schüler. Und natürlich Reisende wie ich, die lieber früh aufbrechen, wenn sie dafür tagsüber bummeln und Pausen einlegen können.

Die Kombination aus Frühaufstehen, frischer Luft und niedrigen Temperaturen macht übrigens so richtig wach und frohgelaunt. Kann ich sehr empfehlen!

Und falls jemand zum Aufwachen unbedingt einen Kaffee braucht: Das Restaurant auf dem Bahnhofsvorplatz in Žiar nad Hronom hat natürlich auch schon um 6 Uhr geöffnet.

Die Eisenbahninfrastruktur ist in vielen Ländern Osteuropas nämlich um Längen besser als die in Deutschland. So lauten Öffnungszeiten der Fahrkartenschalter selbst an kleineren Stationen entweder „von 4 Uhr bis 23 Uhr“ oder zumindest „immer 30 Minuten vor Abfahrt eines Zuges“.

Und bei jeder Station, an der man vorbeifährt, tritt der Stationsvorsteher aus seinem schnuckeligen Heim, um den Zug, die Kollegen und die Passagiere zu begrüßen.

Ach, wie schön könnten wir es auch in Deutschland haben, wenn wir die volkseigene Bahn nicht jahrelang kaputtgespart hätten. Wenn wir dieses großartige Transportmittel, dessen Schienenstränge mehr zur Vereinigung unseres Vaterlandes beigetragen haben als Bismarck oder Helmut Kohl, nicht als Aktiengesellschaft, sondern als Einrichtung für alle Bürgerinnen und Bürger betrachten würden. In der Slowakei äußert sich diese menschenfreundliche Einstellung auch in der erschwinglichen Preisgestaltung (5 Euro für 100 km) mit kostenlosen Fahrten für Schüler, Studenten und Senioren (letzteres auch für EU-Bürger).

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Auf dem Dorf in Ungarn

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Einer der Aspekte, der mir am meisten am Housesitting gefällt, ist der Zufallsfaktor.

Manchmal werde ich in Großstädte wie WienBerlin oder Stockholm eingeladen. Orte, die jeder mindestens einmal im Leben besuchen möchte. Wo es eine Menge zu sehen gibt, mit einem reichhaltigen kulturellen Angebot, und wo man neue Leute kennenlernt. (Na gut, vielleicht nicht in Stockholm.) Städte, in denen sich niemand wundert, dass man dorthin fährt.

Aber genauso oft werde ich in kleine Dörfer eingeladen. Orte wie OberstenfeldVenta Micena oder Chastre. Gemeinden, von deren Existenz ich zuvor noch nie gehört hatte. Dörfer, die ich ansonsten niemals besucht hätte. Wo sich jeder fragt, was zum Henker ich dort mache.

Mir gefallen beide Katzegorien gleichermaßen, vor allem, wenn sie sich abwechseln.

“Das Wortspiel war zum Fremdschämen.”

Zuerst sauge ich das Großstadtleben auf, mit allem, was es zu bieten hat. Dann ziehe ich mich aufs Land zurück, wo ich den ganzen Tag im Garten sitze und lese.

Diesen Monat ist mal wieder Landleben angesagt, und zwar in Lepsény. Das ist in Ungarn.

Hier werde ich kaum etwas Berichtenswertes erleben. Nicht zuletzt, weil Ungarisch für mich eine undurchdringbare Sprache ist. Fast keines der Wörter hat irgendeine Ähnlichkeit mit einer der Sprachen, die ich kann oder zumindest kenne. (Dabei hatte Ungarisch ursprünglich viel mehr Lehnwörter aus dem Lateinischen und dem Deutschen. Aber im 18. und 19. Jahrhundert, dem Zeitalter des Nationalismus, erfanden ungarische Sprachwissenschaftler Zehntausende von neuen Wörtern, die jene ersetzen sollten, die auch nur im entferntesten fremdsprachig klangen. Dankeschön!) Wenn ich in den Supermarkt gehe, kann ich nur Sachen erwerben, die offen verkauft werden, oder auf deren Packung ein Bild prangt. Wie ein Analphabet. Heute brauchte ich zum Beispiel Milch, also musste ich nach einem Karton suchen, auf dem eine Kuh abgebildet war.

Statt Geschichten gibt es aber ein paar Fotos, so dass Ihr Euch das Leben in einem typischen ungarischen Dorf vorstellen könnt.

Mich stört es gar nicht, eine Zeitlang in einem Dorf zu verbringen, solange mir die Gastgeber ein Auto zur Verfügung lassen oder – noch besser – wenn der Ort über einen Bahnhof verfügt. Da ich in einem kleinen Dorf in Bayern mit miserabler ÖPNV-Anbindung aufgewachsen bin, erstarre ich jedes Mal in Ehrfurcht, wenn ähnlich kleine Dörfer mit einem Bahnhof gesegnet sind.

Lepsény, mit einer Bevölkerung von gerade einmal 3.000 Menschen, hat nicht nur einen Bahnhof. Es hat sogar, und das hat mich echt umgehauen, eine Direktverbindung nach Budapest, nach Zagreb und natürlich in eine Menge anderer hübscher Städte.

Außerdem kann ich von hier aus jederzeit zum Plattensee spazieren.

Links:

  • Mehr Artikel über Ungarn.
  • Mehr zum Housesitting. Nach Kiew ist das erst mein zweites Katzensitting in Osteuropa. Dabei würde ich gerne öfter diesen Teil der Welt besuchen. Nur so als Hinweis, falls jemand jemanden kennt, der/die jemanden sucht, um auf Haus und Hof und Tiere aufzupassen.
  • Und mehr Fotos.
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Vor hundert Jahren wurde König Ferdinand befördert – Oktober 1922: Großrumänien

To the English version.

In manchen Monaten drängt es sich geradezu auf, über das hundertjährige Jubiläum eines historischen Ereignisses zu schreiben. Im Oktober 1922 kam Benito Mussolini mit seinen Faschisten an die Macht in Italien. Genau 100 Jahre später wird in Italien eine Frau aus der Nachfolgepartei der Faschisten zur Ministerpräsidentin gewählt. Senatspräsident wird ein offener Mussolini-Verehrer. Das Grab des Diktators ist ein Pilgerort.

Aber erstens hatten wir Italien in dieser Reihe schon einmal, und zwar mit den Proto-Faschisten von Fiume. Zweitens habt Ihr das jetzt alle schon den ganzen Monat in den Zeitungen gelesen und im Radio gehört. Diese Reihe lässt jedoch das Naheliegende gerne links liegen und lenkt stattdessen den Blick auf die weniger ausgeleuchteten Ecken der Weltgeschichte.

Eines der vollkommen zu Unrecht übersehen Länder ist Rumänien. 

Das gibt mir endlich die Möglichkeit, diese Geschichtsreihe mit einem Reisebericht zu verknüpfen. Und in den letzten Monaten war ich nun einmal leider nicht in Bozen oder in Rom, dafür aber in Alba Iulia. Auf Deutsch heißt die Stadt Karlsburg, aber weil die Stadt mittlerweile unbestritten in Rumänien und nicht mehr in Österreich liegt, verwende ich im Folgenden den rumänischen Namen. Wir wollen ja nicht so sein wie die Ungarn, die für alle Städte, auf die sie irredentistische Ansprüche erheben, ihre unaussprechlichen ungarischen Namen, im Fall von Alba Iulia also Gyulafehérvár oder Károlyfehérvár oder Erdélyifehérvár, verwenden. Es ist jedes Mal eine Tortur, wenn ich in Ungarn ein Zugticket in eine Stadt in einem Nachbarland kaufen will, weil das Bahnpersonal auf der Verwendung des ungarischen Namens besteht. Wien heißt Bécs, aber wenn man es falsch ausspricht, landet man in Pécs. Eigentlich lebt der ganze ungarische Tourismussektor von Ausländern, die Ungarn nie mehr verlassen können, weil sie nicht wissen, dass Bratislava Pozsony und Neumarkt Marosvásárhely heißt.

Aber zurück nach Alba Iulia und damit gleich wieder nach Italien. Denn was steht in Alba Iulia?

Die Kapitolinische Wölfin mit dem kleinen Romulus und dem kleinen Remus!

Es ist nämlich so, dass Rumänien – etwas vereinfacht zusammengefasst – der eigentliche Nachfolger des Römischen Reiches ist. Hier ließen sich die Römer nieder, nachdem sie mit den Dakern erst gestritten, sich bald aber vertragen und verbrüdert hatten. Deshalb bildet Rumänien diese romanische Sprachinsel mitten in Osteuropa, und wer Italienisch oder Spanisch kann, wird überrascht davon sein, wie viel er oder sie in Rumänien verstehen oder zumindest lesen kann.

Das Ganze ist übrigens keine wilde Behauptung von mir oder von Rumänien, sondern wird auch von Italien so anerkannt. Die Wölfinnenstatuen, die vor fast jedem Rathaus in Rumänien stehen, sind nämlich Geschenke Italiens. Und zwar aus der Zeit Mussolinis! Frappierend, wie immer alles mit allem zusammenhängt, aber um das zu erklären, fehlt uns jetzt die Zeit.

Denn wir wollen uns auf den 15. Oktober 1922 fokussieren, an dem König Ferdinand I. zum König von Großrumänien gekrönt wurde. 

Dieser Ferdinand kam aus Sigmaringen und hieß deshalb Ferdinand von Hohenzollern-Sigmaringen. Nun wird sich jeder fragen, wie man so dämlich sein kann, freiwillig einen Hohenzollern-Prinzen zu seinem König zu wählen, insbesondere 1922, also nachdem die Hohenzollern ganz Europa in Schutt und Asche gelegt, Kriegsverbrechen und Völkermorde begangen und das deutsche Volk ausgeraubt hatten.

Diesen Fehler hätten die Rumänen 1922 natürlich nicht begangen.

Ferdinand war aber bereits seit 1914 König von Rumänien. Den Job hatte er geerbt von seinem Onkel Karl, der als Carol I. seit 1866 Fürst und seit 1881 König von Rumänien war und keine überlebenden Kinder hatte.

Dass neu entstandene Staaten einen Fürsten aus dem Ausland einluden, war nichts Ungewöhnliches. Im 19. Jahrhundert (und in Großbritannien bis heute) konnte man sich noch nicht so richtig vorstellen, wie man ohne König einen Staat macht. Also gingen Staaten wie Griechenland, Bulgarien, Finnland oder eben Rumänien auf die Suche nach einem Prinzen, am besten einem zweit- oder drittgeborenen, der sich zuhause keine Hoffnung auf die Thronfolge machen konnte. So jemanden wie Prinz Harry. Oder Ernst August von Hannover. Falls der nicht gerade im Gefängnis ist.

Die Rumänen fragten zuerst beim belgischen Königshaus an, dort hatte aber niemand Lust. Ein absoluter Glücksfall der Geschichte, wenn man bedenkt, wie Belgien beispielsweise den Kongo regiert hat. Wobei die Kolonialgeschichte Rumäniens auch nicht viel ruhmreicher ist.

Die Hohenzollern hingegen waren noch nie von zu wenig Selbst- und Sendungsbewusstsein geplagt, und so meldete sich Prinz Karl Eitel Friedrich Zephyrinus Ludwig von Hohenzollern-Sigmaringen für den Job. 

König Carol I. regierte mal recht, mal schlecht. Große Infrastrukturprojekte, Eisenbahnen, Donau-Brücken und eines der schönsten Königsschlösser der Welt, Schloss Peleș.

Aber auch ein paar Korruptionsskandale, die gewalttätige Niederschlagung des letzten Bauernaufstandes in Europa 1907 und, der größte Fehler, ein geheimes Militärbündnis mit Österreich-Ungarn.

Als 1914 der Erste Weltkrieg begann, wollte König Carol I. mit Rumänien auf der Seite der Mittelmächte in den Krieg eintreten. Zum einen wegen des Geheimvertrages mit Österreich-Ungarn, zum anderen war der deutsche Kriegskaiser Wilhelm II. sein Cousin.

Aber Rumänien ist ein friedfertiges und ein frankophiles Land. (Wegen des gemeinsamen lateinischen Ursprungs fällt es Rumänen sehr leicht, Französisch zu lernen. Und wenn sie nach Paris kommen, denken sie: “Ach, das sieht ja fast so schick aus wie zuhause in Bukarest.” Weil die Westeuropäer aber den kulturellen Diskurs dominieren, nennt man Bukarest das “Paris des Ostens” anstatt umgekehrt.)

Die Rumänen hatten keine Lust auf Krieg, und schon gar nicht auf Krieg gegen Frankreich. Außerdem hatten sie keine allzu großen Sympathien für Österreich-Ungarn, weil die dort (hauptsächlich in Siebenbürgen) lebenden Rumänen unter der Magyarisierungspolitik litten. Also verweigerten sie den Kriegsdienst. Landesweit. Der deutschpreußische König war über diese Befehlsverweigerung so erzürnt, dass er im Oktober 1914, zwei Monate nach Kriegsbeginn, aus Protest verstarb.

Daraufhin wurde eben sein Neffe Ferdinand I. zum König von Rumänien. 

Der war jedoch mit einer britischen Frau verheiratet (die aus Gleichberechtigungsgründen ebenfalls zur Königin von Rumänien gekrönt worden war), so dass Krieg gegen Großbritannien eher schlecht für den Familienfrieden gewesen wäre.

König Ferdinand I. beugte sich also dem Volkswillen, blieb bis 1916 neutral und führte Rumänien dann auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg. 

Kaiser Wilhelm II. war darüber so wütend, dass er Ferdinand aus dem Familienstammbaum der Hohenzollern tilgen ließ, was letzteren wahrscheinlich ziemlich kalt ließ. Insbesondere als klar wurde, dass Deutschland und Österreich-Ungarn den Ersten Weltkrieg verlieren würden.

Um die Folgen jenes Krieges für Rumänien zu demonstrieren, sollte ich jetzt endlich mal eine Landkarte einfügen.

Das schweinchenrosa markierte Gebiet war Rumänien vor dem Ersten Weltkrieg, praktisch die Vereinigung der Fürstentümer Moldawien und Walachei. Das war das Gebiet, wovon Carol I. zuerst Fürst und dann König war.

All die fliederfarbenen Gebiete wollten nach dem Ersten Weltkrieg auch zu diesem sympathischen Land gehören: Siebenbürgen (das ist übrigens identisch mit Transsilvanien, auch wenn Ihr dabei immer an Vampire denkt), Teile des Banats, der Maramuresch, des Kreischgebiets und von Sathmar, der südliche Teil der Bukowina und Bessarabien (das ist die heutige Republik Moldawien/Moldau).

Plötzlich war Rumänien doppelt so groß wie vorher. Das kommt davon, wenn man im Weltkrieg auf der richtigen Seite steht und viele Fremdsprachen beherrscht, so dass man auf den Friedenskonferenzen in Versailles, Trianon und so weiter gut verhandeln konnte.

Apropos Trianon: Ich verbringe diesen Monat in Ungarn, und hier steht echt in jedem kleinen Dorf ein Mahnmal, das verlautbart, dass man diesen Vertrag auf keinen Fall, niemals und unter keinen Umständen anerkennen werde. Das Trianon-Trauma sitzt hier so tief bzw. wird von der Regierung beständig reaktiviert, dass ich dem mal einen gesonderten Artikel widmen muss.

Ferdinand I. war zwar bereits König von Rumänien, aber weil sich sein Arbeitsgebiet nun erheblich vergrößert hatte, fanden die Rumänen es nur fair, ihn zu fragen, ob er weiterhin König sein wolle. Schließlich sollte niemand gegen seinen Willen gezwungen werden, allabendlich Überstunden zu machen. Außerdem verlängerte sich ja auch der Weg für seine Dienstreisen mit der notorisch langsamen rumänischen Eisenbahn. Der König sagte: “Das schaffe ich schon”, und die Rumänen waren so glücklich darüber, dass sie sagten: “Dann machen wir aber noch einmal eine Krönung!”

Weil man dazu eine neue Krönungskathedrale bauen wollte, dauerte es bis zu jenem 15. Oktober 1922, als Ferdinand I. und Maria, König und Königin von Rumänien, erneut zum König und zur Königin von Rumänien gekrönt wurden. Ich finde das grundsätzlich gut. Manchmal muss man im Leben innehalten und sich fragen “Will ich das eigentlich noch?” anstatt gedankenlos Jahr für Jahr im gleichen Job weiterzuwursteln.

Und weil ich diesen Sommer in Alba Iulia war, kann ich Euch ein paar Fotos von der Krönungshalle und der Krönungskirche zeigen. In letzterer hängt noch immer die (wegen Großrumänien) überdimensionierte Krone von der Decke.

Ich gehe an heißen Tagen gerne in Kirchen, um mich auszuruhen. In der rumänisch-orthodoxen Kirche gibt es jedoch keine Sitzbänke. Zum Glück ist gleich daneben die römisch-katholische, also die ungarische Kirche. Denn die Ungarn (ebenso wie die Deutschen und andere ethnische Minderheiten) durften natürlich weiterhin in Siebenbürgen leben, auch wenn sie seit 1920 rumänische Staatsbürger waren. Man hört in diesem Landesteil beide Sprachen, und es gibt Städte, z.B. Târgu Mureș / Marosvásárhely, wo die Hälfte der Bevölkerung Ungarisch spricht. Und Landschaften wie das Szeklerland, wo 90% Ungarisch sprechen. Wichtig ist nur, wie hier in Alba Iulia, dass die ungarisch-katholische Kirche niemals höher ist als die rumänisch-orthodoxe.

“Unterstützen Sie nicht das Betteln!” steht groß am Ausgang der Krönungskirche. Das ist lustig, weil die orthodoxe Kirche die größte Bettlerin von allen ist. 

Aber wegen der Kirchen kommt man nicht nach Alba Iulia. Auch nicht wegen der Krönungshalle. Ja, nicht einmal wegen des sehr ausführlichen Museums. Nein, man kommt wegen der Festung, in der sich all diese Gebäude und überhaupt die gesamte Altstadt befinden. Eine riesige, siebeneckige Festung, die, um Streitigkeiten zwischen Rumänen und Ungarn zu vermeiden, von den Habsburgern erbaut wurde. Solche Festungsanlagen gab es früher viele, aber nur selten sind sie so gut erhalten und – weil sich die Neustadt in respektvollem Abstand etabliert hat – so deutlich erkennbar wie in Alba Iulia.

Ich breche zu einem Spaziergang auf. Einerseits ist es dumm, dies genau mittags in der größten Hitze zu tun. Andererseits, aber das kann ich noch nicht wissen, ist es gut, weil ich nur so vor Einbruch der Nacht zurück bin.

Die Umrundung der Zitadelle von Alba Iulia ist nämlich eine Herkulesaufgabe. (Wahrscheinlich musste deshalb Herkules nach diesem Spaziergang in das nahe gelegene Heilbad, das nach ihm benannt wurde.) Von der Ferne sieht man nicht, wie verwinkelt und weit die Wege sind, aber wenn man im Burggraben wandelt, dann machen einem die turmhohen Mauern klar, wie gefangen und verloren man ist.

Ich will den Architekten zugute halten, dass es darum ging, die Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen, und nicht darum, harmlose Spaziergänger in den Tod zu führen. Aber man sollte zumindest Warnschilder aufstellen, dass eine Umrundung der Altstadt mehrere Stunden dauert. Der Weg verwinkelt sich nämlich immer wieder. Aus den sieben Ecken bilden sich Zwischenecken, Unterecken, Nebenecken, Seitenecken. Ich habe bald keine Ahnung mehr, wie weit ich schon bin. Zum Glück steht etwa jede Stunde ein Trinkwasserspender im ansonsten ziemlich ausgestorbenen Graben.

Diese Festung muss der größte Befestigungsbau der Welt sein. Oder knapp der zweitgrößte nach der Chinesischen Mauer. Aber nicht einmal da bin ich mir sicher, denn die Chinamauer ist nicht in so trickreiche Falten gelegt, die über ihre Länge optisch täuschen. Vor jeder Ecke schöpfe ich Hoffnung, danach die Treppe zu erspähen, über die man wieder in die Altstadt kommt. Aber hinter jeder Ecke wartet nur die Enttäuschung. Aber auch die Begeisterung über die schiere Größe und Unverwüstlichkeit dieses Bauwerks.

Ferdinand I. ging es mit Großrumänien ähnlich wie mit meinem Spaziergang. Auch er hatte sich zu viel vorgenommen und starb schon 1927 an Erschöpfung. Neuer König wurde sein damals 5-jähriger Enkelsohn Michael I., der ein ziemlich bewegtes Leben hatte: Als Kind schon König, dann vom eigenen Vater hinweggeputscht, erneute Ausrufung zum König während des Zweiten Weltkriegs, Diktatur, königlicher Staatsstreich gegen die Diktatur mit Seitenwechsel im Zweiten Weltkrieg (von Deutschland zu den Alliierten), Absetzung durch die Kommunisten, Exil, Rückkehr nach Rumänien nach dem Sturz Ceaușescus, Verhaftung, erneute Verbannung für fünf Jahre, erneute Rückkehr nach Rumänien. 

Die Geschichte Rumäniens ist so spannend und vielseitig, ich verstehe wirklich nicht, wieso sich kaum jemand dafür interessiert. Und wie Ihr an den Fotos seht: Eine oder besser mehrere Reisen ist das Land sowieso wert.

Mittlerweile ist Rumänien wieder ein bisschen kleiner geworden, weil sich die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg ein kleines Stück abzwackte, das jetzt als Moldawien unabhängig ist. Man spricht dort noch immer Rumänisch, auch wenn es Moldawisch heißt. Aber die einzigen Leute, die behaupten, dass es große Unterschiede zwischen den beiden gäbe, sind diejenigen, die noch nie im jeweils anderen Land gewesen sind. Ganz ehrlich, die Unterschiede zwischen Deutsch und Österreichisch sind größer.

In beiden Ländern sieht man auch immer wieder Graffiti, das die Zugehörigkeit Bessarabiens (die historische und geographische Bezeichnung für das Gebiet Moldawiens) zu Rumänien postuliert. Und manchmal marschieren diesbezügliche Forderungen von Chișinău nach Bukarest oder umgekehrt.

Sogar der moldawische Beitrag zum diesjährigen Eurovision Song Contest, „Trenulețul„, thematisiert eine Zugfahrt zwischen beiden Hauptstädten und spielt mit dem kaum merkbaren Unterschied zwischen beiden Ländern.

Ich habe auch einmal den Zug nach Moldawien (und weiter nach Transnistrien) genommen, und dort fahren tatsächlich so schöne alte Züge mit Wohnzimmerlook. Jeder Waggon hat einen eigenen Schaffner, der während der Fahrt an der Theke mit Blümchendecke gegen geringes Entgelt Frikadellen, Essiggurken und Wodka verkauft. Den Wodka braucht man, weil er gegen Plutonium hilft, und das wird in Transnistrien ziemlich viel geschmuggelt. (Deshalb habe ich relativ wenig Angst vor russischen Atomwaffen. Ich glaube, das meiste Plutonium wurde bereits heimlich verscherbelt.) 

Auf der Rückfahrt nahm ich den Bus, und der Busfahrer steckte jedem Passagier Schmuggelware zu. Weil niemand sonst aufmuckte, wollte ich nicht der Spielverderber sein und nahm ebenfalls eine große Flasche mit klarer Flüssigkeit sowie eine Stange Zigaretten unter meine Fittiche.

Die Vereinigung von Moldawien und Rumänien ist gar keine schlechte Idee. Auf jeden Fall wäre es der schnellste Weg für Moldawien in die EU. Sie müssten es nur so machen wie die DDR 1990 und einfach dem EU-Mitglied Rumänien beitreten. So geht das ganz ohne Mitgliedschaftsantrag, ohne langwierige Verhandlungen, schwuppdiwupp, von einem Tag auf den anderen.

Andererseits wären die Schmuggler dann arbeitslos.

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Bratislava – erster Eindruck

Auf der Reise nach Kremnica musste ich einen Zwischenstopp in Bratislava einlegen, war aber nicht in der Stimmung zum Schreiben.

Deshalb gibt es diesmal nur ein paar Fotos:

Ich hatte nicht viel Zeit. Nur ein langer Spaziergang am Nachmittag und ein kürzerer am nächsten Morgen. Aber es war genug, um zu merken, dass mir die Stadt sympathisch ist. Und von den vier Hauptstädten entlang der Donau – die anderen sind Wien, Budapest und Belgrad – ist es vielleicht die am Wenigsten prätentiöse.

Also, wenn jemand aus Bratislava mal einen Katzensitter benötigt, ich helfe gerne aus!

Praktische Hinweise:

  • Wenn Ihr am Bahnhof ankommt, könnt Ihr ein Tagesticket für die Zonen 100+101 oder eine „für das ganze Netz“ lösen. Weil ich nicht sicher war, wie weit raus ich mit der Straßenbahn fahren würde, kaufte ich letztere, was 6,90 € anstatt 4 € kostete. Es stellte sich heraus, dass die günstigere Variante für den gesamten Großraum Bratislava absolut ausreicht. (Die teurere war ein Tagesticket für die ganze Slowakei, was sich dann bei der Weiterfahrt als praktisch erwies.)

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